T. R. Reid The Healing of America

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Inhaltsangabe zu „The Healing of America“ von T. R. Reid

Sehr interessantes Buch über die verschiedenen Gesundheitswesen-Systeme auf der Welt.

— Flamingo
Flamingo
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  • Zeig mir Dein Land und ich sag Dir, welches Gesundheitswesen-System Du brauchst

    The Healing of America
    Flamingo

    Flamingo

    14. August 2017 um 14:18

    T.R. Reid ist ein etwas über 70-jähriger Journalist der Washington Post und war lange Jahre deren Bürochef in Tokio und London. Reid und ich haben etwas gemeinsam: Wir haben beide eine "bum shoulder". Reid nutzt seine kaputte Schulter und seine journalistische Tätigkeit, um die Gesundheitswesen-Systeme dieser Welt erstens aus ganz persönlich-praktischer Sicht zu testen (welches Land heilt seine Schulter am besten und was kostet das), aber zweitens schaut er sich die Systeme natürlich auch als politischer Journalist an und vergleicht mit dem amerikanischen System bzw. analysiert, was die USA von der Welt lernen können. Dem steht natürlich der American Exceptionalism entgegen...Den Amis kann es noch so beschissen gehen, sie können einen Faschisten als Präsidenten haben, aber sie werden sich immer für das größte-beste-schönste Land der Welt halten. Auch Reid, so kritisch und "self-aware" er ist, ist davon nicht ganz frei. Aber zurück zu mir haha. Also, ich habe auch eine kaputte Schulter, zwei sogar. Laut Orthopäde ist es ein Impingement an den Rotatorenmanschetten, ich habe 6 x Physiotherapie verschrieben bekommen. Die war super, da wollte ich mehr. Dann habe ich unter Meckern noch mal 6 x von diesen göttlichen 25 Minuten verschrieben bekommen und den Kommentar, das es das war, ich bräuchte neue Schultern. Dazu muss man wissen, dass Schulter-OPs weitaus experimenteller sind als z.B. Hüft-OPs. Naja, seitdem murkel ich so vor mich hin (z.B. mit der Schulterhilfe), habe aber eine riesige Antipathie gegenüber Orthopäden. Dann kommt noch hinzu, dass ich Freiberufler bin und mir die Krankenkasse (die NIX für mich tut) viel zu teuer ist. Beim Thema Krankenkasse bin ich fast für einen Brexit, oder einen K-Exit? Haha, nicht wirklich, ich sehe schon die Vorteile, aber naja, manchmal bin ich schon verbittert. Wir bräuchten Japans System, da übernimmt der Staat bei Selbständigen die Hälfte des KK-Beitrages. Reid beschreibt also in fünf Kapiteln die Systeme in Frankreich, Deutschland, Japan, UK und Kanada. Hier hätte noch gut ein skandinavisches Land gepasst, mMn. Interessanterweise sagt Reid, dass er auch in Deutschland - wie in den meisten Ländern - unendlich Physiotherapie angeboten bekommen hat. Natürlich auch die OP, damit sind Orthopäden immer schnell. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Deutschland kein Physiotherapie-Schlaraffenland ist. Naja, egal ;) Es ist trotzdem ein hochinteressantes Buch und Reid schreibt und vergleicht sehr anschaulich. Er versucht sich auch an einer Erklärung, warum die USA so sehr gegen "health care for all" sind und das ist ja ein hochaktuelles Thema. Sehr sympathisch fand ich, dass er immer das weibliche Pronomen benutzt, wenn er verallgemeinert. 

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