Die Terranauten

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Inhaltsangabe zu „Die Terranauten“ von T. C. Boyle

In einem geschlossenen Ökosystem unternehmen Wissenschaftler in den neunziger Jahren in den USA den Versuch, das Leben nachzubilden. Zwei Jahre lang darf keiner der acht Bewohner die Glaskuppel von „Ecosphere 2“ verlassen. Egal, was passiert. Touristen drängen sich um das Megaterrarium, Fernsehteams filmen, als sei es eine Reality-Show. Eitelkeit, Missgunst, Rivalität – auch in der schönen neuen Welt bleibt der Mensch schließlich doch, was er ist. Und es kommt, wie es kommen muss: Der smarte Ramsay verliebt sich in die hübsche Dawn – und sie wird schwanger. Kann sie das Kind austragen? T.C. Boyles prophetisches und irre komisches Buch, basierend auf einer wahren Geschichte, berührt die großen Fragen der Menschheit.

Im Dienste der Wissenschaft versuchen 8 Menschen für 2 Jahre ein Leben unter Glas zu meistern - ein ermüdendes Schauspiel.

— jenvo82
jenvo82

Neues Lieblingsbuch, ich bin absolut begeistert!!!

— LucieIII
LucieIII

Spannende Charakterstudie mit einem guten Blick auf die tiefsten Abgründe der menschlichen Psyche

— FutureMsQ
FutureMsQ

Spannende Charakterstudie über menschliche Abgründe

— Leseteufel
Leseteufel

Der Fokus liegt auf den Figuren und nicht auf den technischen Aspekten, ist aber stellenweise sehr langatmig.

— Luiline
Luiline

Gutes Buch, aber da war noch Luft nach oben

— Even
Even

Interessant!

— tragalibros
tragalibros

Spannende Charakterstudie über ein Leben unter Glas. Trotz einiger Längen und Dschungelcamp-Feeling lesenswert!

— Seehase1977
Seehase1977

Nach ca. 170 Seiten abgebrochen. Uninteressantes Buch mit Klatsch und Tratsch auf Dschungelcamp-Niveau. Hatte viel mehr erwartet.

— Narr
Narr

Es ging überraschend wenig um die wissenschaftliche Seite, der Fokus liegt klar auf den zwischenmenschlichen Beziehungen. Spannend!

— Helentonia
Helentonia

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 01.03.2017: _Jassi                                           ---  20 Punkte alina_2212_                                ---   0 Punkte !!! AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   46 Punkte BeeLu                                         ---   39 Punkte Bellis-Perennis                          ---  166 Punkte Beust                                          ---   64 Punkte Bibliomania                               ---   63 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  38.5 Punkte (Gesamtpunkte aktualsieren) ChattysBuecherblog                ---   70 Punkte CherryGraphics                     ---   42.5 Punkte Code-between-lines                ---  31 Punkte Eldfaxi                                       ---   37 Punkte Ercimay                                     ---     0 Punkte !!! Farbwirbel                                ---   26 Punkte fasersprosse                            ---     3 Punkte !!! Frenx51                                     ---   29 Punkte glanzente                                  ---   30 Punkte GrOtEsQuE                               ---   41 Punkte hannelore259                          ---   33 Punkte Hortensia13                             ---   27 Punkte Igelchen                                    ---     8 Punkte Igelmanu66                              ---   60 Punkte janaka                                       ---   56 Punkte jasaju2012                               ---     8 Punkte !!! jenvo82                                    ---   32 Punkte kalestra                                    ---   23 Punkte katha_strophe                        ---   39 Punkte kathi_liebt_buecher               ---     2 Punkte !!! Kattii                                         ---   54 Punkte Katykate                                  ---   21 Punkte Kerdie                                      ---   66 Punkte Kidakatash                              ---     0 Punkte !!! 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  • Leserunde zu "Die Terranauten" von T. C. Boyle

    Die Terranauten
    aylareadsbooks

    aylareadsbooks

    4 Frauen, 4 Männer, 2 Jahre in einem riesigen Terrarium – Willkommen in der Ecosphere 2! Was passiert, wenn man eine Gruppe Menschen jahrelang in einem abgeschlossenen Ökosystem leben lässt? T.C. Boyle hat mit "Die Terranauten" ein prophetisches und irre komisches Buch geschrieben, das – basierend auf einer wahren Geschichte – die großen Fragen der Menschheit berührt. Ihr lest gerne besondere Bücher und belletristische Hochkaräter? Dann seid ihr bei unserer Leserunde zu T. C. Boyles neuem Roman genau richtig! Und wir sind ganz besonders stolz, euch mit "Die Terranauten" den ersten Titel des LovelyBooks Literatursalons vorstellen zu dürfen, in dem euch literarische Neuerscheinungen & spannende Spezialaufgaben erwarten! Zum Inhalt In einem geschlossenen Ökosystem unternehmen Wissenschaftler in den neunziger Jahren in den USA den Versuch, das Leben nachzubilden. Zwei Jahre lang darf keiner der acht Bewohner die Glaskuppel von „Ecosphere 2“ verlassen. Egal, was passiert. Touristen drängen sich um das Mega-Terrarium, Fernsehteams filmen, als sei es eine Reality-Show. Eitelkeit, Missgunst, Rivalität – auch in der schönen neuen Welt bleibt der Mensch schließlich doch, was er ist. Und es kommt, wie es kommen muss: Als eine Teilnehmerin schwanger wird, steht das ganze Experiment vor dem Aus ... Wer darf am Experiment teilnehmen und in die Ecosphere 2 einziehen? Lest hier den spannenden Romananfang von "Die Terranauten"! Über den Autor T. C. Boyle wurde am 2. Dezember 1948 in Peekskill, New York, geboren. Er studierte an der New Yorker State University Englisch und Geschichte und entdeckte dort seine Leidenschaft für das kreative Schreiben. Nach Abschluss seines Studiums arbeitete er als Lehrer an einer High School, verfasste erste eigene Erzählungen und erwarb schließlich den Doktortitel in englischer Literatur des 19. Jahrhunderts.  Seit den späten 70er Jahren lehrte Boyle neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit an der University of Southern California. Seine gründlich recherchierten Erzählungen und Romane basieren oftmals auf realen Ereignissen und Persönlichkeiten. Heute lebt der Autor gemeinsam mit Frau und Kindern in Montecito, Kalifornien. Gemeinsam mit dem Hanser Verlag vergeben wir 3 0 Leseexemplare von T. C. Boyles "Die Terranauten". Was ihr tun müsst, um eines davon zu ergattern? Bewerbt euch einfach bis einschließlich zum 12.02.2017 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantwortet uns folgende Frage: Ein strenges Auswahlverfahren entscheidet, wer in die Ecosphere 2 einziehen darf. Mit welcher Charaktereigenschaft oder Fähigkeit überzeugt ihr die Jury von euch? Wir wünschen euch viel Erfolg!   Im Rahmen des LovelyBooks Literatursalons könnt ihr in dieser Leserunde euer erstes Literatursalon-Lesezeichen erlesen! Ihr seid noch kein Literatursalon-Mitglied? Dann tretet ein! Alle weiteren Infos dazu findet ihr gleich hier! Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Leserunden! 

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  • Klopf nicht gegen die Scheiben, denn sie fühlen, was wir fühlen.

    Die Terranauten
    FutureMsQ

    FutureMsQ

    21. March 2017 um 18:47

    Vier Frauen und vier Männer werden für zwei Jahre in eine von Menschenhand geschaffene Biosphäre eingeschlossen und ihre Aufgabe umfasst den Erhalt dieser künstlichen Welt. Erforscht werden soll die Möglichkeit ohne Hilfe von außen in einem abgeriegelten Raum zu überleben, was neue Chancen für die Besiedlung anderer Planeten bedeuten würde. Das Mantra ist: Nichts raus, nichts rein.Die Mission, deren Verlauf man im Buch mitverfolgt, ist bereits die zweite dieser Art, wobei der erste Versuch bereits kurz nach den Einschluss wegen eines medizinischen Notfalls unterbrochen wurde. In Folge dessen ist der Erfolg des gesamten Experimentes, denn insgesamt soll es 50 Missionen á zwei Jahre geben, vom Geschick und Durchhaltevermögen der Teilnehmer der zweiten Mission abhängig. Wer Angst vor einem Science Fiction-Spektakel mit seitenlangen Beschreibungen von technischen Anlagen hat, sei hiermit beruhigt, denn T. C. Boyle konzentriert sich bei der Erzählung auf die psychologische Ebene. Das Buch untergliedert sich in vier Teile: Vor dem Einschluss, Jahr eins und Jahr zwei hinter Glas und Nach dem Einschluss. Ich hatte Bedenken, dass die Charakterisierung der handelnden Personen etwas oberflächlich sein könnte, denn 608 Seiten bieten nur so viel Raum, war dann aber sehr zufrieden mit der Umsetzung.Boyle konzentriert sich auf drei Personen und gibt ihnen die Möglichkeit, die Geschehnisse aus ihrer Sicht zu schildern. Dawn, die das Zentrum der Handlung darstellt, ist eine der Terranauten und eine sehr gefühlvolle junge Frau, die sich dem Projekt voll und ganz verschrieben hat. Ramsey brennt ebenso für die Sache, denkt aber sehr selbstbezogen und versucht stets das Beste für sich herauszuholen. Er ist ebenfalls als Terranaut Teil von Mission 2 und ein ziemliches Arschloch. Linda schafft es nicht ins Terranautenteam und unterstützt deshalb die Leitung der Mission, Mission Control, um sich die Chance auf einen Platz in der folgenden Mission zu sichern. Sie ist nicht unbedingt gefühlskalt, denkt sich aber ihren Teil. Kommen wir zum zentralen Thema des Buches: Kontrolle. Dawn, mit der die Erzählung beginnt, gibt gleich mit dem ersten Satz einen Eindruck davon. "Man hat uns von Haustieren abgeraten, desgleichen von Ehemännern oder festen Freunden, und dasselbe galt natürlich für die Männer, von denen, soviel man wusste, keiner verheiratet war." Von Kapitel zu Kapitel erfährt man, wie stark Mission Control in das Leben der Terranauten eingreift. Die Frauen müssen bei Einschluss die Pille nehmen, es werden sowohl während der Auswahlphase als auch während des Einschlusses psychologische Gutachten erstellt und daraufhin Stricke gezogen und jederzeit werden die Terranauten neben ihren Aufgaben rund um den Erhalt der Biosphäre hinter dem Glas für PR-Zwecke eingesetzt. Verhalten, das darauf hinweist, dass es sich bei den Teilnehmer um Menschen und keine Forschungsroboter handelt, versucht Mission Control zu unterbinden. Doch die Terranauten befinden sich hinter einer Wand und die ist auch für Mission Control undurchdringbar und so beginnt die Machtverschiebung. Nicht alle Terranauten sind Teil dieser Veränderung, genau genommen erfährt nur Dawn diese, denn sie gibt sich der Mission voll hin. Worin sich ihre Hingabe von der ihrer Kollegen unterscheidet, wird aber erst am Ende offensichtlich. Anders so Ramsey, der durch seine Laster, wie der Vorliebe jede verfügbare Frau seine Aufwartung zu machen, angreifbar bleibt.Auch für Linda ändert sich wenig, da sie es nicht schafft, sich von ihrer Freundschaft mit Dawn zu lösen. Sie verfällt wie ihr Erzfeind einem Laster, in ihrem Fall dem Alkohol. Anders als Ramsey geht sie im Verlauf des Buches aber immer mehr in die Offensive und arbeitet daran, sich das zu sichern, was ihr ihrer Meinung nach zusteht. Einer der weniger positiven Aspekte des Buches ist ein grundlegendes Prinzip des Buches, was der Handlung viel Spannung entzieht. Boyle belegt die Welt mit Grenzen, die er nicht überschreitet. Zum Beispiel gibt es keine tödlichen Folgen und Fehlverhalten hat kaum Auswirkungen. Vielleicht liegt es an der Erzählperspektive, denn Dawn, Linda und Ramsey erzählen aus der heutigen Sicht von den damaligen Ereignisse, aber ich hatte nie das Gefühl, dass einer der Terranauten ernsthaft in Gefahr kommen konnte. Ein weiterer, sehr subjektiver Aspekt ist die Charakterisierung der Charaktere. Die wichtigen handelnden Personen sind allesamt sehr selbstbezogen. Mit Ausnahme des designierten Arztes und der Kapitänin treffen die Charaktere Entscheidungen in dem Bewusstsein, dass sie damit anderen Personen wehtun oder sie behindern werden.Gerade Ramsey ist ein Charakter, den ich 90 Prozent des Buches am liebsten würgen wollte. Seine Handlung gegenüber Frauen kann man durchaus als ekelhaft bezeichnen, besonders als es zum Knackpunkt in der Handlung kommt und Dawn Gegenwind von allen Seiten bekommt und er ihr nur halbherzig beisteht. Insgesamt gibt es nur wenige gesunde Beziehungen, die eine Rolle für die Handlung spielen, da die Charaktere zu beschäftigt sind, ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Was mich jedoch vollkommen begeistert hat, war Boyles Sprache, denn er überflutet den Leser nicht mit sprachlichen Bildern, die der Authentizität der Erzählung einen Dämpfer verpasst hätte, sondern setzt sie sparsam und gekonnt ein, um wichtigen Momenten die passende Tragweite zu geben.Ähnlich wie Menschen, die komplexe Ereignisse Revue passieren lassen, springt er in der Handlung ein wenig hin und her, behält aber die nötige Kontinuität bei, sodass man bei drei unterschiedlichen Blickwinkeln nicht komplett den Überblick verliert. Ein einlullendes Stilmittel sind auch die Brüche der vierten Wand, die mehr über den Charakter des jeweiligen Erzählers verraten.Besonderen Eindruck haben bei mir mehrere Kapitelenden hinterlassen, die Boyle so bildhaft und eindringlich formuliert, dass ich gleich weiterblättern musste. Ein Buch für Leser, die ein Experiment und seine Auswirkungen von mehreren Seiten betrachten möchten.

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  • Reality-TV unter Glas

    Die Terranauten
    Leseteufel

    Leseteufel

    21. March 2017 um 11:56

    Für zwei Jahre eingeschlossen unter einer riesigen Glaskuppel in einem geschlossenen Ökosystem, darauf lassen sich vier Wissenschaftler in T.C. Boyles "Die Terranauten“ ein. Die Story beruht auf einem wahren Experiment aus den 90er Jahren, was das Lesen für mich sehr interessant machte. Das enge Zusammenleben in E2 und die Entbehrungen sorgen schnell für Spannungen unter den Protagonisten. Die Story wird aus drei verschiedenen Perspektiven geschildert – Dawn und Ramsay beschreiben das Leben im Inneren, während der Leser Linda außerhalb von E2 verfolgen kann. Leider bleiben die anderen sechs Terranauten weitgehend blass und agieren nur als Randfiguren. Das Buch hat mich sofort gefesselt, vor allem die Charaktere der Protagonisten sind sehr faszinierend geschildert. Wirklich sympathisch war mit keiner der drei Hauptdarsteller, immer wieder brechen Egoismus, Neid und der Drang zur Selbstdarstellung hervor – das erinnert an die vielen Reality-Soaps und regt zum Nachdenken an: Wie würde man selbst in einer solchen Situation reagieren? Die Emotionen und Handlungen der Protagonisten werden durch den ständigen Perspektivwechsel interessant, beim Lesen habe ich oft gedacht „mal schauen wie.... diese Situation empfunden hat“. Dennoch hätte ich mir an einigen Stellen ein wenig mehr „Action“ gewünscht. Das war mein erster Boyle, den Schreibstil finde ich sehr ansprechend. Dennoch hat es mich gestört, dass ich mich mit keinem der Protagonisten identifizieren konnte oder wirklich mitleiden und -fühlen konnte – sie waren mir weitgehend unsympathisch. Dadurch dass die Handlung teilweise kaum voranschritt, hat mir das das Lesen manchmal erschwert.

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  • "Terranauten" von T. C. Boyle

    Die Terranauten
    erinrosewell

    erinrosewell

    20. March 2017 um 22:30

    Autor: T. C. Boyle Titel: TerranautenGattung: Roman, Erzählung, AbenteuerromanErschienen: 2016Gelesene Ausgabe: Hanser, 2017ISBN: 978-3-446-25386-5Gelesen auf: Deutsch (Englisch)Gelesen im: Februar 2017   Zum Buch:Boyle, das fast siebzig Jahre alte Punkerkind der amerikanischen Literatur legte Anfang des Jahres mit einem neuen Roman nach. Zwar bleibt er wie üblich gesellschaftskritisch, doch diesmal etwas sanfter als in seinen vorherigen Büchern. Die Handlung in Terranauten ist angelehnt an ein Nasaexperiment "Biosphere 2"aus den 90er Jahren, das in Arizona stattfand. Dabei wurde eine fiktive Welt unter einer Glaskuppel erschaffen, die von acht Menschen, vier davon sind weiblich, vier männlich bewohnt wird. Die Regeln sind einfach: "Nichts kommt rein, nichts darf raus". In der Einschlussperiode, die zwei Jahre dauert, gibt es den Kontakt zur Außenwelt nur über ein gemeinsames Telefon, die Welt draußen kann die Terranauten sehen, das Freizeitprogramm wird gestellt und Liebesbeziehungen sind nicht gewünscht. Schnell rückt der wissenschaftliche Aspekt bei so viel Big Brother in den Hintergrund.  "Terranauten" erzählt die Geschichte des zweiten Einschlusses. Mit in dieser Missionsgruppe sind zwei der Erzähler: Dawn (Eos, E), Nutztieranwärterin und Ramsey (Vaj), Kommunikator.Die dritte Erzählerin ist Linday Ryu, welche knapp nicht für die zweite Mission ausgewählt wird und auf ihre Chance bei dem dritten Einschluss wartet. Durch ihre nicht wahr ist ihre Welt zusammengebrochen und sie ist von Neid und Hass zerfressen. Angewidert betrachtet sie das Treiben der Gruppe von außen und sät Intrigen, wo sie nur kann.Schnell nimmt das Experiment auch innerhalb der Kuppel an Fahrt auf, denn die Nahrung der Eingeschlossenen wird immer knapper. Der Sauerstoffgehalt sinkt unaufhaltbar, die Terranauten fangen an zu streiten. Intrigen werden gesponnen, Liebesaffären beginnen und enden und die sektenähnliche Hierarchie beginnt schnell zu wanken. Gerade durch den persönlichen Erzählstil blickt der Leser schnell in die Abgründe der menschlichen Seele.Leider erscheint Boyle neuster Roman etwas oberflächlich, gerade im Vergleich mit seinen eigentlich sehr gesellschaftskritischen Themen. Dafür leistet er psychologisch feinste Arbeit in seinen Beobachtungen über das menschliche Verhalten.Dem Roman hätte zwar etwas kürzen sehr gut getan, dennoch ist er spannend, selbst die Beschreibungen über den Tagesabläufe der Terranauten habe ich gerne gelesen. Leider werde ich das Gefühl nicht los, das - gerade bei Boyle - mehr drin gewesen wäre.   Eine der LieblingsstellenZitat: "Bis jetzt war ich machtlos, machtlos und zurückgestellt, bloß eine Fußnote in der Geschichte der Terranauten, aber jetzt habe ich etwas, auf dem ich aufbauen, aus dem ich vielleicht Kapital schlagen kann."[1] Stil und Sprache: Kraftvoll, beschreibend und doch relativ schörkellos.Zitat: "Er ist zu neunzig Prozent damit beschäftigt, die Presse mit Informationen zu versorgen, und wenn nicht – oder selbst dann -, sieht man, dass sich in seinen Augen Langeweile auftürmt wie Sand in einem Stundenglas."[2] Schlüssigkeit der Handlung: Drei Erzählperspektiven. Chronologisch. Das hat mir gefallen: Die Sprache.Das hat mir nicht gefallen:  Die fehlende Tiefe. In One Sentence: Spannender, aber leider etwas oberflächlicher Boyle. Dennoch sehr lesbar.Sterne: 4 [1] S.163[2] S.485

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  • Wer darüber nachdenkt: Bitte nicht lesen. Vermiest nur die Laune!

    Die Terranauten
    Narr

    Narr

    20. March 2017 um 20:10

    Im Rahmen des Literatursalons und einer daran gekoppelten Leserunde auf LovelyBooks habe ich dieses Buch erworben. Ich wollte mal wieder etwas anspruchsvollere Literatur versuchen, anstatt meine „normalen“ Beuteschemata zu bedienen. Nachdem ich nach etwa einem Drittel erkennen musste, dass die als „fabelhafter Roman“ bezeichnete und beworbene Lektüre sich eher auf dem Dschungelcampniveau bewegt, habe ich das Buch abgebrochen. Das mache ich selten und noch mehr widerstrebt es mir, wenn es dabei um eine Leserunde geht – tatsächlich ist dies das erste Mal, dass ich eine solche nicht durchgezogen habe. Was das über das Buch aussagt, könnt ihr euch vielleicht selbst denken.Ich habe Interesse an dem Buch entwickelt, weil es auf den immer so beifallheischend angepriesenen wahren Begebenheiten basiert, weil Wissenschaft und Astronauten eine wichtige Rolle spielen und weil die Vorstellung, in einer gigantischen Glaskuppel eingesperrt zu werden, zumindest ziemlich interessant, wenn nicht gar einschüchternd ist.Die Kapitel sind aus den Perspektiven zweier Frauen und eines Mannes. Eine der Frauen gehört nicht zu denjenigen, die eingeschlossen wurden, sodass man einen Eindruck dessen bekommen kann, was außerhalb der Ecosphere 2 geschieht oder wie das Geschehen innerhalb von außen wirkt. Die andere Frau und der Mann sind zwei der acht Terranauten. Allerdings weiß ich nicht, ob ich sie als Protagonsiten der Geschichte bezeichnen würde. Die Terranauten insgesamt sind die Protagonisten und ich möchte diese Gruppe von acht Menschen nicht wirklich auseinandernehmen. Auf meinem Wissensstand basierend, der die ersten knapp 170 Seiten umfasst sowie die letzte – denn ich wollte wissen, ob es zumindest gegen Ende spannender wird und es sich somit lohnt, bis zum Ende durchzuhalten (was offensichtlich nicht der Fall ist), und habe das Ende gelesen, was ich sonst NIE mache und eigentlich auch bei anderen nicht mag – spielen diese beiden, Dawn und Ramsay, eine sehr wichtige Rolle, aber ob sie wichtiger sind als die übrigen? Keine Ahnung.Dawn scheint eine zielstrebige Frau zu sein, die immer versucht, es allen recht zu machen, aber sich selbst dabei nicht verliert. Was sie selbst allerdings will, scheint sich sprunghaft immer wieder zu ändern. Sie gibt sich zufrieden mit einer unerfüllenden Beziehung, von der sie weiß, dass sie nicht hält, und bemüht sich nicht um die einzige richtige Freundschaft, die sie im Moment hat. Ramsay ist der Playboy, der von jedem gleichzeitig geliebt und gehasst wird. Er kennt sein Ziel, ist bereit, alles zu tun, um es zu erreichen, und vergisst dabei gern mal die Moral. Und Linda ist die verbitterte Zurückgewiesene, jedoch nicht von einem Mann, sondern von einem wissenschaftlichen Projekt beziehungsweise dem entsprechenden Gremium.Der Schreibstil gefällt mir überhaupt nicht: Er wurde mir sowohl von LovelyBooks selbst als auch von diversen Zeitschriften (u.a. Buch-Journal und Öko-Test) als zynisch und humorvoll angepriesen, man spricht von Den Terranauten als eine Komödie. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei eher um eine Tragödie. Nämlich deshalb, weil dieses Buch es auf den Bestsellerlisten so weit nach oben geschafft hat, ohne, dass jemandem auffiel, dass es hierbei nur um Klatsch und Tratsch auf Dschungelcampniveau handelt, bei dem man sich gegenseitig schlecht macht, um selbst besser dazustehen. Die Kapitel sind in einer Form geschrieben, dass es wirkt, als ob die Terranauten nachträglich über ihre Erlebnisse berichten, einem Journalisten vielleicht. Dafür holen sie so extrem weit aus und erklären jedes noch so kleine wissenschaftliche Detail, dass die ersten paar Seiten zwar interessant sind, aber danach verliert sich die Spannung ziemlich schnell im Nirgendwo. Die Figuren gehen öffentlich normal miteinander um, aber innerlich – und das ist der größte Teil des Textes – ziehen sie dermaßen übereinander her, dass es absolut kein Vergnügen ist, die Geschichte zu lesen. Ich finde es interessant, wie Menschen miteinander interagieren, insbesondere, wenn sie über längere Zeit auf engstem Raum miteinander festsitzen. Aber von einer wissenschaftlichen Betrachtung dieser Fragen sehe ich hier nicht viel. Alles, was mir auffiel, waren gehässiges Lästern, verbitterte Kommentare, sexistische (aber wohl der Zeit, in der die Geschichte spielt, angemessenen) Bemerkungen, wissenschaftliche oder auch pseudo-wissenschaftliche, wer weiß das schon, Zahlen in einer solchen Menge, dass niemand da so wirklich aufmerksam geblieben sein kann, und dermaßen unangemessene Formulierungen, dass ich froh bin, mit dieser Rezension dieses Buch abschließen und hinter mit lassen zu können.Vermutlich wird dieses Buch so über den grünen Klee gelobt, weil der Autor schon viele gute Bücher veröffentlicht haben soll. Ich kannte ihn vor Den Terranauten nicht und habe auch nach dieser abgebrochenen Lektüre nicht vor, ihn näher kennen zu lernen. Allerdings kann ich mir auch kaum vorstellen, dass er so erfolgreich mit seinen Büchern sein soll, wenn sie alle so sind wie dieses. Natürlich hat jeder Leser seinen eigenen Geschmack, aber mir fällt auch nach längerem Nachdenken keine Zielgruppe ein, für die dieses Buch gemacht sein soll. Da es mir jedoch mit dem Dschungelcamp genau so geht, nehme ich mal an, dass ich die beiden in eine Schublade stecken kann. Dieses Buch ist mir nicht einmal einen lausigen Punkt wert. (Da LovelyBooks aber nur einen Punkt erlaubt, kann ich nicht 0 vergeben...)Punkte-0Wer sich jetzt auf den Schlips getreten fühlt, der sei daran erinnert, dass diese Rezension schlicht meine persönliche Meinung wiederspiegelt und jeder andere Dinge mag und priorisiert. Entschuldigen werde ich mich für diese Kritik deshalb also nicht.

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  • Die Terranauten

    Die Terranauten
    Even

    Even

    20. March 2017 um 19:42

    8 Menschen, 4 Frauen, 4 Männer eingeschlossen für 2 Jahre in einem mehreren Biotopen nachgebauten Habitat. Beobachtet von den Geldgebern des Projektes, der Presse und von Touristen. Das ist die Ausgangssituation des Romans die Terranauten von T.C. Boyle. Dieser Versuch hat tatsächliche stattgefunden und gilt als gescheitert. Der Roman basiert lose auf diesen Voraussetzungen. Boyle gliedert seine Roman in 4 Teile: Vor dem Eintritt, 1. Jahr, 2. Jahr und Wiedereintritt. Er läßt die Geschichte immer im Wechsel von 3 Protagonisten erzählen. Dabei fand ich es ganz spannend ein und die selbe Situation auch aus der Sicht einer 2. Person erzählt zu bekommen. Wer einen Science-Fiction Roman erwartet hat, ist auf der falsche Fährte. Wer jedoch schon Bücher von Boyle kennt bekommt was er erwartet. Im Zentrum des Romans steht die Frage, was die Prämisse: „Nichts kommt rein-nichts geht raus“, mit der Gruppe macht. Es steht nicht so sehr das wissenschaftliche Experiment im Vordergrund, sondern eher das soziologische. Was macht es mit den 8 Menschen wenn sie mit wenig Ressourcen auf engstem Raum zusammenleben. Neid, enttäuschte Liebe, erwiderte Liebe, Eifersucht, auch auf wissenschaftliche Erfolge, all das thematisiert der Autor. Er spitzt es sogar noch zu, indem er etwas passieren lässt, dass die Fortführung des Experimentes in Frage stellt. Insgesamt fand ich das Buch spannend und es hat mich auch an manchen Stellen zum Nachdenken gebracht. Einen Stern Abzug gibt es für mich, da man aus dieser Konstellation noch ein bisschen mehr hätte herausholen können.

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  • Die Terranauten

    Die Terranauten
    Martinchen

    Martinchen

    20. March 2017 um 17:56

    "In einem geschlossenen Ökosystem unternehmen Wissenschaftler in den neunziger Jahren in den USA den Versuch, das Leben nachzubilden. Zwei Jahre lang darf keiner der acht Bewohner die Glaskuppel von „Ecosphere 2“ verlassen. Egal, was passiert. Touristen drängen sich um das Megaterrarium, Fernsehteams filmen, als sei es eine Reality-Show. Eitelkeit, Missgunst, Rivalität – auch in der schönen neuen Welt bleibt der Mensch schließlich doch, was er ist. Und es kommt, wie es kommen muss: Der smarte Ramsay verliebt sich in die hübsche Dawn – und sie wird schwanger. Kann sie das Kind austragen? T.C. Boyles prophetisches und irre komisches Buch, basierend auf einer wahren Geschichte, berührt die großen Fragen der Menschheit." T.C. Boyle wurde 1948 in Peekshill geboren. Seit seinem Erstling, einem Erzählband mit dem Titel "The Descent of Man", der 1979 erschien, verfasst er fast jedes Jahr ein Buch. Er lebt mit Frau, Kindern und Hund im sonnigen Kalifornien und steckt als Literaturprofessor an der University of Southern California die Studenten mit seiner Schreibbegeisterung an. Das Cover zeigt einen Menschen in einem Raumanzug inmitten eines grünen Gartens. Es wirkt sehr stimmungsvoll und verweist auf den Titel. Ganz passend ist es nicht, denn die Terranauten leben unter einer Glaskugel, in der Sauerstoff vorhanden ist, so dass sie keine Anzüge benötigen. Der  gut 600 Seiten umfassende Roman ist in vier Teile aufgeteilt: Vor dem Einschluss, Einschluss. Jahr eins, Einschluss. Jahr zwei und Wiedereintritt, wobei die beiden Jahre des Einschlusses naturgemäß den meisten Raum einnehmen. T.C. Boyle lässt drei der Protagonisten aus ihrer Sicht abwechselnd erzählen. Eine Frau (Dawn) und ein Mann (Ramsay) erzählen von ihren Jahren in "Ecosphere 2", während die dritte, mit Linda ebenfalls eine Frau, nicht zu den auserwählten Teilnehmern des Experimentes Nr. 2 zählt und nun auf ihre Chance beim dritten Experiment wartet. Der Autor fokussiert sich auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und Abgründe. Was passiert, wenn 8 mehr oder weniger zufällig ausgesuchte Personen zwei Jahre nicht nur auf engstem Raum miteinander auskommen müssen, sondern gegenseitig auf sich angewiesen sind? Jeder der 8 Terranauten hat eine Aufgabe, die zum Überleben in diesem System notwendig ist, sei es Nahrung oder die Versorgung mit Wasser und Sauerstoff.  Privatsphäre gibt es, aber nur wenig. Da nicht nur die eingeschlossenen, sondern auch viele weitere Mitarbeiter nötig sind, um das System zu überwachen und Konsequenzen aus dem Erlebten zu ziehen, erfolgt die Finanzierung über Touristen, die zur Glaskuppel pilgern, um diese eigene kleine Welt mit eigenen Augen zu sehen. Auch das eine zusätzliche Belastung. Auch wenn klar ist, dass das Experiment jederzeit abgebrochen werden kann, wenn eine ernsthafte Gefahr entsteht, wollen alle den Erfolg. T.C. Boyles Schreibstil lässt sich gut lesen, wesentliche Unterschiede zwischen den drei "Ich"-Erzählern habe ich nicht ausgemacht. Die Berichte der drei Protagonisten sind gut aufgebaut. Handlungen, Schlussfolgerungen und Emotionen können nachvollzogen werden und sind realistisch. Teilweise zieht sich der Roman etwas. Erst als Dawn schwanger wird, nimmt das Buch wieder Fahrt auf. Vieles kommt zum Vorschein, was vorher vorsichtig ausbalanciert wurde. Das Ende überrascht, aber nur etwas. Im Klappentext wird der Roman als "irre komisch" beschrieben. Diese Meinung kann ich nun beim besten Willen nicht teilen. Ich fand ihn eher als bedrückend. So verlockend es auch sein mag, mit wenigen anderen eine "neue, bessere Welt" aufzubauen, so schwierig ist es auch und zwar nicht nur, was das Überleben betrifft, sondern vor allem im Umgang miteinander. Fazit: Ein lesenswerter, ein guter Roman mit vielen Denkanstößen, der sich trotz einiger Längen mit großem Gewinn lesen lässt.  

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  • Das Literatursalon Plauderthema

    Literatursalon
    aylareadsbooks

    aylareadsbooks

    Hereinspaziert und herzlich willkommen im Literatursalon! Ihr lest gerne besondere belletristische Bücher und seid auf der Suche nach außergewöhnlichen Neuerscheinungen? Dann tretet gleich in den LovelyBooks Literatursalon ein! Hier habt ihr ab sofort das ganze Jahr über die Gelegenheit, Lektüre-Hochkaräter zu entdecken, euch in spannenden Leserunden mit Gleichgesinnten über Literatur auszutauschen und an spannenden Spezialaufgaben teilzunehmen.  Da wir die Liebe zum gedruckten Buch im Literatursalon feiern, bekommt ihr als Mitglied zwar ein schickes Abzeichen auf eurem Profil. Sammeln könnt ihr dieses Mal aber ganz reale Lesezeichen, die wir euch in regelmäßigen Abständen per Post zukommen lassen (bitte hinterlegt dafür eure Adresse im Profil oder verratet sie uns über die Eingabemaske des Literatursalons). Und zusammengelegt ergeben diese dann ein tolles Plakat für euer Bücherzimmer! Ein literarischer Hauptgewinn wartet natürlich auch auf euch - dazu aber in Kürze mehr! Damit wir den Überblick behalten, wer wann welches Abzeichen erspielt bzw. erlesen hat, erstellt bitte einen Sammelbeitrag, wie ihr es auch schon vom Wichteln her kennt. Diesen verlinke ich dann hier zu eurem Namen. Das Besondere: ihr müsst nicht an jeder Aufgabe zwangsläufig teilnehmen. um zu gewinnen! Wer bis zum Ende des Jahres mindestens 12 Abzeichen gesammelt hat, nimmt automatisch an der großen Verlosung teil! * Aktuell findet die erste Literatursalon-Leserunde zu T.C. Boyles "Die Terranauten" statt. Ihr könnt hier mit eurem eigenen Exemplar mitlesen! Wer am Ende den Link zu seiner Rezension hier verlinkt, bekommt das erste Leserunden-Lesezeichen des Literatursalons zugeschickt! EURE SAMMELBEITRÄGE: _0lisa0_ 9angelika63 AberRush abuelita  AdrienneAvaAkantha akoya Aleida alinarsAmbermoonandy123 andymichihelli Angie*AnisheAnnika_70 Antonella anushka Areti Arietta Arizona banshee Barbara62 BeeLu Betsy Beust Blackfairy71  black_horse blauerklaus blessedBlubb0butterfly BlueSunset book2pia BookfantasyXY  bookgirl BooksWillTurnYouOn BonnieParker Bosni Brina britta70 buchbunt Buchfee81 BuchinaBuchstabenliebhaberin BuecherDanny Buecherwurm1973Burgkelfe CathyCassidy calimero8169Carameli Carlosia Caroas Cattie Ceciliasophie ChattysBuecherblog CherryGraphics Chirise clary999  conny  connychaos Corsicana Curin Crazy-Girl6789 cyrana dani_eb Dion DieBerta Dreamworxdreijungsmama ech elafisch elane_eodain Elektronikerin  Ella1411 Emotionen-emwa- erinrosewell Estel90 Estrelas Even fairybooksFanti2412 Farbwirbelfasersprosse Fauchi2206   Federfee FederzauberFilzblume Flamingo Flocke86 Floh  Fornika FrauSchafski Galladan Gela_HK genihaku Gina1627 Gruenente gst  Gwendolina Harlequin hasirasi2 Henny176 Herbstmädchen Himmelfarb histeriker Hortensia13 Igelmanu66 Insider2199  Irve Isaopera iur83 janaka Janinasmind Jari Jashrin jenvo82  JessSpa81 JoBerlin Johanna_JayJokersLaugh Josetta jrr510 Jule89 JuLe_81 JulesWhethether JuliB JulieMalie   Kady Kaito kalestra kalligraphinKapri_ziös Kartoffelschaf katha_strophe KatykateKellerbandewordpresscom kingofmusic Kirschbluetensommer KlaasHarbour KleineElfe12Knusperflocke Kodabaer kornmuhme  krimielse KruemelGizmo Kuhni77 LadyIceTea  LadyOfTheBooks LadySamira091062 Larii-MausiLeenChavette lenicool11 leseleaLeseMaus Lesezeichen16 letzchen Leuchtturmwaerterin leucoryx  LiberaceLibriHolly LimaKatze LimitLess Linker_Mops Lit-Trip littlebanshee  LostHope2000 Makaria  maria1   Maria135 marpije MartinchenMax0103 Melli274 Mercadomesumiah MichicornMilagro milkshakee Minky  misanthropyMissErfolg MissGoldblatt MissStrawberrymiss_mesmerized mistellor mona_lisas_laecheln Mondenchild monethiMrslaw mylittlebookworld MurphyS91   Nabura Nane_M naninka  Narr  Nele75 Nelebooks Nerissa Newspaperjunkie Nicky_G NiWa NiQue  Nooki nordfrau once-upon-a-time Orisha    Pagina86  papaschluff PapierVagabund parden  pat_meeresbrise  Petris Ping PinocaPippo121 Plush  PMelittaM PostbotePucki60 querleserin_102 RAMOBA79 Raven raveneye   ReadratRebekkaT Ritja Runa961 sabatayn76Sabine_Hartmann SaintGermain sajo1606  sakusamantha_se sanjasar89SarahJanina Schmiesen SchnapsprinzessinSchneefalkeSchnuck59 Schnuffelchen  schokoloko29  Schugga  seschat Seehase1977 Shira-Yuri SigiLovesBooks Sikal  smayrhofer sofie solveigSolvejg SomeBody sommerlese Starlet StefanieFreigericht  sternchennagel stravaganzasunlight suppenfee sursulapitschi suryaSweetheart_90 sweetyx99   Talathiel tanlin_11 TanyBee  Tapsi0709 tardy TheUjulala thora01 TigerkatziTina2803 tinstamp TochterAlice tootsy3000  TortumeeTouchTheSky Treat2402 tschulixx twentytwo   Valabe  vanessabln vielleser18   Wedma werderaner widder1987 WordART worldwanderer wortjongleurwusl xDropsyx Xirxe Yolande  YuyunYwikiwi   Zaramee 

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  • Rezension zu "Die Terranauten" von T.C. Boyle

    Die Terranauten
    tragalibros

    tragalibros

    18. March 2017 um 21:11

    Arizona: In einer riesigen Glaskuppel entsteht ein eigenes Ökosystem. Hier soll unter kontrollierten Bedingungen das Leben nachgestellt werden. Acht Menschen, vier Frauen, vier Männer, sollen diese neue Welt für zwei Jahre bewohnen. Doch eine unerwartete Wendung droht das Experiment scheitern zu lassen. T.C. Boyle hat hier einen Roman geschrieben, der auf einer wahren Geschichte beruht. Wahrscheinlich hätte ich das Buch gar nicht gelesen, wenn ich nicht durch den Literatursalon hier bei Lovelybooks darauf aufmerksam geworden wäre. Denn vom Titel her habe ich einen Sci-Fi-Roman erwartet, aber das war nicht der Fall und Boyle hat sich, statt auf technische Details fixiert zu sein, den Fokus besonders auf die soziologische und psychologische Komponente gelegt. Und gerade das macht dieses Buch so interessant. Da ich bisher noch nichts von dem Autor gelesen habe, bin ich auch mit keinen besonderen Erwartungen ans Lesen gegangen, sondern konnte mich vollkommen unvoreingenommen der Lektüre widmen, aber mir hat sein Schreibstil sehr gefallen. Obwohl manchmal recht flapsig, bringt er Persönlichkeiten und Gefühle sehr gut rüber und lässt den Leser an der Geschichte teilhaben. Mir hat auch gefallen, dass die Charaktere im Buch den Leser direkt anzusprechen scheinen. Die Handlung wird nicht einfach nur heruntergeschrieben, sondern wirkt, als würden die Teilnehmer des Experiments dem Leser persönlich berichten. Meiner Meinung nach, hat dies dem Roman besonderen Charme verliehen. Was mir aber absolut nicht gefallen hat war, dass keiner der drei Protagonisten, welche die Geschichte erzählen, sympathisch war. Ganz im Gegenteil. Man hatte es hier mit einer Frau zu tun, die ihrer besten Freundin eher abwertend gegenüberstand, einem Mann, der so von sich überzeugt ist, dass er glaubt, sich alles erlauben zu können und einer Missionsanwärterin, die von Neid, Eifersucht und Missgunst förmlich zerfressen ist, nichts gönnen kann und an keinem ein gutes Haar lässt. Schade eigentlich. Diese Charakterzüge haben sich durch das gesamte Buch gezogen und auch wenn es ab und an Passagen gab, die den Handelnden sympathische Züge verliehen haben, konnte ich nicht ganz mit ihnen warm werden. Für mich ist das leider ein Grund einen Stern abzuziehen.Andere Leser haben kritisiert, dass das Buch unrealistisch sei, aber im Klappentext ist ausdrücklich erwähnt, dass die Handlung nur auf wahren Ereignissen basiert und wie wir aus Film und Fernsehen wissen, heißt das nichts weiter als "frei nach...". Also sollte man hier keinen Tatsachenbericht erwarten. Tatsache ist: Der Versuch hat stattgefunden und ist gescheitert. Doch trotzdem: Insgesamt handelt es sich bei "Die Terranauten" um einen spannenden, oder eher interessanten, Roman über die Auswirkungen von Isolation, Gruppendynamik und enttäuschten Gefühlen. Der ansprechende Schreibstil hat mich neugierig auf weitere Bücher von T.C. Boyle gemacht. Meine Bewertung fällt daher wie folgt aus: Vier Sterne.

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  • Sehr spannend!

    Die Terranauten
    sofie

    sofie

    18. March 2017 um 12:05

    Ich habe schon ein paar Bücher von T.C. Boyle gelesen und besonders gut haben mir immer seine Charakterstudien gefallen. Er schafft es besonders das Niedere im Menschen gut darzustellen. Und in dieser Hinsicht enttäuscht auch „Die Terranauten“ nicht. Der Roman basiert auf dem realen Projekt „Biosphäre 2“, das in den 90er Jahren in den USA durchgeführt wurde. Acht Personen wurden dabei in einem geschlossen Ökosystem eingesperrt, um zu zeigen, dass ein selbsterhaltendes System möglich ist. In der Realität wurde der zweite Zyklus nach 6 Monaten abgebrochen. Im Roman geht es genau um diesen zweiten Zyklus. Im Fokus stehen drei Personen: Richard, Dawn und Linda. Richard und Dawn sind „drinnen“, Linda gibt die Außenperspektive. Im Mittelpunkt stehen nicht die wissenschaftlichen Untersuchungen und Voraussetzungen, sondern die zwischenmenschlichen Beziehungen. Das fand ich sehr interessant. Wie reagieren Menschen, wenn sie zwei Jahre nur mit sieben anderen Personen zusammenleben? Wie gehen sie mit den Entbehrungen um? Welche Konflikte entstehen? Das ist definitiv Boyles Stärke und ist auch hier wieder sehr gut umgesetzt. Schade fand ich nur, dass durch den Fokus auf Dawn und Richard die anderen 6 Terranauten etwas blass bleiben. Überrascht hat mich auch das Ende, das ich mir etwas anders gewünscht hätte. Trotzdem war der Roman insgesamt spannend, sehr schön zu lesen und eine tolle Charakterstudie. Und es hat neugierig gemacht auf die tatsächlichen Ereignisse. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen! Eine Anmerkung noch: Schade fand ich, dass der Klappentext mal wieder viel zu viel verrät. Mein Tipp: diesen nicht lesen!

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  • Halb so viel Seiten hätten's auch getan..

    Die Terranauten
    SteffiSteff

    SteffiSteff

    17. March 2017 um 19:19

    Worum geht’s: In den 90er Jahren wird der Versuch unternommen in einem geschlossenen Ökosystem – genannt ‘Ecosphere 2‘ – das Leben nachzubilden. E2 ist ein Gebäudekomplex in Arizona, USA, in dem unter einer riesigen Glaskuppel verschiedene Biome nachgebildet wurden: Savanne, Ozean, tropischer Regenwald, Mangrovensumpf, Wüste, Anbaufläche und Wohnräume. Das von der Außenwelt abgeschlossene ökologische System soll sich selbst erhalten können und damit beweisen das Leben in einem geschlossenen Ökosystem langfristig möglich ist.  Zu diesem Zweck werden 4 Frauen und 4 Männer – die Terranauten – zwei Jahre lang in E2 eingeschlossen. Nachdem das Experiment im ersten Versuch gescheitert ist versuchen nun 8 neue Terranauten die zweite Mission unter ihrem Leitspruch „Nichts rein, nichts raus“ erfolgreich abzuschließen. Dabei werden sie ständig von den Medien, Touristen und der Leitung der Mission beobachtet. Das Buch von Boyle rund um Ecosphere 2 beruht auf einem realen Experiment das von 1991 bis 1994 in der ‘Biosphere 2‘ durchgeführt wurde. Nach zwei erfolglosen Versuchen gilt das Experiment als gescheitert und der Komplex wird heute von der University of Arizona zu Forschungszwecken genutzt.   Die Charaktere: Boyle erzählt die Geschichte aus 3 verschiedenen Perspektiven. Dawn und Ramsay berichten als Terranauten vom Leben in E2. Dawn ist die Nutztierwärterin und Ramsay ist der Kommunikationsoffizier und Leiter des Bereichs Wassermanagement von Mission 2. Linda, war eine der 16 Anwärter für Mission 2, aber im Gegensatz zu ihrer besten Freundin Dawn wurde sie nicht ausgewählt. Sie betreut die Mission nun von außen und ist Anwärterin für die nächste Mission. Somit hat man die Wahl welcher der 3 Charaktere einem am besten gefällt und mit wem man am meisten mitfiebert. Linda war mir von Anfang an unsympathisch. Sie kann nicht damit umgehen, dass sie nicht für die zweite Mission ausgewählt wurde und ist von Neid und Missgunst zerfressen. Während sie Dawn weiterhin die gute Freundin vorspielt, nutz Linda jede Gelegenheit um sie zu hintergehen und versucht Dawn und die Mission zu ihren Gunsten zu manipulieren. Ramsay ist dabei nicht viel besser. Er ist ein Frauenheld und nutzt seinen Charme und sein Aussehen um sein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit zu befriedigen und sich im Rampenlicht zu sonnen. Doch er ist vor allem eines: ein Egoist. Da bleibt nur noch Wahl Nr. 3: Dawn. Sie steht zu 100% hinter der Mission und ist bereit dafür alles zu geben bis die Mission gegen Ende für sie fast zur Obsession wird. Neben den 3 Hauptcharakteren gibt es natürlich noch die 6 anderen Terranauten von Mission 2, die wie Dawn und Ramsay ihren eigenen Aufgabenbereich in der Mission haben. Dazu kommen noch die anderen Mitarbeiter, die die Mission unter der Leitung von Mission Control betreuen. Geleitet wird die Mission hauptsächlich von 3 Personen die unter den Spitznamen Gott Vater, Judas und Jesulein bekannt sind. Hinzu kommt noch eine vierte Person, genannt Gott Mammon, die eher im Hintergrund agiert. Die ganze Organisation hinter E2 erinnert sehr an eine Sekte und wird auch im Buch mehrmals als solche bezeichnet. Über allem steht die Leitfigur, Gott Vater. Sein Wort ist Gesetz und niemand wendet sich gegen ihn. Es wird alles getan um das höhere Ziel - den erfolgreichen Abschluss von Mission 2 - zu erreichen. Einige der Terranauten scheinen dieses Ziel und den Leitspruch ‘Nichts rein, nichts raus‘ ernster zu nehmen als andere. Schwierige Situationen bringen das wahre Gesicht der eingeschlossenen Männer und Frauen zutage und zeigen wer wirklich bereit ist bis an seine äußersten Grenzen zu gehen. Dabei zeigen sich auch alle negativen Eigenschaften des Menschen: Hass, Neid, Missgunst, Verrat.   Genre und Stil: Geschrieben ist das Buch als eine Art Bericht, den jeder der 3 Hauptcharaktere nach der Mission geschrieben hat wo aber auch Dialoge eingebaut wurden. Damit erzählt jeder die Geschichte aus seiner eigenen Perspektive und kann seine Handlungen auch rechtfertigen. Vom Cover und dem Klappentext hatte ich mir eine Art Abenteuergeschichte erwartet wo die Terranauten unter der Glaskuppel gegen die Probleme im Ökosystem und auch untereinander ankämpfen müssen. Diese Erwartung hat sich leider nicht ganz erfüllt. Das Buch gleicht eher einer Charakterstudie und das Hauptthema ist Sex. Dabei bleibt die erhoffte Spannung leider auf der Strecke. Nur bei zwei Szenen hatte ich das Gefühl, dass ich unbedingt wissen will wie es weiter geht. Das finde ich auf 600 sehr schwach. Auch als irre komisches Buch – wie es im Klappentext beschrieben wird – würde ich es nicht bezeichnen. Die Szenen haben mich maximal zum Schmunzeln gebracht und das nicht sehr oft. Aber vielleicht hat der Autor dabei ja nur nicht meinen Geschmack getroffen.   Die Story: Man wird von Boyle direkt in die Geschichte reingeworfen und erlebt die Auswahl der Terranauten für die zweite Mission mit. Erklärungen über das Ökosystem und die Mission kommen erst später. Deshalb kann der Anfang etwas verwirren. Danach wird das Leben in E2 geschildert. Die Aufgaben der Terranauten, das Leben miteinander und die kleinen Schwierigkeiten mit denen die Terranauten zu kämpfen haben werden beschrieben. Das erste spannende Ereignis ist ein Stromausfall wodurch die Temperaturregelung in E2 ausfällt und die Terranauten kurz vor Öffnung der Luftschleuse stehen. Ansonsten passiert in der ersten Hälfte nichts wirklich Aufregendes. Es ist zwar interessant über die Mission und das Ökosystem zu lesen, jedoch ist das Ganze nicht gerade spannend und so wird die Geschichte mit der Zeit recht langatmig und anstrengend.   Fazit: Irgendwo zwischen Dschungelcamp und Big Brother erlebt man (sehr ausführlich) wie 8 Menschen 2 Jahre eingeschlossenen in einer Glaskugel miteinander klarkommen (oder eben nicht). Die Charaktere sind dabei allesamt unsympathisch und vollkommen auf sich selbst bezogen. Die Geschichte selbst ist weder spannend noch witzig und teilweise recht langatmig. Für mich ein komplett überschätztes Buch.

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  • Soziologie im Mittelpunkt.

    Die Terranauten
    Haliax

    Haliax

    17. March 2017 um 13:52

    „Acht war die magische Zahl. Acht Teilnehmer. Vier Männer, Vier Frauen.“ Für 2 Jahre soll das ökologisch, abgeschlossenen System – Ecosphere 2 – ihr Zuhause werden. Sie sollen beweisen, dass es für Menschen möglich ist solch ein System dauerhaft zu bewohnen und somit das Überleben der Menschheit sicherstellen.Das Cover ist ein echter Blickfang. Die ungebändigte Natur mit dem Astronauten im Anzug zu verbinden, erweckt sofort die Aufmerksamkeit und zugleich wird man neugierig, was sich dahinter verbirgt.Der 603 Seiten starke Roman ist in vier Abschnitte – vor dem Einschluss, Einschluss Jahr eins, Einschluss Jahr zwei und Wiedereintritt – gegliedert. Dawn Chapman, Ramsay Roothoorp und Linda Ryu erzählen abwechselnd ihre Sichtweise der Geschichte. Der Autor schreibt als Ich-Erzähler und wählt eine berichtende, von Emotionen gesprägte Erzählweise. T.C Boyle beschreibt Prozesse (E2 betreffend) und Sachverhalte ausführlich, womit Verständnislosigkeit ausgemerzt wird.Die Charaktere sind unsympathisch und egoistisch. Sie versuchen ihre egoistische Denkweise und Handlung zu rechtfertigen und versuchen den Leser damit für sich zu gewinnen, aber sie werden damit nur unbeliebter. Für sie zählt nur das Projekt und die Besessenheit der Mission, die unbedingt für zwei Jahre durchgezogen werden muss – „nichts rein, nichts raus“ – ,ist immer Gegenstand ihrer Gedanken. Mit Verlauf der Geschichte bemerkt man, dass diese Obsession fanatische Züge annimmt.Wer bei dieser Geschichte auf Spannung und Action hofft, wird bitter enttäuscht. Es wird mehr Wert auf die Abgründe der menschlichen Psyche gelegt, als den ein oder anderen Spannungsbogen einzubauen. Außerdem werden die ökologischen Aspekte nur nebenbei behandelt. Die Konzentration wird auf den soziologischen Blickwinkel gelenkt. Als kleiner Tipp: Lest unter keinen Umständen den Klappentext, denn er enthält eine Wendung, die später im Buch vorkommt und zerstört den Überraschungseffekt.FazitObwohl die Charaktere wenig Sympathie versprühen, man mit ihnen nicht warm wird und ihre Handlung zum Teil nicht nachvollziehen kann, fand ich sie erfrischend. Mir war es neu von Charakteren zu lesen, die alle hinterlistig und stets auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Normalerweise finde ich Spannung in einem Buch wichtig, aber bei dieser Geschichte hat sie mir nicht gefehlt. Ich hätte mir gewünscht, dass die Ökologie von E2 während der Testzeit mehr beleuchtet wird. Deswegen gebe ich 4 von 5 Sternen. 

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  • Die Terranauten

    Die Terranauten
    Seehase1977

    Seehase1977

    16. March 2017 um 19:14

    Zum Inhalt:USA in den neunziger Jahren: Acht Bewohner, die sogenannten Terranauten, sollen für zwei Jahre in einem geschlossenen und autarken Ökosystem leben. Der riesige Kuppelbau, genannt „Ecosphere 2“ umfasst Bereiche aus Savanne, Wüste, Mangrovensumpf,  Ozean sowie außerdem intensive Landwirtschaft und Wohnraum für die Bewohner. In der zweijährigen Einschlusszeit darf keiner dieses abgeschlossene System verlassen oder betreten – egal was passiert - da sonst die Mission als gescheitert gilt. „Ecosphere 2“ und seine Bewohner sind Presse- und Tourismusmagnet, Menschen und Fernsehteams drängen sich an die Scheiben des Megaterrariums. Es herrscht Stimmung wie bei einer Reality-Show. Sind die acht auserwählten Terranauten zuerst noch ein unzertrennliches Team mit dem alleinigen Bestreben, „Ecosphere 2“ am Leben zu erhalten, so dominieren nach einiger Zeit doch Eitelkeit, Neid und Rivalität das Leben der Bewohner. Dann wird die Terranautin Dawn schwanger. Ist die Mission „Ecosphere 2“ dadurch zum Scheitern verurteilt?„Die Terranauten“ von T.C. Boyle ist mein erstes Buch des bekannten Bestseller-Autors, dementsprechend hoch waren meine Erwartungen und meine Neugier. Das Thema hat mich gleich angesprochen. Acht auserwählte Personen führen ein autarkes Leben unter Glas, in einem riesigen Kuppelbau, unter fast ständiger Beobachtung durch die Öffentlichkeit und durch Mission Control, die fast sektenhaft über ihre Mission und die Teilnehmer dieser wacht, angeführt von Gottvater, dem Herr über all das und absoluter Oberguru. Nach dem medienpräsenten und ruhmreichen Einschluss beginnt das Leben für die Terranauten in ihrer eigenen kleinen Welt harmonisch und voller Euphorie. Jeder weiß, was seine Aufgaben sind und doch weicht das Neue und Aufregende bald einem entbehrungs- und arbeitsreichen Alltag. Der Ton untereinander wirt härter und bald herrschen Rivalität und Missgunst vor. Das alles erlebt der Leser jeweils aus dem Blickwinkel der drei Hauptprotagonisten Ramsey, Dawn und Linda. Boyle gelingt es, die Veränderungen, die die Gruppe und jeder Einzelne im Laufe des Projektes durchlebt, nachvollziehbar und authentisch widerzuspiegeln. Sympathie konnte ich leider für keinen der Protagonisten so richtig empfinden, alle hatten irgendewas, was mich gestört hat. Linda war dauerfrustriert und eifersüchtig, Dawn war mir zu egoistisch und Ramsey irgendwie zu berechnend. T.C. Boyles Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, flüssig und angenehm zu lesen. Das Leben in "Ecosphere 2" und die Geschehnisse hinter den zahlreichen Glasscheiben waren für mich zum größten Teil wirklich interessant und kurzweilig zu lesen, allerdings hat das Buch auch seine Längen und Wiederholungen, die Spannung und mein Interesse leider ab und an absinken ließ. Auch die Dschungelcamp-Reality-Show-Stimmung war mir manchmal etwas zu viel.  "Die Terranauten" von T.C. Boyle ist für mich trotz einiger Längen, langatmigen Passagen und Dschungelcamp-Feeling absolut zu empfehlen. Der Einblick, den der Autor seinen Lesern in das Leben der acht Terranauten in ihrem eigenen Ökosystem gewährt, ist interessant und spannend, fast schon etwas voyeuristisch. Was mir neben dem für mich absolut gelungenen Cover besonders gut gefallen hat ist, dass die Geschichte an ein tatsächliches Experiment in den 90er Jahren anlehnt. Auf einer Fläche von 1,6 Hektar wurde nördlich von Tuscon, Arizona ein Kuppelbau errichtet, der ein Volumen von 204.000 Kubikmeter umschließt und in dem mehr als 6000 Glasscheiben verbaut wurden. Der technische Aufwand war enorm. Das Projekt gilt nach zwei erfolglosen Versuchen autarkes Leben unter der Kuppel zu führen, als gescheitert. Für Boyle und seine Charakterstudie über die Terranauten gibt es eine, wenn auch nicht uneingeschränkte Leseempfehlung.

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  • Rezension zu die Terranauten

    Die Terranauten
    Elektronikerin

    Elektronikerin

    15. March 2017 um 20:17

    Klapptext:Zwei Jahre lang darf keiner der acht Bewohner die Glaskuppel von >>Ecosphere 2<< verlassen. Egal, was passiert.Touristen drängen sich um das Megaterrarium, Fernsehteams filmen,als wäre es eine Reality-Show. Eitelkeit,Missgunst,Rivalität - auch in der schönen neuen Welt bleibt der Mensch, schliesslich doch, was er ist. Und es kommt, wie es kommen muss: Der smarte Ramsay verliebt sich in die hübsche Dawn - und sie wird schwanger. Kann sie das Kind in der geschlossenen Sphäre ausgetragen oder muss das Experiment abgebrochen werden? Der neue Roman von T.C.Boyle ist ein prophetisches und irre komische Buch, das die grossen Fragen der Menschheit berührt. Erschienen im Januar 2017 im Hanser, Carl Verlag.Meine Meinung zum Buch:Im Grossen und Ganzen fand ich das Buch lesenswert. In der Mitte des Buches ist leider etwas langweilige, die Terranauten essen,schlafen und arbeiten die ganze Zeit. Somit zieht sich, das Buch leider etwas. Gegen Ende fand ich das Buch wieder spannender. Mit den Protagonisten bin ich nicht wirklich warm geworde, vor allem nicht mit Dawn und Ramsay. Ich konnte ihre Handlungen nicht ganz verstehen, vor allem gegen den Schluss.  Die leitende Idee, des Buches hat mir gefallen, vielleicht ist, gibt es in ein paar Jahren eine solches Megaterrarium.  Fazit zum Buch: Ein nettes Buch für zwischendurch, bei dem mir die Hauptcharaktere leider nicht allzu sympathisch waren.Informationen zum Autor:T.Coraghessan Boyle, 1948 in Peekskill,N.Y., geboren, unterrichte an der University of Southern California in Los Angeles. Bei Hanser erschienen zuletzt u.a. Wenn das Schlachten vorbei ist (Roman 2012), San Miguel (Roman, 2013), Tod in Kitchawank(Hanser Box, 2014), Hart auf Hart (Roman, 2015) sowie Dirk van Gunsterens Neuübersetzungen von Wassermusik(Roman, 2014) und Grün ist die Hoffung(Roman,2016).

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