Neuer Beitrag

lievke14

vor 11 Monaten

(177)

Alice Salmon war erst 25 Jahre alt, als sie eines Morgens leblos im Fluss gefunden wurde. Eigentlich wollte sie am Abend zuvor nur Freunde treffen, stattdessen durchlebte sie die letzten Stunden ihres Lebens. Aber was ist passiert? Ist sie wirklich gestürzt, weil sie zu viel getrunken hat, wie die Polizei vermutet? War es ein tragischer Unfall? Die Nachricht ihres Todes verbreitet sich wie ein Lauffeuer, auch über Facebook und Twitter. Gleich werden Vermutungen angestellt, über sie, ihr Leben und ihren Tod. Auch ihr ehemaliger Professor Jeremy Cooke ist erschüttert. Er macht sich daran, herauszufinden, was in der Nacht tatsächlich geschah, und sammelt alles über Alice. Nur warum ist er so engagiert? Was hat er zu verbergen? Was haben ihr Exfreund Luke und ihr Freund Ben mit der Sache zu tun?

Und überhaupt….wer war Alice eigentlich?

Das Buch ist eine Sammlung von Wortmeldungen bei Twitter und Facebook, Gesprächsprotokollen und Bekenntnissen von Personen, die Alice kannten, mit ihr verwandt oder befreundet waren, sie geliebt oder gehasst haben….eigentlich ein interessantes Stilmittel um eine Person zu skizzieren und ihr wieder Leben einzuhauchen. Leider ging diese Strategie voll daneben.

Die Geschichte plätschert ohne Tiefgang vor sich hin. In manchen Buchkritiken wird das Buch als Thriller angepriesen. Dieser Bezeichnung wird das Buch in keinster Weise gerecht. Als Sozial- oder Charakterstudie könnte es halbwegs durchgehen. Allerdings macht es diesem Genre keine große Ehre. Die Figuren sind durch die Bank weg blass und nichtssagend, allen voran Alice. Sie war für mich von Anfang an nicht greifbar….eine junge Frau, die sich selbst als starken Charakter definiert hat, aber ihr ganzes Leben nur gegen sich selbst ankämpfte, dem Alkohol zugetan war und mit Drogen experimentierte. Ich hatte anfangs noch gehofft, dass im Verlaufe der Geschichte eine Entwicklung in die eine oder andere Richtung erfolgt, das man die Person Alice und deren Handlungen verstehen oder wenigstens nachvollziehen kann….dies ist leider nicht geschehen. Der einzige Charakter, der ein wenig vielschichtiger beschrieben wurde, ist Alice ehemaliger Professor Jeremy Cooke. Allerdings ist dieser eine ziemlich zweifelhafte Person, dem man die tragende Figur auch nicht unbedingt abgenommen hat.

Alles in allem war der Roman für mich hauptsächlich langweilig und oberflächlich. Das Ende war zwar etwas ungewöhnlich, aber leider ab einem bestimmten Punkt auch vorhersehbar.

Schlussendlich bleibt die eine große Frage: „Wer war Alice?“ - Keine Ahnung!

Autor: T. R. Richmond
Buch: Wer war Alice

paulsbooks

vor 10 Monaten

Eine so ausführliche, begründete und angemessene Kritik ist gern gesehen. Es gibt sogar Situationen, in denen just so etwas ein Buch interessant macht. Oder es bleibt einem letztlich Lesezeit erspart. In jedem Fall danke ich Dir dafür!

winke, der Paul :)

Neuer Beitrag