Synke Köhler Kameraübung

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Inhaltsangabe zu „Kameraübung“ von Synke Köhler

Was passiert, wenn ein Fremder auf ein Grundstück kommt, schweigend im Gras sitzt und einfach nicht verschwinden will? Was, wenn eine Mutter auf einer Gebirgswanderung plötzlich allein auf einen anderen Weg abzweigt?
Besonderheiten des Alltags sind es, die Synke Köhler in ihren Erzählungen einfängt, oft sind es kritische Momente zwischen zwei Menschen, die so leise sind, dass sie beinahe unbemerkt bleiben.
Präzise wie eine Kamera führt Synke Köhler ihren Blick zwischen die Figuren und lässt ein eindringliches Bild der Realität entstehen, das traurig und schmerzhaft, voller Freude und Merkwürdigkeiten ist.

Ein überzeugendes Debüt!

— Sikal

Eine eindrucksvolle Prosa, die als Debüt überzeugt

— BookfantasyXY

Erstaunliches Prosadebut voller erzählerischer Miniaturen.

— Joachim_Tiele

Wie das Cover schon verspricht - ein wahrlich zauberhaftes Werk!

— katthi

Zwischenmenschliche Begegnungen mit der Wort-Kamera aufgenommen, mal mit Makro, mal aus der Distanz. Fein wie ein Schmetterlingsflügel!

— elane_eodain

Toller präziser Schreibstil und beeindruckende Erzählungen

— Lilith79

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  • Der Alltag ist ein Schmetterling

    Kameraübung

    lesebiene27

    25. February 2017 um 12:00

    Klappentext: "Erzählungen über die Besonderheiten des Alltags, über kritische Momente zwischen zwei Menschen, die so leise sind, dass sie beinahe unbemerkt bleiben." Meine Meinung: Die neun kurzen Erzählungen in diesem Buch berichten von unterschiedlichen Situationen und Momenten im Alltag. Da ist ein Mann, der plötzlich in einem Garten sitzt und weder spricht, noch weggehen will. Oder eine Frau, die mit ihrer Familie wandern ist und die plötzlich unterschiedliche Wege mit unterschiedlichen Ergebnissen gehen. Auch die Suche zweier jungen Frauen nach einem besonderen Moment im Alltag wird beschrieben. Das besondere an diesen Kurzgeschichten ist, dass sie trotz weniger Seiten klar geschrieben sind, sodass man als Leser die Situation schnell erfassen kann. Auch gelingt es der Autorin Synke Köhler mit ihrem Debüt Emotionen wie Verblüffung, Bedrückung und Mitgefühl auszulösen, obwohl man beim Lesen nur einen kurzen Einblick in das Leben der Personen erhaschen kann. Darüberhinaus finde ich es bemerkenswert, dass die Handlung in diesem kleinen Büchlein keine Rolle spielt, sondern der Gedanke, den die Personen haben, und die Beschreibung des Momentes. Der Sprachstil hat mir überwiegend gefallen, weil er sehr ruhig und beschreibend ist - fast so, als ob die Autorin selbst den Moment beobachten würde. Auch die meisten Geschichten haben mich angesprochen. Lediglich drei der neun Geschichten waren nicht mein Fall. Fazit: "Kamerübung" enthält sanfte Erzählungen, die mit einer ruhigen Sprache geschrieben werden. Nichtsdestotrotz hallen sie nach und lassen den Leser über die Begebenheiten nachdenken. Von mir gibt es für das Buch 4 von 5 Lesesternen.

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  • Lesermeinung zu "Kameraübung" von Synke Köhler

    Kameraübung

    elane_eodain

    03. August 2016 um 17:58

    » Der Alltag ist ein Schmetterling. Beinahe reglos sitzt er einem Einkaufszentrum gegenüber. Man muss sich ihm behutsam nähern, der Alltag ist kamerascheu, er flattert davon. « (Zitat aus "Kameraübung" von Synke Köhler) INHALT & GEDANKEN: 9 Erzählungen sind in diesem wunderhübschen Buch versammelt. Geschichten, die von Begegnungen erzählen, von Momenten im Leben, die möglicherweise etwas in den Beteiligten bewegen. Gleich die erste Erzählung "Nachbild" beschreibt das plötzliche Auftauchen eines Fremden in einem kleinen Dorf. Eine verbale Kommunikation mit ihm ist nicht möglich und er verschwindet auch nicht wieder. Das ist ausreichend für wilde Interpretationen und Unterstellungen, doch dann verblüfft der Fremde. Synke Köhler erzählt ruhig, schlicht, fast nüchtern. Doch kann man sich sehr gut in die ganz unterschiedlichen Situationen hineinversetzen und über die Geschichten hinausdenken, über die Begegnungen der Menschen, die mal ganz nah und mal aus der Distanz eingefangen sind. Ganz fein wiedergegeben. Ich mag an kurzen Erzählungen gerne, dass sie ein Schlaglicht auf Ereignisse werfen, die im ersten Moment vielleicht gar nicht bedeutam zu sein schienen, aber die nachwirken, die Wahrnehmung verändern und Gedanken aufwerfen. Das gelingt der Autorin mit ihren 9 Erzählungen auf eine leise Art ganz wunderbar und der Verlag Kremayr & Scheriau hat diese in eine bemerkenswert schöne Hülle gesteckt. FAZIT: Erzählungen über Begegnungen zwischen Menschen, festgehalten mit der Wort-Kamera, ganz unaufgeregt und dennoch lange nachklingend.

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Keinesfalls alltägliche Alltagsgeschichten

    Kameraübung

    Sikal

    12. April 2016 um 19:48

    „…die Entnahme von Alltagsfischen aus dem Alltagsgewässer“ – dieses Zitat aus dem Buch ist zwar dem Kontext entnommen, es spiegelt jedoch den Inhalt dieses großartigen Buches. Die Autorin Synke Köhler hat hier mit ihrem Prosadebüt wunderbare Literatur geschaffen. Ihre Erzählungen haben jede für sich das gewisse Etwas, das Hinsehen, das Auffallen, das Bemerken einer winzigen Kleinigkeit – einer Stimmung, eines Gefühls oder eines Verhaltens. Ein Kleinod an Erzählkunst, zumindest für mein Empfinden. Jede einzelne Geschichte steht für sich und doch haben alle gemeinsam einen tiefen Hintergrund, verlangen nach einem Hineinhorchen, einem Zwischen-den-Zeilen-lesen und viel Aufmerksamkeit. Was passiert, wenn ein Fremder auf ein Grundstück kommt, schweigend im Gras sitzt und nicht verschwinden will? Wie würde man selbst reagieren? Verunsichert, angstvoll oder neugierig? Eine kleine Gruppe Aussteiger fühlt sich durch die Anwesenheit des Fremden bedroht, beschränkt sich selbst in ihrer Freiheit. In einer anderen Erzählung nimmt sich Ella die Freiheit, um ebenso ein Stückchen Glück zu genießen. Doch damit wird das Glück ihrer Freundin Barbara empfindlich gestört. Am Fluss nimmt sich ein Mann die Freiheit zu angeln – oder zumindest so zu tun. Immerhin ist Angeln eine ernstzunehmende Betätigung und währenddessen kann man seinen Gedanken nachhängen, im Schmerz versinken oder auch sich in Träumen vergessen. Die Begegnung mit einem kleinen Jungen irritiert ihn. Die Sprachmelodie der Autorin lässt uns feine zwischenmenschliche Schwingungen spüren. Der Schreibstil ist sehr bildgewaltig, unterstreicht mit wenigen Worten einen großen Inhalt und rührt mit gekonnter Poesie. Die Autorin schafft es auf die kleinen Besonderheiten in jedermanns Alltag hinzuzielen. Eben aus dem Alltagsgewässer einen Alltagsfisch zu entnehmen – einen kleinen feinen Impuls eines Menschen aufzufangen, eine Situation zu erfassen oder einen Augenblick zu genießen. Diese Feinheiten des Miteinanderlebens  zu erkennen ohne den Moment wieder zu verlieren, ist eine besondere Kunst, die vor allem eines erfordert – Empathie. In unserer schnelllebigen Zeit, in der Ruhe und Wertschätzung immer mehr abnehmen, sind Erzählungen wie diese ein Geschenk.

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  • Ein kleines, aber feines Buchjuwel.

    Kameraübung

    LimaKatze

    Klappentext: Der Alltag ist ein Schmetterling. Beinahe reglos sitzt er einem Einkaufszentrum gegenüber. Man muss sich ihm behutsam nähern, der Alltag ist kamerascheu, er flattert davon. Erzählungen über die Besonderheiten des Alltags, über kritische Momente zwischen zwei Menschen, die so leise sind, dass sie beinahe unbemerkt bleiben. Inhalt und Fazit: „Kameraübung“ ist der Titel zum Buch. Mit einer Kamera werden Momentaufnahmen gemacht, und hinter solchen Momentaufnahmen können sich mitunter ganze Geschichten verbergen, auch im gewöhnlichen Alltag. Hinter den Menschen, denen wir tagtäglich begegnen, verbirgt sich hinter jedem Einzelnen eine oft lange Geschichte. Und manchmal, wenn man im Leben einen Augenblick innehält, erfährt man ein wenig darüber. Von derartigen Geschichten erzählt dieses kleine Büchlein in neun eindrucksvollen und tiefsinnigen Erzählungen, geschrieben von der Autorin Synke Köhler. Die Autorin hat einen ganz eigenen Schreibstil, an den man sich vielleicht erst etwas gewöhnen muss. Zumeist nüchtern und distanziert, aber manchmal auch mit spannenden Wort- und Satzspielereien. Doch eines haben alle Geschichten gemeinsam: Sie wollen langsam und aufmerksam gelesen werden, auch zwischen den Zeilen. Denn erst dann entfalten die Erzählungen ihre volle Wirkung, die ganze Intensität und einen starken Nachhall. Die großartige Fähigkeit der Autorin, den Leser auf wenigen Seiten dermaßen in den Bann ziehen zu können, ist wirklich beeindruckend. Momentaufnahmen wie aus dem Leben gegriffen, erzählt mit einer Distanz zu den Geschehnissen, wie sie vielleicht auch ein Fotograf einnehmen würde. Kunstvoll umgesetzt von einer Autorin, die man sich auf jeden Fall merken sollte. Bemerkenswert ist außerdem, dass es sich bei dieser Lektüre um ein Debüt handelt. Sehr gerne vergebe ich für dieses kleine Buchjuwel fünf Sterne. „...Der Alltag ist der Ozean, in dem die Fische des Besonderen schwimmen. Das Besondere lebt im Alltag.“ (Seite 68)

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    • 10
  • Literatur, die nichts anderes sein will als Literatur. Ganz wunderbar!

    Kameraübung

    Joachim_Tiele

    Die aktuelle zeitgenössische Literatur scheint in viele Bindestrich-Genres zu zerfallen, die auf eines hindeuten: Literatur für sich und an sich scheint auf dem Rückzug zu sein gegenüber Liebes-, Fantasy-, historischen und sonstigen Romanen oder anderen Gattungen. Wenn kein Label auf dem Cover klebt, scheint das viele Leser und potentielle Käufer eines Buches fast zu verunsichern. Nach einem Gedichtband (Waldoffen aus dem Jahr 2011) erscheint jetzt mit Kameraübung das Prosadebut von Synke Köhler, eine Sammlung von neun Erzählungen. Dies ist bedeutsam, oder könnte es zumindest werden, denn hier scheint eine Verfasserin dabei zu sein, an ihren Formen zu wachsen und sich zu entwickeln. Das Ziel könnte ein Roman sein, gefolgt vielleicht von einem Theaterstück und einer Sammlung von Essays. Noch ist es nicht so weit, aber hier deutet sich bereits jetzt das seltene Talent an, das zu einer vollständigen Schriftstellerin hinführen kann, die sich ihrer Literatur gewiss ist. Jede der Erzählungen ist eine Miniatur für sich, zeigt ihren ganz eigenen Kosmos, hat eine eigene Sprache, ein eigenes Hinsehen auf die Welt. Jede der Geschichten zeigt das Einbrechen einer Geschichte in eine andere. Ein Mann erreicht einen Aussteigerhof auf dem Lande, und die Aussteiger werden zu ängstlichen Bürgern, die die Polizei rufen. Ein Mann flieht vor der Welt, gibt vor zu angeln, ein Kind setzt sich zu ihm, imitiert ihn und konfrontiert ihn mit seinem Schmerz, den er vergessen geglaubt hat. Ein junger Mann, ein Lehrabrecher, eröffnet einen Imbiss, sein behinderter Bruder macht anfangs mit, der Imbiss wird zum Erfolg, bis der Nicht-Behinderte den Behinderten hinausgeekelt hat. In diesem Sinne sind alle Erzählungen miteinander vergleichbar, auch wenn sie über Zeiten und Kontinente hinweg andere Personen als Protagonisten und diese ganz unterschiedliche Risse in ihrem Alltag oder in ihren Biografien aufweisen. Die Sprache der einzelnen Erzählungen ist ganz unterschiedlich, noch nicht die eine Sprache, die ein Schriftsteller gefunden oder erschaffen hat, sein Handwerkszeug, sozusagen, für die Beschreibung der Welt. Die grammatischen Strukturen sind unterschiedlich, Plastizität und Lakonismus sind unterschiedlich verteilt, ein Suchen, ein sich Herantasten an Personen, ihre Beobachtungen und Erlebnisse und noch ein erkennbares sich Ausprobieren an Sprache und dem Umgang mit ihr. Dies gibt den Geschichten etwas Unfertiges in dem Sinne, sich ganz anders zugetragen oder fortgesetzt zu haben, hingetupft und nicht in Stein gemeißelt. Dies ist nicht nur charmant, wie etwa die Beobachtung eines Talents verbunden mit der Frage, ob es je Meisterschaft erreichen wird, sondern es zeigt unterschiedliche Möglichkeiten der sprachlichen Annäherung an die Realität, ohne dass beide etwas Beliebiges hätten. Dieses aushalten zu können auf Seiten der Verfasserin, den Leser in dieses Unentschiedene hineinzuziehen und es ebenfalls auszuhalten einzuladen, daran liegt wohl an dieser Stelle ihrer Entwicklung ihre große Kunst. Ein weiteres kommt hinzu: Die Geschichten berühren nicht einfach, so wie viele daraufhin gezirkelte Texte dies tun, sondern sie haben die Kraft, mit dem Leser etwas zu machen, was selten und kostbar geworden ist, ihm Momente des beschwingten und beschwingenden Gefühl echten Glücks zu vermitteln, das trotz ihrer Tragik absichtslos entsteht, wenn man sich auf sie einlässt. 25.03.16 – Joachim Tiele

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    • 4
  • Leserunde zu "Kameraübung" von Synke Köhler

    Kameraübung

    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Worum geht's?Was passiert, wenn ein Fremder auf ein Grundstück kommt, schweigend im Gras sitzt und einfach nicht verschwinden will? Was, wenn eine Mutter auf einer Gebirgswanderung plötzlich allein auf einen anderen Weg abzweigt? Besonderheiten des Alltags sind es, die Synke Köhler in ihren Erzählungen einfängt, oft sind es kritische Momente zwischen zwei Menschen, die so leise sind, dass sie beinahe unbemerkt bleiben. Präzise wie eine Kamera führt Synke Köhler ihren Blick zwischen die Figuren und lässt ein eindringliches Bild der Realität entstehen, das traurig und schmerzhaft, voller Freude und Merkwürdigkeiten ist. „Der Alltag ist ein Schmetterling. Beinahe reglos sitzt er einem Einkaufszentrum gegenüber. Man muss sich ihm behutsam nähern, der Alltag ist kamerascheu, er flattert davon.“ Erscheinungstermin: 8. Februar 2016 Synke Köhler 1970 in Dresden geboren, lebt und schreibt in Berlin. Psychologiediplom, Grafikerin, Studium an der Drehbuchwerkstatt München, Masterstudium am Deutschen Literaturinstiut Leipzig. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien. „Kameraübung“ ist ihr Prosadebüt, für die Erzählung „Nachbild“ erhielt sie den Newcomer-Preis des Literaturwettbewerbs Wartholz. >> Informationen zum Buch >> Leseprobe Bewerbung zur Leserunde:  Wenn ihr mehr wissen wollt, dann bewerbt euch bis einschließlich 31. Jänner 2016 für eines von 12 Leseexemplaren von "Kameraübung". Sagt uns, was euch an diesem Buch interessiert und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet.  Dafür könnt ihr gerne das Unterthema "Bewerbung" verwenden. Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen. Wir freuen uns auf eure Teilnahme!  > Besucht unsere Webseite! www.kremayr-scheriau.at > Folgt uns auf Facebook und Twitter und verpasst keine Neuigkeiten und Buchverlosungen mehr.

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    • 154
  • Erzählungen mit einem nachdenklichen Nachklang

    Kameraübung

    BookfantasyXY

    Kameraübung ist eine Erzählung von weiteren acht Erzählungen, die dieses Buch umfasst. Menschen am Fluss, Familien mit besonderen Familienangehörigen sowie ein Mann und eine Frau, die sich für eine Nacht lieben, aber eine Liebe für kurze Dauer erzählen en Alltag vieler unterschiedlicher Figuren, die teilweise nicht gegensätzlicher sein können. Die gebürtige Dresdnerin Synke Köhler schrieb mit diesem Erzählband ihr erstes Prosabuch – sozusagen ihr Debüt in Prosa. Synke Köhler nimmt die Leserschaft mit auf eine Reise, die die Leserschaft nicht von oben betrachtet, sondern als ob man als Leserin die Szene aus einer gewissen Entfernung beobachtet, aber manchmal auch mittendrin steht, so dass man aufgrund der Figuren eigentlich lieber aus der Szene wieder verschwinden möchte, da diese Figuren unsympathisch wirken. Besonders gut hat mir die Erzählung über den Jungen Ibu-Janis gefallen, die einen schon nahe geht. Hier merkt man, dass nicht alle Menschen perfekt sind, und es auch nicht wichtig ist, ob sie perfekt sind, sondern dass diese Menschen unser Leben bereichern. Erzählungen sind in der Regel kurz, und dennoch können sie viel erzählen wie es dieser Erzählband zeigt. Mich überraschte die Tiefe, die sich in den Detailbeschreibungen der Figuren und Erzählungen widerspiegeln. Für diejenigen, die gerne zwischendurch sich mit Erzählungen beziehungsweise Prosa beschäftigen möchten, kann ich dieses Debüt ans Herz legen.

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    • 5

    NiWa

    25. March 2016 um 15:51
  • Eine Kostbarkeit in Erzählform

    Kameraübung

    Corsicana

    23. March 2016 um 11:25

    Dieses Buch ist ein Debüt - und das ist kaum zu glauben angesichts der ausgefeilten Sprache.Dies ist ein schmales Buch mit neun Geschichten auf knapp 160 Seiten. Aber mit viel Inhalt. Die Geschichten umfassen oft  weniger als 20 Seiten - und zeigen doch so viel: Brüche im Leben, tragische Momente im Leben, besondere Augenblicke im Leben.  Und immer die Frage, wie es weitergeht, was jetzt geschieht, ob etwas geschieht oder ob es einfach so weiter geht. Da sind die Studenten, die den Augenblick mit der Kamera einfangen sollen (Kameraübung), die Familie, deren schwieriger Zustand während einer Wanderung offenbar wird (Hohe Tatra), Mann und Frau, die nach einer durchzechten Nacht gemeinsam und doch einsam eine Nacht zusammen verbringen (Andeutung). Und noch einige Geschichten mehr.Dieses Buch sollte man genießen. Jeden Tag höchstens eine Geschichte. Und nachwirken lassen. Denn diese Geschichten regen zum Nachdenken an.Und dann sollte man dieses Buch oft verschenken. Natürlich nur an nette Menschen, die denken können und die fühlen können und die dieses Kleinod zu schätzen wissen.

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  • Das scheue Glück des Alltäglichen

    Kameraübung

    Aspasia

    15. March 2016 um 23:55

    Ich bin verliebt. Ich bin verliebt in die Sprachbilder, mit denen Synke Köhler in "Kameraübung" aus kurzen, meist zufälligen, zwischenmenschlichen Begegnungen poetische Stelldicheine im Alltäglichen zeichnet.Das passiert mir nur selten, das Verlieben, also bei Literatur. Und noch seltener bei Erzählungen. Die sind gewöhnlich zu kurz, um diese sprachliche Magie zu entwickeln, um mich zu verführen.Ich gehöre wohl zu den epikureischen Lesern, die gerne ausgiebig lang speisen, mehrgängige Menus, mit den verschiedensten Geschmacks- und Konsistenzerlebnissen, sich dazu jede Zutat eines Ganges auf der Zunge zergehen lassen wollen. Für mich ist der Weg das Ziel, von der Papille zum Love Handle, vom ersten Satz zum fernen letzten Kapitel.Auch bei literarischen Texten ziehe ich eigentlich ein ausgiebiges Genussbad jeder prickelnden Gaumenreizdusche vor, aber dann kam der Erzählband "Kameraübung" und hat mich eines Besseren belehrt.In ihren neun Erzählungen, mit so prägnanten wie assoziativen Titeln wie ein Rorschach Test, meist keine 20 Seiten lang, gelingt es der Autorin schon mit dem ersten Satz zu berühren, fast unmerklich, nicht plump, eher wie ein Flügelschlag, aber die Verbindung ist hergestellt. Mit jedem weiteren Satz wird ein feiner Faden gesponnen, mit dem ersten Absatz ist ein Gefühlskokon entstanden, aus der man sich nicht mehr herauswinden möchte.In ihren Erzählungen erweist sie sich als exzellente Beobachterin, die ihren oft etwas randständigen Protagonisten und ihren Geschichten eine Bühne gibt.Da gibt es in "Nachbild" die unkonventionelle Hippie WG, um den Musiker Reiko, die seit Jahren in einem kleinen Ort am Ende der Welt in Brandenburg ökologisch unbedenklich und basisdemokratisch an einer Scheune werkeln. Deren Tiefen entspannte Welt gerät durch den fremden, Rad wandernden Pavel, der am Ende ihres Grundstücks auftaucht und auf jeden Kontakt- und Kommunikationsversuchs nur mit freundlicher Lautmalerei reagiert, so weit ins Wanken, dass sie alle pazifistische Charakterstärke vergessen und aufrüsten."Am Fluss" beschreibt die Begegnung von Kanter, der angelt, um durch eine gesellschaftlich akzeptierten Beschäftigung getarnt, nachdenkend am Fluss zu sitzen, und dort in einer abgeschiedenen Bucht vom etwa 9-jährigen Jonas entdeckt zu werden, der sich dort vor seinen vier älteren Geschwistern und Eltern versteckt. Er, der sensibel und emphatisch ist, hat sich in seiner Rolle als Familien-Nervensäge eingerichtet, um das sich überflüssig Fühlen ertragen zu können. Wie es Köhler gelingt die beiden Sprachlosen sich fast ohne Worte erkennen zu lassen, ist grandios.Besonders berührend fand ich "Das kurze Glück des Ibu-Janis", die Geschichte zweier Brüder. Janis, der endlich mal etwas für sich alleine möchte, und der geistig etwas langsamere Ibu-Janis, der seinem jüngerem Bruder erst den Vornamen und später den Stolz auf die Selbständigkeit als Imbissbesitzer nimmt. Jenes Konglomerat von bedingungsloser Liebe, Eifersucht und Scham, das Familien oft trennt und doch zusammenhält wird hier voll Empathie für seine Mitglieder seziert.Ich bin mir sicher nach der Lektüre dieser und all der anderen Erzählungen des wunderwunderbaren Prosadebuts wird es noch viel mehr Verliebte geben.

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  • Kameraübung

    Kameraübung

    katthi

    15. March 2016 um 18:55

    „Der Alltag ist ein Schmetterling. Beinahe reglos sitzt er einem Einkaufszentrum gegenüber. Man muss sich ihm behutsam nähern, der Alltag ist kamerascheu, er flattert davon.“ Dieses Zitat auf dem Cover trifft es ganz genau – hauchzarte Momente des Alltags werden gnadenlos festgehalten, in all ihrer Eintönigkeit, mit all ihren Makeln, ihrem Drama. Diese neun Erzählungen gilt es, Stück für Stück zu genießen und noch eine Weile nachhallen zu lassen.Zugegeben, zu Anfang überraschte mich der nüchterne Stil der Autorin, aber genau den braucht es, um die fast schon beiläufigen Alltagsmomente ungeschönt von allen Seiten zu beleuchten. Ein wahres Meisterwerk, das nachdenklich, vor allem aber Lust auf mehr macht.

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  • Toller präziser Schreibstil und beeindruckende Erzählungen

    Kameraübung

    Lilith79

    04. March 2016 um 09:15

    "Kameraübung" von Synke Köhler ist ein recht kompaktes Büchlein (ca. 125 Seiten) mit neun verschiedenen Erzählungen aus dem Alltag verschiedener Menschen. Das Cover ist schlicht und elegant und hat mich sofort angesprochen. Ich lese relativ selten Erzählungen oder Kurzgeschichten, wobei ich diese sehr gerne mag wenn sie wirklich gut sind. Dieses Buch hat mich kein bisschen enttäuscht. Die verschiedenen Erzählungen im Buch sind fast alle auf sehr hohem Niveau und schildern ganz unterschiedliche kleine Alltagsbegegnungen oder -Ereignisse auf eine sehr beeindruckende Art und Weise. Manche der Geschichten sind sehr nahe an den Hauptpersonen "dran", man fühlt mit ihnen mit, in anderen Geschichten ist der Erzählstil distanziert und es wird eher die Sicht eines neutralen Beobachters eingenommen. Im Mittelpunkt der Geschichten stehen meist die Beziehungen zwischen den Personen, z.B. innerhalb einer Familie oder auch zwischen Menschen, die sich bisher gar nicht kannten. Was mich am meisten beeindruckt hat, ist das die Geschichten relativ kurz sind, man aber irgendwo trotzdem jedes mal sofort im Geschehen drin war und ein Gefühl für die Charaktere und Personen hatte. Ursprünglich hatte ich eine 4 Sterne Bewertung geplant, aber da mich vor allem die letzten beiden Geschichten dann wirklich überdurchschnittlich beeindruckt haben, sind es durch den guten letzten Eindruck dann doch volle fünf Sterne geworden. Das Buch ist nicht spektakulär und wird einen nicht Tage oder Wochen beschäftigen, aber die Sprache und die Beobachtungen sind wirklich überdurchschnittlich präzise und das Gefühlsleben der Personen wird zu 100% auf den Punkt dargestellt, weswegen ich dieses Buch sprachlich und inhaltlich definitiv überdurchschnittlich finde.

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  • Alltagssituationen eingefangen

    Kameraübung

    uli123

    24. February 2016 um 10:02

    Dieses 126 Seiten zählende Büchlein enthält neun Erzählungen über verschiedene Romanfiguren in ganz banal wirkenden Alltagssituationen. So geht es etwa um einen behinderten Jungen, der während der Arbeit im Imbiss seines Bruders eine Zeit des Glücks erlebt, dem Bruder aber nicht willkommen ist. Oder da ist die Frau, die bei einem Afrikaurlaub Jahre zuvor mit dem Jeep einen Jungen totgefahren und Fahrerflucht begangen hat und nun die Mutter um Entschuldigung bitten will. Alle Geschichten hat das Leben geschrieben. Sie berühren und regen zum Nachdenken an. Die Schreibweise ist eher sachlich gehalten. Ausschmückende, erfundene Worte wie „Tagfilmfäden“ oder „Frühstücksbrötchengeborgenheit“ machen das Lesen zu einem besonderen Erlebnis. Sicherlich wird nicht jedem jede Geschichte gleichermaßen gefallen, dennoch ein beeindruckender Prosadebütroman der Autorin.

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