Szilárd Rubin

 3.2 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor von Die Wolfsgrube, Eine beinahe alltägliche Geschichte und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Szilárd Rubin

Szilárd RubinDie Wolfsgrube
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Die Wolfsgrube
Die Wolfsgrube
 (8)
Erschienen am 01.07.2014
Szilárd RubinEine beinahe alltägliche Geschichte
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Eine beinahe alltägliche Geschichte
Eine beinahe alltägliche Geschichte
 (2)
Erschienen am 02.01.2012
Szilárd RubinKurze Geschichte von der ewigen Liebe
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Kurze Geschichte von der ewigen Liebe
Kurze Geschichte von der ewigen Liebe
 (2)
Erschienen am 01.07.2010
Szilárd RubinDer Eisengel
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Der Eisengel
Der Eisengel
 (1)
Erschienen am 24.10.2014
Szilárd RubinRomeinseéén / druk 1
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Romeinseéén / druk 1
Romeinseéén / druk 1
 (0)
Erschienen am 07.08.2014
Szilárd RubinEen korte geschiedenis van eeuwige liefde / druk 1
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Een korte geschiedenis van eeuwige liefde / druk 1

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Rezension zu "Die Wolfsgrube" von Szilárd Rubin

Kein strahlender Rubin
Beustvor 8 Monaten

Szilárd Rubin (1927-2010) war ein ungarischer Schriftsteller, der erst kurz vor seinem Tod mit seinen Hauptwerken Ruhm auch außerhalb Ungarns erntete. „Die Wolfgrube“ ist keines dieser Hauptwerke, sondern ein Kabinettsstück über sechs Grundschulfreunde, die sich 15 Jahre nach dem Schulabschluss wiedertreffen und feststellen müssen, dass einiges gleich, aber vieles anders geworden ist. Haller wurde Arzt, Schwabik Apotheker, Decsi Biochemiker, Vértes Dichter, Baksay Journalist und Beke wurde Polizist und Offizier der ungarischen Spionageabwehr. Dass er diese beiden Beruf für das Treffen der Freunde würde gebrauchen können, konnte vorher keiner ahnen.

Außer dem Leser, denn schon auf den ersten Seiten erfahren wir, welcher Schulfreund durch einen westlichen Geheimagenten ausgetauscht wurde. Auch zwei andere Schulfreunde haben geheime Machenschaften am Laufen, wie sich im Laufe des Treffens herausstellt. Die Zusammenkunft wird durch drei Frauen bereichert - eine Ehefrau, eine Assistentin und eine Tänzerin, hinter der alle Männer her sind. Bei dem harmlosen Gesellschaftsspiel „Mord im Dunkeln“ kommt es zu einem echten Mord, und Beke muss nun ermitteln. Der sympathische Ermittler deckte einige Geheimnisse auf, die sich die Freunde einander nicht zugetraut hätten. Dennoch ist Ermittlung so verworren, der Tathergang so kompliziert, dass man kaum mitkommt und die Auflösung am Ende nur hinnehmen kann. Und obwohl es nur zehn handelnde Personen sind, gehen die Figuren einem ständig durcheinander.

Neben der Handlung aber ist die der Darstellung innewohnende Betrachtung der ungarischen Gesellschaft in der „Wolfsgrube“ verborgen, und hier gibt Rubin Einblicke in ein Ungarn der 1960er Jahre, das dem westlichen Leser unbekannt ist. In den sich auseinandergelebten Freunden erkennt man die zerfallende ungarische Gesellschaft wieder, die sich kaum traut, alles öffentlich zu sagen, die vieles im Verbogenen abhandelt und vor Ohrenbläsern und Denunzianten auf der Hut ist. Auch der Nachhall des Zweiten Weltkrieges und der zweifelhaften Rolle Ungarns im Krieg klingt in Rubins Roman an.

Kurzum: „Die Wolfsgrube“ gehört zurecht nicht zu Rubins wichtigsten Werken, besticht aber immerhin durch politische Raffinesse und einen gerade am Anfang humorvoll beschwingten Tonfall.

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Rezension zu "Kurze Geschichte von der ewigen Liebe" von Szilárd Rubin

Rezension zu "Kurze Geschichte von der ewigen Liebe" von Szilárd Rubin
Jarivor 8 Jahren

Das csirkejáték, zu Deutsch "Hühnchenspiel", spielt man auf Zuggleisen. Man harrt so lange auf den Gleisen aus, bis man im letzten Moment vor dem herannahenden Zug zur Seite springt. Attila und Orsolya sind die Könige dieses Spieles. Sie sind jung und unbesiegbar. Der Krieg ist vorbei und man lebt sein neues altes Leben im Ungarn der 50er Jahre.

Doch Liebe währt nicht ewig und so sehr Attila auch versucht, die gutbürgerliche Orsi zu beeindrucken und sie zu halten, kommt sie ihm doch immer mehr abhanden. Aber er kann und will sie nicht loslassen. Immer wieder kehren die beiden zueinander zurück, streiten sich, schlagen sich, hassen sich, treffen sich wieder und verlassen sich. Hat eine Liebe unter diesen Bedingungen überhaupt eine Chance oder sind wir schlussendlich doch nur alleine? Diesen Fragen muss sich der heranwachsende Attila stellen, als er plötzlich alleine dasteht. Ohne Orsolya. Ohne Freunde. Allein zwischen Erwachsensein und Erinnerungen an unbeschwerte Kindertage.

Szilárd Rubins "Kurze Geschichte der ewigen Liebe" spielt im Budapest der Nachkriegszeit. Attila, genannt Till, erzählt seine Liebes- und Lebensgeschichte aus der Ich-Perspektive. Dennoch bleibt uns dieser junge Mann seltsam fremd. Wir erleben mit, wie er die schönste Zeit seines Lebens erlebt und wie ihm sein eigenes Leben immer mehr entgleitet.

Für Neulinge im Bereich der ungarischen Literatur ist dieses Buch wenig empfehlenswert, da es ein surreales Werk voller Traurigkeit und Melancholie ist. Doch zeichnet ebendies die ungarische Literatur aus. Man sollte jedoch schon einige Werke gelesen haben, bevor man sich an dieses wagt.

Attilas Geschichte ist sprunghaft erzählt, oft weiss man nicht einmal, wo genau man sich befindet. Was jedoch auffallend ist, ist das Reisen. Oft sind die Protagonisten unterwegs. In Kutschen, in Zügen, in Bussen. Die Ruhelosigkeit der Jugend kommt jedoch zu einem jähen Ende, als Attila immer öfter hinter Orsolya zurückbleibt. Immer tiefer wird Till in den Strudel der Einsamkeit und des Haben-Wollens gezogen. Und immer deutlicher zeigt sich Attilas Neigung zum Stalking, zu einer Zeit, als es dieses Wort noch gar nicht gab.

Wer sich auf diese Erzählung einlässt, erlebt ein wildes Gefühlsabenteuer, das einen quer durch Ungarn und immer wieder nach Budapest treibt. Man lernt das Leben kennen, wie es ist. Die Zeit, wie sie vergeht und erfährt, was es heisst, einsam zu sein.

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