T. C. Boyle Drop City

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Inhaltsangabe zu „Drop City“ von T. C. Boyle

It is the seventies, at the height of flower power. Star has just joined Drop City, a hippie commune in sunny California living the simple, natural life. When the authorities threaten to close down Drop City, the hippies abandon camp and head up north to Alaska. But neither they nor the inhabitants of Boynton are prepared for each other.

Typisch Boyle - Tolle Sprache, schräge Typen, der Mensch als Biest und die Unerbittlichkeit der Natur.

— Lesemanie

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  • Tolle Sprache, schräge Typen, unerbittliche Natur

    Drop City

    Lesemanie

    05. December 2015 um 09:34

    Star (eigentlich Paulette Regina Starr) hat sich befreit. Sie hat das enge Leben ihrer Eltern im Staat New York hinter sich gelassen, hat ihre Stelle als Lehrerin aufgegeben, hat den amerikanischen Kontinent einmal von Ost nach West durchquert und hat sich mit ihrem Jugendfreund Ronnie / Pan in Drop City niedergelassen. Diese Kommune in Kalifornien besteht auf einigen Hektar Farmland, das Norm, der das Land von seinen Eltern geerbt hat, allen zur Verfügung stellt. Norm selbst wird von den anderen als erleuchtete Führungsfigur wahrgenommen - eine Rolle, der er sich zumeist erfolglos zu entziehen sucht. Die Bewohner der Kommune wollen hier ein harmonisches Leben als erleuchtete Selbstversorger führen. Doch die Harmonie wird durch zwischenmenschliche Konflikte gestört und Star ist nicht die einzige der jungen Frauen, die den Eindruck hat, ihren Körper allen Männern auch gegen ihren Wunsch zur Verfügung stellen zu müssen, und der auffällt, dass es immer die Frauen sind die, wie ihre Mütter und Großmütter vor ihnen, das Essen kochen, den Abwasch machen und das Putzen übernehmen. "Erleuchtung" lässt sich dank diverser chemischer und pflanzlicher Substanzen erlangen, doch spätestens als Ronnie im Drogenrausch körperlich nicht mehr in der Lage ist, der Vergewaltigung einer Minderjährigen Einhalt zu gebieten wird zumindest dem Leser klar, dass die Kommunenmitglieder im Kollektiv ihre Handlungsfähigkeit aufgeben um sich in andere geistige Sphären zu begeben. Auch mit der Selbstversorgung ist es nicht weit her. Zwar gibt es zwei Ziegen in der Kommune, die von Starr täglich versorgt und gemolken werden, doch richtigen Ackerbau möchte keiner betreiben; stattdessen nutzen sie die vom Staat bereitgestellten Essensmarken; mancher kratzt ein wenig Erspartes zusammen, andere bedienen sich im Laden heimlich an der Käsetheke. Im Gegensatz dazu versorgen sich Pamela und Sess Harder tatsächlich zum größten Teil selbst. Mehrere tausend Kilometer nördlich von Drop City, leben die beiden in einer Blockhütte in Alaska drei Stunden entfernt von der nächsten Siedlung. Genau wie Star hat Pamela sich befreit; hat ihren Bürojob in der Stadt an den Nagel gehängt und sich mit Sess gezielt einen Partner gesucht, mit dem sie in der Wildnis überleben kann. Nicht nur erinnert Pamela sich an glückliche Sommer mit ihren Eltern in der freien Natur; sie ist auch davon überzeugt, dass die Gesellschaft vor die Hunde gehen wird: je mehr Hippies sich dem Drogenkonsum und freier Liebe hingeben, so ihre Logik, desto weniger Leute werden das Land bestellen, kluge politische Entscheidungen treffen oder die Interessen der USA im Ausland vertreten. Die gesellschaftliche Ordnung wird zusammenbrechen, davon ist Pamela überzeugt. Sie will also vorsorgen - will sich so weit wie möglich von Hippies fernhalten und bereits jetzt lernen, wie sie ohne Recht und Ordnung für sich sorgen kann. Sess Harder ist in dieser Hinsicht der richtige Mann. Er jagt, fischt und verkauft im Herbst Felle um mit den Erlösen Reis und Nudeln kaufen zu können. Er lebt im Einklang mit der Natur, hat seine Blockhütte mit eigenen Händen erbaut und begegnet der jungen Frau mit sanfter Schüchternheit. Pamela und er heiraten, sie zieht zu ihm und bereitet sich mit ihm auf ihren ersten Winter in der Wildnis vor. Wenn da nicht der Buschpilot Joe Bosky wäre, den mit Sess eine tödliche Feindschaft verbindet, müsste Pamela sich um wenig mehr sorgen als um die Notwendigkeit, vor Wintereinbruch genügend Proviant zu erwirtschaften. Es kommt wie es immer kommt bei T.C. Boyle: zum Zusammenstoß. Als Recht und Gesetz Norms Kommune ein Ende bereiten und die Hütten und Zelte abreißen, in denen die Bewohner Drop Citys wohnen, schwingt sich Norm zum ersten Mal mit voller Begeisterung zum Anführer der Gruppe auf und präsentiert den verdutzten Kommunen-Mitgliedern die Lösung: die leerstehende Hütte seines Onkels in Alaska soll als Mittelpunkt eines neuen Drop City dienen. "Drop City North" nennt er das, und viele seiner Anhänger - darunter auch Star und Ronnie - folgen ihm in den Norden. Während die Gruppe dort in direkter Nachbarschaft zu Pamela und Sess Harder darum kämpft, Fuß zu fassen, eskaliert die Feindschaft zwischen Sess und Joe Bosky. Wie es für ihn so typisch ist, lässt Boyle in Drop City seine Charaktere unerbittlich durch Selbstzweifel und Schicksalsschläge hindurch in Richtung (Selbst-) Zerstörung wandern. Sie müssen feststellen, dass sie in und mit der Natur leben können, dass sie sich jedoch durch den Menschen nicht bezwingen lässt. Und dass der schlimmste Feind des friedlichen Miteinander immer der Mensch selbst ist. Seinem Rezept in der Erstellung und Mischung von Charakteren bleibt Boyle treu - wer viel von ihm liest, wird die Konstellation also wiedererkennen. Und doch vermag Boyle es, überraschende Wendungen einzubauen und sprachlich schafft er, wie in jedem Buch, das ich bis jetzt von ihm verschlungen habe, wieder eine Vielzahl von Bildern, dank derer das Lesen so Spaß macht ("The morning was a fish in a net, glistening and wriggling at the dead black border of her consciousness...").

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  • Vom Scheitern einer Ideologie

    Drop City

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. June 2014 um 09:37

    Auf dem kalifornischen Stück Land, das der Hippie Norm Sender geerbt hat, hat sich eine Hippiekommune angesiedelt: Drop City. Jeder ist willkommen, man trinkt mit LSD versetzen Orangensaft, spielt Tag und Nacht Gitarre und kauft mit den Lebensmittelmarken vom Sozialdienst den nächsten Supermarkt leer. Alles in allem also ein sorgloses Leben. Doch dies gefällt nicht allen und die Hippies werden aus ihrem kleinen Paradies vertrieben. Norm Sender verfällt dann auf die Idee, mit der Kommune nach Alaska umzuziehen, wo er eine Trapperhütte, in der einst sein Onkel gewohnt hat, besitzt. In der Fantasie der Kommune wird Alaska zu einem Ort, in dem ständig die Mitternachtssonne scheint, einem die gebratenen Lachse nur so ins Maul springen und der Arm des Gesetzes nicht hinreicht - perfekt für Drop City North. Voller Illusionen fahren sie also nach Alaska und richten sich dort ein. Zuerst scheint auch alles einigermassen zu klappen und die Kommune fasst Fuss am Ufer des Thirtymile River. Doch mit dem Winter kommen harte Zeiten für die Bewohner von Drop City North. Die Bewohner müssen sich in wenigen Hütten zusammendrängen und haben gegen Kälte, wilde Tiere und letztlich auch sich selber zu kämpfen. T.C. Boyle hat sich für Drop City einen äusserst spannenden Plot ausgedacht. Mit viel psychologischer Genauigkeit zeichnet er die Figuren. Er geht sehr kritisch mit der Hippiekultur um und entlarvt viele der hehren Hippie-Ideale als hohle Phrasen, die fallen gelassen werden, sobald sie auf dem Prüfstand stehen. Damit wird Drop City zu einem realistischen Abbild der Sechzigerjahre, welches die Sonnen- und Schattenseiten jener Zeit zeigt. Leider zieht sich das Buch teilweise etwas in die Länge, aber dennoch enthält das Buch auch immer wieder spannendere Passagen. Das Buch ist allen zu empfehlen, die sich für menschliche Abgründe und eine Hippiekultur abseits verklärter Bilder interessieren.

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  • Rezension zu "Drop City, Englisch edition" von T. C. Boyle

    Drop City

    PrinzessinMurks

    10. March 2010 um 21:37

    Eine durchgeknallte Hippie-Komune entflieht ihren Sozialkonflikten in Californien und reist mit einem Bus nach Alaska um dort auf einem geerbten Grundstück ein freies Leben im Einklang mit der Natur und sich selbst zu führen. Leider hat es die Rechnung ohne die Nachbarn gemacht. Ja, auch in Alaska hat man durchaus Nachbarn. Zum Beispiel die bärbeißigen Trapper, der seit Neustem eine Frau im Haus - äh in der Hütte hat. Da schwelen Konflikte schwelen, da offenbart sich Lebensblindheit. Großartig erzählt!

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  • Rezension zu "Drop City" von T. C. Boyle

    Drop City

    magdei

    26. November 2007 um 21:18

    Eines der besten Bücher von Boyle. Ich kann es nur jedem empfehlen, der mal etwas über die amerikanischen Hippies erfahren möchte.

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