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Dagi_KnoHa

vor 1 Monat

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Ich lese viel, habe allerdings etwas in der Art und Weise noch nie in Händen gehalten. Für mich ist der Roman "Wer war Alice" von T.R. Richmond eine moderne Art und Weise und vielleicht sogar die Zukunft der Romane. 


Mithilfe verschiedenster Genres, von Briefen über Tagebucheinträge, Vernehmungsprotokolle und E-Mails, bis hin zu Twitter-Einträgen wird in nicht chronologischer Weise das Leben und der Tod von Alice Salmon unter die Lupe genommen. Ich kann hier sehrwohl schreiben, dass Alice Salmon stirbt, ohne zu spoilern, das tut sie nämlich gleich zu Beginn. Ihr Leben und damit die Gründe, wie sie ums Leben kam, wird schließlich akribisch aus verschiedenen Blickwinkeln unter die Lupe genommen. Die verschiedenen Perspektiven geben einen Einblick ein Leben voller Streben, voller Party, Emotionen, Frust, Liebe, Unsicherheit und Hoffnung. Der Autor schafft es auf den Punkt, die Merkmale der unterschiedlichen Schreibgattungen herauszuarbeiten und auch jedem "Akteur" seine eigene Sprache zu geben.


Immer wieder beginnt man, den einen oder anderen Charakter zu verstehen, um im nächsten Moment doch zu glauben, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Ziemlich am Schluss hatte ich einen wahrhaftigen "WTF-Moment", um im Duktus der toten Protagonistin zu bleiben. Aber das will ich hier nicht verraten, es sei nur soviel gesagt, dass diese unerwartete Wendung dem ganzen Roman noch einmal das gewissen Häubchen aufsetzt. 


Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die gerne das Leben erforschen. Die moderne Erzählart hat seinen Reiz. Man darf das Werk glaube ich nicht als Thriller ansehen. Es ist für mich mehr Roman, denn Spannung.

Autor: T. R. Richmond
Buch: Wer war Alice
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