T. R. Richmond

 3.2 Sterne bei 295 Bewertungen
Autor von Wer war Alice, Wer war Alice und weiteren Büchern.

Lebenslauf von T. R. Richmond

T. R. Richmond ist das Pseudonym des britischen Schriftstellers und Journalisten Tim Relf. 2015 erschien sein Psychothriller "What She Left", der ein Jahr später unter dem Titel "Wer war Alice?" auf dem deutschen Buchmarkt veröffentlicht wurde. Das Buch erzählt von einer digitalen Spurensuche nach einer jungen Frau. Im Rahmen der Recherche hat Autor Tim Relf im Internet recherchiert und im Namen der Romanfiguren selbst Artikel verfasst, Homepages angelegt und Accounts in sozialen Netzwerken erstellt.

Alle Bücher von T. R. Richmond

Wer war Alice

Wer war Alice

 (275)
Erschienen am 15.01.2018
Wer war Alice

Wer war Alice

 (13)
Erschienen am 29.02.2016
What She Left

What She Left

 (7)
Erschienen am 12.01.2016

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Neue Rezensionen zu T. R. Richmond

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Rezension zu "Wer war Alice" von T. R. Richmond

Die etwas andere Erzählstruktur
Thomas_Lawallvor 8 Tagen

So ist das, wenn man stirbt. Als normal Sterblicher. Freunde, Verwandte und Bekannte nehmen davon Notiz, aber dann ist es schon vorbei. Ganz anders, wer reich, berühmt oder beides war. Dann sind einem, je nach Rang auf der Hühnerleiter, mehr oder weniger Zeilen und Bilder in den Geschichtsbüchern der Menschheit sicher.

Alle anderen verschwinden im Nichts. Professor Jeremy Cooke ist da anderer Ansicht. Zumindest was Alice Salmon betrifft. Acht Jahre ist es her, als sie noch Studienanfängerin war. Hin und wieder bemerkte sie der Anthropologe in den ersten Monaten ... und jetzt ist die junge Journalistin tot. Mit Freunden unterwegs, verlor sich ihre Spur in jener Nacht. Ihre Leiche wird in einem Kanal in Southhampton gefunden. 

Alice war stark alkoholisiert, weshalb für die Polizei der Fall schnell klar ist und zu den Akten gelegt wird. Für Jeremy Cooke jedoch nicht. 25 Jahre sind zu kurz und an einen Unfall glaubt er nicht. Er will ihren Lebensweg nachzeichnen. Den Spuren folgen, die sie hinterlassen hat. Sie aus jenen "flüchtigen Splittern" wieder zusammensetzen.

Dieses Vorhaben beschreibt T.R. Richmond präzise und in mühevoller Kleinarbeit. Man sollte sich also nicht auf ein Leseerlebnis der gewöhnlichen Art vorbereiten, denn die gewählte Form unterscheidet sich von konventionellen (Psycho-)Thrillern doch ganz erheblich. Die von ihm gewählte Erzählstruktur ist keinesfalls so, wie es allgemein erwartet wird: flüssig geschrieben.

Das verhindern schon die grundverschiedenen Erzählebenen und Zeitachsen, sowie die damit verbundenen Sichtweisen und Standpunkte derjenigen Menschen, die Alice auf ihrem Lebensweg begleitet haben. T.R. Richmond hat sich entschieden, die Geschichte aus den unterschiedlichsten Quellen zusammenzusetzen.

Hierzu verwendet er Einträge aus sozialen Netzwerken, Alice' Tagebucheinträge, Briefe, Blogeinträge, E-Mails, Zeitungsberichte und SMS-Verläufe, wobei zuletzt genannte fast etwas unrealistisch erscheinen. Sie enthalten keine orthografischen Fehler! Die Realität zeigt ein anderes Bild. Gut, eine ganz bestimmte Person macht hier eine Ausnahme ... 

Der permanente Wechsel der Perspektiven erfordert höchste Aufmerksamkeit, und das Verständnis wird durch die Einbeziehung von umfangreichen Dialogen, die an unüblicher Stelle eingefügt wurden, nicht gerade erleichtert. Man wähnt sich im Hier und Jetzt, bis man daran erinnert wird, dass es sich ja nur um eine persönliche E-Mail oder einen Tagebucheintrag handelt, in welchem seitenlange Dialoge eigentlich nichts zu suchen haben. 

Ebenso verwirrend ist die Ich-Form, welche in diesem Fall nicht zwangsläufig bedeutet, dass immer die gleiche Person erzählt. Aber genau das ist es, was den Roman zu etwas Besonderem macht. Eine Art Spiel. Mit dem Leben, und jenen, die es uns immer wieder schwer machen. Ein Tanz um zwischenmenschliche Abgründe. Dieses komplexe Puzzle zusammenzusetzen kann spannender nicht sein und ist zudem als Filmumsetzung gut vorstellbar. 

Jeremy Cooke schreibt ein Buch. Ein ganz bestimmtes Buch. Und in einer E-Mail an Alice' Mutter schreibt er einen Hilferuf und ein Loblied zugleich. Er sieht nur eine Möglichkeit, "aus diesem Wahnsinn schlau zu werden" ...
"Wer war Alice?" ist kein Psychothriller, wie uns der Klappentext weismachen will. Eher ein Kriminalroman mit anderen Mitteln. Jene, die es nur im Internetzeitalter geben kann.

Ihr Name war Alice Salmon. Anlässlich eines Schreibwettbewerbs schrieb sie im Alter von fünfzehn Jahren, gezwungen, sich auf höchstens 1000 Wörter zu beschränken: "Ich hoffe, ich bin mehr als zweihundertmal fünf Wörter. Vielleicht noch nicht jetzt, aber hoffentlich eines Tages."

Wer war sie?

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Rezension zu "What She Left" von T. R. Richmond

Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt Sagt die Welt, dass er zu früh geht.
Keksisbabyvor 3 Monaten

Wenn ein Mensch stirbt, was bleibt dann von ihm? Die junge Journalistin Alice Salmon wird tot im Fluss gefunden. Als ihr ehemaliger Professor Jeremy Cooke davon erfährt, macht er es sich zur Aufgabe, ihr Vermächtnis zu wahren und ein Buch über sie zu schreiben. Dafür sammelt er jeden Schnipsel aus dem Internet und Gesprächen mit Freunden und Bekannten. Dabei stößt er jedoch nicht immer auf Verständnis, denn viele finden es merkwürdig, dass der alternde krebskranke Professor sich so für die junge Frau interessiert. Lief zwischen den beiden mehr als die übliche Professoren/Studentin-Beziehung und was verbindet Jeremy Cooke mit Alice‘ Mutter? Durch seine akribische Recherchearbeit kommt er sehr bald dahinter, dass Alice Tod wohl doch kein Unfall war und sie auch nicht Suizid begangen hat. Durch seine Krebserkrankung läuft ihm jedoch die Zeit davon und er muss sich beeilen, dass Rätsel um Alice Ableben zu lösen.

 

Im digitalen Zeitalter hinterlassen Menschen mehr Spuren nach ihrem Ableben, als in den Jahrhunderten davor. Die Idee dass ein Professor versucht, anhand von Schnipseln das Bild seiner ehemaligen Studentin zu vervollständigen fand ich toll. Es war ein bisschen schwer in die Story hinein zu kommen, denn es ist nun einmal eine Collage aus Tagebucheinträgen, Erinnerungen von Freunden und Bekannten, Zeitungsartikeln und Internetbeiträge die Prof. Cooke sammelt. Über seine Intention erfährt der Leser durch Briefe an seinen Freund und das er mal ein Verhältnis mit Alice Mutter hatte. Zuerst war ich der Annahme er täte dies, weil Alice eigentlich sein Kind war, aber nachdem er dann sich so unväterlich von ihr angezogen gefühlt hat, habe ich diesen Verdacht verworfen. Das wäre dann doch ein bisschen viel „Homo Faber“. Die Charaktere in dem Buch sind nicht wirklich sympathisch, dafür aber authentisch. Alice ist kein Unschuldslamm, sie hat eine Schwäche für Partys und Alkohol und ist eine typische Mitzwanzigerin, die ihren Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Prof. Cooke ist ein alternder Akademiker, der es nie wirklich weit im Leben gebracht hat und der erst mit dem Buch über Alice etwas Ruhm erntet, welcher jedoch durch seine Krebserkrankung ein Ablaufdatum hat. Ich habe das Buch im Urlaub gelesen, dafür eignet es sich sehr gut, weil es durch die Zusammengestückelte Struktur in kurze Abschnitte unterteilt ist. Es brachte mich auch dazu mal darüber nachzudenken, was andere sich für ein Bild von mir machen würden, nur anhand meiner Internetauftritte und ich glaube es wäre längst nicht so vollständig wie bei Alice.

 

„What she left“ ist ein Buch, das man ganz gut lesen kann, aber ich persönlich werde es wohl kein zweites Mal zur Hand nehmen, dafür hatte es zu wenig Substanz. Die Idee an sich ist nicht schlecht, aber die Umsetzung war manchmal etwas zäh und langatmig.

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Rezension zu "Wer war Alice" von T. R. Richmond

Spannende Erzählweise aber mit wenig Spannung im ganzen Buch
LoveLy_Iviivor 3 Monaten

Tolles Buch und spannende Erzählweise aus Tagebuch Einträgen, online Kommentaren, Briefen, Blogeinträge usw. 
Leider standen jedoch die Briefe von Professor Jeremy Cooke mehr im Vordergrund als die eigentliche Hauptprotagonistin. Ich hatte erwartet mehr Tagebuch Einträgen von Alice zu lesen oder SMS, Emails um so besser einen Eindruck von Alice und ihr Leben zu bekommen. Nach und nach konnte man sich aber selbst ein Bild von ihr machen. Dennoch hatte man ständig das Gefühl da gibt es noch etwas im verborgenen. Ein Grund dafür sind die vielen Sichtweisen der anderen Protagonisten. Die Idee des Professors über jede Informationen über Alice ein Buch zu erstellen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten wird fand ich im ersten Moment schockierend. Ich konnte Alice Mutter gut verstehen, denn trotz des Buches wird sie nicht wieder lebendig.
Vieles in dem Buch war ziemlich verwirrend und leider kam kaum Spannung auf. Was mich dazu verleitet hat, das Buch weiter zu lesen war die Ungewissheit ob Alice wirklich gestorben ist durch einen Unfall, durch Selbstmord oder durch Mord. Den Schreibstil finde ich persönlich gut und verständlich. Ab der ersten Seite ist man als Leser mitten im Geschehen drin. Der Schluss hat mich ziemlich gefesselt und ich habe keineswegs mit so einem “Ergebnis“ gerechnet. Die Protagonisten sind alle auf ihre Weise ganz ok. Ich habe keinen Favoriten. Das Buch sollte auf jeden Fall mal gelesen werden, denn die Story hat potential auch wenn ich eine andere Umsetzung erwartet habe 😊 das Cover ist im übrigen der gamma und gefällt mir sehr 🤗

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Gespräche aus der Community

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Auf den Spuren einer Toten

Wie kann man eine Person kennenlernen, die bereits tot ist? Indem man die Spuren verfolgt, die diese Person im Leben hinterlassen hat. Digital oder auf Papier, überall bleiben Informationen zurück. In T. R. Richmonds passend betitelten Roman Wer war Alicelernen wir die junge Frau Alice nach ihrem tragischen Tod über eben jene Informationsschnipsel kennen. Durch die Erzählweise aus verschiedenen Perspektiven und Quellen werden die Leser selbst herausgefordert, das Rätsel um Alice zu lösen. Spannend von der ersten Seite an!

Mehr zum Inhalt:
Alice Salmon war erst 25 Jahre alt, als sie eines Morgens leblos im Fluss gefunden wurde. Eigentlich wollte sie am Abend zuvor nur Freunde treffen, stattdessen durchlebte sie die letzten Stunden ihres Lebens. Aber was ist passiert? Ist sie wirklich gestürzt, weil sie zu viel getrunken hat, wie die Polizei vermutet? War es ein tragischer Unfall? Die Nachricht ihres Todes verbreitet sich wie ein Lauffeuer, auch über Facebook und Twitter. Gleich werden Vermutungen angestellt, über sie, ihr Leben und ihren Tod. Auch ihr ehemaliger Professor Jeremy Cooke ist erschüttert. Er macht sich daran, herauszufinden, was in der Nacht tatsächlich geschah, und sammelt alles über Alice. Er schreibt sogar ein Buch über den Fall. Nur warum ist er so engagiert? Was hat er zu verbergen? Was haben ihr Exfreund Luke und ihr Freund Ben mit der Sache zu tun? Und wer war Alice?
Leseprobe

Der Autor
T. R. Richmond ist das Pseudonym des britischen Schriftstellers und Journalisten Tim Relf. 2015 erschien sein Psychothriller "What She Left", der ein Jahr später unter dem Titel "Wer war Alice?" auf dem deutschen Buchmarkt veröffentlicht wurde. Das Buch erzählt von einer digitalen Spurensuche nach einer jungen Frau. Im Rahmen der Recherche hat Autor Tim Relf im Internet recherchiert und im Namen der Romanfiguren selbst Artikel verfasst, Homepages angelegt und Accounts in sozialen Netzwerken erstellt.

50 Exemplare des packenden Debütromans „Wer war Alice“ verlosen wir gemeinsam mit dem Goldmann Verlag an Testleser, die Spannungsromane lieben und sich mit anderen darüber austauschen wollen. Wollt ihr dabei sein? Dann beantwortet zuerst das Quiz auf unserer Aktionsseite und wenn ihr alle Fragen richtig beantwortet habt, könnt ihr euch über den „Jetzt bewerben“-Button* für die Leserunde bewerben.

Ich freue mich schon auf eine spannende Leserunde mit euch! Viel Glück!

* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von 4 Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Veröffentlichen einer ausführlichen Rezension auf LovelyBooks.de, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir die Bücher nur innerhalb Europas verschicken. 

Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

T. R. Richmond im Netz:

Community-Statistik

in 508 Bibliotheken

auf 73 Wunschlisten

von 14 Lesern aktuell gelesen

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