Drop City

von T. C. Boyle 
4,1 Sterne bei208 Bewertungen
Drop City
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (173):
Buecherdrachees avatar

Tolles Buch. Auch wenn nicht viel passiert. Aber trotzdem sehr lesenswert

Kritisch (6):
Sabrina83s avatar

lange durchgequält und irgendwann geschafft. kann man lesen, muss man aber nicht

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Inhaltsangabe zu "Drop City"

»Etwa 60 Hippies leben auf einem Grundstück, das sich Drop City nennt. Sie rauchen Dope, lieben, kochen, schlafen – querbeet und im Einklang mit der Natur. Nur das Latrinenproblem stört, die Feindschaft der umliegenden Farmer, die lauernde Aggressivität der Polizei, die intellektuellen Spanner, die am Wochenende zum Freakseeing anfahren. Ein Reigen relaxter Erektionen bestimmt den Tagesablauf, die ›größte Plattensammlung der Erde‹ wartet, dazu dopeversetzter Haferbrei und der wöchentliche Nachschub vom Supermarkt – die Natur und das Sozialamt geben’s, die Freaks und ihre Bräute nehmen’s … ›Drop City‹ ist uncool und damit menschlich. Das eine Auge hat Boyle auf die Utopie gerichtet, das andere auf die Realität.« (Konrad Heidkamp in der ›Zeit‹).
Eine Hippiekommune, die in den 70er Jahren von Kalifornien nach Alaska zieht. ›Drop City‹ ist der Roman einer naiven und idealistischen Generation, die das Lebensgefühl von vielen von Grund auf verändert und bis auf den heutigen Tag geprägt hat.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423211130
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:592 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.01.2009

Rezensionen und Bewertungen

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    literats avatar
    literatvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Super, nur an manchen Stellen etwas langatmig
    Super, nur an manchen Stellen etwas langatmig.

    In dem Buch geht es um eine Hippie-Kommune, Ende der 60'er, die in Kalifornien ihren Traum von freier Liebe, Toleranz und Friedfertigkeit mit einem gewaltigen Drogenkonsum, lebt. Ihr charismatische Anführer Norm, dem die Ranch gehört auf der sie leben, bekommt aber Probleme mit den Behörden und die Kommune zieht kurzerhand mit einem Traum von naturverbundenem Leben in Alaska, genau dorthin. Sein Onkel besitzt dort nämlich Land und eine Hütte. Drop City zieht mit Sack und Pack und Ziegen in einem Schulbus und 3 Autos nach Alaska um. Parallel wird die Geschichte von Sess und Pamela erzählt, die genau hier bereits leben. Sess hat Pamela per Kontaktanzeige kennengelernt, sie hat inseriert, weil sie aus der Stadt raus wollte und ein naturverbundenes, einsames Leben in der Wildnid führen wollt. Und Bund zieht die Hippiekommune direkt in ihre Nachbarschaft. Ich hatte echt Angst weiterzulesen, weil ich davon ausging, dass das auch der Todesstoß für Sess und Pamela als Paar sei. Aber nein, sie führen ein größtenteils friedliches, ja sogar freundschaftliches Miteienander. Ich mag ja die Sprache des Autors, erinnert mich an Irving, wobei ich aber das Absurde in Irvings Geschichten nicht mag. Es dauert aber etwas bis man in der Geschichte drin ist, über einige langatmige Naturbeschreibungen muss man sich durchlesen und dran bleiben. Aber ich fand die Darstellung der Hippies sehr gut. Sie Predigten die Toleranz und Menschenliebe bis zum Exzess, wenns aber mal hart wird, dann ist sich plötzlich doch wieder jeder sich selbst der Nächste. Und dass es in solchen Zusammanschlüssen auch immer schwarze Schafe gibt, die vorgeben die Weltanschauung zu teilen und aber die Kommune nur ausnutzen, bzw. für ihren Vorteil nutzen, ist auch nachvollziehbar. Für mich später geborene ist es auch kaum nachvollziehbar, dass man sich als junger Mensch so sehr auflehnt, oder auflehnen muss gegen das Establishment und die Eltern-Generation. Da sind wir uns heute ähnlicher. Das Buch ist super, um diese Lebensgefühl der damaligen Hippies nachzuvollziehen, absolut lesenswert!

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    shazams avatar
    shazamvor 5 Jahren
    Zu langatmig!

    Drop City ist eines der ganz wenigen Bücher, das ich nie zu Ende gelesen habe. Ich hab mich echt gequält und wollte es schaffen, aber ich konnte die seitenweise Naturbeschreibungen einfach nicht ertragen. Es scheint, als würde jeder Grashalm über 10 Seiten einzeln beschrieben werden. So kam einfach keine Dynamik auf. Es fehlte an Tempo und Erzählstruktur und hat mich einfach nur gelangweilt! 

    Eine Zeitverschwendung, was schade ist, da mich sonst das Thema eigentlich sehr anspricht! 

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Drop City" von T. C. Boyle

    Obwohl T. Coraghessan Boyle, US-amerikanischer Autor von mittlerweile fast zwanzig Romanen, längst mehr als ein Geheimtipp ist, hatte ich vor Drop City noch keinen seiner Texte gelesen. Das wird sich ändern, denn seine rasante Geschichte über die Konflikte zwischen enttäuschten Utopien einer kalifornischen Hippiekommune und den viel simpleren Anforderungen des Überlebens in der Wildnis Alaskas hat meinen Hunger nach mehr Boyle geweckt.
    Drop City ist der Name einer Hippiekommune in der Nachbarschaft der kalifornischen Stadt Somona. Die Romanhandlung setzt im Juni 1970 ein, längst nach dem Höhepunkt des Nirvana, nach Easy Rider. Dennoch, das Szenario ist romatisch bis fantastisch. Die Kommune lebt im pausenlosen Traumsommer, verfügt über eigene Ziegen, eine Sammlung von Schallplatten, die weltweit ihresgleiche sucht (Jimmy Hendrix, Jefferson Airplane, Janis Joplin, Country Joe and the Fish, …), Zucchini im Garten, Acid im Orangensaft, Marihuanakekse und frei Liebe zwischen den wechselnden Bewohnern, den langhaarigen »Freaks« und BH-befreiten »Bräuten«. — Was braucht der Mensch mehr?

    Doch die Idylle, die das »Millionen-Kilowatt-Lächeln« seiner zugedröhnten Bewohner verspricht, trügt. Längst bröckelt die Fassade, das Versprechen, ein jeder dürfe hier ganz einfach »nur sein Ding durchziehen«, lässt sich nicht mehr einhalten. Der Abwasseranschluss der Wohngebäude ist überfordert, überall liegen Exkremente in den Gebüschen, niemand fühlt sich verantwortlich für die Angelegenheiten, die menschliche Gemeinschaften am Leben erhalten. Auch das Traumbild der freien Liebe hat längst Risse bekommen: Star, die Protagonistin der Kommune, ist wie auch viele der anderen Frauen nicht mehr bereit, mit jedem ins Bett zu steigen, der fragt, nur um nicht als verklemmt eingestuft zu werden und schlechtes Karma im nächsten Leben zu vermeiden. Sie verweigert sich Ronnie, alias Pan, ihrem Jugendfreund und bisherigen Begleiter, um sich dem fahnenflüchtigen Neuankömmling Marco zuzuwenden. Die Situation auf Drop City eskaliert, als eine Gruppe fragwürdiger Neu-Hippies eine vierzehnjährige Ausreißerin vergewaltigen.

    Nach knapp hundert Seiten springt die Handlung nach Alaska; genau genommen nach Boynton, der letzten befestigten Ortschaft westlich von Fairbanks. Drei Kanustunden von Boynton lebt Sess Harder, der letzte echte Amerikaner. Schweigsam, gerecht und unter keinen Umständen bereit, Provokationen ohne passende Antwort hinzunehmen, lebt Sess vom Fallenstellen und seinen ausgeprägten Fähigkweiten zum Überleben in der eisigen Wildnis des nördlichsten US-Bundesstaates. Diesem amerikanischen Prototypen zur Seite steht seine Braut Pamela, die ihr Leben als moderne Städterin leid war und nach dem Schema der TV-Bachelorette den Mann ihres Lebens aus drei konkurrierenden Trappern auswählte. Sess' (und Pamelas) Gegner weitab jeder Gerichtsbarkeit ist Joe Bosky, ein überheblicher und brutaler Nachbar. Die Qualität der gegenseitigen Attacken zwischen Joe und Sess steigert sich beständig.

    In diese Welt des Überlebenskampfes am Thirty-Mile-River platzt eines schönen Tages die Hippiekommune von Drop City. — Was war passiert? Nach einigen Schockerlebnissen in der Gemeinschaft der Brüder und Schwestern steht die Situation auf der Farm auf der Kippe. Als die Behörden den Abriss der Gebäude verfügen, packen die Freaks und Bräute um den Anführer Norman Sender ihre sieben Sachen und verlegen die Kommune nach Alaska, wo Sender von einem Onkel ein Grundstück geerbt hatte. Dieser Onkel war einst Nachbar, Mentor und Lehrer Sess Harders, der es nun mit der ungewohnten Nachbarschaft zu tun bekommt, die Drop City ganz einfach nach Alaska verlegt.

    Der weitere Verlauf der Geschichte erzählt von den Schwierigkeiten, mit denen sich die Hippies konfrontiert sehen in einer Umgebung, die keinen Fehler verzeiht, aber auch von unverhofften Freundschaften, Persönlichkeitsenwicklungen mit denen niemand, am wenigsten der Leser, gerechnet hat. Er erzählt vom persönlichen Scheitern und von Erfolgen und gipfelt in einer gnadenlosen Konfrontation am Polarkreis, die zwar im Laufe der Handlung immer unausweichlicher wurde, den Leser aber in ihrer Konsequenz und Härte nichtsdestoweniger erschauern lässt. — Randnotiz an alle: Trinke keinen Schnaps, wenn das Thermometer zig Grade unter Null anzeigt.

    Der primäre Reiz von Drop City für die Leserschaft in meinem Alter mag darin bestehen, dass wir die Hard-Core-Hippiezeit gerade nicht mehr selbst durchlebt haben, am verklärenden Beispiel der älteren Geschwister oder Cousins aber durchaus das Gefühl hatten, etwas verpasst zu haben. T.C. Boyle rückt das Ikonenhafte der Peace-People zurecht, ohne die Ernsthaftigkeit der Grundidee in Frage zu stellen. Seine Hippies stehen am Rande eines Entwicklungsschrittes, mit dem der eine besser, der andere schlechter zurecht kommt.

    Die Magie der Geschichte entwickelt sich aus der meisterlichen Fähigkeit des Autors, Personen und Orte zu beschreiben oder zu erschaffen, die den Leser geradezu in die Handlung hineinsaugen. Dies gilt für die kalifornische Kommunenszene ihre Unzulänglichkeiten und ihre exotischen Bewohner ebenso, wie für die eigenbrötlerischen Hinterwäldler und die natürliche Schönheit und Gefahren der unberührten Natur Alaskas. Die verschiedenen Standpunkte, gedanklichen und sozialen Hintergründe der handelnden Gruppen vermittelt Boyle dadurch, dass er abwechselnd aus der jeweiligen Sicht seiner fünf Protagonisten erzählt – Star, Marco und Ronnie, sowie Sess und Pamela.

    Ich weiß gar nicht, welchem der beiden Handlungsstränge, die sich aufeinander zubewegen, ich mit mehr Neugier und mehr Freude am Lesen folgte. Beide haben ihre Glanzlichter, aber auch ein paar Hänger. Die Reise der Hippiekommune und schon deren Vorbereitung empfand ich als ermüdend, wie ich auch die Geschichte um Pamelas Wahl ihres Lebenspartners in Alaska für aus der Luft gegriffen hielt. Von solchen, sehr raren Passagen abgesehen hat mich Drop City von vorne bis hinten gefesselt.

    Fazit: Wer in Bezug auf sein Alter allzu weit von den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts entfernt ist, wird wahrscheinlich Schwierigkeiten haben, die Romanhandlung nachzuvollziehen. Zu fremd und unverständlich dürfte das prä-feministische, sex-, drogen- und alkoholfixierte Kommunenleben und vor allen Dingen die ständig eingewobenen Verweise auf damals aktuelle Rockgruppen, deren Songs und Texte wirken. Lesern im passenden Alterskorridor aber dürfte T.C. Boyles Abrechnung mit dem Lebensentwurf einer Generation gefallen; vor allen Dingen deshalb, weil der Autor ohne jeden Sarkasmus das Versickern dieser Bewegung in den Notwendigkeiten des Lebens beschreibt. Aus meiner Sicht hat sich Boyle mit Drop City alle fünf Sterne verdient, obgleich mir bewusst ist, dass jüngere und ältere Leser als ich wahrscheinlich deutlich weniger Gefallen an diesem Roman haben werden.

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    ErleseneBuechers avatar
    ErleseneBuechervor 6 Jahren
    Rezension zu "Drop City" von T. C. Boyle

    Hippies, Drogen & Alaska
    Es geht in dem Roman zum einen um eine Hippiegemeinschaft, die in Kalifornien lebt, dort aber nicht mehr willkommen ist. Sie beschließen dann nach Alaska zu ziehen. Zum anderen wird das Leben von Sess Harder, einem einsiedlerischen Waldläufer in Alaska, berichtet, der Pamela heiratet, eine Frau, die aus der Großstadt vor der Kriminalität und dem Konsum fliehen möchte. Ihr Leben ist sehr harmonisch mit der Natur verbunden und eigentlich sehr unaufregend, bis die Hippiekommune plötzlich ihre Nachbarn werden.

    Insgesamt fand ich das Buch sehr gut und unterhaltsam. Ich wollte vor allem ein Buch über das Thema Hippies, Aussteiger, Kommune, Flower-Power lesen. All diese Ansprüche wurden erfüllt. Es zeigt ein beeindruckendes, realistisches und schonungsloses Bild dieser Szene.

    Vor allem wird einmal mehr deutlich, so frei, sozial und tolerant die Hippies oft dargestellt werden, so inkonsequent in ihrer Haltung und in ihrer Lebensführung sind sie. Des Weiteren hört die Toleranz oft auf, sobald die Mitmenschen nicht genau so denken. Freie Liebe heißt dann oft, jeder muss mit jedem schlafen und wenn man das mal nicht will, ist man gleich verklemmt. So wird im Buch sogar eine Vergewaltigung einer 14jährigen erwähnt. Des Weiteren ist der Drogenkonsum der Gemeinschaft schon enorm. Kein Tag vergeht ohne und da kann es auch schon mal vorkommen, dass selbst kleine Kinder eben LSD-geschwängerten O-Saft trinken. Das oberste Ziel ist relaxen und Arbeit kommt später, so dass z.B. die Klos verstopfen. Es ist insgesamt, wie gesag, ein schonungsloses, realistisches, aber völlig interessantes und faszinierendes Bild dieser Gesellschaft, dass T.C. Boyle zeigt, und in diesen wirklich guten Roman verpackt.

    Mir persönlich gefiel die Geschichte um Sess fast noch besser. Ich fand sie einfühlsamer und spannender - vor allem waren mir die Charaktere Sess und Pamela viel sympathischer.

    Bewertung: 4 von 5 Punkten

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    awogflivor 6 Jahren
    Rezension zu "Drop City" von T. C. Boyle

    Eine wunderbare Geschichte ganz im Boyle'schen Style über die Hippiekolonie Drop City, die von Kalifornien nach Alaska zieht und sich dort den Herausforderungen der Natur stellt. In ausgezeichneter Qualität wird der Alltag des Kommunenlebens geschildert von den Drogen über freien Sex und Versorgungs- bzw. Entsorgungsproblemen bis hin zum Lagerkoller. Alle Figuren sind sehr dicht und detailgetreu entwickelt.

    Leider war für mich der Roman etwas mühsam, was immer gleich daran zu erkennen ist, dass ich für ein Buch mehr als 1,5 Wochen benötige. 200 Seiten weniger würden die Qualität des Romans erheblich verbessern, ich muss wirklich nicht an jedem einzelen Jointzug, jeder ACID-Limo beteiligt sein und brauche auch nicht an jeder Raststätte auf dem Weg von Drop City Süd nach Alaska einkehren. Mit einer gezielten Reduktion der Seiten und Szenen würde die Geschichte erheblich an Tempo und Elan gewinnen. Aber dass kennt man ja von Boyle eh und auch von vielen anderen Amerikanern ohne überbordende epische Breite gehts einfach nicht.

    Fazit: Guter Roman super Story, aber ein bisschen weniger davon wär besser gewesen.

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    JimmySalarymanvor 7 Jahren
    Rezension zu "Drop City" von T. C. Boyle

    Ich denke, eines seiner wirklich guten Bücher. Vor allem funktioniert es als Abgesang auf diese bräsigen Hippie-Ideale. Es ist halt ein Unterschied, ob man aus der gepflegten Mittelklasse in eine Kommune aussteigt und einen leckeren Joint zum Frühstück durchzieht, und dann erstmal den halben Tag abgammelt, oder ob man wirklich dazu gemacht ist, in der rauen Natur zu (über)leben. Zwei unterschiedliche Handlungsstränge, die nach und nach und sehr behutsam zusammengeführt werden. TC Boyle kann natürlich grandios schreiben, und das zeigt er auch. Gute Dialoge, keine Redundanzen, die Handlung wird vorangetrieben. Ein uneitler Roman.

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    Holdenvor 8 Jahren
    Kurzmeinung: Die Hippiezeit erstaunlich negativ beschrieben.
    Rezension zu "Drop City" von T. C. Boyle

    Boyles großer Abgesang auf die Hippiezeit, erstaunlich realistisch und auch mit durchaus negativen Gesichtspunkten, während ansonsten die Zeit ja allgemein doch sehr verklärt wird. Der zentrale Handlungsstrang ist der Umzug einer Kommune aus Kalifornien nach Alaska. Als Resummee des Ganzen kann man festhalten, daß das Hippiedasein eben nur für einen bestimmten Menschenschlag der richtige way of life ist.

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    FlorianTietgens avatar
    FlorianTietgenvor 8 Jahren
    Rezension zu "Drop City" von T. C. Boyle

    Der Roman erzählt zwei Geschichten. Die von Sess und Pamela, die in Alaska heiraten und überleben, die sich dort einrichten und deren Kampf gegen Joe Bosky, der es aus irgendeinem Grund auf Sess abgesehen hat. Und er erzählt die Geschichte einer Hippiekommune, insbesondere der Leben von Pan, Star und Marco, die von Kalifornien nach Alaska zieht und sich etwas blauäugig den Bedingungen dort stellt.
    Die Charaktere sind einprägsam und genau gezeichnet, manchmal vielleicht etwas übertrieben und in den Nebenfiguren manchmal etwas eindimensional. Die Landschaften sind lebendig und werden spürbar und sinnlich geschildert.
    Insgesamt ist das Werk in für Boyle typischer Art etwas geschwätzig und man verpasst nichts, wenn man mal einige Zeilen überspringt oder sehr rasant quer liest. Auch geht durch die Detailbesessenheit zuweilen die eigene Fantasie etwas verloren.
    Der für mich spannendste Konflikt war der zwischen den der kapitalistischen Gesellschaft überdrüssiger Stadtkinder, die vegetarisch zurück zur Natur wollen und den Lebensgewohnheiten derer, die ohnehin fernab des schlimmsten Kapitalismus lebend auf Fleisch zum Überleben nicht verzichten können. Insofern war es eine gute Idee, die Hippies ausgerechnet nach Alaska ziehen zu lassen, denn dort prallen verwöhnte Luxusaussteiger auf eine Welt, die sich so doch nicht herbeigesehnt hatten, obwohl sie doch dem propagierten Ideal am nächsten kommen müsste. Andererseits wertet genau dieses Setting die Motive der Hippies natürlich herab, denn die Fragen, die sie stellen, waren natürlich genau so wichtig und berechtigt wie die, die Pamela den Kommunemädchen bezüglich des Drogenkonsums stellt.
    Die individuellen Motive, sich der Bewegung anzuschließen, sind dort, wo sie genauer beleuchtet wurden, natürlich so verschieden wie sie nur sein können. Politische Überzeugungen verkommen auch so oft zu Phrasen und der Frage: Waren die Hippies überhaupt politisch?
    Das Buch ist auf alle Fälle unterhaltend, für mein Gefühl dennoch mindestens 100 Seiten zu lang, trifft in Beschreibungen sicher Geist und Atmosphäre der Hippiebewegung, auch, wenn ich die nach wie vor wichtig finde.

    Kommentare: 1
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    LarissaMarias avatar
    LarissaMariavor 8 Jahren
    Rezension zu "Drop City" von T. C. Boyle

    eines meiner Favoriten... Sehr realistisch erzählt, zeigt die sonnigen sowie auch die Schattenseiten des Daseins als "Blumenkind" ...

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    Neil Jungs avatar
    Neil Jungvor 9 Jahren
    Rezension zu "Drop City" von T. C. Boyle

    Zwei Erzählstränge: eine Hippiekommune in Kalifornien, bei denen nicht alles, aber doch einiges Love & Peace ist; und ein Trapper in Alaska, der eine Frau findet, die raus aus der Stadt will. Irgendwann treffen die beiden Geschichten aufeinander, weil die Hippies die Ranch in Kalifornien räumen müssen und in die eisige Dunkelheit Alaskas ziehen, wo gerade eine Hütte verfügbar ist. Harte Zeiten für die Hippies. Eine interessante Ausgangslage, sehr witzig und treffend geschrieben.

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