T. C. Boyle Wenn das Schlachten vorbei ist

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Inhaltsangabe zu „Wenn das Schlachten vorbei ist“ von T. C. Boyle

An einem Märztag 1946 schippert Beverly mit ihrem gerade aus dem Krieg heimgekehrten Ehemann und dessen Bruder auf ihrem kleinen Boot vor der Südküste Kaliforniens. Sie wollen in der Nähe der Inseln vor dem Santa-Barbara-Kanal angeln. Doch dann bricht ein Unwetter aus, und Beverly kommt knapp mit dem Leben davon, die beiden Männer ertrinken. Etwa 50 Jahre später kämpft ihre Enkelin Alma, eine Umweltschützerin, vehement für die Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts dieser Inseln. Sie sind von Ratten verseucht, von Wildschwei- nen überlaufen und von fremden Adlern heimgesucht. Im gegnerischen Lager engagiert sich Dave LaJoy, um das Leben der Tiere zu retten. Wer ist hier gut, wer böse.

Was ist Naturschutz? Die Dialektik im Handeln der Charaktere ist phänomenal.

— Mixia
Mixia

Boyle at its best!

— steinhaufen
steinhaufen

Lange kein so vielschichtiges Buch gelesen. Während und auch nach dem Lesen ist man ständig gefordert. Top!

— Schmiesen
Schmiesen

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Eine humorvolle, aber auch zum Nachdenken anregende Geschichte.

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  • Wenn eine Insel zum Schlachtplatz wird...

    Wenn das Schlachten vorbei ist
    BluevanMeer

    BluevanMeer

    31. December 2016 um 15:33

    "Das ist bei ihm ganz automatisch: Ein Penner ist für ihn ein Penner und nicht ein Obdachloser oder ein wenig vom Glück begünstigter oder ein Bedürftiger oder ein nichtsesshafter Mitbürger oder wie man es gerade auszudrücken hat, (...) aber seine Sympathien gehören eben den Tieren, die gar keine Wahl haben - den Schweinen, die mit Elektroschocks zur Schlachtbank getrieben werden, den Hühnern, die am Fließband zerlegt werden, obwohl sie noch halb am Leben und bei Bewusstsein sind, den Kaninchen und Eseln und Schafen, die der Park Service auf Santa Barbara, San Miguel und Santa Cruz hat abschlachten lassen, ohne mit der Wimper zu zucken -, und nicht irgendeinem weißhaarigen, aufrecht gehenden Primaten, der nicht in einem Land der dritten Welt aufgewachsen ist, sondern alle Vorzüge eines Lebens in Amerika genossen hat und trotzdem in einer infantilen Regression den ganzen Tag auf einer Wiese herumliegen und an einer Flasche nuckeln will. Ist das ein fundamentaler Widerspruch: für Tiere, gegen Menschen?" (S.92) Auf den Channel Islands (San Miguel (Schauplatz und Titel eines anderen T.C. Boyle Romans), Santa Cruz, Santa Rosa und Anacapa) liefern sich zwei feindlich gesinnte Gruppen einen erbitterten Wettstreit um die öffentliche Meinung, Ressourcen, Einfluss, Gelder und natürlich Grund und Boden. Auf der einen Seite stehen die Ökologen um die Forscherin Alma, die versuchen das sensible Ökosystem der Inseln zu retten, auf der anderen Seite stehen die radikalen Tierschützer um den Aktivisten Dave LeJoy. Nur ein kleines Detail am Rande: ein Date zwischen den beiden ist nicht gerade gut ausgegangen. Alma versucht mit ihrem Team die Nistplätze der Vögel zu retten, auch um den Preis, das andere Tiere dafür getötet werden müssen. Sie lässt systematisch die völlig gesunden und friedlich lebenden Schweine erschießen, die auf der Insel ein zuhause gefunden haben. Dave spricht polemisch von Hinrichtungen und schwört, erst aufzugeben, "wenn das Schlachten vorbei ist". Das der Kerl ansonsten nicht der sympathischste ist, habe ich versucht, mit dem Zitat oben zu verdeutlichen. Seine Mitmenschen sieht ihm herzlich egal, aber die Tiere zählen. Irgendwie. Auf der anderen Seite retten Dave und seine Aktivistengruppe Waschbären und andere Tierchen und bringen sie "zurück in die Natur", also auf die unbewohnte Insel und sorgen dafür, dass sie sich, dank fehlender natürlicher Feinde unkontrolliert vermehren und aussterbende Vogelarten bedrohen. Boyle skizziert auf etwas über 400 Seiten ein moralisches Dilemma, in dem er auf schwarz-weiß Charakterisierungen verzichtet. Stattdessen bleibt es den Leser_innen überlassen, ein Urteil zu fällen und das ist gar nicht so einfach. Denn natürlich spielt nicht nur der Naturschutz, bzw. der Artenschutz eine Rolle, wenn es um die individuellen Entscheidungen der beiden HauptprotagonistInnen geht, die sich erbittert ihrer Sache verschrieben haben und dabei radikal ihre Positionen vertreten. Letztlich bleibt die Natur aber ein unberechenbares Element. Neben den Auseinandersetzungen um die Schweine, geht es auch um das Leben mit der Natur. Denn auch Daves Freundin Anise kennt sich mit den Inseln gut aus. Ihre Mutter lebte hier vor langer Zeit und bewirtschaftete das Land und kümmerte sich um die Schafzucht und lebte vom Verkauf des Fleisches. Bis der Pächter den Vertrag änderte und Hobbyjägern Zutritt zur Insel gewährte, weil sich der Verkauf der Tiere als Jagobjekte eher rentiert als das bloße Fleisch zu verkaufen. Anises Mutter trauert um die Tiere, aber die Frage bleibt: was ändert sich denn? Geschlachtet wird so oder so... Das Schlachten geht nicht vorbei und der Roman lässt mich mit vielen Fragen zurück, die nicht unbedingt bequem oder leicht zu beantworten sind. Für mich Boyles bester Roman bisher.

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  • Lesechallenge im Dezember: Ein Monat voller Rezensionen und Lesestunden - der LoReSchreMa

    LovelyBooks Spezial
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    Lesechallenge im Dezember: Ein Monat voller Rezensionen und Lesestunden - der LoReSchreMa! Zum Ende des Jahres widmen wir uns dieses Mal bei der LovelyBooks Lesechallenge nicht einem einzelnen Buch, sondern drehen die Spieß um und schreiben selber! Rezensionen nämlich! Nachdem wir das ganze Jahr über so viel gelesen haben, nutzen wir die besinnliche Zeit, um all die Rezensionen zu schreiben, die während des Jahres liegengeblieben sind!Beim großen LovelyBooks-Rezensions-Schreib-Marathon wollen wir dafür sorgen, dass der Stapel der unrezensierten Bücher schrumpft und wir frisch und fröhlich ins neue Jahr starten können! Macht mit, rezensiert, was das Zeug hält und gewinnt mit etwas Glück großartige Buchpakete mit neuen Büchern, die auf eure Rezensionen warten!Vom 08.12.2016 bis zum 01.01.2017 dreht sich beim LoReSchreMa alles um eure Rezensionen bei LovelyBooks. Wir wollen mit euch Tipps und Tricks zum Schreiben von Rezensionen austauschen, darüber sprechen, wie man Kritik in Rezensionen gut verpackt und selbstverständlich durch all die vielen Rezensionen stöbern, die ihr im letzten Jahr gelesen habt!Als großartiges Finale gibt es zum Ende des LoReSchreMa einen Lesemarathon vom 27.12. bis 01.01.2017, mit dem wir das Jahr gebührend ausklingen lassen! Schließlich wollen wir dann direkt mit neuen Rezensionsstoff ins neue Jahr einsteigen!Was ist ein LoReSchreMa?LoReSchreMa steht für "LovelyBooks-Rezensions-Schreib-Marathon". Vom 08.12.2016 bis zum 01.01.2017 möchten wir uns Zeit dafür nehmen, das vergangene Lesejahr Revue passieren zu lassen und all die Rezensionen zu schreiben, die bisher auf der Strecke geblieben sind. Natürlich müsst ihr nicht die gesamte Zeit über Rezensionen schreiben, sondern es ist so gedacht, dass jeder mitmachen kann, wann und wie er möchte. Hier haben wir dann einen gemeinsamen Platz, an dem wir uns darüber austauschen können, welche Rezensionen wir geschrieben haben.Wie kann man mitmachen?Jeder ist herzlich willkommen hier jederzeit mitzumachen. Einfach drauflosschreiben und dabei sein - wir freuen uns über jeden, der uns ein kleines oder auch großes Stück unseres LoReSchreMa begleiten möchte. Dasselbe gilt natürlich auch für den Lesemarathon am Ende der Aktion. Für die Abwechslung zwischendurch, werden wir hier während der Aktion kleine Fragen oder Aufgaben stellen, bei denen ihr gern mitmachen könnt. Natürlich ist das kein Muss, aber es macht immer wieder viel Spaß, auf diese Weise andere Leser kennen zu lernen, neue Rezensionen zu lesen und dadurch vielleicht das ein oder andere Buch zu entdecken. Selbstverständlich könnt ihr gern auch über eure Blogs und Social Media Kanäle teilnehmen. Verwendet hierbei bitte den Hashtag #loreschrema - so können wir unsere Beiträge leicht wiederfinden.Zu gewinnen gibt es auch etwas! Unter allen Usern, die hier ihre neu erstellten Rezensionen mit uns teilen, verlosen wir 5 Buchpakete von LovelyBooks mit neuem Lesestoff für euch! Wir freuen uns schon sehr auf den LoReSchreMa und sind gespannt, welche Rezensionen in dieser Zeit entstehen!

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  • Die Menschen, die Tiere und das Schlachten

    Wenn das Schlachten vorbei ist
    Schmiesen

    Schmiesen

    17. December 2016 um 16:02

    Inhalt: Auf einer vorgelagerten Inselgruppe der amerikanischen Stadt Santa Barbara zeichnet sich eine ökologische Katastrophe ab. Endemische Tier- und Pflanzenarten sind bedroht durch vom Menschen eingeschleppte Arten. Auf Anacapa treiben Ratten ihr Unwesen, auf Santa Cruz wüten Schweine. Nun gibt es zwei Lager, die sehr gegensätzliche Ziele verfolgen: Auf der einen Seite steht Alma, promovierte Biologin/Ökologin und führende Mitarbeiterin des Park Service, die die Ausrottung dieser eingeschleppten Tierarten vorantreibt. Auf der anderen Seite haben wir Dave LaJoy mit seinen Anhängern, ein cholerischer, unsympathischer Aktivist, reich geworden durch den Verkauf von Elektro-Artikeln. Immer wieder kreuzen sich die Wege der beiden, und beide meinen sie, das für das Öksystem Richtige zu tun: Alma will die einheimischen Arten retten, LaJoy ist jedes Leben heilig und er schreckt vor nichts zurück, um den Park Service aufzuhalten.Meine Meinung: Objektive Antworten sucht man in diesem Buch vergeblich. Es entwickeln sich lediglich persönliche, subjektive Tendenzen. So war mir LaJoy einfach durchweg unsympathisch mit seinen Versuchen, selbst Ratten zu schützen, die nichts weiter tun, als endemischen Vogelarten die Eier zu klauen. Wesentlich lieber waren mir Almas Ansätze.Sie waren logisch nachvollziehbar, wissenschaftlich begründet und im Endeffekt effektiv. Denn Ratten können überall leben, einmalige Vogelarten jedoch nicht.Doch Boyle lässt keinen eindeutigen Schluss zu. Immer wieder sehen sich beide Protagonisten vor Wirklichkeiten gestellt, die ihre Haltung erschüttern. So ist auch Alma eine leidenschaftliche Tierschützerin und kann sich oft nur schwer mit dem Gedanken anfreunden, Leben auszulöschen. LaJoy hingegen zeigt sich uneinsichtig und unverbesserlich. Immer wieder will er mit seinen Aktionen die (meiner Meinung nach) notwendige Arbeit Almas behindern, doch immer endet es für ihn und seine Anhänger in einer Katastrophe.Alma selbst sieht sich vor eine ganze andere Problematik gestellt, als sie bemerkt, dass sie schwanger ist. Nun ist das von ihr oft beklagte Problem der Überbevölkerung plötzlich ihre ganz persönliche Sorge.Boyle schafft es, in einer noch nie dagewesenen Weise Vielschichtigkeit zu schaffen und Fragen aufzuwerfen, die den Leser noch lange beschäftigen. So ist das Schicksal aller Personen im Buch fest an das der Natur geknüpft, insbesondere ans Meer und ans Wasser, wo es immer wieder zu Unfällen und Todesfällen kommt. Und so stellen sich in "Wenn das Schlachten vorbei ist" existenzielle Fragen: Kann und darf der Mensch in die Natur eingreifen, egal in welcher Hinsicht? Welche Leben sind es wert, geschützt zu werden, welche sind es nicht? Kann überhaupt jemand die komplexen Abläufe in der Natur so begreifen, dass er richtig entscheidet? Sollte die Natur nicht einfach sich selbst überlassen bleiben, auch wenn das zu Ausrottungen führt? Und am wichtigsten: Wie wird man der unwiderruflichen, ständigen Bedrohung durch den Menschen Herr?Fazit:"Wenn das Schlachten vorbei ist" ist für mich ein einmaliges Buch. Noch nie habe ich erlebt, wie ein Autor so gekonnt persönliche Geschichten mit brisanten Themen wie Umwelt, Überbevölkerung und Tierschutz in Verbindung bringt. Um das Buch in all seinen zahlreichen Facetten zu erfassen, sollte man es selbst gelesen haben. Und das sollte man sowieso, denn diese hochaktuellen Themen findet man in keinem Sachbuch besser dargestellt. 5+ von 5 Sternen.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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    Buchraettin

    Buchraettin

    18. September 2016 um 11:31
  • Auf dem Schlachtfeld: Artenschutz gegen Tierschutz

    Wenn das Schlachten vorbei ist
    awogfli

    awogfli

    07. June 2016 um 09:53

    Ich mag TC Boyles Stärken in der Themenvielfalt seiner Romane - sowohl historische als auch moderne Geschichten werden sehr variantenreich in der Breite und in der Tiefe gut recherchiert erzählt.Im vorliegenden Roman werden äußerst spannende Positionen zum Themenkomplex Artenschutz gegen Tierschutz aufgegriffen: Sollen endemische Arten vor eingeschleppten animalischen Invasoren durch Töten und Jagen geschützt werden oder sollen auf die naive Art alle Tiere gerettet werden, egal was die überlebenden Rassen durch Überbevölkerung bei allen anderen Arten anrichten? Das ist hier nämlich die Kernfrage in der sich zwei Gruppen von Naturliebhabern in brennendem, unversöhnlichem Hass völlig fanatisch gegenüberstehen. Vorhang auf für die erste Fraktion: Die studierte Biologin Dr. Alma Boyd Takesue von der einen Fraktion und ihre Gruppe der Artenschützer, die auf einer abgelegenen Inselgruppe vor Santa Barbara, die von Menschenhand eingeschleppten Ratten vergiften und angesiedelten Schweine jagen lässt, damit nicht 100 indigene bedrohte Vogelarten, Füchse und andere Kleintiere von den beiden Spezies ausgerottet werden. In der anderen Ecke dieses Kampfes: Der Tierschützer Dave LaJoy und seine Studentenfreunde, die jedes Tier retten wollen, sich permanent als moralisch überlegen empfinden und in ihrer manchmal auch sehr kurzsichtigen Wut, ohne strategisch nachzudenken, Almas Kampf um ein ökologisches Gleichgewicht und Artenschutz auf den Inseln mit allen Mitteln und teilweise mit atemberaubenden Dilettantismus sabotieren.Mich erinnert der Fanatismus der Tierschützergruppe in Boyles Roman an einige militante Veganer in meiner Umgebung, die jemanden, der ein bis drei Bioschweine jährlich aus der regionalen Nachbarschaft ehrlich umbringt und komplett verspeist, als Mörder beschimpfen, aber gar nicht reflektieren, dass ihre veganen Brotaufstriche, strotzend vor Palmöl, wie Nusscreme etc. und ihre Milch- bzw. Fleischersatzprodukte aus Soja genau wie in vorliegender Geschichte hunderte Arten in Asien oder woanders ausrotten. Ich war in Borneo Indonesien auf solchen Plantagen und dort ist genau dasselbe wie in vorliegendem Roman passiert. Ansässige Orang Utans, Kleintiere, Vögel etc. werden durch die riesigen Monokulturplantagen stark dezimiert, die Ratten schlüpften in diese Nische und erledigten den Rest der bedrohten Arten. Um der Rattenplage Herr zu werden, hat man dort Giftschlangen ausgesetzt, die die heimischen Plantagenarbeiter töteten, deshalb arbeitet man jetzt mit ausländischen Hilfskräften …..Der derzeit so moderne Veganismus hat sich bedauerlicherweise von einem ernährungstechnisch bewussten Lebensstil zu einer teilweise fanatischen Religion und Industrieproduktion entwickelt, die genau das zerstören, was sie eigentlich bekämpfen wollten. Dabei will ich ja gar nicht sagen, dass nicht jeder öfter gedankenlose, nicht nachhaltige Aktivitäten setzt oder seine Handlungen nicht in ihrer Komplexität bis zur letzten Konsequenz durchdenkt, aber sich selbst moralisch für überlegen zu halten, weil man nur verkürzt auf das Tier schaut, das unmittelbar stirbt, nicht nachzudenken und das durch eigene Verantwortung verursachte Artensterben als Kollateralschaden abzutun, ist wie Pontius Pilatus Art sich seine Hände in Unschuld zu waschen, auf die anderen mit dem Finger zu zeigen und Mörder, Mörder zu rufen.Dieses Buch thematisiert genau mit den Argumenten beider Gruppen, dass der Mensch gerade in seiner Überbevölkerung das für die Natur gefährlichste Raubtier ist, und egal was er tut, müssen Tiere sterben. Insofern liefert der Roman hier genügend Diskussionsgrundlage und Material zum Nachdenken.Aber auch Alma und ihre Artenschützer kommen überhaupt nicht strahlend bei der Story weg. Sie verwaltet wie ein Vernichtungslagerkommandant ohne Gefühlsregung und Gnade sehr pragmatisch den Massenmord an den unerwünschten eingeschleppten Arten und versucht gleich Sisyphos auf den Inseln den Urzustand der Flora und Fauna wiederherzustellen. Können und dürfen Wissenschaftler in errechneten Populationsmodellen gottgleich in die Natur eingreifen und irgendwelche menschlichen Einflüsse durch Töten von Tieren wieder auf den Stand von vor 200 Jahren zurücksetzen? Kann man überhaupt alle Einflussfaktoren der Natur auch auf so einer kleinen Inselgruppe identifizieren, einbeziehen, kontrollieren und steuern? Auch das sind durchaus spannende, schlüssige Argumente der Gegenseite, die sich der Leser während der Lektüre zwangsläufig durch den Kopf gehen lassen muss.„Ich weiß nicht, warum wir alles töten müssen“, sagte Alicia so leise, dass Alma sie kaum hören konnte, und betrachtete ihre Fingernägel, die zweifarbig lackiert waren, in Aquamarin und Brombeer. Kein Blickkontakt. Blickkontakt wäre konfrontativ gewesen, durchsetzungsfähig, und Alicia war alles andere als das, mehr Gefäß als Inhalt. „Was wäre, wenn wir die Welt sich selbst überlassen würden wie damals, bevor es uns gab – als Gott sie gemacht hat? Wäre das nicht einfacher.“Das Töten erledigt Alma nicht mal selbst – da macht sie sich nicht die Hände schmutzig - sondern eine ausländische, australische Jägerschaft, die ganz offensichtlich mit Freude ihrer Arbeit des Dahinmetzelns nachgeht. Auch hier orte ich eine Analogie zu der Position der eingefleischten Karnivoren, die ihr Fleisch aus Massentierhaltung von anderen geschlachtet, aus dem Supermarkt beziehen und oft den Wert eines Lebens gar nicht ermessen können bzw. wollen. Mit der Zeit empfindet Alma zudem sichtlich Genugtuung bei der Qualitätssicherung und Überprüfung der Schlachtung vor Ort und bei mir dreht sich als Leserin, die vom Verstand her den Artenschützern Recht gibt, ob dieser Lust am Töten der Magen um.Beide sowohl Dave als auch Alma werden dann auch noch in ihren eigenen unumstößlichen Ansichten korrumpiert, ein grandioser Side-Kick Boyles. Bei Dave müssen zwei Waschbären, die den geheiligten Rasen seines schmucken Hauses zerstören, weg. Wohin wenn nicht töten? Natürlich auf die Inselgruppe. Eine weitere neue Rasse, die die indigenen Tierarten umbringt, wird ins abgeschottete Ökosystem eingespeist und es werden noch einige folgen. Alma weicht von ihren Grundsätzen ab, als sie schwanger wird und ihr Kind trotz Überbevölkerung unbedingt haben will.Die Story steuert wie ein Krieg zwischen einer Nationalarmee und einer verbittert kämpfenden Guerilla gepflastert mit überraschenden Wendungen rasant auf ein Finale zu, das ich sinngemäß mit Jeff Goldblums Aussage in Jurassic Park kommentieren möchte: „Die Natur findet immer noch einen anderen Weg.“ :-)Boyle kann zwar wunderbar erzählen und mit Sprache umgehen, er ist ein Meister der Fabulierkunst, aber auch seine typischen Schwächen offenbaren sich schon zu Beginn des Romans: die oft unnötige epische Breite und Redundanzen. Bereits auf Seite 50 kommt eine Geschichte doppelt vor: erstens als Zusammenfassung und anschließend im Detail. Das macht die Erzählung unnötig zäh. Ist das notwendig? Auch ein paar Hintergrundstories aus der Vergangenheit sind meiner Meinung nach etwas zu weit ausgeholt, anderseits fehlen im Gegenwartsplot bei einigen Zeitsprüngen die Übergänge, hier wäre tatsächlich mehr Text und Inhalt vonnöten. Diese angeführten Kritikpunkte sind für mich jedoch Jammern auf hohem Niveau.Fazit: Sehr gute, moderne Geschichte, über die man noch lange diskutieren und nachdenken kann. Absolut lesenswert!

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    • 5
  • Rezension zu "Wenn das Schlachten vorbei ist" von T. C. Boyle

    Wenn das Schlachten vorbei ist
    AnnaChi

    AnnaChi

    Auf den Channel Islands vor der Küste Kaliforniens findet ein erbitterter Kampf zwischen zwei Fraktionen von Umweltschützern statt. Auf der einen stehen diejenigen, die das Gleichgewicht der Natur, das vom Menschen gestört wurde, durch gezieltes Eingreifen (z. B. das Töten bestimmter Spezies) wieder herstellen wollen, auf der anderen Seite diejenigen, die der "Natur", wie auch immer sie sein mag, ihren Lauf lassen möchten (und das Töten verhindern wollen). Boyle ist ein bewegender Roman gelungen, der bis zum bitteren Ende seinen Leser fesselt und es ihm schwermacht, Partei zu ergreifen. Sprachlich ist das Buch, wie alles von Boyle, ein Festmenu, das kleine Leckerbissen und allerlei Fastfood, die man als eifriger Leser mal verschlungen hat, vergessen lässt. Wer wenig Zeit zum Selbstlesen anspruchsvoller Literatur hat, sollte sich das Hörbuch mit dem exzellenten Boyle-Vorleser Jan Josef Liefers gönnen.

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    • 3
  • When the Killing's done

    Wenn das Schlachten vorbei ist
    CoffeeToGo

    CoffeeToGo

    29. December 2015 um 12:54

    In dem Buch geht es um die Wissenschaftlerin Alma und ihren Rivalen Dave, welcher Tierschützer ist. Im Mittelpunkt des Ganzen stehen die Inseln Anacapa und Santa Cruz. Alma möchte die dort ursprünglich vertretenen Tierarten vor dem Aussterben retten, da diese mit der Zeit von Ratten bzw. Schweinen verdrängt wurden. Dave hingegen ist mit ihren Maßnahmen nicht einverstanden, da für ihn jedes Lebewesen gleich ist und somit müssen die Ratten und Schweine vor dem Ausrottungsversuch geschützt werden. Beide liefern sich erbitterte Gefechte, wobei das, was teilweise absurd wirkt, zum Nachdenken anregen soll. Ich bekam das Buch zum Geburtstag geschenkt, ansonsten hätte ich es vermutlich nie angerührt. Als ich jedoch den Klappentext las und die positiven Rezensionen sah, war ich sehr gespannt. Das Buch ist gut geschrieben, zumindest hatte ich auf Grund des Schreibstiles keine Probleme im Lesefluss zu bleiben. Was mich allerdings massiv gestört hat, waren die vielen Sprünge von Kapitel zu Kapitel. Erst wird z.B. von einer Schiffbrüchigen erzählt, was wiederum die Enkelin derselben tut. Dann im nächsten Kapitel geht es plötzlich um Dave, Jahre später. Normalerweise habe ich keine Schwierigkeiten, solchen Sprüngen zu folgen, wenn sie gut gemacht und klar ersichtlich sind. Doch hier bin ich dermaßen durcheinander gekommen (was zusätzlich wohl auch daran liegt, dass viele Personen Namen mit A am Anfang hatten: Alma, Alicia, Anise), dass ich schon relativ schnell die Lust an dem Buch verloren und der Geschichte auch kaum noch folgen konnte. Aber nun doch mal zum Positiven: Boyle gelingt es sehr gut, die verschiedenen Standpunkte von Alma und Dave zu erklären so, dass man bei beiden die Beweggründe gut nachvollziehen kann und erkennt, dass es eigentlich ein auswegsloser Kampf ist, den aber beide berechtigt sind zu gewinnen. Außerdem regt es einen wirklich zum Nachdenken an, denn warum sollte ein Rattenleben weniger Wert sein, als das eines Vogels. Nur weil sie nicht schön aussehen und Allesfresser sind? Klar, sie verdrängen die dort heimischen Tierarten, aber so ist doch der Lauf der Dinge. Früher sind die Tiere auch ohne die Hilfe des Menschen zurechtgekommen, warum also eingreifen? Wäre es nicht so sprunghaft geschrieben, hätte es mir sicher mehr Freude beim Lesen bereitet. Allerdings kommt dann noch hinzu, dass es absolut nicht mein Genre ist. Ich kann mich für Öko-Romane anscheinend einfach nicht begeistern. Auch etwas, was mir das Lesen dieses Buches gebracht hat. Wenn man so ein Genre also nicht mag, sollte man die Finger davon lassen, ansonsten ist es sicher eine gute Unterhaltung.

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  • Der LovelyBooks Lesesommer 2015

    Lesesommer
    Daniliesing

    Daniliesing

    Im letzten Jahr hat uns der Lesesommer mit euch so viel Spaß gemacht, dass wir auch 2015 passend zu den Sommerferien wieder durchstarten. Die sommerlichen Temperaturen sind schon da, deshalb wollen wir nun auch schnell mit unserem LovelyBooks Lesesommer beginnen. Ihr dürft euch dieses Mal wieder auf spannende Aufgaben & zusätzliche Specials freuen. Auf unserer Aktionsseite stellen wir euch außerdem tolle Lesetipps für den Sommer vor und ihr findet dort zusätzlich jede Woche eine Verlosung, bei der ihr weitere Punkte sammeln könnt. Selbstverständlich sind auch all jene herzlich willkommen, die im letzten Jahr noch nicht dabei waren. Erneut möchten wir mit euch 10 Wochen lang über fesselnde Sommerlektüre diskutieren, Fotos austauschen und neue Bücher entdecken. Wir werden euch im Laufe des Lesesommers verschiedene Aufgaben stellen, die ihr bis zum 13. September in beliebiger Reihenfolge bearbeiten könnt. Für jede Aufgabe könnt ihr Punkte sammeln - bei einigen Aufgaben gibt es auch Extra-Punkte zu ergattern. Zusätzlich zu diesen Aufgaben, gibt es jede Woche ein Verlosungsspecial, an dem ihr eine Woche lang teilnehmen und so weitere Punkte sammeln könnt. Schaut dazu am besten immer am Montag auf unserer Aktionsseite zum Lesesommer vorbei, wenn dort das neue Special vorgestellt wird. Bitte beachtet, dass ihr hier immer nur eine Woche lang - von Montag bis Sonntag - teilnehmen & so Punkte sammeln könnt! Wer bis zum Ende des Lesesommers am 13. September die meisten Punkte gesammelt hat, der gewinnt eine literarische Wochenendreise nach Lissabon (Anreise und 2x Übernachtung inkl. Frühstück). Außerdem gibt es für die Plätze 2-5 je ein schönes Buchpaket mit neuem Lesestoff. Zusätzlich verlosen wir unter allen Teilnehmern 5 weitere Buchpakete, egal wie viele Punkte man sammeln konnte. Wenn ihr teilnehmen möchtet, dann meldet euch gleich hier im Thema an und stellt euch gerne ein bisschen vor. Wer noch überlegt, ob er mitmachen möchte, der kann gern auch später noch einsteigen! Wenn ihr über Twitter, Instagram und/oder Facebook über den Lesesommer berichtet, darüber plaudert oder Fotos teilt, freuen wir uns, wenn ihr den Hashtag #LBlesesommer verwendet! Wir freuen uns auf viele sommerliche Buchtipps, sonnige Lesestunden - egal ob im Urlaub am Strand oder daheim auf dem Balkon - und natürlich aufs Lesen wundervoller Bücher! P.S.: Alle Blogger unter euch dürfen sehr gern die Grafik, die ihr hier oben im Thema findet, in ihrem Blog verwenden, falls ihr zur Aktion einen Blogbeitrag schreiben möchtet!

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    • 2823
  • Ein weiteres Meisterwerk

    Wenn das Schlachten vorbei ist
    Duffy

    Duffy

    Die nördlichen Santa Barbara-Inseln sind der Schauplatz dieser aufregenden Geschichte. Es geht um die ökologische Wiederherstellung der ursprünglichen Artenvielfalt der Inseln, die einerseits von einer Rattenplage, im Falle einer zweiten Insel von einer Wildschweinplage heimgesucht werden. Die systematische Ausrottung dieser Tiere obliegt der Verantwortung der Naturschtzbehörde, vertreten durch deren Leiterin Alma Takesue, die dafür auch genügend Steuergelder gestellt bekommt. Ihr Widersacher ist Dave LaRoy, ein romantischer, aber hartnäckiger Tierschützer, der alle Tiertötungen prinzipiell ablehnt. Es ist der Kampf von Umweltschützern, die fatalerweise fast identische Ziele mit verschiedenen Mitteln lösen wollen. Diese ganze Problematik, das Für und Wider von Tötungen ganzer Tierpopulationen, um einem Landstrich die Artenvielfalt zu erhalten, wird von Boyle in diesem Opus magnum auf eindringliche Art beschrieben. Moralische Grundwerteerhaltung gegen vernünftige Umweltinvestition. Ein Streitpunkt, an dem sich ganze Heerscharen von Aktivisten jeder Couleur nicht nur in den USA aufgerieben haben. Boyle macht aber noch mehr: Er bettet die Geschichte der Inseln in die  Generationsgeschichten der agierenden Figuren ein. Die Familienentwicklungen der Protagonisten laufen bis zum Ende zusammen. Die einzelnen Lebensstationen und unabhängig voneinander ablaufenden Entwicklungen geben diesem Roman noch eine psychologische Komponente, die das Ganze hochgradig spannend macht. Nachdem sich Boyle in einigen seiner letzten Bücher manchmal zu eng an ein Thema um des Themas willen gehalten hat, gelang ihm mit diesem Werk die Rückkehr zu seiner gewohnten Form. Einer der besten Erzähler der Gegenwartsliteratur zu sein, der Fiktion mit sozialen und politischen Themen aufgreift und zu großer Literatur verarbeiten kann. Ein weiteres Meisterwerk.

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    • 2
    Buchstabenliebhaberin

    Buchstabenliebhaberin

    19. November 2014 um 10:00
  • Leserunde zu "Bluterde: Thriller" von Claudia Praxmayer

    Bluterde
    litschi

    litschi

    "Im Boden Afrikas schlummert ein Schatz – ihn der Erde zu entreißen ist ein blutiges Geschäft."  Mit "Bluterde" von Claudia Praxmayer wartet ein mitreißender Thriller der besonderen Art auf euch. Wir möchten euch zusammen mit dem Droemer Knaur Verlag zu einer Leserunde zu diesem berührenden Buch einladen. Die Autorin wird die Leserunde begleiten und beantwortet gerne eure Fragen! Mehr zur Autorin Claudia Praxmayer kommt ursprünglich aus Salzburg und hat Biologie studiert. Als selbstständige PR-Beraterin und Autorin arbeitet und lebt sie in München und hat bereits einige Ratgeber und Sachbücher veröffentlicht. Sie ist aktives Mitglied des NABU Deutschland und engagiert sie sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Bereich Artenschutz, wo sie sich für bedrohte Tierarten einsetzt. „Bluterde“ ist ihr erster Thriller. Mehr zum Buch Tatort Kongo: Drei Gorillas brutal abgeschlachtet und einer ihrer Ranger ermordet – schlimmer hätte es für die leidenschaftliche Artenschützerin Dr. Lea Winter eigentlich nicht kommen können. Als dann auch noch ein Gorillababy verschwindet, fasst sie gegen jede Vernunft den Entschluss, selbst in den kongolesischen Dschungel zu reisen. Sie weiß um die Gefahr, der ihr Gorilla-Projekt dort ausgesetzt ist: Skrupellose Rebellen schürfen im Nationalpark illegal nach Coltan – ein wertvolles Erz, das weltweit für die Produktion von Handys benötigt wird und auf dem internationalen Markt viel Geld bringt. Schnell gerät Lea ins Visier einer mächtigen Coltan-Mafia, deren Einfluss bis in die westliche Welt reicht und die ohne Gewissensbisse alles aus dem Weg räumt, was sie von ihrem Ziel abhält ... Lasst euch diesen Thriller nicht entgehen und bewerbt euch als Testleser. Wir vergeben unter allen Bewerbern 25 E-Books (im EPUB-Format).* Bewerbt euch dafür bis zum 11. August 2013 und erzählt uns, warum gerade ihr "Bluterde" lesen möchtet! *Im Gewinnfall gehören eine zeitnahe Teilnahme am Austausch in den Leseabschnitten der Leserunden sowie das Verfassen einer abschließenden Rezension selbstverständlich dazu.

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    • 361
  • Tierschützer vs. Naturschützer

    Wenn das Schlachten vorbei ist
    HeikeM

    HeikeM

    22. April 2013 um 10:33

    Der Mensch als Schützer von Natur und Umwelt, so sieht T. C. Boyle seine Helden in seinem neuen Roman mit dem martialisch anmutenden Titel "Wenn das Schlachten vorbei ist". Auf den Channel Islands vor der kalifornischen Küste ist die Umwelt empfindlich gestört worden. Das ökologische Gleichgewicht wurde durch eingeschleppte Ratten und Schweine aus dem Gleichgewicht geraten. Zwei Gruppen von Umweltschützern mit entgegengesetzten Auffassungen liefern sich nun einen erbitterten Kampf. Soll man die eingeschleppten Tiere gnadenlos töten oder hat jedes Tier, auch das eingeschleppte, letzten Endes eine Daseinsberechtigung, auch wenn das die Vernichtung des ursprünglichen Tierbestands und der Pflanzenwelt zur Folge hätte. Dieser Roman war mein erster des Autors T. C. Boyle. Nicht sofort konnte ich mich in der Handlung zurechtfinden. Begann der Roman doch mit einem in der Vergangenheit liegenden Schiffbruch. Aber schnell wurden die Zusammenhänge klar und das Buch ließ mich nicht mehr los. Die Grundfrage des Romans 'Wie viel Tierschutz verträgt die Natur?' mag auf den ersten Blick etwas verwirrend klingen. Aber je weiter man sich durch den Roman liest, desto nachvollziehbarer werden die Positionen von Natur- und Tierschützern. Als Leser beginnt man, sich selbst Fragen zu stellen und wird schnell feststellen, dass deren Beantwortung alles andere als leicht ist. Und somit ist auch die Lektüre dieses Romans nicht unbedingt leichte Kost. Das bezieht sich aber keineswegs auf den Schreibstil des Autors, sondern ausschließlich auf das Thema, bei dessen Behandlung es schon mal 'gut zur Sache geht'. Der Roman ist in zwei Teile untergliedert. Kern des ersten sind die Bemühungen, die Insel Anacapa von eingeschleppten Ratten zu befreien. Im zweiten Teil sollen die Schweine, die durch Siedler auf die Nachbarinsel Santa Cruz gebracht wurden, entfernt werden. Beide Tierarten haben sich durch ihre invasive Vermehrung, es fehlte ihnen an natürlichen Feinden, den Lebensraum erobert und bedrohen inzwischen die einheimische Fauna und Flora. In immer wieder eingeschobenen kleinen Geschichten, wird berichtet, wie diese Tiere auf die Inseln kommen und dort Fuß fassen konnten. Die beiden Hauptpersonen, Alma und Dave, sind in ihren unterschiedlichen, ja konträren Ansichten sehr glaubhaft beschrieben. Bei beiden hat man das Gefühl, sie handeln aus innerer Überzeugung, aus Berufung. Dabei sind sie lebensecht mit Stärken, Schwächen und Ängsten gezeichnet. Boyle schreibt neutral und für den Leser erscheinen die Positionen beider Seiten gut nachvollziehbar. Das Buch hatte ein paar Längen, aber wirklich gelangweilt habe ich mich beim Lesen nie, denn Boyle ist ein guter, sprachgewaltiger Erzähler und weiß auch mit scheinbar Nebensächlichem den Leser gut zu unterhalten. Wie nebenbei vermittelt T. C. Boyle dem Leser umfangreiches Wissen über Ökologie, das Zusammenspiel von Fauna und Flora. Er regt zum Nachdenken an, will aber an keiner Stelle belehren. Ich vermag nur ansatzweise zu erahnen, welch umfangreiche Recherchen hinter diesem Roman stecken mögen. Romane, die den Erhalt des Ökosystems unserer Erde thematisieren scheinen gegenwärtig gefragt zu sein. Wenn sie es schaffen, die Menschen ein wenig wachzurütteln, haben sie ihre volle Daseinsberechtigung. Dieser Roman macht das und ist dazu äußerst lesens- und empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Wenn das Schlachten vorbei ist" von T. C. Boyle

    Wenn das Schlachten vorbei ist
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. March 2013 um 18:00

    Man möchte ja meinen, dass es ausreichend literarischen Hintergrund in Deutschland gibt, um junge Menschen zum Lesen zu bringen. Aber trotzdem verdanke ich meine literarische Erweckung US-amerikanischen Schriftstellern. Für den kleinen Wortmischer in kurzen Hosen und Sandalen waren die USA in den sechziger Jahren das Land, in das an einem wüstenheißen Sommersonntag sein=mein Vater im Flugzeug zu einer mehrwöchigen Dienstreise aufbrach und meine Mutter, meinen jüngeren Bruder und mich in der wirtschaftswunderlichen Bundesrepublik zurückließ. Wir drei Verlassenen kamen dann nicht ohne Schwierigkeiten vom Flughafen weg, da ausgerechnet an diesem Tag die Autobatterie des VW-Käfer ihren Geist aufgab und die technisch überforderte Mutter den quengelnden Söhnen Eis am Stiel spendieren musste, um sich ungestört der Suche nach einem Mechaniker widmen zu können. - Eislutschen am Straßenrand auf klebrig-heißem Asphalt, das war für mich Amerika. Zehn Jahre später entdeckte ich die Romane von John Updike. Die Fortsetzungsserie um Harry "Rabbit" Armstrong fesselte mich derart, dass ich die Geschichten sogar im Schulunterricht unter der Bank las. Erneut Jahre später stieß ich auf Thomas Coraghessan Boyles Romane. Boyle gehört heute zu meinen unangefochtenen Lieblingsschriftstellern, sein Roman Drop City ist eines meiner meistgelesenen Bücher, das leider nur in Taschenbuchfomat vorhanden und bereits ziemlich abgegriffen ist. Genau an diesen Lieblingsroman, Drop City, erinnert mich T.C. Boyles letzter literarischer Erguss: Wenn das Schlachten vorbei ist. Parallelen bestehen vor allem im Aufbau der Handlungsstränge. In beiden Geschichten gehts es um Konfrontationen erbitterter Fanatiker, die letztlich nicht an sich oder dem Gegner scheitern, sondern an der gewaltigen Wucht der irdischen Natur. In beiden Romanen gipfeln die Feindseligkeiten in einem Showdown, den die Naturgewalten für sich entscheiden und die kämpferischen Protagonisten in ihre Schranken weisen. Wenn das Schlachten vorbei ist spielt an der kalifornischen Küste und den vorgelagerten Inseln Anacapa und Santa Cruz. Die US-Naturschutzbehörden, verkörpert durch die japanischstämmige Alma Takesue, planen, die menschengemachte Rattenplage auf Anacapa sowie die ebenfalls duch Siedler eingeführte Überpopulation von Schweinen auf Santa Cruz zu beenden, um den ursprünglichen Tierarten wieder eine Chance zu verschaffen. Ihr Gegenspieler, der fanatische Tierschützer Dave LaJoy, will den Tiermord an Ratten und Schweinen mit allen Mitteln verhindern. Im Gegensatz zum Finale bei Drop City führt Boyle seinen neuen Roman keiner eindeutigen Entscheidung zu. Vielmehr ist es in den letzten Sätzen des Textes die Natur, die kein Gut oder Böse kennt, sondern sich unbeirrbar ihren Weg sucht. Tierschutz hin, Tiermord her: T.C. Boyle ergreift nicht eindeutig Partei für die eine oder die andere Seite. Dafür aber glänzt er mit treffsicheren Tiraden, zum Beispiel einer knappen Abrechnung mit der Ölindustrie oder einen Verweis auf Auswüchse moderner Tierhaltung. - Mir gefällt nach wie vor Boyles sarkastische Schreibe, seine Gesellschaftskritik, die weiß, dass sie nichts ändern wird, aber dennoch nicht verstummt. Darüber hinaus kommt - wenig überraschend - eben auch in diesem Buch die erstaunliche Fähigkeit des Autoren zum Tragen, seine Hauptfiguren derartig plastisch darzustellen, dass der Leser nicht umhin kann, in die Geschichte einzusteigen, ja geradezu hineingesogen zu werden. Ab und an möchte man der einen Figur direkt eine reinhauen für ihre Arschlochigkeit, oder einer anderen beiseite springen und rufen: "Jetzt reicht's!" - Aber bei Thomas Coraghessan Boyle reicht es eben nie. Es geht immer weiter, unerbittlich bis zum absehbaren Ende. Was ein bisschen nervt, sind Wiederholungen in Nebensächlichkeiten. Denn obwohl mir an Boyles Erzählungen eigentlich besonders gefällt, wenn seine Protagonisten sich gut auf ihre Aktionen vorbereiten - minutiöse Planung ist etwas Fesselndes, wenn sie gut beschrieben wird -, werden mir hier ein paar Butterbrote zu viel geschmiert für die ständigen Bootsfahrten zu den kalifornischen Inseln. ~ Insgesamt vergebe ich für Wenn das Schlachten vorbei ist drei von fünf möglichen Sternen. An Drop City kommt er nicht ganz ran, ist aber nichtsdestoweniger eine echte Leseempfehlung vor allem für Natur- und Tierschutzinteressierte. Ehrlich.

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  • Rezension zu "Wenn das Schlachten vorbei ist" von T. C. Boyle

    Wenn das Schlachten vorbei ist
    sabatayn76

    sabatayn76

    29. July 2012 um 15:22

    'Wie können Sie von den Regeln der Höflichkeit sprechen, wenn unschuldige Tiere zu Tode gefoltert werden sollen? [...] Ich werde erst wieder höflich sein, wenn das Schlachten vorbei ist, und keine Minute früher.' Inhalt: Die Santa-Barbara-Inseln vor der kalifornischen Küste beherbergen zahlreiche endemische Arten, die jedoch durch eingeschleppte Tiere wie Ratten oder verwilderte Hausschweine gefährdet sind und kurz vor der Ausrottung stehen. Aus diesem Grunde will die Biologin, promovierte Ökologin und Projektkoordinatorin beim 'National Park Service' Alma Boyd Takesue die Ratten auf der Insel Anacapa vergiften, um so den endemischen Arten ein Überleben zu ermöglichen und den 'Urzustand' der Insel wiederherzustellen. Der Umweltaktivist Dave LaJoy und seine Organisation 'For the Protection of Animals' wollen dies jedoch mit aller Macht verhindern, denn sie können die Tötung von Tieren in keinem Falle befürworten - auch nicht, um andere Arten zu schützen. So kämpfen beide Parteien für ihre eigene Überzeugung, schrecken vor nichts zurück und riskieren durch blinden Fanatismus schließlich auch Menschenleben. Mein Eindruck: 'Wenn das Schlachten vorbei ist' ist ein ebenso radikales wie wichtiges Buch, das sich meiner Meinung nach gut als Augenöffner eignet, um sich näher mit Umweltschutz, Tierschutz und Tierrechten auseinander zu setzen. Besonders positiv fand ich, dass es im Roman kein klares Gut oder Böse gibt, beide Parteien sind radikal, beide haben hohe Ideale, beide setzen diese ohne Rücksicht auf Verluste durch, beide Argumentationsketten sind bis zu einem bestimmten Punkt nachvollziehbar - zurück bleibt ein Leser, der sich mit einer komplexen Moral konfrontieren und sich seine eigene Gedanken zum Thema machen muss. Boyle ist ein hervorragender Beobachter, der seine Eindrücke und Wahrnehmungen zudem sehr gut in Worte fassen kann. Seine Schilderungen sind bisweilen weitschweifig, jedoch so facettenreich, dass die Handlungsorte, die Ereignisse und die einzelnen Protagonisten lebendig und realistisch wirken. Zudem ist der Roman nicht nur spannend, sondern durch die Zeitsprünge auch sehr abwechslungsreich. Mein Resümee: Ein flüssig lesbarer Roman, der ethisch/moralisch komplex ist und den Leser mit konkurrierenden Überzeugungen zum Thema Artenschutz konfrontiert. Absolute Leseempfehlung!

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  • Rezension zu "Wenn das Schlachten vorbei ist" von T. C. Boyle

    Wenn das Schlachten vorbei ist
    Chrischan

    Chrischan

    08. July 2012 um 09:48

    Der Artenschutz nimmt mittlerweile viel Raum im menschlichen Denken ein und auch im Handeln einiger Vertreter des Homo Sapiens spielt er eine zunehmend starke Rolle. Doch wie der Mensch nun mal so ist, steht er sich auch hinsichtlich der edelsten Motive immer wieder selbst im Weg. so auch in diesem meisterlich formulierten Roman von T. C. Boyle. Das Schlachtfeld sind die Santa-Barbara-Inseln vor der kalifornischen Küste. Doch es stehen sich nicht etwa unterschiedliche Ansichten gegenüber, eher ist das Gegenteil der Fall. Alma Takesue ist eine anerkannte Biologin und sie hat es sich zum Ziel gemacht, die Inseln in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Dafür ist es nötig, einige der eingeschleppten Spezies, zum Beispiel Ratten, auszulöschen, fressen sie doch Gelege und Nachwuchs seltener Vögel und Reptilien auf der Insel. Dem reichen Elektronik-Händler Dave LaJoy ist das ein Dorn im Auge. Er ist militante, nein, eigentlich schon fundamentalistischer Tierschützer und vertritt die Ansicht, dass kein einziges Tier mehr durch Menschenhand sterben darf. Aus diesem Grund macht er Alma das Leben schwer, verfolgt sie regelrecht. Zumindest scheint das der Grund zu sein. Denn eigentlich geht es bei diesem Geplänkel längst nicht mehr um den Schutz eines ökologischen Systems. Sowohl Alma als auch Dave bekämpfen sich mittlerweile mehr aus verletztem Stolz und gekränkter Eitelkeit heraus und steuern so unausweichlich auf eine große Katastrophe zu. T. C. Boyle ist einer der ganz großen Namen im literarischen Geschäft. Und so kommt man nicht umhin, eines seiner Werke irgendwann zur Hand zu nehmen. Anhand von "Wenn das Schlachten vorbei ist" stellt man dann fest: Er hat den großen Namen nicht unverdient. Spitzzüngig und zynisch nimmt er sich die Charaktere vor, verpasst ihnen mit ausgewählter Sprache einen nur allzu menschlichen Charakter und zeigt uns Lesern eines mit aller Deutlichkeit: Auch sogenannte moderne Helden sind nur Menschen. Das ironische Moment, die Tatsache, dass sich zwei Naturschützer bekämpfen und über ihren Kampf hinweg das eigentlich Ziel aus den Augen verlieren, darf sowohl wörtlich als auch metaphorisch verstanden werden. Es lässt sich so wunderbar auf die heutige Zeit, unsere Gesellschaft und deren "Denker und Lenker" übertragen. Ein wunderbares Buch, mit eingebauter Nachdenk-Garantie und Kopfschüttel-Automatik. (c) Christian Hesse Juli 2012

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  • Rezension zu "Wenn das Schlachten vorbei ist" von T. C. Boyle

    Wenn das Schlachten vorbei ist
    Stephenie

    Stephenie

    Ich bin enttäuscht. Das aktuelle Thema Umwelt / Umweltschutz & Boyle´s schwarzer Humor - das hab ich mir toll vorgestellt. Leider drifftet hier Humor eher in Richtung Verbitterung, was zwar zu den Figuren passt - es dem Leser aber schwer macht dranzubleiben & die beiden Hauptfiguren werden dadurch auch nicht sympathischer. Es beginnt gut, aber für mich war´s dann einfach irgendwann zu fad - es kam einfach nichts interessantes mehr hinzu. Fast bis zum Schluss... Die Geschichte ist nicht gänzlich schlecht, aber auf alle Fälle braucht man Geduld für dieses Buch.

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