T. C. Boyle Der Samurai von Savannah

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Inhaltsangabe zu „Der Samurai von Savannah“ von T. C. Boyle

Als der japanische Matrose Hiro Tanaka irgendwo vor der Küste Georgias von Bord seines Frachters springt, trägt er außer einem Rettungsring nicht viel bei sich. Was ihm in Amerika blüht, hat er sich freilich nicht träumen lassen. Ein tragikomischer Roman über die dramatische Begegnung zweier Kulturen.

Literarisch wertvoll. Bewegend, eindrucksvoll.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Der steinige Pfad des Samurai

    Der Samurai von Savannah

    BluevanMeer

    25. December 2016 um 13:48

    Wer sich entscheidet, fürchterlich zu leben und fürchterlich zu sterben, der hat ein schönes Leben gewählt. Yukio Mishima: Der Weg des Samurai T.C. Boyle hat mit Der Samurai von Savannah einen furiosen Abenteuerroman hingelegt. Worum geht es? Hiro Tanaka, sein Vater war ein amerikanischer Hippie, seine Mutter stammt aus Japan, macht sich auf den Weg ins gelobte Land der Vereinigten Staaten, um endlich mit seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen. Als "halber" Japaner war er in der Schulzeit schlimmen Hänseleien und Mobbing ausgesetzt. In seinen Träumen und Fantasien widmet er, der amerikanji, sich der ältesten japanischen Tradition, Er wählt den Weg des Samurai, er liest, was er zu dem Thema finden kann, um endlich als "echter" Japaner anerkannt zu werden. Doch das ist gar nicht so leicht und so beschließt Hiro seinen Weg in die USA anzutreten - irgendwo muss doch seine Heimat sein-  um dort seinen Traum zu leben - und damit fangen die Missverständnisse erst an. Gleichzeitig befindet sich die ambitionierte, aber recht erfolglose Schriftstellerin Ruth Derschowitz in einer Künstlerkolonie in Savannah. Hier soll es ihr endlich gelingen - der erste Schritt zu Ruhm und Anerkennung. Und es läuft zunächst auch ganz gut. Sie lernt Saxby kennen, dessen Mutter zufällig die Kolonie leitet, und wählt ihre Schachzüge strategisch geschickt, um möglichst bald die Qeen Bee der Künstlerkolonie zu werden. Und sie schafft es auch, La Dershowitz, die jüdische graue Maus, wird bald zum Zentrum des Geschehens. Ein Traum wird wahr. Unerwartet kündigt sich ihre Erzrivalin Jane an, eine begnadete Nachwuchsautorin, die Ruth ihre Position kosten kann. Während Saxby sich seine Träume erfüllt und Jagd auf seltene Albinofische macht, die ihn zum künftigen Star der Aquaristik machen sollen, stolpert der abgekämpfte Hiro, Ruth über den Weg... Es geht sehr viel um Träume, in diesem Roman. Über die Suche, nach Ruhm und Ehre und um kulturelle Missverständnisse, die unweigerlich auftauchen, wenn Hiro die Szenerie betritt. Denn die rassistischen Weißen, die in Savannah auf ihn warten, bereiten ihm eben nicht den erhofften Empfang und in der elitären Künstlerkolonie wird Hiro zu Ruths Geheimprojekt. Zudem warten bald Polizei, Sonderermittler und die Ausländerbehörde auf den angeblich gewalttätigen Japaner, der - zumindest dem Hörensagen nach - mindestens ein Mörder sein soll. Die Jagd ist eröffnet. T.C. Boyle erzählt die dramatischen und tragischen Begegnungen zwei sehr unterschiedlicher Kulturen und schafft es dabei, grotesk komische Szenen mit tragischen Momenten abzuwechseln. Gerade wenn die ausgefeilten, ritualisierten Ränkespiele der Künstler und Künstlerinnen mit Hiros Überlebenskampf im Sumpf kontrastiert werden, zeigt sich, was für ein toller Erzähler T. C. Boyle ist. Das Ende ist tragisch, wie so oft und passt doch zum fürchterlichen Leben und Sterben des Samurai.

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  • Fremdes Land

    Der Samurai von Savannah

    Arun

    01. March 2014 um 11:05

    Klappentext: Ein japanischer Matrose wird auf der Suche nach seinem amerikanischen Hippievater am Strand einer gottverlassenen Insel vor der Küste Georgias angeschwemmt. Auf der Insel, die von schwarzen Hungerleidern, exaltierten Künstlern und biederen amerikanischen Bürgern, die dort Ferien machen, bewohnt wird, kommt es zu einer dramatischen Begegnung zweier gegensätzlicher Kulturen. Boyles tragikomischer Roman über die blutigen Missverständnisse, die aus Unkenntnis des Fremden entstehen, hält den Leser bis zur letzten Seite in Atem. Meine Einschätzung: Ein Buch vom Kultautor T. C. Boyle Erzählt wird uns die Geschichte von Hiro Tanaka einem Halbjapaner, Mutter Japanerin – Vater US-Amerikaner der in Japan bei seinen Großeltern aufgewachsen ist. Dort hatte aber als Mischling kein leichtes Leben, nun mit 20 Jahren fährt er als Matrose auf einem japanischen Frachter, auch hier hat er unter seiner Abstammung zu leiden. Nachdem er nach einem Zwischenfall in der Arrestzelle sitzt kommt ihm der Gedanke in das Land seines Vaters zu fliehen. Günstig ist es da dass sein Schiff gerade an der Ostküste der USA unterwegs ist. Er springt über Bord und gelangt auf „Tupelo Island“ eine Insel die der Küste von Georgia vorgelagert ist. Dort leben Menschen die noch in der alten Tradition des Südens verhaftet sind, andere dagegen fristen ihr Dasein in bescheidenen Verhältnissen und der I-Punkt stellt eine Künstlerkolonie da. Mit diesen Menschen aus den verschiedenen Gruppen kommt nun unser Halbjapaner in Kontakt, wobei es zu aberwitzigen und haarsträubenden Situationen kommt, vor allem durch die Sprache und das Nichtverstehen. (Lacher sind garantiert!) Das Leben in der Künstlerkolonie spielt in der Geschichte auch eine große Rolle. T. C. Boyle versteht es aus vielen verschiedenen Handlungssträngen eine stimmige Story zu präsentieren. Sehr oft beleuchtet er Situationen aus zwei bis drei Perspektiven was dem Verständnis sehr zugute kommt. Der Autor hat mich gut unterhalten, weitere Bücher von ihm sind vorgemerkt! Möchte noch meinen Lieblingssatz aus dem Buch aufschreiben. Seite 67 – Bobby war neunzehn, schön und wohlproportioniert wie ein Erzengel, aber mit einem so niedrigen IQ, daß er seine Schwingen nicht recht ausbreiten konnte.

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  • Rezension zu "Der Samurai von Savannah" von T. C. Boyle

    Der Samurai von Savannah

    Cibo95

    27. July 2009 um 18:48

    Der Samurai von Savannah hat mir gut gefallen. Da ich andere Bücher von Boyle besser finde, gibt es einen Stern Abzug. Hiro will doch nur zu seinem amerikanischen Vater und hat von Anfang an den falschen Weg gewählt. Er wird von der Einwanderungsbehörde und den Amerikanern verfolgt, gejagt und ständig missverstanden. Die kulturellen und sprachlichen Barrieren sind einfach zu groß. Boyle zeichnet und überzeichnet die Südstaatler und verhilft Hiro von einem bizarren Abenteuer in das nächste. Ich hatte viel Spaß mit dem Buch. Aber wie schon gesagt, kann er es noch besser. Außerdem fand ich das Ende doch zu merkwürdig, aber auch wieder passend. Für Boyle-Fans ein Muss ... wer mit Boyle anfangen will, dem empfehle ich Wassermusik, Ein Freund der Erde und Americá. Das sind meine Lieblingsbücher von ihm.

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  • Rezension zu "Der Samurai von Savannah" von T. C. Boyle

    Der Samurai von Savannah

    katermurr

    14. July 2009 um 09:40

    Habe ich jemals ein Buch so subjektiv genossen? War es jemals so egal, wovon es eigentlich handelt? – einzig und allein das WIE des Erzählens zählt. Ein Autor kann schreiben, wovon er will; wenn er einen spezifischen originellen Blick auf die Ereignisse wirft, wenn er seine „Lesart“ rüberbringen kann und wenn der Leser, hier ich, durch irgendeinen Zufall oder eine Gestimmtheit bereit ist, sich auf die Geschichte und die Sicht- und Erzählweise einzulassen, dann entsteht so etwas wie Glück. Und hier scheint es mir noch mehr zu sein. Denn normalerweise wünsche ich einem guten Buch, es möge nie enden, bin ich, nun ja, enttäuscht, wenn der Schluss gekommen ist. Und wie viele Buchgeschichten haben gar keinen "richtigen" Schluss… Anders hier: Diese wunderbare Geschichte, ich nenne sie jetzt mal für mich „die Geschichte von der Suche nach der Stadt der brüderlichen Liebe“, geht zu Ende. Ziemlich sehr heftig, aber nicht abrupt und gekünstelt. Und alles, was davor geschieht, bildet ein Panoptikum der Kulturen, eine Kritik des „amerikajin“, eine Kritik der Schriftsteller-Szene, eine Kritik der Menschen und sogar der Menschlichkeit – aber…mit so viel Herz! Selbst die bissigste Ironie kann nicht verhehlen, dass T.C.Boyle die Menschen nicht nur sieht und versteht und durchschaut, sondern auch liebt. Oder bin ich das und dies ist nur eine von vielen möglichen Interpretationen? Egal, ich bin begeistert. Die Geschichte des Matrosen Hiro, der sein Schicksal in die Hand nimmt und ihm dennoch nicht entfliehen kann, ist spannend, ohne diese manchmal unerträgliche Atemlosigkeit, mit der manche Autoren ihre Geschichten „überspannen“. Die Geschichte der Künstlerkolonie „Thanatopsis“ und ihrer Bewohner, vor der Küste Georgias auf Tupelo Island – wahrhaft ein Sumpf und ein Paradies zugleich. Die Geschichten und ihre Verwicklungen, ein Meisterstück der Handweberei, der Flickschusterei, der Erzählkunst! Was ich selbst den besten Büchern ankreide, nämlich inhaltliche Ungereimtheiten, ist hier derart minimal, dass ich es nur erwähne, um dieses lästige Staubkrümel sich selbst zu überlassen. Danke, T.C.Boyle, es waren wunderschöne Tage mit Dir, noch selten war ich so froh, dass meine S-Bahn so lange braucht…

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  • Rezension zu "Der Samurai von Savannah" von T. C. Boyle

    Der Samurai von Savannah

    Wolkenatlas

    10. June 2009 um 13:14

    „Die Japaner sind das biederste Volk auf Erden“ (oder sind es doch die Amerikaner?) Eine perfekte Tragikomödie T. C. Boyle ist einer jener Schriftsteller, die, obwohl ihr wichtigstes Anliegen das Erzählen einer Geschichte ist, doch viel mehr zu sagen haben, als man vielleicht auf den ersten Blick vermutet. Er ist einer jener Schriftsteller, die es nicht nötig haben, sich und ihre Prosa zu einer Art Selbstdarstellung, bzw. als Selbstzweck verkommen zu lassen. Hier huldigen die Mittel dem Zweck, dem Erzählen einer Geschichte. Dazu kommt T. C. Boyles Talent, ein sehr kritisches Buch, ein bewegendes und ernstes Buch schreiben zu können und den Leser trotzdem (zumindest mich) einige Male heftigen Lachkrämpfen auszusetzen (wie die Szene mit Hiros lakonisch geschilderten Einkaufsversuch in Clint Eastwood Manier…diese Szene gehört in die Reihe der witzigsten literarischen Sternstunden, die ich erlebt habe, ich habe, und es war schon 2 Uhr früh, Tränen gelacht…). Der japanische Matrose Hiro Tanaka springt vor der Küste Savannahs von Bord eines Frachters und rettet sich (nach einem ersten und unverhofften Treffen mit der Schriftstellerin Ruth) an Land einer kleinen Insel, auf der eine Künstlerkolonie untergebracht ist. Außer den Künstlern scheinen dort nur halbseidene Südstaatler zu wohnen, die von anderen Amerikanern nicht einmal verstanden werden. Auf dieser Insel (die Hiro unwissentlich für das Festland hält) versucht er, als illegaler Einwanderer Fuß zu fassen. Gleichzeitig entwickelt T. C. Boyle einen weiteren Erzählstrang, den der Schriftstellerin Ruth, der sich immer mehr mit der Geschichte Hiros vermischt, bis die beiden Erzählstränge in einem furiosen und traurigen Finale á la Yukio Mishima, Hiros großes Vorbild, gipfeln. Statt mit der erhofften Freundlichkeit und Verständnis, begegnen ihm die Amerikaner nur mit Hass und Misstrauen. Das Land der Freien ist gar nicht so frei, zumindest nicht für Hiro. So wird Hiro bald von einem Agenten der Einwanderungsbehörde und einem Spezialisten (und Vietnamveteranen) gejagt. Herrlich komisch und teilweise politisch unkorrekt, wie T. C. Boyle die amerikanische Idee und die amerikanischen Klischeebilder aufs Korn nimmt und den „Spezialisten“ mit einem Ghetto-Blaster und Musik von Donna Summers („Die Japaner sind ganz scharf auf Musik von Donna Summers und Michael Jackson…“) auf die Jagd nach Hiro schickt. Ruth nimmt bald mehr Einfluss auf Hiros Leben als erwartet und wird zur Fluchthelferin und Mitwisserin, bis sie sich und Hiro mit einer kleinen Nachlässigkeit verrät. Köstlich auch, wie T. C. Boyle den Kunstbetrieb, bzw. die Künstler generell (vertreten durch die Anwesenden der Künstlerkolonie) auf die Schaufel nimmt. Wie die permanent über Schönberg und die Dodekaphonie faselnde Komponisten, die ge-hypte Starschriftstellerin und die möchte-gern Starschriftstellerin Ruth, um nur drei hier kurz vorzustellen. Mehr möchte ich hier eigentlich zur Handlung nicht verraten. „Der Samurai von Savannah“ hat mir ein paar Tage wirklicher Lesefreude bereitet. Ein paar wunderbar verwobene Geschichten, herrlich schrullige Gestalten und eine brillante Erzählstruktur, sowie das bei T. C. Boyle fast immer fehlende „Ich-Erzähler-Syndrom“ sind die Zutaten für dieses überaus gelungene Buch. Dieses Buch vermittelt (wie auch T. C. Boyles herrliche Bücher „Wassermusik“, „World’s End“, „Willkommen in Wellville“ und seine vielen Erzählungen) eine innere und narrative Ruhe und Sicherheit, die den Leser einfach fesselt und berauscht. Große Literatur und eine absolute Leseempfehlung.

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  • Rezension zu "Der Samurai von Savannah" von T. C. Boyle

    Der Samurai von Savannah

    FlorianTietgen

    01. May 2008 um 23:01

    Wie bei vielen Büchern von Boyle bin ich sehr zwiegespalten. Grandiose satirische Elemente über die Künstlerkolonie stehen bei diesem Buch maßlosen Übertreibungen gegenüber, etwa, wenn Hiro eine heiße Pfanne berührt und so am Ende die Hütte abfackelt.

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