T.A. Wegberg Klassenziel

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Inhaltsangabe zu „Klassenziel“ von T.A. Wegberg

'Morgen gibt’s Zeugnisse', sagte Dominik. Wir starrten beide geradeaus in die Dunkelheit. Ich versuchte, mein Zittern zu unterdrücken. 'Du kriegst ja bestimmt wieder eins zum Einrahmen', fuhr er fort. Und nach einer Pause: 'Und ich hab das Klassenziel nicht erreicht.' Ich gab immer noch keine Antwort. 'Aber es gibt ja noch andere Ziele. Höhere Ziele. Oder bewegliche Ziele.' Er lachte, und ich fragte mich, was daran witzig sein sollte. Siebzehn Leben hat Dominik bei einem Amoklauf in der Schule ausgelöscht – und am Ende auch sein eigenes verloren. Schuldgefühle, Trauer, Medienrummel und die Trennung seiner Eltern bringen Dominiks Bruder Jamie an seine Grenzen. In Berlin muss er wieder bei null anfangen und versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen. Nicht ganz einfach, wenn die eigene Familie in Trümmern liegt und man ständig Angst haben muss, als Bruder eines Massenmörders erkannt zu werden. Doch dann lernt er Kenji kennen, der Musikmachen genauso liebt wie Jamie und sogar eine eigene Band hat.

Sehr gutes Buch, toller Schreibtisch und spannend.

— Lisa276
Lisa276

Besser als erwartet... Aufwühlend, schön,, schockierend und regt zum Nachdenken an. Definitiv ein empfehlenswertes Jugendbuch!

— BelleBurtonesque
BelleBurtonesque

Beeindruckend, feinfühlig und intensiv!

— Horasfeder
Horasfeder

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  • Ein einfühlsamer Roman zum Thema "Amoklauf"

    Klassenziel
    Horasfeder

    Horasfeder

    11. December 2014 um 17:05

    Stell dir vor, du hast einen Bruder. Stell dir vor, er hat eine Waffe. Stell dir vor, er geht in deine Schule und tötet deine Freunde. Dominik ist sicher nicht einfach, er zockt gerne, ist ein Eigenbrötler und auch in der Schule nicht der Beste. Doch wen stört das schon? Jamie mag seinen Bruder. Doch als Dominik ihn eines Abends entführt, ihn mitten im Nichts in ein Klohäuschen einsperrt, ahnt Jamie, dass dies kein übler Scherz zwischen Geschwistern ist. Als er sich endlich befreien kann und zu Hause ankommt, ist es zu spät. Jamie kann es nicht fassen. Nicht die Polizei, nicht die sensationsgierige Presse, nicht die Hilflosigkeit seiner Eltern. Dass viele seiner Freunde nicht mehr leben, das sein Bruder tot ist, begreift er nur langsam. Wie soll das Leben weitergehen? T.A. Wegberg beschreibt einfühlsam und gekonnt die beiden Brüder, das Geschehen und das Unfassbare. Er eröffnet einen gefühlvollen Einblick in das Innenleben des Protagonisten, dem Bruder eines Amokläufers, zeigt seine Liebe, seine Verzweiflung. Ein stimmungsvolles, emotionales und feinfühliges Buch, dass ich nicht aus der Hand legen konnte. Wieder ein intensiver Wegberg!

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  • Leserunde zu "Es wird keine Helden geben" von Anna Seidl

    Es wird keine Helden geben
    katja78

    katja78

    Hallo Bücherfreunde, Leseratten und Büchereulen! Mit dieser Leserunde möchten wir schon mal das neue Jahr 2014 einleuten. Wir wollen euch überraschen mit neuem Lesestoff, ob brisant, traurig, aktiongeladen oder einfach nur witzig. Das Lesejahr 2014 wird fantastisch werden! Deswegen starten wir direkt mit einer Neuerscheinung, die es in sich hat. "Es wird keine Helden geben" ist geschrieben worden von der sehr jungen deutschen Autorin "Anna Seidl" Sie begeisterte mich schon in den ersten Zeilen.  Definitiv ein Roman mit Sogwirkung! Berührend, fesselnd, unfassbar: Wenn nichts mehr ist, wie es war. Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe? Das großartige Debüt von Anna Seidl, die erst 16 Jahre alt war, als sie diese aufwühlende Geschichte geschrieben hat: eine intensive Auseinandersetzung mit den Folgen eines Amoklaufs für die Überlebenden, mit Schuld und Trauer, schonungslos erzählt. Zur Autorin Anna Seidl, 1995 in Freising/Bayern geboren, dachte sich schon als Schulkind eigene Geschichten aus. Heute ist sie freie Autorin und lebt mit ihrer Familie und zwei Katzen in der Nähe von Frankfurt. Wir suchen nun 20 Leser, die Lust haben, dieses Buch gemeinsam in der Leserunde zu lesen und anschließend zu rezensieren. Schreibt uns als Bewerbung, euren Eindruck zum Buchcover und was ihr vielleicht erwartet vom Buch! Und wer neugierig ist, kann hier stöbern auf der Verlagsseite von Oetinger und sich von den zukünftigen Neuerscheinungen in den Bann ziehen lassen :-) *** Wichtig ***Ihr solltet Minimum eine Rezension in eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie ihr eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig sie sind. Nehmt doch einfach eurer zuletzt gelesenes Buch und schreibt darüber. Ein Leitfaden, wie eine Rezension aufgebaut ist, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/Leitfaden_Rezensionen.pdf oder auch hier in diesem Thread, wo alles Wissenswerte zusammengefasst ist: http://www.lovelybooks.de/thema/Leitfaden-f%C3%BCr-Rezensionen-und-Leserunden-1017409772/

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  • Gleiche Bedingungen, ziemlich unterschiedliche Ergebnisse.

    Klassenziel
    HibiscusFlower

    HibiscusFlower

    > Ich wusste nicht, was ich dagegen hätte tun können. Denkt sich der 15-jährige Benjamin, dem sein 17-jähriger Bruder Dominik so fremd geworden ist. Sie teilen sich freiwillig ein Zimmer im Elternhaus, doch das ist schon die einzigste Verbindung der Brüder, die unterschiedlicher nicht sein können. > Ich konnte nicht fassen, was aus unserer Familie geworden war. Die Eltern von Benjamin trennen sich, der Vater zieht in eine andere Stadt. Während Benjamin sich aufgewühlt, scheint Dominik dies resignierend hinzunehmen und kapselt sich immer mehr ab. > Ich konnte ja nicht ahnen, wie viel besser es gewesen wäre, mich einzumischen. Was kann ein 15-jähriger tun, dem sein Bruder unheimlich geworden ist, der nicht versteht, warum ihn alles deprimiert und ankotzt, während er selbst das Teenagerleben mit Freunden, Musik und Sport geniesst ? > „Und ich habe das Klassenziel nicht erreicht“ sagte er am Vorabend und redet von anderen Zielen, höheren Zielen, beweglichen Zielen. Selbst in dem Moment hat Benjamin nicht kapiert, auf was sein Bruder hinauswollte, weil er einfach nur Angst hatte, weil er damit einfach nicht gerechnet hat, weil er dies seinem Bruder nicht zugetraut hat. > 15 Schüler und 2 Lehrer sind tot – 7 im KH und 2 davon in Lebensgefahr. Alle davon hat Benjamin gekannt, einige davon viel näher. Es waren nicht einfach nur Opfer, die bei dem Amoklauf seines Bruders um´s Leben gekommen sind, sondern seine Freunde. > Wir suchten nach Erklärungen, nach Hinweisen und nach dem Schuldigen. Doch was hätte getan werden können, um dies abzuwenden ? Dominik hat nie etwas gesagt, er hat seine Familie ausgeschlossen. Eine Familie, die zurückbleibt, sich schämt, keinen Trost findet und für die ein Leben an dem Ort, der Heimat bedeutet, unmöglich ist. > Ich war mir nicht sicher, ob sie wussten, dass ich bloß sein Bruder war ?! Dies denkt sich Benjamin, wenn ihn der Hass der Menschen im Ort entgegenschlägt, wenn im Fernsehen über alles berichtet und auch verfälscht dargestellt wird, wenn er daran denkt, dass für ihn das Leben irgendwie, irgendwo weitergehen muss. > Ich muss eine Menge Vertrauen in meine neuen Freunde investieren und das Risiko eingehen, mächtig auf die Schnauze zu fallen. Benjamin hatte keinen Einfluss auf die Ereignisse. Dennoch muss er sehr viel Mut aufbringen, damit sich in der Gegenwart die Vergangenheit, die er nicht in der Hand hatte, gegen ihn wendet. T.A. Wegberg hat eine fasziniende Art und Weise geschaffen, damit man als Leser all die Gefühle und Gedanken nachvollziehen kann, auch wenn man sich einfach nur wünscht, nie mit so einer Situation konfrontiert zu werden. Jedes Kapitel beginnt mit der Gegenwart und endet mit der Vergangenheit. Somit erlebt man zeitnah, wie die Vergangenheit die Gegenwart bestimmt, wie man die Gegenwart lebt, wenn man so eine Vergangenheit hat. Der Schreibstil hat mich einfach mitgerissen, auch wenn die Story erschütternd und bewegend ist. Man kann sich nicht vorstellen, was jemanden zu so einer Tat treibt. Man erkennt, dass man so eine Tat nicht damit abtun kann, dass die Familie zerbrochen ist, dass der Amokläufer stundenlang blutige PC-Spiele "gelebt" und das er einfach irgendwo den falschen Weg eingeschlagen hat. Eine schockierende Story, die einen in den Bann zieht, die aufzeigt, dass es bei so einer Tat mehr Opfer gibt, als in den Medien bekanntgegeben wird.

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    • 2
    Geri

    Geri

    08. November 2013 um 08:59
  • Rezension zu "Klassenziel" von T.A. Wegberg

    Klassenziel
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. May 2013 um 21:23

    Ein Buch, bei dem ich nicht damit gerechnet hätte, dass es mich sooo sehr in seinen Bann zieht.. Der Autor wechselt ständig zwischen damals und heute, aber diese Mischung finde ich richtig gut gelungen, denn somit kann man alles einfach super nachvollziehen. Der Schreibstil ist einfach klasse und ich finde, die Personen wurden richtig gut raus gearbeitet. Man fühlt mit ihnen mit und vorallem Benjamin wird einem nahe gebracht. Dieses Buch wurde mal nicht aus der Sicht des Täters beschrieben und auch nicht aus der Sicht eines Opfers.. Wobei.. Auch Benjamin ist ein Opfer.. und er muss lernen, mit der Situation umzugehen - für einen 15-Jährigen nicht die einfachste Sache, die man sich vorstellen kann.. Einen Stern Abzug gebe ich, weil ich denke, am Schluss könnte man die früher-heute-Aufteilung auflösen und noch mehr in die Zukunft rein gehen - da gab es schon noch ein paar Sachen, die mich so interessiert hätten.. Aber das ist auch nur mein Empfinden - vielleicht wäre es ja auch zu viel gewesen, wenn es da gewesen wäre?! ;) Dieses Buch bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung!!! :)

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  • Rezension zu "Klassenziel" von T.A. Wegberg

    Klassenziel
    janaka

    janaka

    01. January 2013 um 21:23

    Inhalt: Benjamin wächst mit seinem älterem Bruder Dominik und seinen Eltern in Viersen auf. Eines Tages verlässt der Vater die Familie und zieht nach Berlin. Benjamin ist ein extrovertierter Junge, der ziemlich schnell Freundschaften schließen kann und auch bei den Lehrern beliebt ist. Sein Bruder Dominik ist das komplette Gegenteil, er schließt selten Freundschaften und ist auch bei den Lehrern nicht beliebt. Er sitzt lieber am PC und spielt "Baller-Spiele". Dann lernt er Marek kennen, er fängt an zu laufen, macht Hanteltraining und ist dann auch viel unterwegs. Einmal erzählt Dominik Benjamin, dass er dessen Klassenkameradin Billie mag. Benjamin versucht die beiden zusammen zu bekommen, aber Billie steht auf Benjamin. Nach einem Auftritt knutschen Billie und Benjamin und werden dabei gefilmt. Diesen Film wird auf einer Party Dominik gezeigt, dieser reagiert ziemlich böse. Parallel wird die Zeit nach dem Amoktat gezeigt, wo Benjamin zu seinem Vater nach Berlin zieht. Dort muss er ganz neu anfangen, hat aber einige Schwierigkeiten, da er Angst hat erkannt zu werden. Fazit: Der Autor hat diesen Amoklauf aus der Sicht eines Angehörigen des Täters geschrieben. Dabei war er sehr einfühlsam und ehrlich. Mit gefällt der Schreibstil sehr gut, die kurzen Kapitel animieren mich, schnell mal ein/zwei Kapitel weiterzulesen. Die Protagonisten sind gut beschrieben und der Autor hat ihnen Leben eingehaucht. Ich kann mir die ganze Familie sehr gut vorstellen und bin dadurch gut in die Geschichte reingekommen.

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  • Rezension zu "Klassenziel" von T.A. Wegberg

    Klassenziel
    Lesefee86

    Lesefee86

    04. December 2012 um 21:11

    Was bedeutet es, wenn es scheint, als würde man einen Menschen der einem immer nah stand, doch gar nicht kennen? Was heißt es, wenn dieser Mensch eine ungeheuerliche Tat begeht und man ihn dennoch liebt? Und was ist wenn dieser Mensch andere getötet hat? Benjamin findet sich genau in der Situation wieder: Sein Bruder hat bei einem Amoklauf in der Schule mehrere Schüler – und auch Freunde von Benjamin – gnadenlos erschossen. Wie soll er damit klar kommen? Wie geht das Leben weiter, wenn alle einem böses wollen? Und was hat Dominik zu so einem Schritt bewegt? Rezension/Meinung: T.A. Wegberg schneidet in seinem Jugendroman ein Thema an, was alle bewegt: Amoklauf. Nicht nur Schüler und Lehrer sind betroffen, wenn ein Schüler diesen Schritt begeht, auch das Umfeld, wie die Familie des Täters und Familien der Opfer haben am Ende jede Menge offene Fragen. So ergeht es auch Benjamin, der lange Zeit glaubte, sein Leben sei perfekt. Er war immer mit all seinen Freunden unterwegs, war ein guter Schüler und sein Aussehen war auch nicht zu verachten. Dominik, sein Bruder, war dagegen schon immer ein Einzelgänger und Mitläufer. Seine Noten waren alles andere als gut und die Versetzung mal wieder gefährdet. Plötzlich aber verändert er sich, sitzt nicht mehr den ganzen Tag vor dem PC und spielt „Ballerspiele“, sondern geht raus mit einem Freund und scheint sich in Benjamins Klassenkameradin zu verlieben. Doch überschlagen sich die Ereignisse und als sich die Eltern der beiden trennen, scheint etwas in Nick zu zerreißen. Auch Benjamin kommt mit der Situation nicht klar, schreit seine Wut aber hinaus und fühlt sich durch seine Bandkollegen aufgefangen. Dominik aber frisst alles in sich hinein und entwickelt einen gefährlichen Plan. Benjamin wirkt zu Beginn recht oberflächlich und es ist schwer sich an diese Art zu gewöhnen. Hinzu kommt noch seine flapsige Ausdrucksweise, die nichts böses im Sinne hat. Doch sobald es ernst wird, merkt man auch die Verzweiflung, die er verspürt und die Fragen die er sich immer wieder stellt sind greifbar. Der Aufbau des Buches ist gut, denn jedes Kapitel unterteilt sich in zwei Teile. Der erste Teil beschreibt die Gegenwart und der zweite die Vergangenheit. Durch Benjamins Worte lernt man Nick kennen, bewahrt dennoch immer eine gewisse Distanz, da er nie selbst zu Wort kommt. Wieso es zu dem Amoklauf wirklich gekommen ist, wird daher auch nicht erklärt, was aber auch bei wahren Tätern eher selten heraus kommt. Eindringlich wird beschrieben, wie sich Benjamin und sein Mutter fühlen, als alle auf sie losgehen, obwohl doch nicht sie es waren, die diesen Amoklauf begangen haben. Es ist aber so, dass der Mensch nun einmal jemanden sucht, dem er die Schuld geben kann – da bietet sich die Familie des Täters gut an. Auch begegnet man der Angst, die Benjamin in seiner neuen Heimat hat. Jeder Schritt geht zögerlich voran, da er immer wieder befürchtet, dass ihn jemand erkennen könnte. Nach dem langen bedrückten Ton des Buches, schaffen es die Protagonisten aber langsam wieder ein neues Leben zu beginnen. Neben der harten Geschichte des Amoklaufs, wird einem schnell klar, dass man vielleicht selbst einmal jemandem begegnet ist, den man ausgegrenzt hat oder nicht mochte. Doch macht es einen großen Unterschied ob man diesen Menschen still schweigend ausgeschlossen hat oder mit Wort und Tat angegriffen hat. Jeder Mensch ist meiner Meinung nach ein Individuum und hat es somit auch verdient von anderen akzeptiert zu werden. Und selbst wenn man sich mit einem anderen nicht versteht, sollte man ihn dennoch er selbst sein lassen. Lästerei, Hänseleien und Niedermachen sind Themen, die gerade in der Schule ein großes Thema sind und es würde allen das Leben erleichtern, wenn nicht immer jemand als Opfer auserkoren werden würde und zu leiden hätte. Denn auch dieser Mensch besitzt eine Seele und ein Herz, dass man mit den kleinsten Worten schon verletzten kann. Und Verletzungen die nicht heilen, werden zu einer offenen Wunde, die sich aus Sicht derer die es tun – nur durch Wut und Rache schließen lässt. Ein Buch, das den Leser zum nachdenken anregt, bedrückt und das auch eine andere Sichtweise solcher Taten zeigt. Wahrscheinlich wäre dies auch eine gute Lektüre für Schulen.

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  • Leserunde zu "Klassenziel" von T.A. Wegberg

    Klassenziel
    TA_Wegberg

    TA_Wegberg

    Wenn die Medien über einen Amoklauf berichten, stehen der Täter und die blutigen Details seiner Tat im Vordergrund. Wir schütteln angewidert den Kopf, sind fassungslos, haben Mitleid mit den Opfern - und empfinden gleichzeitig heimliche Erleichterung, denn so was passiert nicht uns, es passiert immer nur anderen. Doch jeder dieser Täter hat auch ein soziales Umfeld: Eltern, Geschwister, Freunde, Nachbarn, Mitschüler, Lehrer ... Mich hat immer schon die Frage interessiert: Wie lebt man als Angehöriger eines Amokläufers weiter? Wie bewältigt man Trauer, Schuld und Verlust? Was bedeutet es, wenn Polizei und Presse plötzlich tief in die Privatsphäre eindringen? Genau das sind die Themen meines Romans "Klassenziel". Darin erzählt der 15-jährige Jamie, wie sein Bruder Dominik zum mehrfachen Mörder wurde und welche Auswirkungen das auf sein eigenes Leben hatte. Dies ist kein Splatter-Roman, in dem das Blut in Strömen fließt, sondern ein Buch, dessen Leser eine neue, andere Perspektive kennenlernen. Eine Leseprobe findet ihr hier: http://www.rowohlt.de/fm/131/Wegberg_Klassenziel.pdf Zum Auftakt der Leserunde werden 20 Freiexemplare verlost, die der Rowohlt Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Wenn ihr daran teilnehmen möchtet, dann verratet mir eure persönlichen literarischen Highlights: Welche Geschwister aus welchem Buch haben euch am meisten beeindruckt? Unter allen Einsendungen werden dann die 20 Buchgewinner ausgelost. Teilnahmeschluss ist der 1. Oktober 2012. Es versteht sich von selbst, dass die Gewinner an dieser Leserunde teilnehmen und zum Abschluss eine Rezension verfassen. Selbstverständlich sind aber auch alle anderen herzlich eingeladen, die das Buch bereits gelesen haben oder gerade dabei sind!

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  • Rezension zu "Klassenziel" von T.A. Wegberg

    Klassenziel
    irishlady

    irishlady

    01. November 2012 um 12:46

    Ein emotionales Meisterwerk von T.A. Wegberg Der 17jährige Dominik läuft in seiner Schule Amok und tötet insgesamt 17 Menschen bevor er selber durch eine Polizeikugel tödlich getroffen wird. Gab es Anzeichen dafür? Konnte es verhindert werden? Diese Fragen stellt sich auch sein Bruder Benjamin und versucht unterdessen auch sein eigenes Leben wieder neu aufzubauen. In Rückschauen erzählt er bestimmte Lebenssituation und bestimmte Tage kurz vor der Tat seines Bruders. Er macht sich Vorwürfe, überlegt, ob irgendetwas hätte anders laufen sollen und beschreibt auch sein Leben kurz nach der Tat. Wie haben die Medien darauf reagiert, wie die Familien, die ein Kinder durch den Amoklauf verloren haben? Von heute auf morgen muss Benjamin erwachsen werden, wird mit dem Tod konfrontiert und muss einige Verluste verkraften, natürlich auch den seines Bruders... Der Autor beschreibt mit leisen, sanften Worten, das was Dominiks Familie durchleben muss. Eine Sichtweise, die kaum im realen Leben Erwähnung findet, wird doch schnell der Täter und des Familie verurteilt. Schnell lässt die Schilderung des Ereignisses an die Amokläufe im realen Leben denken und stimmt einen nachdenklich und traurig. Ein Buch, das gelesen werden sollte, nicht nur von Jugendlichen sondern auch von Erwachsenen. Die Protagonisten wachsen einen schnell ans Herz und an manchen Stellen, möchte man Dominik einfach in den Arm nehmen. Man möchte am liebsten, die Dinge umdrehen und verändern, so berührt ist man von der Geschichte. Ganze fünf Sterne von meiner Seite...

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  • Rezension zu "Klassenziel" von T.A. Wegberg

    Klassenziel
    ForeverAngel

    ForeverAngel

    31. October 2012 um 20:47

    Hätte ich es erkennen müssen? Diese Frage stellt sich 15jährige Benedikt jeden Tag, seit sein Bruder Dominik bei einem Amoklauf ums Leben kam. Seinem Amoklauf. Hätte er erkennen müssen, dass sein Bruder so durchdreht? Hätte er sich besser um ihn kümmern müssen? Wer ist Schuld? Er? Seine Eltern? Die Schule? Oder niemand außer Dominik selbst? Wie soll es jetzt weitergehen, wie soll er damit leben, dass sein Bruder und seine Freunde tot sind? Klassenziel beschreibt eindringlich und emotional, wie es für die Angehörigen eines Amoklaufes ist, was sie durchmachen, was sie über sich ergehen lassen müssern. Wie schwierig es ist, neu anzufangen. Die Schuld zu vergessen. Wieder glücklich zu werden. Ein zutiefst ergreifenden Buch, das als Schullektüre wunderbar geeignet wäre. Es schult den Blick der Kinder, Vorzeichen zu erkennen und zu deuten, es spendet Trost und Must und erschüttert. Ein Buch, das unter die Haut geht.

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  • Rezension zu "Klassenziel" von T.A. Wegberg

    Klassenziel
    micluvsds

    micluvsds

    30. October 2012 um 13:27

    Das Buch "Klassenziel" von T.A. Wegberg handelt von dem 15-jährigen Benjamin, dessen zwei Jahre älterer Bruder Dominik einen Amoklauf begangen hat. In zwei paralell verlaufenden Handlungssträngen erzählt der Autor Benjamins "neues" Leben in einer neuen Schule in Berlin, und sein Leben in Viersen vor und in den Wochen nach dem Amoklauf. In vielen kleinen Einzelkapiteln wird einerseits beleuchtet, wie das eben in der Familie und in der Schule abläuft, wie sich die Protagonisten langsam auf den Amoklauf zubewegen, die Ausnahmesituation direkt nach demAmoklauf, aber auch, wie Benjamin danach erst wieder in ein normales Leben hineinfinden muss. Auch wenn einige Sachen in dem Buch ein wenig klischeehaft sind (wie der computerspielende Einzelgänger als Täter), ist das Buch doch sehr fesselnd geschrieben und ist trotzdem nicht unbedingt vorhersehbar. Dazu finde ich die Darstellung der Positiionen von Eltern, Mitschülern, Lehrern, und vor allem auch der Medien im Zusammenhang mit dem Amoklauf sehr gelungen, und das Buch regt sehr zum Nachdenken an. Es ist außerdem sehr gut geschrieben und durch die kleinen Einzelkapitel sehr gut zu lesen und wird nicht langweilig. Ich vergebe 4 Sterne (mit deutlicher Neigung zu 5 Sternen), und würde das auch auch sehr als Klassenlektüre zu dem Thema empfehlen.

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  • Rezension zu "Klassenziel" von T.A. Wegberg

    Klassenziel
    Sarlascht

    Sarlascht

    28. October 2012 um 21:37

    Inhalt: Der 15-jährige Benjamin zieht zu seinem Vater nach Berlin und versucht sich dort ein neues Leben aufzubauen. Sein altes wurde je beendet, als sein 17-jähriger Bruder Dominik an ihrer alten Schule Amok lief. Bei dieser Tat wurden 17 Menschen getötet, der Bruder starb durch Polizeikugeln. Die Tat schockiert Deutschland, nichts ist mehr, wie es einmal war, für die Familie beginnt ein Kampf um ihr Leben. . Meine Meinung: Das Buch wird kapitelweise erzählt, wobei zwischen Vergangenheit und Gegenwart gewechselt wird. Einerseits wird über die Zeit vor der Tat geschrieben, andererseits steht man Benjamin in Berlin bei, wie er versucht, die Tat zu bewältigen und sich in seinem „neuen“ Leben einzufinden. Diese Erzählweise ist besonders eindringlich, weil man dadurch als Leser viele Situationen mitbekommt, die man als Anzeichen für einen Amoklauf sehen könnte, aber sie eben auch erst im Nachhinein wirklich deuten kann. . Es gibt viele Bücher zu dem Thema Amoklauf, aber wenige, die sich wirklich damit befassen, wie die Angehörigen nach so einer Tat weiterleben. Verachtet von der Gesellschaft, wird ihnen oft eine Mitschuld auferlegt und „Klassenziel“ ist vermutlich das erste Buch, was ich kenne, was wirklich auf eine lange Dauer zeigt, wie steiniger der Weg zurück in ein normales Leben ist. Normal, eigentlich das falsche Wort, weil es Normalität nicht mehr gibt, was einen auch im Buch einzigartig gezeigt wird. Zu Beginn war es mir ein bisschen befremdlich, wie die einzelnen Familienmitglieder mit der Tat umgegangen sind. Irgendwie denkt man ja, da wäre große Trauer, aber letztlich war es eher Schockstarre, die die ganze Geschichte über anhält, was im ersten Moment bei mir ein bisschen Unverständnis ausgelöst hat, allerdings war es für alle nur eine Überlebensstrategie und nachvollziehen kann man es als Außenstehender vermutlich nie ganz. Trotzdem bleiben für mich die Familienverhältnisse und die schnelle Erholung nach der Tat ein wenig sonderbar. . Mit Benjamin fühlt man sich relativ schnell verbunden, man fühlt mit ihm mit – leidet mit ihm. In Berlin angekommen, an der neuen Schule, versucht er sich eine neue Existenz aufzubauen, bloß niemanden Preis zu geben, dass sein Bruder ein Amokläufer ist, was es schwer für ihn macht, sich gegenüber jemanden zu öffnen, weil er immer auf seine Worte achten muss. Er vollführt einen wahren Drahseilakt. . Dominik könnte man als typischen Amokläufer sehen – er spielt brutale Computerspiele, ist ein Einzelgänger und Waffennarr. Natürlich könnte man jetzt alles als Klischees ansehen und es sei auch erwähnt, dass blutige Computerspiele noch lange keinen Amokläufer machen und trotzdem passt es in die Geschichte hinein. Man hat das Buch über schon das Gefühl, dass Dominik ein relativ verloren gegangener Junge ist, der irgendwo in der Hoffnungslosigkeit versinkt. Im Nachhinein könnte man auch sagen, dass es deutliche Anzeichen gab, aber im Nachhinein ist man vermutlich immer klüger. . Man kann viel sagen, aber eines ist gewiss – T.A. Wegberg kann einen in die menschliche Psyche hineinziehen, der psychologische Aspekt ist immer Punkt genau, „Memory Error oder Wie mein Vater über den Jordan ging“ war für mich das beste Jugendbuch, was ich jemals zum Thema Dissoziative Identitätsstörung gelesen habe und „Klassenziel“ steht dieser außerordentlichen Kraft in nichts nach. . Fazit: Eindringlich wird das Leben von Angehörigen eines Amokläufers beschrieben, mit einer Intensität, wie ich es in noch keinem anderen Buch je erlebt habe. . Empfehlen möchte ich auch unbedingt die Autorenwebsite von T.A. Wegberg, da findet man einige wirklich interessante Buchrezensionen.

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    Klassenziel
    Taluzi

    Taluzi

    25. October 2012 um 19:08

    Klassenziel von T.A. Wegberg ist ein Jugdndbuch. Die Geschichte von Benjamin und seiner Familie wird in kurzen Kapiteln erzählt und springt in der Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Benjamin lebt mittlerweile bei seinem Vater in Berlin und muss sich in seiner neuen Schule zu recht finden. Er lernt neue Leute kennen und findet die ersten Freunde. Aber nichts ist mehr wie vorher. S Zwischendurch geht es in die Vergangenheit. Benjamin erinnert sich an sein altes Leben in Viersen. Dort war Benjamin ein beliebter Junge und ein guter Schüler. Sein Bruder Dominik war nicht so beliebt und auch in der Schule klappte es nicht so richtig. Dominik zog sich mehr und mehr zurück und spielte am liebsten Ballerspiele am Computer. Benjamin versuchte immer mal wieder seinen Bruder zu erreichen und ihn unter Leute zu bringen. Als die Eltern ihre Trennung bekannt gaben, brach die heile Welt immer mehr auseinander. Dominik zog sich endgültig zurück. Dann kam der Tag an dem Dominik in seiner Schule 17 Menschen tötete und selber starb. Für Benjamin und seine Familie ist nichts wie vorher. Ein Buch das sich mit einer schrecklichen Tat aus der Sicht des Bruders auseinander setzt. Ich kann dieses Buch Jugendlichen und Erwachsenen nur empfehlen.

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  • Rezension zu "Klassenziel" von T.A. Wegberg

    Klassenziel
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. October 2012 um 17:04

    Der 15-Jährige Benjamin, auch Jamie genannt, muss sich in Berlin bei seinem alleinerziehenden Vater ein neues Leben aufbauen. Sein 17jähriger Bruder Dominik – Nick- hat an ihrer ehemaligen Schule einen Amoklauf verübt. Dabei hat er insgesamt 17 Menschen das Leben genommen, bevor er von einer Polizeikugel tödlich verwundet worden ist. Wie geht es der Familie eines Täters? Was muss sie durchleiden? Ist es möglich sich ein Leben nach der Tat aufzubauen und wenn ja, wie? Das sind die Fragen, die sich durch dieses Buch ziehen. Benjamin ist ein smarter Junge, der sowohl in der Schule als auch in seiner Freizeit durchweg als erfolgreich ist bezeichnen ist. Er hat gute Noten, viele Freunde, mit seiner Band erzielt er erste Erfolge und auch sonst läuft für ihn alles bestens. Ganz anders sieht dies bei seinem Bruder aus. Dominik hat keine Freunde, verbringt den Großteil seiner Freizeit am PC und auch in der Schule hat er Schwierigkeiten. Die Trennung der Eltern geht an keinem der beiden spurlos vorbei, allerdings hat Benjamin vieles was ihm über die schweren Zeiten hilft, Dominik hingegen hat nichts, außer seinem Bruder, der vergeblich versucht ihm zu helfen. Er versucht Nick für Mädchen zu interessieren und zeigt einfach Interesse an seinem Bruder. Dieser weiß dies allerdings nur wenig bis gar nicht zu schätzen. Nach der Tat wird die Familie von der Presse, dem wütenden Mob vor der Haustür und der Frage nach dem Warum gequält. Die Familie wird von allen Außenstehenden nicht als Opfer, sondern mehr als Täter angesehen. Dies trifft im Besonderen für die Presse zu, die sich auf die Familie stürzt. Benjamin erfährt von seiner Mutter in diesen schweren Stunden kaum Unterstützung. Gegen seinen Willen möchte sie ihn einfach mit zu ihrem neuen Lebensgefährten nehmen, um nicht auch ihn noch zu verlieren. Durch Dominiks Tat hat sich Benjamins Leben grundlegend verändert. Er zieht vom Dorf nach Berlin zu seinem Vater und muss sich dort ein neues Leben aufbauen. Er hat nun keine Freunde, keine Band oder ähnliches. Auch ist er nicht mehr so aufgeschlossen, denn er befürchtet als Bruder eines Amokläufers enttarnt zu werden. Erst allmählich öffnet er sich und findet neue, verlässliche Freunde und eine Band, sodass er sich öffnen kann. Fazit: Es ist kein blutrünstiger Roman, wie man vielleicht -zumindest an gewissen Stellen- vermuten könnte, was ich persönlich sehr gut fand. Ebenfalls gelungen ist es aus Benjamins Sichtweise sowohl die Vergangenheit, als auch die Gegenwart zu schildern. So erhält man tiefgehende Einblicke vor und nach der Tat. Die kurzen Kapitel, die je einen Teil Gegenwart und einen Teil Vergangenheit schildern, laden ein, immer noch schnell ein Kapitel hinterher zu schieben ;) Kritisch habe ich die kurze Erholungszeit Benjamins gesehen. Kann mir nicht vorstellen, dass man innerhalb weniger Monate einen solchen Schock verarbeitet haben kann. Teilweise bedient sich der Autor an Klischees. Besonders deutlich wird das bei Dominik blutrünstigen PC Spielen und der Dauer, die er ohne irgendwelchen Ausgleich am PC verbringt. Außerdem konnte durch Benjamins Erzählungen die Sicht seines Bruders, seine wahren Beweggründe nicht so gut dargestellt werden, aber es geht auch mehr um die Opferperspektive und hier erfährt man sehr viel. Die Gefühle im Widerstreit, denn einerseits liebt er seinen Bruder, andererseits hasst er ihn für seine Tat. Benjamins Ängste werden gut und nachvollziehbar dargestellt, also insgesamt ein tolles Buch sowohl für Jugendliche, als auch für Erwachsene, welches zum Nachdenken anregt.

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  • Rezension zu "Klassenziel" von T.A. Wegberg

    Klassenziel
    mabuerele

    mabuerele

    20. October 2012 um 16:58

    „…Irgendwie sind mir mein Optimismus und mein Vertrauen in andere Menschen abhanden gekommen…“ Der 15jährige Benjamin ist nach Berlin zu seinem Vater gezogen. Dort muss es sich jetzt ein neues Leben aufbauen. Ein Tag hat alles verändert, der Tag, an dem sein älterer Bruder in der Schule zwei Lehrer und fünfzehn Schüler erschossen hat. Hete nun ist Benjamims erster Tag in der neuen Schule. Der Roman wird aus der Sicht von Benjamin erzählt. Dabei besteht jedes Kapitel aus zwei Teilen, Benjamins Erfahrungen in der Gegenwart und seinen Erinnerungen an die Vergangenheit. Benjamin, der in seiner alten Schule nur Jamie hieß, war ein aufgeschlossener Junge. Er fand schnell Freunde und gründete eine Musikband. Das half ihm auch über die Trennung der Eltern hinweg. Nick dagegen war verschlossen. Er hatte nur einen Freund und kapselte sich ab. Jamie versuchte, ihn für Freunde und Mädchen zu interessieren, doch ohne Erfolg. Es zeigte sich aber, dass Nick kaum empathiefähig war. Als Leser lerne ich Nick durch die Augen von Jamie kennen. Sehr behutsam wird erzählt, wie sein Leben auf die Katastrophe zusteuert. Leider bleibt zum Teil im Dunkeln, wie Nick seine Opfer ausgesucht hat. Das Verhalten der Presse nach dem Amoklauf ist rücksichtlos. Die Angehörigen werden wie Täter behandelt. Schade, dass Benjamin auch bei seiner Mutter nicht den nötigen Halt findet. Erst einer Psychologin gelingt es, den Umzug des Jungen zum Vater durchzusetzen. In der neuen Schule fühlt sich Benjamin als Außenseiter. Es fällt ihm plötzlich schwer, auf andere zuzugehen. Ihm sitzt die Angst im Nacken, als Bruder eines Amokläufers erkannt zu werden. Nicks Tat hat tiefe Spuren in seiner Seele hinterlassen. Das wird in jeder seiner Äußerungen spürbar. Es wirkt sich auch auf seine schulischen Leistungen aus. Doch dann geht Kendji, ein japanischer Mitschüler, auf ihn zu. Es ist schön zuspüren, wie Benjamin plötzlich wieder in seinem Leben angekommen ist. Da das Buch aus Sicht eines Jugendlichen geschrieben ist, bleiben Fragen offen. Was in Nick wirklich vorgeht, wird nur durch seine Handlungen deutlich. Sein einziger Erklärungsversuch gegenüber Benjamin bleibt unvollendet. Das Verhalten der Eltern, insbesondere der Mutter, ist für mich oft unverständlich. Sehr gut gefallen hat mir die Charakterisierung von Benjamin. Seine Gefühle und Gedanken sind nachvollziehbar. Sie werden behutsam und realistisch beschrieben. Auch wenn er seine Wut rauslässt, musste ich ihm oftmals Recht geben. Es ist zu spüren, dass Nick nach wie vor sein Bruder ist, um den er trauert, auch wenn er sein Tun nicht begreift. Es gibt einige Szenen im Buch, die der Geschichte ein besonderes Gepräge geben. Für mich gehört dazu das Gespräch von Benjamin mit Melodys Eltern. Sehr gut herausgearbeitet hat der Autor, wie die Vorgänge Benjamin reifen ließen. Er betrachtet seine Mitmenschen mit anderen Augen und versucht zu helfen. Das zeigt sich zum Beispiel gegenüber Maxi. Ich denke, es ist ein wichtiges Buch. Hier wird ein aktuelles Thema aus anderem Blickwinkel dargestellt. Das Buch ist für Jugendliche und Erwachsene empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Klassenziel" von T.A. Wegberg

    Klassenziel
    Liss

    Liss

    19. October 2012 um 11:43

    Ich habe noch nie ein Buch solcher Art gelesen. Dominik, kurz Nick, tötet an seiner Schule 17 Schüler und Lehrer und verliert dann sein eigenes Leben. Doch wie geht die Familie mit solch einer Tragödie um? Wie fühlt man sich als Mutter oder als Vater? Wie sogar als Bruder, wenn man schon immer gewusst hat, dass Nick ein bisschen anders war? Genau darum geht es in diesem Buch. Die Geschichte wird abwechselt in der Gegenwart und der Zukunft erzählt. Ich muss zugeben ich habe eine Weile gebraucht um das mitzukriegen und mich da rein zu finden. Zwar werden auch die Zeitformen dementsprechend angepasst, aber auf sowas achte ich nicht besonders beim Lesen. Die Stimmung ist das ganze Buch über ziemlich bedrückend. Die Familie ist schon zu Beginn des Buches nicht sehr kommunikativ. Es wird nicht über Probleme gesprochen und es gibt auch keine freundschaftliche Beziehung zwischen Benjamin und Nick. Nick ist, um es grob zu sagen, ein Musterbeispiel für den Amoklauf. Es treffen hier viele Klischees aufeinander. Er spielt gewalttätige Computerspiele, ist eher das schwarze Schaf der Familie ohne Freunde. Er ist sehr isoliert und eifersüchtig auf die Beliebtheit seines Bruder Benjamin. Das fand ich echt ziemlich schade. Denn jeder Amoklauf resultiert aus verschiedenen Komponenten. Allerdings ist es nachvollziehbar, so ein Amoklauf findet nicht von heute auf morgen statt, sondern es bedarf mehrerer Einflüsse, die alle auf einmal auf Nick einwirken und mit denen er nicht klar kommt. Ein negativer Aspekt ist der Fakt, dass man schon weiß, dass Nick einen Amoklauf begeht. Wenn man das nicht schon vorher wissen würde, bleibt die Frage ab wann der Leser merkt, dass Nick so etwas plant, ab wann man die kleinen Hinweise zu einem Bild zusammenfügen kann. Denn fast die gesamte Familie hatte nicht das geringste gemerkt. Nur Benjamin, wenn auch etwas zu spät. Aber so ist es ja bestimmt auch oft bei Fällen, die man aus dem TV kennt. Niemand hatte den Verdacht, dass die betroffene Person so etwas plant. Benjamins Entwicklung wird im Buch ziemlich deutlich, wenn sie für mich auch etwas zu schnell vonstatten geht. Nach dem Amoklauf verändert sich sein gesamtes Leben. Er verliert seine Freunde, wird zum Ausgestoßenen, zum "Neuen" an einer neuen Schule. Er beginnt die Menschen zu lesen und ihnen zu misstrauen, was ich richtig gut finde und vollkommen verständlich. Er fragt sich oft, was Nick wohl getan hätte, wie es ihm ergangen wäre. Allerdings findet er an der neuen Schule schnell Freunde und ist ziemlich schnell wieder glücklich und denkt selten an seinen Bruder. Fand ich ein bisschen seltsam. Fazit Ein Buch, das etwas nachdenklich macht und zeigt, dass man Dinge hinterfragen sollte und was aus Menschen werden kann, wenn sie so sehr in sich gekehrt sind. Punkt Abzug gibt es für das Klischee und Benjamins schnelle Erholung. Ansonsten ein tolles Buch. :) 4/5 Punkte.

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