T. C. Boyle Riven Rock

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Inhaltsangabe zu „Riven Rock“ von T. C. Boyle

'Zwanzig Jahre lang, zwanzig öde, einförmige Jahre lang bekam Stanley McCormick keine Frau zu Gesicht, Weder seine Mutter noch seine Schwestern, noch seine eigene Frau.'

Als Stanley McCormick, Sohn des Erfinders des Mähdreschers und damit Erbe eines gigantischen Vermögens, die schöne Katherine Dexter heiratet, bezeichnen die amerikanischen Gazetten dieses Ereignis als 'Jahrhunderthochzeit', Doch Stanley McCormick erweist sich als seelisch krank: Er hört Stimmen, sieht unsichtbare Dinge, und vor allem seine heftigen Ausfälle gegenüber Frauen machen ihn äußerst gefährlich.

Die Ärzte diagnostizieren Schizophrenie und sexuelle Wahnvorstellungen, und nach verheerenden Flitterwochen wird er in sicheren Gewahrsam verbracht, nach Riven Rock, in einen festungsartigen Palast der McCormicks in Kalifornien. Zwanzig Jahre lang versuchen sich alle möglichen Mediziner mit den verrücktesten Therapien an ihm, einer ehrgeiziger und verschrobener als der nächste. Zwanzig Jahre darf Katherine ihren trotz allem geliebten Mann nicht besuchen, dann endlich erhält sie Zutritt zu ihm. Unter strengsten Vorsichtsmaßnahmen.

Leider weniger als ich mir erhofft hatte, auch wenn der Roman stellenweise zu fesseln vermag.

— BluevanMeer

T.C. Boyle schreibt über sexuelle Wahnvorstellungen? Da hätte definitiv mehr kommen müssen!

— CorinnaSmiles

Voll schräg

— Elsa_Rieger

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  • Riven Rock

    Riven Rock

    BluevanMeer

    01. October 2016 um 17:28

    Stanley McCormic ist der reiche Erbe eines Landmaschinenimperius. Der Millionär sieht gut aus, er ist beliebt und die studierte Katharine Dexter, die dazu noch ein eigenes Vermögen mitbringt, hat sich den Junggesellen geangelt. Ein High-Society-Traumpaar. Wären da nicht diese leidigen Wahnvorstellungen, die Stanley Tag um Tag begleiten. Schon seine Schwester fiel dem Wahnsinn anheim und so beschließt die Ehefrau Stanley in einer gigantischen Villa unterzubringen und ihm jede Pflege und Therapiemöglichkeit zukommen zu lassen, die die klinische Psychologie, die noch in den Kinderschuhen steckt, zu bieten hat. Allerdings darf sie ihren Mann nicht sehen. Da er eine Frau angegriffen hat, wird ihr der Kontakt verboten und McCormic lebt allein mit seinen Pflegern und Therapeuten für mehrere Jahre. Im Roman, das ist nicht zu leugnen, kommt T.C. Boyles Talent für das Erzählen gekonnt recherchierter Biografien zu Tage. Denn McCormic und seine Frau sind historisch verbürgte Persönlichkeiten, Katherine Dexter war Mitglied der Suffragetten-Bewegung und auf ihr Betreiben hin und durch ihre finanzielle Unterstützung wurde die Anti-Baby-Pille mitentwickelt. Eine gute Basis, für eine spannende Geschichte, die mich auf einen ähnlichen Roman wie Dr. Sex hoffen ließ. Parallel zu Stanleys Geschichte wird auch der Pfleger von Stanley, Eddie O'Kane, Teil des Romans. Er ist ein ähnlicher Frauenheld wie McCormic - wäre dieser nicht psychisch krank. O'Kane hat seine schwangere Frau zurückgelassen und will sein Geld verdienen, die Situation eskaliert, als seine Frau ihm nachreist und bei ihm bleiben möchte. O'Kane tut alles für McCormic und ist gleichzeitig fasziniert von seiner kühlen und schlauen Frau Katherine und ist selbst vielen anderen Frauen und dem Alkohol nicht abgeneigt. Sein Traum ist ein Orangenhain und das große Geld, aber wie das immer ist, so einfach geht das eben nicht. Er hält viele der Therapien und die entsprechenden Therapeuten für Scharlatane und muss doch eingestehen, dass McCormic sehr viel besser behandelt wird, als die Patienten der örtlichen Psychiatrie, deren Therapie darin besteht, mit kaltem Wasser abgeduscht zu werden. Spannend und gelungen fand ich die Beziehung zwischen O'Kane und McCormick, die so viel Zeit ihres Lebens miteinander verbringen, während gleichzeitig kaum eine Besserung in Stanleys Leben einzutreten scheint. Es ist faszinierend, welche Therapiemöglichkeiten ausprobiert werden und es ist spannend, wie sich das Anwesen und seine Bewohner über die Jahre verändern. Gleichzeitig und das ist für mich ein großes Manko, bleiben McCormick, der gestörte Patient mit einer überfürsorglichen Mutter und einer gestörten Sexualität relativ eindimensional. Gleiches gilt für die starke Katherine Dexter, die sich der Frauenbewegung anschließt. Allein O'Kane scheint mir am Ende des Romans greifbar. Das ist schade, denn von T.C. Boyle habe ich schon spannendere Romane gelesen.

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  • Was für eine Fülle

    Riven Rock

    Elsa_Rieger

    18. October 2015 um 12:14

    ist das wieder in dem Roman von T.C. Boyle. Nahezu überschwappend dieser Irrsinn. Der arme Mr McCormick, ein Gejagter seiner inneren Richter, der Unfähigkeit Sexualität als etwas Normales sehen und fühlen zu können, eine übermächtige Mutter, eine ebenfalls psychisch kranke große Schwester. Dann die Jahrzehnte, in denen der Millionär weggesperrt leben muss. Erzählt wird aus der Sicht seines Hauptpflegers und der langsam vertrocknenden, McCormick stets liebenden Ehefrau des Schizophrenen, Katherine. Da ich Fan des Autors bin, war mir keinen Moment langweilig. Der kann das, üppig und ausladend erzählen, trotzdem ganz nahe und wahrhaftig zu schreiben. Klasse!  

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  • Rezension zu "Riven Rock" von T. C. Boyle

    Riven Rock

    Holden

    11. January 2011 um 16:03

    Eine von Boyles höchst gekonnten politisch-historischen Beschreibungen, diesmal von reichen Industriellen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Frauenbewegung (Stichwort Suffragetten) und der damaligen Diagnose und Therapie psychischer Störungen.

  • Rezension zu "Riven Rock" von T. C. Boyle

    Riven Rock

    trixi

    11. December 2009 um 13:14

    Habe einige Bücher von Boyle gelesen, dies ist definitiv mein Lieblingsbuch von ihm. Seine Beschreibung der menschlichen Abgründe ist faszinierend und schauerlich zugleich.

  • Rezension zu "Riven Rock" von T. C. Boyle

    Riven Rock

    Wortklauber

    11. May 2009 um 17:40

    Amerika, vor dem ersten Weltkrieg. Stanley McCormick ist der Erbe des McCormick-Mähmaschinen-Imperiums. Er ist reich und sieht blendend aus. Als er Katherine Dexter, ebenfalls Mitglied der Oberen Zehntausend, kennen und lieben lernt, ist es eine Verbindung, die brillianter nicht hätte arrangiert werden können. Dem steht nur eins massiv entgegen: McCormick ist geisteskrank. Die Ehe wird - trotz massiver Zweifel auf Seiten der Braut - geschlossen, aber nie vollzogen. McCormick verbringt Jahrzehnte in einem riesigen Haus, das für seine ebenfalls geisteskranke und mittlerweile verstorbene Schwester gebaut worden ist, die meisten Zeit in Räumlichkeiten mit vergitterten Türen und Fenstern und angeschraubten Möbelstücken, in Gesellschaft seiner Pfleger und wechselnder Psychiater, jahrelang, ohne auch nur ein einziges weibliches Wesen zu Gesicht zu bekommen, seine Mutter nicht und auch nicht seine Frau. Von weiblichem Pflegepersonal hat man tunlichst Abstand genommen, da sich McCormicks Sexualpsychose in gewalttätigen Ausbrüchen gegen Frauen Bahn bricht. Trotzdem lässt sich seine Frau nicht beirren. Sie hat einen anderen Stanley kennengelernt und diesen Stanley will sie zurückhaben. Jahrzehntelang wacht sie über seine Behandlungen, unbeirrt klammert sie sich an seine zukünftige Genesung. Während ihr Gatte ein frauenloses Leben führt, führt sie quasi ein männerloses Dasein, immer das fünfte Rad am Wagen bei gesellschaftlichen Anlässen, verheiratet, aber kinderlos, auf dem besten Wege zur alten Jungfer. Sie schließt sich der aufkommenden Frauenbewegung an und unterstützt den Kampf um das Wahlrecht für Frauen wie auch das Recht auf Empfängnisverhütung. Stanley McCormick und Katherine Dexter-McCormick sind historisch verbürgte Personen. (Durch die finanzielle Unterstützung letzterer wurde die Erfindung der Anti-Baby-Pille vorangetrieben.) Auch das Anwesen Riven Rock hat es tatsächlich gegeben. T. C. Boyle hat aus der Geschichte dieser beiden Menschen einen Roman gemacht, indem er um dieses Gerüst realer Personen und Ereignisse einen Mantel erfundener oder halb-erfundener Personen und deren Erlebnisse legt. Allen voran ist da Eddie O'Kane, McCormicks erster Pfleger. O'Kane ist ein Frauenheld, das, was McCormick auch hätte sein können, wäre er nicht krank. Er sieht blendend aus und kommt gut an bei Frauen. Unglücklicherweise hat er eine davon geschwängert und sah sich genötigt, früh zu heiraten. Als er das Angebot bekommt, McCormick in sein privates Sanatorium nach Kalifornien zu begleiten, nimmt er diese Chance nur zu gern wahr. Weg von der Ostküste, raus aus dem Irrenhaus! Trotzdem hofft O'Kane auf die Genesung seines einzigen Patienten, auf die Dankbarkeit, die der ihm eines Tages erweisen wird. O'Kane, der mit dem "Drei-Uhr-Glück in den Augen", will Weib, Wein und Gesang, ein Leben unter einem blauen Himmel und vielleicht einen Orangenhain. Frauen bekommt er ein paar (seine eigene verlässt ihn mit dem gemeinsamen Sohn), auch wenn sie verheiratet sind oder mit den Jahren an Gewicht zulegen, auch wenn er am Ende McCormick öfter nackt gesehen hat als jede Frau in seinem Leben. Als weitaus tröstender und verlässlicher erweist sich der Alkohol. Hinzu kommen mehrere Psychiater, die McCormick in Riven Rock betreuen (mehr oder weniger) und von denen die meisten selbst (mehr oder weniger) einen Psychiater nötig hätten. Der Roman wird nicht chronologisch erzählt, sondern beginnt mit den Vorbereitungen, McCormick nach Riven Rock zu verlegen. Wie es dazu gekommen ist, erfährt man in eingestreuten, episodenhaften Passagen, die diesem Ereignis vorgreifen und die Personen zu dem gemacht haben, was sie sind und dorthin gebracht haben, wo sie sind. So gibt es im Grunde genommen zwei Erzählstränge, einen von McCormicks Einzug in Riven Rock bis zu seinem Tod (in Riven Rock) und einen von seiner Kindheit über seine Jugend, seiner Hochzeit ... bis zu dem fatalen Tag, der seine Einweisung in eine Anstalt bedingt. Was mir besonders gut gefallen hat ist Boyles Fähigkeit, Personen originell und bildhaft zu beschreiben, deren Geisteshaltung, wie auch ihre Physionomie. Wenn er von einem der Pfleger behauptet, sein Kopf sei mit den Jahren immer schwerer geworden, wie das bei den Schädeln von alten Krokodilen der Fall ist, bin ich geneigt, das zu glauben, auch wenn ich nichts von Krokodilen verstehe. Es gibt Stellen beißender Ironie und herrlichen Humors - auch wenn der Roman an sich wenig Raum für heitere Stellen lässt. Überhaupt verfügt Boyle über eine sehr bildreiche und originelle Sprache. Manchem Lesern wird vielleicht bitter aufstoßen, dass ja eigentlich nicht viel passiert auf diesen immerhin doch über 500 Seiten. Es gab auch für mich fesselnde Passagen und weniger interessante. Der Wechsel zwischen den beiden Erzählsträngen gibt dem Roman einen eigenen Reiz. Meistens wollte ich mehr über die Zeit lesen, die gerade erzählt wurde - was sich jedoch während der "anderen" Zeit genauso ergab; so sollte es sein. So kam bei mir keine Langeweile auf - was bei einer chronologischen Erzählweise bzw. einem Autor, der mehr Wert auf Vollständigkeit gelegt hätte, leicht hätte passieren können. Boyle lässt mitunter Jahre aus - was unabdingbar ist, wenn man von einem Mann erzählt, der in seinem Haus, aber eigentlich in seinem Kopf gefangen ist.

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