Meine Mutter, sein Exmann und ich

von T.A. Wegberg 
4,0 Sterne bei27 Bewertungen
Meine Mutter, sein Exmann und ich
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (21):
uffi1994s avatar

Eine einfühlsame Geschichte über ein wichtiges Thema. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Ich bin begeistert!

Kritisch (4):
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Das Thema ist so wichtig, aber die Umsetzung ging hier meines Erachtens durch einen ungünstigen Schreibstil vollkommen daneben.

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Inhaltsangabe zu "Meine Mutter, sein Exmann und ich"

Geschiedene Eltern sind ja schon schlimm genug. Aber wie soll Joschka seinen Freunden bitte erklären, dass seine Mutter jetzt ein Mann ist - dem plötzlich ein Bart wächst und der Frederik heißt? Während seine Schwester Liska sich bemüht, offen mit der Veränderung umzugehen, empfindet Joschka nichts als Widerstand und große Wut. Er zieht zu seinem Vater und will nur noch Abstand von allem.
Erst durch den neuen Mitschüler Sebastian, der an einer seltenen Krankheit leidet, und Joschkas Liebe zu der engagierten Emma öffnet er sich schließlich für seine neue Familiensituation. Denn wenn er ehrlich ist, hat sich eigentlich gar nichts Entscheidendes geändert ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499217593
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:10.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Jezebelles avatar
    Jezebellevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Frech, jugendlich und doch mit gehörigem Tiefgang wird hier das Thema Transsexualität nahegebracht
    Transsexualität familiennah

    Ein Buch mit einem schrägen Titel liegt hier vor, dass trotzdem sich ganz ernsthaft mit einem wichtigen Thema beschäftigt, nämlich der Frage nach dem Umgang mit Transsexuellen. Nun mag der aufgeklärte Bürger sagen: Was soll es das schon Wichtiges zu sagen geben? Man muss eben jeden und jede so nehmen, wie er oder sie ist. In der Theorie erscheint das glasklar. Nur ganz konkret weiß eben auch jeder, mit welchen Schwierigkeiten das verbunden ist. Den ein oder anderen Erfahrungsbericht von transsexuellen Menschen mag man ja schon einmal zur Kenntnis genommen haben, aber die Umwälzungen eines Geschlechtswechsels sind viel weitreichender. Das genau macht dieses Buch klar, indem es einen Jugendlichen begleitet, der seine Zeit braucht, um zu verdauen, dass seine Mutter nun ein Mann ist. Geschrieben auf Anfrage des Verlags, schafft es der Autor, hier einen authentischen Jugendroman hinzulegen, der eben unter anderem davon lebt, dass sich nicht alles nur um dieses Thema dreht. Da wäre noch die neue Partnerin nebst Halbbruder, die der leibliche Vater sich gesucht hat, die erste große Liebe, ein neuer Schulkamerad, der sich schwer auf den Unterricht konzentrieren kann und das ein und andere Selbstfindungsproblem, die unseren Helden begleiten. Erst beim Lesen wird einem wieder so richtig bewusst, was Schule für einen Jugendlichen eben auch alles in dieser Lebensphase bedeutet. Schön auch, dass die typischen Ungerechtigkeiten und Humor nicht zu kurz kommen. Mir persönlich gefiel der leicht spleenige Charakter des Protagonisten, der so gern mit dem Bus durch Berlin fährt. Für Berliner hat dieses Lokalkolorit noch einen ganz speziellen Charme. Gleichzeitig ist es aber auch eine schöne Art und Weise, mit seinen Gedanken auf Reisen zu gehen, und somit sinnvolles Persönlichkeitsmerkmal, was zur Geschichte passt. Angenehm ist es auch, dass die medizinischen Einzelschritte gar nicht so in den Vordergrund gestellt werden. Hat ein jugendlicher Leser daran mehr Interesse, wird er schon fündig werden. Diese seelischen Veränderungen stehen im Fokus und werden dem ein oder anderen Leser vielleicht auch erst so richtig bewusst. Kleinere Handlungsstränge haben mich nicht so glücklich gestimmt, wie etwa die lange Verschwiegenheit gegenüber dem besten Freund, obwohl der gerade mit einer Transsexuellen anbändelt. Aber das sei verziehen angesichts der rundherum gelungenen Entwicklung des Haupthelden, der seinen Standpunkt Stück für Stück ändert.

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    Lorbeerchens avatar
    Lorbeerchenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein bewegendes Buch zum Thema Akzeptanz und Toleranz.
    Kurzkommentar:

    Chapeau an den Autor, der so viele wunderbare Charaktere erschaffen und ihre Geschichte erzählt hat. Auf eine besonders bewegende und emotionale Weise darf man miterleben, wie Joschka scheinbar seine Mutter verliert, aber einen zweiten Vater gewinnt und merkt, dass das alles gar nicht so schlimm ist. Solche Bücher brauchen wir, gerade da in der heutigen Zeit (traurigerweise) 'Anderssein' immernoch ausgrenzt, obwohl unsere Gesellschaft sich für überaus tolerant hält.

    Für mich ist das Buch ein kleines Meisterwerk.

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    Florian850s avatar
    Florian850vor einem Jahr
    Tolles Jugendbuch

    Bei dem Buch Meine Mutter, sein Exmann und ich handelt es sich um einen Jugendroman, von T.A. Wegberg.

    Inhalt

    In dem Jugendbuch „Meine Mutter, sein Exmann und ich“ geht es darum, dass sich Joschkas Mutter entschlossen hat, ihr gefühltes Geschlecht an ihr biologisches Geschlecht anzupassen - sprich sie wird künftig Frederik sein. Der 15-Jährige, Joschka, ist entsetzt, enttäuscht und verletzt. Warum möchte seine Mutter nicht mehr seine Mutter sein? Und wie soll er, dass bitte seinen Freunden erklären? Er beschließt die Sache seinen Freunden zu verheimlichen und zu seinem Vater, der mit seiner neuen Frau und einem kleinen Sohn zusammenlebt, zu ziehen. Doch das Leben dort ist nicht immer das, was er sich vorgestellt hatte – Petra, seine Stiefmutter ist sehr pingelig und ihm gegenüber oft unfair. So verschenkt sie sein einziges und geliebtes Stoffhäschen, das er von seiner Mutter bekommen hatte, an seinen Stiefbruder.

    Meinung:

    Ich finde, der Autor bringt, seinen Lesern, das komplexe Thema mit einfachen Worten nahe. Dadurch, dass er Joschka in der Ich-Form erzählen lässt, hat man das Gefühl, das der Roman wie ein Tagebuch geschrieben ist. Aufgrund der leichten Sprache und den kurzen Kapiteln lässt sich das Buch sehr flüssig lesen.

    Während mir Joschka am Anfang des Buches noch echt unsympathisch war, wurde er mir im Laufe des Buchs immer sympathischer. Auch zu den anderen Charakteren außer zu Petra konnte ich eine gewisse Beziehung aufbauen.

    Der Autor hat einen guten Schreibstil und schafft es immer wieder dadurch das er offene Frage auftut eine gewisse Spannung, zu erzeugen.

    Das Negative an dem Buch ist, dass die Thematik nur oberflächlich angerrissen wird, das Ende plötzlich abreißt und man das Gefühl hat, es würde was fehlen.

    Das Cover ist echt passend gewählt, dass es ziemlich gut zum Titel passt und es auch einlädt, das Buch in die Hand zu nehmen.

     

    Fazit:

    Ein sehr gelungenes Jugendbuch, das ein schwieriges Thema auf unterhaltsame und feinfühlige Weise rüber bringt. Charakterstarke Figuren machen es dem Leser leicht in die Geschichte abzutauchen und sich für das Thema Transgender zu öffnen. Dabei kommt auch der Aspekt der Freundschaft und des Vertrauens nicht zu kurz.

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    MissTalchens avatar
    MissTalchenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Das Thema ist so wichtig, aber die Umsetzung ging hier meines Erachtens durch einen ungünstigen Schreibstil vollkommen daneben.
    Wichtiges Thema, ungünstige Umsetzung

    "Ich hatte nur eine einzige Frage, aber die konnte ich niemandem stellen: nämlich wie es jetzt weitergehen sollte. Wenn Mama das wirklich durchzog, was wurde dann aus uns? Sollten wir dann Papa zu ihr sagen? Niemals!"

    Ich durfte dieses Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und war wirklich neugierig, war es doch mein erstes Buch zum Thema Transgender und dann auch noch ein Jugendroman...

    Zur Story: Als Joschkas Mutter sich endlich ein Herz fasst und eine Geschlechtsanpassung vollziehen lässt, macht Joschka kurzen Prozess: Er zieht zu seinem Vater und beschränkt den Kontakt auf ein Minimum. Niemand soll erfahren, dass seine Mutter sich nun Frederik nennt, ganz besonders nicht seine Freunde. Erst der neue Klassenkamerad mit seinem mysteriösen Geheimnis und die sympathische wie tolerante Emma zwingen ihn zum Umdenken.

    Meine Meinung: Wie gesagt ist das Thema kein Alltägliches (auch wenn es das sein sollte): Transgender aus der Sicht des jungen Sohnes in der Pubertät.

    Natürlich wird die Geschichte passenderweise aus seiner Ich-Perspektive geschildert, was insgesamt auch recht authentisch war. Leider spürte ich von Beginn an keinerlei Verbindung zu Joschka, da trotz des Themas erstaunlich wenig Augenmerk auf seine Gefühle oder Gedanken gelegt wurde. Dadurch verstand ich insbesondere seine rigorose Haltung gegenüber Frederik nicht, die für das Buch jedoch von essentieller Bedeutung ist.

    Ein Grund für die fehlende Sympathie könnte auch der abgehackte, nahezu emotionslose Schreibstil sein, der fast schon Ereignisse aufzählt, statt wirklich eine Geschichte zu erzählen. Auch die vielen Bezüge zu Berlin werden kaum aufgegriffen und erzeugen so keinerlei Stimmung.

    Punkten kann das Buch dafür mit seiner Charakterentwicklung. Joschka macht gegen Ende eine bemerkenswerte Wandlung durch, auch wenn sie für mich aus oben genannten Gründen etwas schwerer nachzuvollziehen war. Auch die Nebenfiguren sind individuell  gestaltet und sehr eigen. Das hat mir sehr gefallen.

    Mein Fazit: Das Thema ist so wichtig, aber die Umsetzung ging hier meines Erachtens durch einen ungünstigen Schreibstil vollkommen daneben.

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    Cookie1962s avatar
    Cookie1962vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein wunderbares Buch zum Thema Toleranz
    Der Weg zur Toleranz aus Sicht eines pubertierenden Jungen

    Rezension zum Buch „Meine Mutter, sein Exmann und ich“ von T.A. Wegberg

    Der 15-jährige Joschka muss sich endgültig damit abfinden, dass sich seine Mutter zum Mann hat umoperieren lassen. Und dies zu einer Zeit, wo seine eigenen Hormone verrückst spielen; wo er sich das erste Mal verliebt, wo er selber nicht so recht weiß, wer er eigentlich ist und wo seine eigenen Werte sind. In einer Zeit, wo er sich selber finden muss und eigentlich Sicherheit und Stabilität innerhalb seines Elternhauses sucht. Seine Zwillingsschwester geht mit der Situation wesentlich souveräner um.

    Das Buch ist aus der Sicht von Joschka geschrieben. Der Leser kann sich dadurch in die Gedankenwelt und die Sichtweisen des pubertierenden Jungen einfinden und so die Entwicklungsgeschichte Joschkas sehr nah miterleben. Der Schreibstil ist sehr lebensnah und flüssig geschrieben. Die relativ kurzen einzelnen Kapitel erleichtern es auch dem Leser, der mit Unterbrechungen liest, immer wieder den leichten Einstieg ins Geschehen.

    Für mich war das Buch ein Spiegel der Toleranz im zwischenmenschlichen Bereich mit all seinen Schwierigkeiten und Unterschieden, die jeden einzelnen Menschen ausmacht. Dieses Buch dürfte Erwachsene gleichermaßen ansprechen wie Jugendliche, da das Thema alle Generationen anspricht. Ich hatte ursprünglich erwartet, dass sich das Hauptthema um die Transsexualität der Mutter dreht. Dem ist aber nicht so. Hauptthema ist der Umgang mit der Andersartigkeit von verschiedenen Menschen.

    Für mich ein wunderbares Buch, um mal wieder über meine eigene Toleranz gegenüber meinen Mitmenschen nachzudenken und diese zu hinterfragen.

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    Mellolettevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein wichtiges Thema für Jugendliche aufgearbeitet!
    Das Leben ist nicht fair...

    Meint zumindest Protagonist Joschka, 15 Jahre alt, mitten in der Pubertät. Aber nicht nur er macht eine grundlegende Wandlung durch, sondern auch Frederik, seine Mutter.
    Frederik hat nämlich das Problem, in einen Frauenkörper geboren worden zu sein. Und genau hier beginnt, nach einem kurzen Prolog, die Geschichte: Frederik lässt die alles entscheidende OP durchführen.

    Joschka bricht daraufhin mit ihm und zieht zu seinem Vater - neue Familie inklusive. Dass Streit da nicht zu vermeiden ist, wird schnell deutlich. Zum Glück hat Joschka aber Freunde und seine Schwester Liska, die ihm immer eine Schulter zum Anlehnen bieten oder ihn auch mal auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Im Lauf des Buches wird Joschkas Leben sogar um den ein oder anderen wertvollen Menschen bereichert, was ihn reflektierter und erwachsener werden lässt.

    Am Anfang habe ich mich mit dem Schreibstil ein wenig schwer getan, da die Sätze sehr kurz sind. Aber nach einer Weile fiel mir auf, wie gut dieser Stil zu den Gedanken eines Teenagers passt. Man hat wirklich das Gefühl, einem sehr verzweifelten, wütenden Jungen gegenüber zu sitzen, der seine Geschichte erzählt.

    Das Tempo war ziemlich flott. Hier auch mein Kritikpunkt: Manchmal war es mir ein bisschen zu flott. Handlungsstränge werden angerissen, aber nicht zu Ende geführt, obwohl sie (meines Erachtens) zur Erklärung von Joschkas Wandlung beigetragen hätten.

    Ansonsten ist das Buch wirklich ein Jugendbuch, das sich mit dem komplexen Thema Transgender auseinandersetzt. Nicht nur ein Buch für Erwachsene, das so tut, als würde es auch junge Leser ansprechen. Und bis auf den Kritikpunkt, dass Handlungsstränge offen gelassen werden (was aber so manchem Leser durchaus Vergnügen bereitet - kann man doch die Phantasie an diesen Stellen weiter spielen lassen), hat mir das Buch sehr erfreuliche Lesestunden beschert.

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    Sumsi1990s avatar
    Sumsi1990vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein tolles Jugendbuch zu einem wichtigen Thema, das Toleranz schaffen soll!
    Joschkas Weg


    Joschkas Mutter fühlt sich schon immer in ihrem Körper als Frau falsch und beschließt als Joschka und seine Zwillingsschwester Liska 10 Jahre alt sind, eine Geschlechtsanpassung vornehmen zu lassen. Während Liska und auch der geschiedene Exmann und Vater der Kinder offenar gut mit der Situation umgehen können, hat Joschka selbst so seine Probleme damit. Er verheimlicht seine Mutter, die nach Abschluss der Anpassung Frederick heißt und distanziert sich. Wir werden in diesem Buch Zeugen von Joschkas Erwachsenwerden bzw. davon dass er lernt, seinen Weg mit seiner Familie zu finden!


    Der Roman ist - passend zu einem Jugendbuch - in einer einfachen, moderen Sprache geschrieben und leicht zu lesen. Er ist in relativ kurzen und sprunghaften Kapitel gegliedert, was mir persönlich sejr gut gefallen hat und Schwung gibt! Das Verhalten der Personen wirkt authentisch und nicht aufgesetzt. Klar handelt es sich um einen Roman, aber der Großteil der Geschichte ist lebensnah und glaubhaft gestaltet. 


    Mir gefallen insbesondere die Charaktere und deren klare, verspielte Zeichnung. Man hat das Gefühl, jeden der vorkommenden Personen auf der Straße treffen zu können bzw. ähnliche Verhaltensweisen bzw. Charakterzüge aus der Realität zu kennen. Es wirkt nicht aufgesetzt bzw. gezwungen! 


    Im Großen und Ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen. Einige Erzählstränge werden nicht ganz bis zum Ende durchgeführt und es bleibt einiges offen, was meiner Meinung nach aber den Denkprozess anregt. Ich würde dieses Buch zu diesem wichtigen, zeigenössischen Thema gerne als Schullektüre sehen, da ich - obwohl oder gerade weil ich selbst in keinster Form einen persönlichen Bezug habe - eine Auseinandersetzung mit diesem Thema bei Jugendlichen wichtig finde. Ich bin froh, dass es solche Bücher auf dem Markt gibt, da jedes einzelne die Toleranz steigert und damit schon etwas Gutes erreicht hat! 

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    S
    Sabine_Hartmannvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ungewöhnliches Thema spannend aufbereitet
    Ungewöhnlich

    Joschkas Mutter lässt ihr Geschlecht angleichen, denn sie/er fühlt sich als Mann. Sie/er ist schon länger von ihrem Mann geschieden, der eine neue Frau und ein Kleinkind hat. Joschka und seine Zwillingsschwester leben bei der Mutter, die sich nun Frederik nennt, und begleiten ihre Veränderung.

     

    Während Liska kein Problem mit der Situation hat, ist Joschka völlig überfordert. Er befürchtet, seine Freunde zu verlieren, in der Klasse „unten durch“ zu sein, wenn jemand von den Entwicklungen erfährt. Er stellt sich stur, zieht zum Vater und nimmt selbst die „böse Stiefmutter“ Petra und seinen neuen kleinen Bruder in Kauf, um nicht mit Frederik gesehen zu werden.

    Joschka macht im Laufe des Buches in mehreren Lebensbereichen einschneidende Erfahrungen und wächst so langsam zu einem Jugendlichen heran, der seinen eigenen Wert besser erkennt und somit auch besser für sich selbst (und andere) einstehen kann.

     

    Wegberg erzählt aus Joschkas Perspektive, sodass die Leserinnen und Leser ihn auf seinem Weg begleiten können und seine Überlegungen, Befürchtungen, Ideen usw., hautnah miterleben. Das erleichtert die Identifikation, das Verständnis für Joschkas Positionen, ermöglicht gleichzeitig eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Thema Transgender, ohne dass dies aufgesetzt oder nach moralischem Zeigefinger aussieht.

    Insgesamt ein eher leises Buch mit starken Figuren und viel Gelegenheit zur Auseinandersetzung. Außerordentlich gut gefällt mir auch der Stil, jugendlich modern, aber keineswegs anbiedernd oder überkandidelt. Joschka wirkt sehr lebendig und das auch durch seine ganz spezielle Sicht auf die Welt.

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    LaureenSanoos avatar
    LaureenSanoovor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wichtiges Thema und schöne Geschichte, jedoch leider kurzweilig.
    Meine Mutter heißt jetzt Frederik

    Worum geht es? Der 15. Jährige Joschka hat es wie jeder pubertierende Teenager nicht leicht. Hinzu kommt jedoch, dass seine Mutter schon seit Jahren auf eine Geschlechtsanpassung hinarbeitet und nun ist es so weit. Das Thema "Transgender" ist für Joschka sehr unangenehm und peinlich. Er versucht dieses Thema zu verdrängen und entfernt sich immer mehr von seiner Mutter, der jetzt Frederik heißt. Während Joschkas Zwillingsschwester Liska vorbildlich mit der Veränderung umgeht, hat Joschka sehr zu kämpfen. Werden er und Frederik sich noch einmal näher kommen oder wird diese Veränderung ihre Beziehung kaputt machen?


    Der Schreibstil ist einfach gehalten und lässt sich flüssig lesen. Die Kapitel sind relativ kurz, deswegen kommt man schnell durch die Handlung. Zu den Charakteren kann gesagt werden, dass sie mir nicht nahe gegangen sind. Das lag daran, dass sich viel mehr auf die Entwicklung der Hauptfigur Joschka konzentriert wurde. 


    Das Thema "Transgender" ist ein aktuelles und wichtiges Thema, welches hier gut ausgearbeitet und dargestellt wurde. Jedoch hätte ich mir an manchen Stellen gewusst, dass man mehr von der Mutter liest und wie sie die ganzen Veränderungen verarbeitet, anstatt immer nur Joschkas Gemecker zu lesen, wie schlimm doch jetzt alles für IHN geworden ist. Ich hatte das Buch schnell durchgelesen, aber richtig packen konnte es mich nicht. Es war eine nette Geschichte rund um einen pubertierenden Jungen, der sich für seine "Mutter" schämt und am Ende merkt er, dass er aus einer Fliege einen Elefanten gemacht hat, und sich im Grunde gar nichts gravierendes für ihn und seine Familie verändert hat.


    Fazit: Kann man gelesen haben, vor allem, wenn man sich für das Thema interessiert. 




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    Lilli33s avatar
    Lilli33vor einem Jahr
    Ein tolles Jugendbuch zu einem besonderen Thema

    Broschiert: 256 Seiten
    Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag (10. März 2017)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-13: 978-3499217593
    empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
    Preis: 12,99€
    auch als E-Book erhältlich

    Ein tolles Jugendbuch zu einem besonderen Thema

    Inhalt:
    Joschka ist fünfzehn, als seine Mutter eine geschlechtsangleichende Operation durchführen lässt, denn sie lebt nun als Mann und heißt Frederik. Im Gegensatz zu seiner Zwillingsschwester Liska tut Joschka sich sehr schwer damit, fühlt sich im Stich gelassen, traut sich nicht, es seinen Freunden zu erzählen aus Angst, zum Gespött der ganzen Klasse zu werden. Erst andere Geschehnisse helfen ihm, sich mit seiner Beziehung zu Frederik auseinanderzusetzen.

    Meine Meinung:
    Ich finde dieses Jugendbuch des Berliner Autors T.A. Wegberg sehr gelungen. Mit einfachen Worten bringt er seinen Lesern ein komplexes Thema nahe. Dabei lässt er den Protagonisten Joschka in der Ich-Form erzählen. Die Kapitel sind sehr kurz – zusammen mit der relativ einfachen, aber nicht zu einfachen Sprache, wirkte der Text auf mich zuweilen ähnlich wie Tagebucheinträge eines Jugendlichen, zumal es auch immer wieder kurze Zeitsprünge in der eigentlich fortlaufenden Handlung gibt. Dadurch ist das Buch sehr locker zu lesen. Man kann es auch zwischendurch gut weglegen und findet später problemlos wieder den Anschluss.

    Joschka war mir anfangs weder sympathisch noch unsympathisch, obwohl er sich Frederik gegenüber recht mies verhält. Aber ich konnte sehr gut nachvollziehen, was seine Probleme mit Frederiks Identität sind. Für einen Jugendlichen in der Pubertät, wo Freunde oft wichtiger als die Familie sind, ist es sicher nicht einfach, damit klarzukommen, wenn sich seine Mutter derart verändert. Dass Frederik trotzdem derselbe Mensch bleibt, muss Joschka sich erst nach und nach klarmachen.

    Joschka macht im Laufe des Romans eine ganz enorme Entwicklung durch, verliebt sich, wird ein guter Freund, lernt neue Menschen kennen, wird einfach ein ganzes Stück erwachsener. Dies zu verfolgen, hat mir viel Spaß gemacht. Es geht ganz allmählich vor sich und passt sich gut in das Rahmenthema ein. Dabei geht nicht immer alles glatt, es kommen verschiedene Emotionen hoch, und ich musste mir sogar mal eine rührselige Träne aus dem Augenwinkel wischen.

    Mit meiner Schwester und meinen beiden Eltern an einem Tisch zu sitzen, ihre Stimmen zu hören, zu sehen, wie sie gemeinsam lachen – das ist alles so vertraut wie ein Lieblingspullover. Allerdings einer, der schon lange zu klein geworden ist und den man nie wieder wird anziehen können. (S. 70)

    Doch nicht nur Joschka ist als Protagonist eine tolle Figur, auch manche Nebenfigur wie zum Beispiel Frederik, Emma, Sebastian und Boris fand ich sehr gut ausgearbeitet und zu ihrer Rolle in dieser Geschichte hervorragend passend.

    Das Buch ist fast durchgehend sehr kurzweilig und mit etlichen Prisen Humor geschrieben, sodass ich gerne viereinhalb Sterne gebe. Einen halben Stern gibt es für das wichtige Thema noch gratis dazu. 🙂

    Insgesamt ein tolles Jugendbuch für Jungen und Mädchen ab ca. 14 Jahren, das ich mir auch gut als Schullektüre vorstellen könnte.

    ★★★★★

    Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag und LovelyBooks für das Rezensionsexemplar.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    TA_Wegbergs avatar
    Joschka ist fünfzehn, als seine Mutter von einem zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt zurückkommt. Jetzt lässt es sich nicht mehr leugnen: Frederik ist endgültig ein Mann. Wie werden Freunde, Mitschüler und Lehrer reagieren, wenn sie das erfahren? 


    Joschka versucht, sein privates und sein öffentliches Leben strikt zu trennen, aber das ist gar nicht so einfach - besonders als er sich in Emma verliebt und seinen Nachhilfeschüler Sebastian näher kennenlernt. 


    Und dann will seine Klasse auch noch bei diesem LGBT-Projekt einen Preis gewinnen ...


    20 Exemplare von "Meine Mutter, sein Exmann und ich" werden für diese Leserunde verlost. Bewerber sollten die folgende Frage beantworten:


    "Ein Monat im Körper des anderen Geschlechts - wie fühlt sich das wohl an?"


    Beschreibt eure Gedanken, Wünsche, Hoffnungen und Befürchtungen. Was würde sich für euch ändern? Wie würden andere wohl mit euch umgehen? Hättet ihr mehr Vor- oder mehr Nachteile? Wie sähe euer Alltag aus? Vor welchen Herausforderungen würdet ihr stehen?
    Zur Leserunde

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    Die Geschichte regt zum Nachdenken an, vor allem über Toleranz. Ich bin begeistert von diesem Buch und empfehle jedem, es zu lesen.

    Ein außergewöhnliches Thema verständlich umgesetzt.

    Die Geschichte um Joschka wird unterhaltsam, ernsthaft und humorvoll zugleich erzählt. Ein ehrlicher Entwicklungsroman, der in die heutige Zeit passt.

    Besonders gut gefällt mir, dass das Thema Transsexualität offen und ehrlich angesprochen und thematisiert wird. Es fehlen weder Humor noch Ernsthaftigkeit in diesem Buch. Die Geschichte regt zum Nachdenken an, vor allem über Toleranz. Ich bin begeistert von diesem Buch und empfehle jedem, es zu lesen.

    Der Berliner Autor Jordan T. A. Wegberg ist ein sehr genauer Beobachter. Überspitzte Darstellungen oder gar coole Jugendsprache braucht er nicht. Was Joschka erlebt, wirkt für sich. Unaufgeregt und dafür umso tief gehender!

    Ein Roman über Transsexualität, der von Betroffenheitsprosa genauso weit entfernt ist wie von Oberflächlichkeit. Locker und leicht lässt T. A. Wegberg diese Geschichte daherkommen

    Ein nicht ganz gewöhnlicher Familienroman über Freundschaft, Verwandtschaft und die Suche nach der eigenen Identität, bei dem trotz aller Ernsthaftigkeit der Humor keineswegs zu kurz kommt.

    Eindrücklich und in glaubwürdig jugendlicher Sprache erzählt.

    T. A. Wegberg gelingt es meisterhaft, sich mit Witz und Einfühlungsvermögen dem immer aktuelleren Thema Transgender zuzuwenden und dabei gleichzeitig allerbeste Unterhaltung (.) zu bieten. Absolut empfehlenswert!

    Unglaublich unterhaltsam und interessant erzählt! Ein sehr gelungener Roman über ein Tabuthema, der sich bestens als Schullektüre eignet.

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