Sylvie Schenk

 3.9 Sterne bei 51 Bewertungen
Autorin von Schnell, dein Leben, Bodin lacht und weiteren Büchern.
Sylvie Schenk

Lebenslauf von Sylvie Schenk

Das französisch-deutsche Allroundtalent: Die in Frankreich geborene Autorin Sylvie Schenk, beschloss nach ihrem Latein, Griechisch und Französisch Studium an der Pädagogik Universität in Lyon, im Jahre 1966 nach Deutschland zu ziehen. Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin, ist sie freie Autorin, ehrenamtliche Initiatorin und Organisatorin des Euregio-Schüler-Literaturpreises, Sprachwissenschaftlerin und Rezitatorin. Für ihre Werke wurde sie im Jahre 1998 mit dem Hasenclever-Förderpreis der Stadt Aachen und 1999 Würth Literaturpreis ausgezeichnet. Sylvie Schenk lebt abwechselnd mit ihrem Mann Dr. H. J. Schenk in Stolberg bei Aachen und in La Roche de Rame, Frankreich.

Alle Bücher von Sylvie Schenk

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Schnell, dein Leben

Schnell, dein Leben

 (23)
Erschienen am 25.07.2016
Eine gewöhnliche Familie

Eine gewöhnliche Familie

 (7)
Erschienen am 23.07.2018
Bodin lacht

Bodin lacht

 (10)
Erschienen am 01.08.2013
Die Tochter des Buchhändlers

Die Tochter des Buchhändlers

 (9)
Erschienen am 01.08.2008
Der Aufbruch des Erik Jansen

Der Aufbruch des Erik Jansen

 (2)
Erschienen am 22.08.2012
Parksünder

Parksünder

 (0)
Erschienen am 01.09.2009
Heute ist auch noch ein Tag

Heute ist auch noch ein Tag

 (0)
Erschienen am 01.02.2004
Das dreißigste Foto

Das dreißigste Foto

 (0)
Erschienen am 28.07.2014

Neue Rezensionen zu Sylvie Schenk

Neu

Rezension zu "Eine gewöhnliche Familie" von Sylvie Schenk

Eine ganz banale Familiengeschichte - mit Tiefgang
Gwhynwhyfarvor 11 Tagen

Der Anfang: »Frankfurt liegt schon weit zurück, und bis Lyon ist noch genügend Zeit. Aus den Fenstern des TGV starrt sie in das schummrige Licht des neuen Tages. Dunkel und nah erheben sich die Vogesen.«

Céline wohnt in Frankfurt, man nennt sie in der Familie die Deutsche, denn sie stammt aus Frankreich. Heute kehrt sie zurück in die Vogesen, um Onkel und Tante zu beerdigen. Beide verstarben am gleichen Tag, der Onkel an einer Lungenentzündung, weil die Pflegerin die Anzeichen ignorierte, die Tante stürzte schwer, lag eine ganze Zeit lang im Wohnzimmer, bis sie von der Pflegerin gefunden wurde. Die Eltern von Céline sind bereits verstorben. Onkel und Tante waren das Gegenteil von ihnen: kinderlos, exzentrisch, reich, glamourös, schön, bourgeois, Stadtmenschen. Die eigene Mutter eine graue Maus, Hausfrau, der Vater, bodenständig, ein Familienmensch, kinderreich, kleinbürgerlich aus den Bergen.

»Der Onkel und die Tante, der Vater und die Mutter. Simon und Tamara, Ernest und Suzanne. Die ersten selbstsicher, kinderlos und leicht herablassend, die zweiten bescheiden und unsicher. Beide Brüder Zahnärzte. Aber die Praxis von Simon in Lyon können wir nicht mit der altmodischen Praxis von Ernest in der kleinen Alpenstadt vergleichen.«

Zur Beerdigung von Onkel Simon und Tante Tamara trifft die Familie zusammen. Céline, die Intellektuelle, ihre drei Geschwister, Aline die Schöne, Pauline die Lustige und Philippe der Sportliche (die Cardin-Geschwister, vom Vater mit Spitznamen bedacht), die boshafte alte Tante Catherine, die Schwester von Tamara, ein Wirbelwind, genannt flotte Kati, mit ihrem faden Sohn, dem pensionierten Wirtschaftsanwalt – die andere Seite, die reichen Lyoner. Hier geht es nicht nur um die Beerdigung, um ein Familientreffen, konkret geht es um eine Menge Bares, um das Testament. Laut diesem waren die Cardin-Kinder als Erben vorgesehen, doch weil das Papier verschwunden ist und nur eine Kopie existiert, erbt nun wohl die flotte Kati circa eine Million.

»Heute sieht Céline klar, dass sie immer klar gesehen hat, dass ihr Onkel sie nie geblendet hat, die freundliche falsche Münze, der dicke Angeber, und sie weiß auch, dass Kinder und Jugendliche in ihrem unersättlichen Liebesbedürfnis jeden beliebigen Onkel vergöttern können, gewöhnlichste, sogar bösartige Menschen.«

Eine gewöhnliche Familie, verschiedene Charaktere, der eine Zweig gegen den anderen, aber auch untereinander herrschen Rivalitäten. Geldgier – die Macht des Geldes des Glimmers, schon die Kinder werden von Tante und Onkel gelockt. Es sind nicht nur die Zuwendungen, die der reiche Onkel zukommen lässt, Eifersucht, Sticheleien gegen den Bruder, oder die makellose Tante, die Kosmetik verschenkt, damit man Haut behält, die jemand küssen will – Suzanne, die graue Maus, früh runzlig geworden. Erst ziemlich spät versteht Céline, was sich hinter Tante und Onkel wirklich verbarg, was hinter ihren Eltern. Jede Person wird kurz von Céline durchleuchtet. Die Dolmetscherin ist es gewohnt, sachlich-neutral zu denken, wenn sie Worte und Gedanken von anderen übersetzt. So skizziert sie neutral (aus ihrer Sicht) ihre Verwandten und deren Haltung, wir lernen auch die böse Großmutter kennen, die nie etwas sagte, fragte, nur im Befehlston regierte.

»Eine Familie ist eine Wiege, ein Gefängnis, ein Giftschrank, ist ein Hafen. Nichts ist real. Auf nichts ist Verlass.«

Celine will neutral sein – kann jemand neutral von anderen berichten, insbesondere im Verwandtschaftsverhältnis? Natürlich nicht. Und darum gibt es eine weitere Perspektive, ein Wir, das Célines Perspektive als nicht ganz zuverlässig aufblättert. Die Geschichte an sich ist genauso gewöhnlich, wie diese Familie. Sylvie Schenk schafft es, in kurzer Skizzierung ganze Menschenleben zusammenzufassen, zu charakterisieren, wie bereits in ihrem letzten Roman, »Schnell, dein Leben«. Ihre Sprache ist knapp und präzis, genau beobachtend. Die Geschichte ist leise, die Geschichte einer ganz normalen Familie.

»Was ist aus dir, aus uns geworden, die wir hier nun alle um ein Vermögen streiten, die wir der Liebe an den Kragen gegangen sind, die wir den großen Leidenschaften den Garaus gemacht haben, die wir alle Träume über Bord geworfen, alle Visionen zertrümmert haben?«

Sylvie Schenk wurde in Chambéry, Frankreich, geboren, studierte in Lyon und lebt seit 1966 in Deutschland, bzw. sie lebt bei Aachen und in La Roche-de-Rame, Hautes-Alpes. Sie veröffentlichte Lyrik auf Französisch und schreibt seit 1992 auf Deutsch.

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Rezension zu "Schnell, dein Leben" von Sylvie Schenk

komprimierte Lebensgeschichte, toll erzählt
Rabiatavor 2 Monaten

Dieses Buch wurde im Lesekreis empfohlen und wir beschlossen, es alle gemeinsam zu lesen und zu besprechen. Da ich gerade ganz frisch im Bloggerportal der Verlagsgruppe Randomhouse angemeldet war, beschloss ich, es als Rezensionsexemplar anzufragen. So konnte ich direkt "zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen". :)
Vielen Dank für die Bereitstellung des Buches und das Vertrauen an mich, lieber Goldmann Verlag!
Meine Meinung beeinflusst dies selbstverständlich nicht.

Ich habe das Buch am Sonntag komplett durchgelesen, zufällig war das auch der Jahrestag der Beendigung des 1. Weltkriegs. Das erscheint mir recht passend, obwohl das Buch von der Nachkriegszeit und dem Nachhall des 2. Weltkriegs handelt. Aber beide Kriege sind doch eng miteinander verknüpft.
Ich finde, das Buch ist eine schöne Momentaufnahme einer Zeit, in der die ersten Schüler- und Studentenaustauschprogramme die friedliche Annäherung der Länder voran bringen sollten.

Die Autorin scheint autobiographische Elemente in dem Roman eingearbeitet zu haben. Allerdings ist offen, wie viel des Buches reine Fiktion und wie viel Anteil wahre Begebenheiten beinhalten. 
Sylvie Schenk erzählt auch nicht in der Ich-Form, sondern schreibt in der 2. Person, was einen besonderen Reiz hat und wohl einen gewissen Abstand zu den Erlebnissen erlaubt.
Der Roman wird in einer klaren, fast poetischen Sprache, dennoch mit kurzen, prägnanten Sätzen erzählt. Ich war berührt und gefesselt und fühlte mich an meine eigenen Frankreich-Reisen als Schülerin erinnert.

Vieles in diesem Buch liest man zwischen den Zeilen, wie zum Beispiel die Bedeutung einer Hochzeit in einem weißen Kleid, was in katholischen Familien ja bedeutete, dass die Tochter als Jungfrau in die Ehe ging und zu dieser Zeit noch sehr wichtig war.
Oder die Strenge des Elternhauses, das noch durch die Nachkriegszeit geprägt war und auch noch misstrauisch den nun friedlichen Nachbarn gegenüber stand. Diese Kluft versucht die Protagonistin vorurteilsfrei zu überwinden, als sie den jungen deutschen Studenten Johann kennen lernt, selbst dann noch, als ihr Freund Henri ihr von den Gräueltaten der deutschen Besatzungszeit erzählt, in der er seine Eltern verlor.

Es ist zwar ein recht schmales Buch, aber geht sehr tief und zieht den Leser in eine intensive, gut erzählte Lebensgeschichte.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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Rezension zu "Eine gewöhnliche Familie" von Sylvie Schenk

Ein Erbstreit eskaliert
YukBookvor 2 Monaten

Ein großes Familientreffen bietet viel Stoff für eine dramatische Geschichte – umso mehr, wenn der Anlass eine Beerdigung ist und die Aufteilung des Erbes in Frage gestellt wird. In Sylvie Schenks Roman trifft sich die Verwandtschaft in Lyon, um den Tod von Tante Tamara und Onkel Simon zu betrauern.

Céline Cardin, eine der Nichten der Verstorbenen, hatte sich auf das Wiedersehen mit ihren drei Geschwistern und Verwandten gefreut, jedoch nicht mit Animositäten gerechnet, die im Laufe der Handlung eskalieren. Grund für die Uneinigkeit ist das Verschwinden des Original-Testaments. Die vier Cardin-Geschwister, die sich als rechtmäßige Erben gesehen hatten, müssen nun befürchten, leer auszugehen.

Ähnlich wie in ihrem Roman „Schnell, dein Leben“ gelingt es Sylvie Schenk auch diesmal meisterhaft, viele Lebensläufe auf nur 160 Seiten zu komprimieren. Den Auftritt verschiedener Familienangehöriger nutzt die Autorin, um einen kurzen Rückblick auf deren Leben zu werfen und sie schlaglichtartig vorzustellen. Hinter den kurzen, prägnanten Sätzen verbergen sich ganze Lebensgeschichten und -dramen. Ihre verknappte Sprache und der spöttische Ton bilden oft einen großen Kontrast zu den schweren Schicksalsschlägen, die die Figuren erlitten haben.

Vordergründig beschreibt Sylvie Schenk einen gewöhnlichen Streit um eine Erbschaft, wie sie in jeder Familie vorkommen könnte. Es geht jedoch um mehr, denn das Zusammentreffen zeigt die Fragilität von Familienbeziehungen und wirft die zentrale Frage auf, der sich jeder Figur stellen muss: „Was ist aus mir und meiner Familie geworden?“

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Gespräche aus der Community

Neu
Liebe Leserinnen und Leser,

Sylvie Schenks neuer Roman »Bodin lacht« ist ein spannendes und vielschichtiges Spiel um eine ermordete Pianistin, einen extravaganten Psychotherapeuten, einen Hermaphroditen und seine abgedrehte Mutter: von der ersten Seite bis zur letzten ein Lesevergnügen, das wir gerne mit Ihnen teilen und diskutieren würden. 

Wir stellen 10 Bücher zur Verfügung – haptisch, gern aber auch digital (epub-Format) – und freuen uns auf Ihre Zuschriften! 
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