T.C. Boyle Die Terranauten

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Inhaltsangabe zu „Die Terranauten“ von T.C. Boyle

Die Hölle, das sind immer die anderen … Was passiert, wenn man vier Männer und vier Frauen in ein riesiges Terrarium einsperrt? T. C. Boyles fabelhafter Roman, basierend auf einer wahren Geschichte, erzählt vom halsbrecherischen Versuch, eine neue Welt zu erschaffen, um sich vor dem Untergang unserer eigenen zu retten. Zwar bleibt die schöne neue Welt im Glas von Kriegen, Epidemien und Umweltkatastrophen verschont. Doch es kommt darauf an, wer mit im Glashaus sitzt. Und die Hölle, das sind immer die anderen … (2 MP3-CDs, Laufzeit: 16h 46)

Ein satirischer Roman über eine schöne neue Welt und ihre Bewohner

— mrs-lucky
mrs-lucky

Eine Geschichte über eine Reise – die irdischer nicht sein könnte.

— Elizzy
Elizzy

Big Brother im Namen der Wissenschaft, interessantes Thema aber in einigen Bereichen sehr klischeehaft umgesetzt.

— black_horse
black_horse

Tolle Plot, tolle Lesung. Für mich stimmte alles.

— Gruenente
Gruenente

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  • Ein satirischer Roman über eine schöne neue Welt und ihre Bewohner

    Die Terranauten
    mrs-lucky

    mrs-lucky

    22. May 2017 um 14:28

    T.C. Boyle ist bekannt dafür, dass er in seinen Romanen oft historische Ereignisse aufgreift und auf sarkastische bis absurde Art verarbeitet. Ich kannte bislang von ihm nur „Willkommen in Velville“ und war sehr gespannt auf die Erlebnisse der Terranauten. Auch hier gibt es einen historischen Hintergrund, denn Anfang der 90er Jahre wurde tatsächlich das von einem texanischen Ölmilliardär finanzierte Projekt „Biospäre 2“ in der Wüste Arizonas ins Leben gerufen, in dem 4 Männer und 4 Frauen für 2 Jahre in einem abgeschlossenen Ökosystem sich selbst versorgen sollten, autark mit Tieren, Pflanzen, einem eigenen kleinen Ozean mit Korallenriff, Regenwald und simulierten Gezeiten. Für den Roman „Die Terranauten“ bilden diese historischen Tatsachen den Hintergrund, T.C.Boyle spinnt die Geschichte jedoch weiter, denn im Gegesatz zur Realität wird das Experiment mit dem Einschluss von 8 weiteren Terranauten fortgesetzt. Die Geschichte wird erzählt aus der Perspektive dreier Hauptcharaktere: der attraktiven Nutztierwärterin Dawn und dem Charmeur Ramsay, der für die Kommunikation der Gruppe nach Außen zuständig ist, als Teil der Crew, sowie Linda, der besten Freundin von Dawn, die "draußen" bleiben muss und das Projekt von dort begleitet. Hierin liegt schon der erste Konflikt des Projekts, denn Linda neidet trotz aller Freundschaft Dawn und den anderen ihren Erfolg und fühlt sich nicht zuletzt aufgrund ihrer asiatischen Herkunft benachteiligt. Neben diversen zu erwartenden zwischenmenschlichen und gruppendynamischen Problemen, treiben technische Defekte wie ein Stromausfall, Sauerstoffmangel und die stets knappen Nahrungsmittelrationen die Crew an ihre Grenzen. Aber auch von die Projektleitung, von  T.C. Boyles typisch sarkastisch  als „Gottvater“, „Jesulein“ und „Judas“ betitelt, greift immer wieder von außen ein und forciert die Spaltung der Gruppe. Das tatsächliche Experiment war schon eine Farce, Boyle treibt es in seiner Version auf die Spitze, führt das Engagement Crew und ihrer Helfer ins Absurde und karikiert gelichzeitig TV-Events wie „Big-Brother“ oder „ Das Dschungelcamp. Allerdings bleibt ihm nicht viel Spielraum, weil in der wahren Geschichte schon zu viel Tragik und Komik stecken. Die Charaktere sind glaubhaft angelegt, durch die bildhafte Sprache und die wechselnden Perspektiven ist der Spannungsbogen durchweg hoch. Im Hörbuch werden die unterschiedlichen Erzählperspektiven durch die verschiedenen Sprecher verdeutlicht. Leider wirkt der Part von Dawn sehr nüchtern vorgelesen und wenig lebendig, obwohl gerade ihr Charakter sehr emotional belegt ist, das gibt für das Hörbuch einen Punkt Abzug.

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  • LovelyBooks Hörbuch-Challenge 2017

    Der Vorleser
    Ginevra

    Ginevra

    Ihr liebt das gesprochene Wort genauso wie das geschriebene? Und Hörbücher und Hörspiele gehören in euer Bücherregal genauso wie das gedruckte Buch? Dann seid ihr bei der LovelyBooks Hörbuch Challenge 2017 genau richtig.  Ziel der Challenge ist, das wir in diesem Jahr 15 Hörbücher/ Hörspiele hören und rezensieren. Ablauf:  1. Melde dich mit einem Sammelbeitrag zu Challenge an. Ich werde unter diesem Text eine Teilnehmerliste anlegen mit allen Teilnehmern und diese mit Eurem Sammelbeitrag verlinken. 2. Zwischen dem 01.01. und 31.12.2017 hörst zu 15 Hörbücher/Hörspiele mit einer Mindestlänge von 3 Stunden, egal aus welchem Genre oder wann erschienen. Neu: Bis zu drei Hörspiele dürfen auch kürzer als drei Stunden sein! (sonst ist es zu schwierig, welche zu finden). 3. Wenn du nun ein Hörbuch/Hörspiel gehört und auf LovelyBooks rezensiert hast, schreibe den Link zur Rezension hier in einem Kommentar. Es werden nur rezensierte Hörbücher und Hörspiele gezählt, deren Rezension auf LovelyBooks erschienen sind.  Drei Rezensionen dürfen durch Kurzmeinungen ersetzt werden! 4. Die Unterkategorien dienen dem Austausch untereinander - Du darfst natürlich frei wählen, was Du hören möchtest! 5. Trage den Link zu Deinen Rezensionen auch in Deinen Sammelbeitrag ein. 6. Unter allen TeilnehmerInnen, die die Vorgaben erfüllt haben, wird am Ende des Jahres eine kleine Überraschung verlost! Ihr könnt jederzeit einsteigen und mitmachen oder euch wieder abmelden. Denn die Challenge soll vor allen Dingen eins machen: Spaß! Habt Ihr noch Fragen? Dann meldet euch! Ansonsten freue ich mich auf viele Anmeldungen. Falls Eure Links nicht funktionieren sollten, bitte melden!! Teilnehmerliste: Aglaya ban-aislingeach black_horse BellastellaBuchgeborene   Buecherwurm Cathy28 capcola ChattysBuecherblog ChrischiD Cornelia_Ruoff CorniHolmes danielamariaursula Foerdebuch Gelegenheitsleseratte Ginevra Gruenente HeyyHandsome Joolte Kleine1984 Kuhni77 lenisvea leniks Lesebiene27 Letanna loveYouknowMe Luiline LunaLuo Meiky MelE Michicorn MissWatson76 MissStrawberry monidaMrslaw MsChili Nelebooks Nele75 OnlyHope1990 parden Pucki60 robberta sChiLdKroEte Schluesselblume Schnapsprinzessin Seelensplitter Smilla507 Steffi_LeyererTalathiel Thaliomee walli007 Wedma zazzles

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  • Die Terranauten (Hörbuch) von T.C. Boyle

    Die Terranauten
    Nele75

    Nele75

    18. April 2017 um 21:21

    „Die Terranauten“ – das sind vier Männer und vier Frauen, welche allesamt für einen langen Zeitraum ein Leben abgeschottet „unter einer Glaskuppel“ führen sollen. Jeder Terranaut für sich bringt eine besondere Ausbildung/Eigenschaft mit in das Team ein, die für dieses Leben als hilfreich empfunden wurde – so der Beginn der Geschichte von T.C.Boyle’s „Die Terranauten“. Solch ein reales Experiment namens „Biosphere 2“  (im Roman Ecosphere 2 genannt) gab es Anfang der 90er Jahre in Arizona, ein Leben unter einem riesengroßen Glashaus. Vor dem Hören dieses Hörbuches hatte ich mir einige Berichte über genau dieses Experiment durchgelesen und war umso gespannter auf die nun folgende Geschichte, welche sich der Autor T.C. Boyle rund um die E2 ausgedacht hat. Man lernt als erstes einige Hauptpersonen des Romans kennen, welche alle in irgend einer Art und Weise mit der Ecosphere2 zu tun haben werden. Diese Kapitel nennen sich „Vor dem Einschluß“ und man erfährt, wie teilweise verbissen die zukünftigen Bewohner des Experiments darauf hinarbeiten, teil dessen sein zu dürfen. Das gesamte Hörbuch wird abwechselnd von drei Sprechern gelesen – August Diehl, Ulrike C. Tscharre und Eli Wasserscheid. So erfährt der Hörer in immer abwechselnder Weise die Geschichten von Dawn (einer Terranautin), Ramsay (einem Terranauten) und Linda (sie wäre gerne Terranautin geworden, hat es aber leider nicht in die Auswahl geschafft). Am gesamten Projekt sind insgesamt 8 Terranauten beteiligt (4 Frauen und 4 Männer), die allesamt in langen Auswahlverfahren vorher ausgewählt wurden – für ein Leben unter einem riesigen Glashaus. Anfangs scheint die Euphorie noch zu überwiegen, doch je länger das Leben unter dem Glasdach andauert, desto verbissener wird an der anfänglichen Devise „nichts rein – nichts raus“ festgehalten…jedenfalls von vereinzelten Terranauten. Noch dazu steht das Projekt (und somit auch die Bewohner) unter ständiger Beobachtung – sei es nun durch die Touristen, welche einen Blick in die „fremde Welt“ riskieren wollen oder auch durch die Mitwirkenden, welche das Projekt E2 mit aufgebaut haben und nun von der anderen Seite des Glasdaches ein Auge darauf haben. Doch schon bald wird das Leben der acht Terranauten vor ganz besonders schwierige Herausforderungen gestellt….die vorher so ganz sicher nicht mit eingeplant wurden……. Durch die abwechselnde Erzählweise wird eine gewisse Spannung gleich zu Anfang der Geschichte mit eingebaut, denn natürlich ist man als Hörer neugierig darauf, was die Terranauten bei diesem Projekt erwarten wird und wie sich ihr Leben unter der Glaskuppel gestaltet. Doch schon im Mittelteil hat es sich meiner Meinung nach ein wenig sehr in die Länge gezogen, für mich war die Spannung genommen und es hat sich einige Zeit lang im Kreis gedreht. Auch hätte ich mir mehr Handlung rund um das eigentliche Leben in der Ecosphere 2 gewünscht, dies kam meiner Meinung nach ebenso ein wenig zu kurz.  Kurzzeitig habe ich sogar überlegt, das Hörbuch abzubrechen. Allerdings bin ich froh, es doch noch weitergehört zu haben, denn das letzte Drittel hat mir wieder besser gefallen. Es handelt sich hier um eine gekürzte Lesung mit einer Gesamtlänge von ca. 16 Stunden 46 Minuten, verteilt auf 2 MP3-CDs. Erschienen bei DerHörverlag. Ebenso ist das gleichnamige Buch im CarlHanserVerlag erhältlich.

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  • Total meins

    Die Terranauten
    Susi180

    Susi180

    09. April 2017 um 14:50

    In einem geschlossenen Ökosystem unternehmen Wissenschaftler in den neunziger Jahren in den USA den Versuch, das Leben nachzubilden. Zwei Jahre lang darf keiner der acht Bewohner die Glaskuppel von „Ecosphere 2“ verlassen. Egal, was passiert. Touristen drängen sich um das Megaterrarium, Fernsehteams filmen, als sei es eine Reality-Show. Eitelkeit, Missgunst, Rivalität – auch in der schönen neuen Welt bleibt der Mensch schließlich doch, was er ist. Und es kommt, wie es kommen muss: Der smarte Ramsay verliebt sich in die hübsche Dawn – und sie wird schwanger. Kann sie das Kind austragen? T.C. Boyles prophetisches und irre komisches Buch, basierend auf einer wahren Geschichte, berührt die großen Fragen der Menschheit. Der Autor: Tom Coraghessan Boyle wurde 1948 in Peekskill/New York geboren. Er promovierte 1977 an der University of Iowa mit einer Kurzgeschichtensammlung und lehrt heute Creative Writing an der University of Southern California. Boyle lebt in Santa Barbara. Meine Meinung: Oh wie ich auf dieses Hörbuch gewartet habe. Die Geschichte hat mich zu hundertprozent angesprochen und ich wollte sie unbedingt entdecken. Die Idee ist einfach vielversprechend und lässt Spannung vermuten. Ich wurde nicht enttäuscht. Das Hörbuch ist sehr angenehm gesprochen und man kann der Geschichte wunderbar folgen. Es ist erst mein drittes Hörbuch, aber ich werde immer mehr zum Fan davon.Die Geschichte ist super spannend. Ich konnte es immer kaum erwarten einfach weiter zu hören. Sie ist spannend und mitreizend. Ich mag ja solche Geschichten sehr, wo Menschen sich in eine extreme Situation begeben. Wie sie damit umgehen, was sie denken und fühlen. Was es für Auseinandersetzungen gibt. Es war so packend. Ich denke als Buch hätte es noch ein bisschen mehr gewirkt, weil ich beim lesen einfach besser in die Geschichte finde. Aber hier kann ich einfach nichts schlechtes finden.Eine Geschichte die unglaublich tief geht und den Leser mit auf eine spannende Reise nimmt. Ich kann dieses Hörbuch absolut empfehlen. Es ist zwar etwas teurer und auch das Buch, aber es lohnt sich. Für mich eines der besten Bücher die ich dieses Jahr bis jetzt gelesen und gehört habe.Tolle Geschichte. Regt zum nachdenken an!

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  • Die Terranauten

    Die Terranauten
    Elizzy

    Elizzy

    06. April 2017 um 09:13

    Zusammengefasst Für die jungen Anwärter zum Projekt Biosphäre 2 gibt es nichts wichtigeres als die Mission selbst. Sie sind fest entschlossen, sich für 2 Jahre in eine Glaskuppel einsperren zu lassen, um ein Leben auf dem Mars zu simulieren. Das wichtigste dabei ist „Nichts rein – Nichts raus“ zu lassen, um das Projekt so glaubwürdig wie möglich zu gestalten. Den die erste Crew scheiterte und das Projekt geriet ins Wanken, umso entschlossener sind die Anwärter zu Mission 2 alles richtig zu machen. Nach langen Monaten voller Tests und Aufgaben wurden nun 8 Terranauten – 4 Frauen und 4 Männer – ausgewählt und dürfen in die Biosphäre 2 einziehen. Es wird viel von Teamwork gesprochen und alle sind zu Anfangs euphorisch und können es kaum erwarten der Menschheit zu beweisen wie wichtig und erfolgreich dieses Projekt sein wird. Doch schnell entwickelt sich die Geschichte in eine andere Richtung. Plötzlich steht nicht mehr die Mission und das grosse ganze im Vordergrund, sondern viel mehr das Zwischenmenschliche. Hunger, Kakerlaken, schwierige Luftbedingungen gestalten das Leben in Eco2 zu einer Qual. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Dawn – eine Terranautin, die mit voller Überzeugung hinter dem Projekt steht – Ramsay – ein Terranaut, der sich als hinterlistiger als gedacht entpuppt – und Linda – eine Anwärterin, die es nicht in Eco2 geschafft hat – erzählt. Dabei kommen die Persönlichkeiten der einzelnen Protagonisten von Kapitel zu Kapitel immer besser zur Geltung. Denkt man noch, dass Linda die einfühlsame Freundin ist und Dawn sich zu 100% auf sie verlassen kann, erfährt man schnell aus Lindas Sicht – wie sie mit allem zu kämpfen hat und so gar nicht „einfühlsam und verständnisvoll“ ist wie sie vor Dawn zu sein scheint. Eine wirklich interessante Erfahrung zu hören wie hinterlistig die Menschen doch sein können und wie sehr man sich in einzelne Personen täuschen kann. Die ganze Geschichte entwickelt sich so rasant und hat 2-3 Wendungen, die es ganz schön in sich haben, dass es fast keine langweiligen Stellen hat. Ohne zu viel verraten zu wollen: das ganze entwickelt sich so, wie es keiner zu Anfangs auch nur geahnt haben konnte! Einzig ein grosser Minuspunkt war das Ende! Es lässt einen mit zu vielen Fragen zurück und hört einfach zu abrupt auf. Ich hätte gerne noch viel mehr von der Geschichte gehört! Klang, Stimmung und Länge Die drei Sprecher August, Ulrike und Eli gefielen mir wirklich sehr, die Kapitel wurden flüssig gelesen und ich habe mich schnell an die Stimmen gewöhnt und mochte es wie einzigartig sie die Passagen vorlesen konnten. Die Kapitel hörten immer an der richtigen Stelle auf und interessant war auch immer wieder die Sicht von der anderen Person auf das gleiche Ereignis, so hatte man als Leser / Zuhörer immer den ganzen Überblick über das Geschehen. Die Stimmung war beschwingt, traurig, ergreifend und manchmal auch wütend. Ich fand das die Sprecher jede einzelne Emotion richtig gut rüber bringen konnten und das Hörerlebnis so auf jeden Fall steigerten. Die Länge des Hörbuchs war auf jeden Fall lang – doch da ich das Hörbuch bei Hausarbeiten oder Gassi gehen hörte – fiel mir das gar nicht so auf und ich kam richtig gut voran! Fazit Ein wirklich tolles Hörbuch, dass mich bis auf den Schluss auf jeden Fall begeistern konnte. Die Geschichte ist gut strukturiert und macht neugierig auf mehr. So habe ich kurz nach dem Ende des Hörbuchs recherchiert und stiess dabei auf diesen Artikel – hier – welcher über das echte Projekt, welches in den Jahren 1991 bis 1993 ausgeführt wurde, berichtet. Ich finde das Thema auch heute noch sehr interessant und bin gespannt, ob es vielleicht in ein paar Jahren wirklich mal so weit sein wird – und ein Leben auf einem anderen Planeten möglich wäre.

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  • Big Brother im Namen der Wissenschaft

    Die Terranauten
    black_horse

    black_horse

    29. March 2017 um 15:44

    Vier Frauen, vier Männer, zwei Jahre, Ecosphere 2.Der Autor T.C. Boyle nimmt sich mit diesem Buch dem Thema "Biosphere 2" an, einem Versuch, den es zu Beginn der 1990er Jahre in Arizona wirklich gegeben hat. Hauptaugenmerk des Romans liegt aber weniger auf der wissenschaftlichen Bedeutung des Experiments, sondern auf der Gruppendynamik. Zum einen unter den acht Wissenschaftlern, die in der Kuppel für ihr Überleben arbeiteten, als auch im Kontakt zum Projektteam außen. In einer Art "Big Brother" wurde der Welt die Ecosphere präsentiert, die im Buch auch oft wirtschaftliche Interessen bedienen muss.Das Hörbuch wird von drei Sprechern gelesen. Da ist zum einen die Nutztierwärterin Dawn, die sich in der Ecosphere in Ramsay verliebt. Dieser sieht es eher als Abenteuer. Außerdem gibt es mit Linda, Dawns "bester Freundin", die Außensicht. Sie hat es nicht ins Team geschafft und muss nun von außen zusehen, wie andere ihren Traum leben. Ihr Neid und ihre Verbitterung sind extrem.Zunächst baut der Autor die Charaktere auf und bettet sie in ihre ungewohnte Umgebung ein. Doch dann passiert die "Katastrophe", Dawn wird schwanger. Und ich fühlte mich schnell extrem genervt. Wie konnte sie nur die Pille nicht nehmen? Das macht doch jede Frau! Das ist die Errungenschaft der Emanzipation! Und ein Kind bekommen ohne Krankenhaus, unmöglich! Sie muss abtreiben!Dawn fällt in Schimpf und Schande. Und Ramsay, naja, Pech gehabt. Der ganze Umgang mit dem Thema Schwangerschaft hat mir überhaupt nicht gefallen.Eine Schwangerschaft ist das normale Leben und es gehören immer zwei dazu. Auch wenn es im Experiment nicht vorgesehen war, so widerspricht es dem Biospheren-Gedanken, in einer autonomen Welt die Fortpflanzung auszusetzen. Als sich die zwei Jahre dem Ende entgegenneigen, wartet noch eine Überraschung.Insgesamt fand ich das Thema sehr interessant und auch die Fokussierung auf zwischenmenschliche Beziehungen in einem über lange Zeit geschlossenen System. Ich hätte mir noch mehr Einblicke in das Leben und die Arbeit in der Biosphäre gewünscht. Die Sprecher haben ihre Sache gut gemacht, durch die unterschiedlichen Perspektiven war das Hörbuch abwechslungsreich und es wurde trotz der 16 Stunden Laufzeit nicht langweilig.

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  • *+* T.C. Boyle: "Die Terranauten"

    Die Terranauten
    Irve

    Irve

    22. March 2017 um 10:19

    „Ecosphere 2“ – DER Traum für jeden Wissenschaftler! Nach dem erfolgreichen Abschluss der Qualifizierungsphase winkt der Hauptgewinn: Zwei Jahre in einem von der Außenwelt abgeschlossenen System zu verbringen – Ein Überlebensversuch für den sehr langfristigen Plan, Leben ins All auszusiedeln. Der naturwissenschaftlich interessierte Literatur-Liebhaber mag sich die Hände reiben, denn unbewusst spielen sich vielleicht bereits Szenen vor dem inneren Auge ab. Die acht auserwählten Terranauten, wie sie Hand in Hand motiviert und fasziniert in ihrem Terrain denken, planen, umsetzen, hegen, pflegen, sich gemeinsam über Erfolge freuen, sich bei Rückschlägen Halt geben, um mit vereinter Teamkraft weiterzumachen, das Projekt als kleinstes gemeinsames Vielfaches und als gemeinsamen Nenner stets und kompromisslos in den Vordergrund rückend, ohne Platz für persönliche Befindlichkeiten. Denn sie sind Wissenschaftler, brennen für ihre Forschungsaufgabe – warum sonst sollten sie ihrem Alltag freiwillig für zwei Jahre den Rücken kehren? – und ihr gemeinsames Ziel ist es, die „Ecosphere 2“ sicher in den Hafen des Erfolgs zu fahren, um es dem nachfolgenden Team in bestmöglichem Zustand übergeben zu können. Die charakterliche und inhaltliche Schere zwischen meiner persönlichen Erwartung und der tatsächlichen Erfüllung könnte weiter nicht auseinanderklaffen. Denn die Figuren, die T.C. Boyle in die Geschichte schreibt, lassen die vermutete Begeisterung für das Projekt arg vermissen. Sie brennen zwar, aber nicht in erster Linie für ihre herausragende Aufgabe und Chance, sondern für ihre Teamkollegen – sie brennen darauf, die anderen auszustechen, aus dem Miteinander ein Einzelkämpfertum zu veranstalten. Die Leidenschaft spielt sich nicht im Kopf ab, sondern ist rein körperlicher Natur. In Situationen, wo es darauf ankommt, gönnen die den anderen nicht das Schwarze unter dem Fingernagel. Und als sie gezwungenermaßen im Laufe ihrer gemeinsamen Zeit im System mehr als ursprünglich vereinbart an die „Kollegen“abgeben müssen, verzeichnet die ohnehin häufig sehr angespannte Stimmung bedenkliche Ausschläge ins negativ Extreme. Miteinander geht anders! Das Projekt selbst, sein Funktionieren, die Probleme, die auftauchen, und deren Lösung nehmen leider, leider wenig Raum im recht umfangreichen Roman ein. Man spürt sehr oft sehr deutlich, dass dem Autor das Projekt selbst eigentlich sehr egal ist. Denn er verfährt nach dem Rezept: Man nehme die „Ecosphere 2“, entkerne sie komplett, bis nur noch die räumlichen Gegebenheiten vorhanden sind, ersetze die tatsächlichen Figuren mit ihren tatsächlichen Eigenschaften gegen eine Besatzung, die man vom Niveau her gut und gerne in einen Big Brother Container oder ins Dschungelcamp stecken könnte und guckt, wie sie sich schlagen. Mit dem damaligen Projekt, das es wirklich gegeben hat (Link) , hat dieser Roman herzlich wenig zu tun. In Boyles Geschichte erhält man immer mehr den Eindruck, dass nicht der naturwissenschaftliche Erfolg des Ganzen im Vordergrund steht und das Hauptziel ist. Vielmehr geht es den privaten Investoren darum, das Projekt bestmöglich zu vermarkten. Da kann es dann schonmal passieren, dass nicht der bestqualifizierte Bewerber seinen verdienten Platz erhält, sondern jemand erwählt wird, dessen Haarfarbe besser zum Gusto der Nation passt. Natürlich ist es zu Unterhaltungszwecken sicherlich geschickter, Protagonisten zu wählen, die nichts anbrennen lassen und durch ihre Eigenschaften das eine oder andere Hauen und Stechen provozieren. Die Zuschauer wollen schließlich etwas für ihr Geld sehen! Mit seriöser Berichterstattung hat das alles nichts zu tun, mit Glaubhaftigkeit noch viel weniger – sehr schade! Hätte der Autor seine Gesellschaftsstudie in ein unwegsames Survival-Gebiet verlegt und nicht den Leser/ Hörer mit der Location „Ecosphere 2“ und dem Titel „Terranauten“ geködert und so falsche Erwartungen heraufbeschworen, hätte dieser Roman bei mir sicherlich besser abgeschnitten. So muss ich leider sagen, waren die „Terranauten“ meine seit Langem größte literarische Enttäuschung. In der Hörbuch-Version kommen analog zu den drei Hauptprotagonisten, aus deren Perspektive die Geschehnisse erzählt werden, auch drei Sprecher zum Zug. Wie lernen Dawn und Ramsay aus dem Team der Auserwählten ebenso kennen wie Linda, die die Qualifikationsrunde nicht überstanden hat, sich aber für die nächste Forschungsperiode erneut bewirbt. Während August Riehl (Ramsay) und Ulrike C.Tscharpe (Linda) ihre Figuren sprachlich so umsetzen, dass ich es als synchron zu den Stimmungen, die aus den Schilderungen entstanden sind, empfand, hatte ich ganz lange Zeit Schwierigkeiten, Eli Wasserscheids Vertonung von Dawns Passagen nachzuvollziehen. Denn Dawn, die ich nach ihrem ersten Part als ganz okay eingestuft hatte, wird von ihrer Sprecherin sehr gleichgültig, zickig und ein wenig weltfremd dargestellt, was im Rückblick betrachtet jedoch eine sehr treffende Umsetzung ist! Inhalt Was passiert, wenn man vier Männer und vier Frauen in ein riesiges Terrarium einsperrt? T. C. Boyles fabelhafter Roman, basierend auf einer wahren Geschichte, erzählt vom halsbrecherischen Versuch, eine neue Welt zu erschaffen, um sich vor dem Untergang unserer eigenen zu retten. Zwar bleibt die schöne neue Welt im Glas von Kriegen, Epidemien und Umweltkatastrophen verschont. Doch es kommt darauf an, wer mit im Glashaus sitzt. Und die Hölle, das sind immer die anderen … Autor T.C. Boyle wurde 1948 in Peekskill, im Hudson Valley, geboren und wuchs in schwierigen Familienverhältnissen auf. Nach ausschweifenden Jugendjahren in der Hippie- und Protestbewegung der 60er Jahre war Boyle Lehrer an der High School in Peekskill und publizierte während dieser Zeit seine ersten Kurzgeschichten in namhaften Zeitschriften. Heute lebt er mit seiner Frau und drei Kindern in Kalifornien. Bis ins Jahr 2012 unterrichtete er an der University of Southern California in Los Angeles ‚Creative Writing‘. Für seinen 1987 erschienenen Roman „World´s End“ erhielt Boyle den PEN/Faulkner-Preis. Sprecher August Diehl, geboren 1976, wurde für seine Rollen auf der Bühne sowie in Kino und Fernsehen bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis als bester Hauptdarsteller und mit dem Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsdarsteller für seine Rolle im Kinofilm „23“ . Gleich mehrere Auszeichnungen erhielt er für sein Spiel an der Seite von Daniel Brühl in Achim von Borries 20er-Jahre-Tragödie „Was nützt die Liebe in Gedanken“. 2009 gehörte er zum legendären deutschen Cast von Quentin Tarantinos Kinoerfolg „Inglorious Basterds“. In „Salt“ wurde er als Ehemann an der Seite von Angelina Jolie besetzt. 2012 war er in „Wir wollten aufs Meer“ im Kino zu sehen. 2013 stand er mit Jeremy Irons, Mélanie Laurent und Charlotte Rampling für „Nachtzug nach Lissabon“ von Bille August vor der Kamera. August Diehl spielt zudem als Gast am Wiener Burgtheater. 2014 wurde er mit dem Wiener Theaterpreis „Nestroy“ für seine Darstellung des Hamlets ausgezeichnet. Im Hörverlag ist er in Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“, sowie im Filmhörspiel „Buddenbrooks“ zu hören. Ulrike C. Tscharre wurde 1974 in Bad Urach geboren. Sie studierte neuere deutsche und englische Literatur und ließ sich danach an der Akademie für Darstellende Kunst in Ulm zur Schauspielerin ausbilden. Neben Rollen in den verschiedensten Theaterstücken spielte sie in vielen Fernsehproduktionen, wie z. B. „Alarm für Cobra 11“, „Höllische Nachbarn“, „Ina und Leo“ und „Nesthocker“. Seit Juni 2001 gehört sie als Marion Beimer zum festen Ensemble der „Lindenstraße“. Sie wirkt in auch in mehreren Hörbuchern mit. Mit „Abby Lynn“ verbindet Ulrike C. Tscharre ihre Liebe zur Natur und ihr Streben sich gegen Vorurteile und Intoleranz einzusetzen. Zuletzt ist sie in der „Wallander“ Reihe des Hörverlags zu hören. Eli Wasserscheid, geboren 1978 in Bamberg, ist eine deutsche Schauspielerin. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Neuen Münchner Schaupielschule. Seit 2002 steht sie regelmäßig im Metropolthetaer München auf der Bühne. Man kennt sie außerdem aus Fernsehproduktionen wie „Polizeiruf 110“, „SOKO“ oder dem „Tatort Franken“, in dem sie eine durchgehende Hauptrolle spielt. Sie war bereits in mehreren Kinofilmen zu sehen, wie beispielsweise „Schweinskopf al dente“, „Dampfnudelblues“ oder zuletzt „Die abhandene Welt“. 2014 wurde sie mit dem Monica Bleibtreu-Preis in der Kategorie „(Moderner) Klassiker“ ausgezeichnet. Quelle: Randomhouse

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  • Nichts rein – nichts raus

    Die Terranauten
    Gruenente

    Gruenente

    03. March 2017 um 20:11

    Die 1990iger Jahren waren von Überbevölkerung und Umweltverschmutzung gezeichnet.  Es gab zu dieser Zeit  Visionäre, die die einzige Chance der Menschheit auf anderen Planeten sahen. Doch wie lebt man autark unter unbekannten Bedingungen? Um zu beweisen, dass das möglich ist, wurde das Biosphären-Projekt geschaffen. Der Roman von T.C. Boyle lehnt sich an dieses tatsächliche Projekt an. Dabei gelang es acht Menschen sich über zwei Jahre in der sogenannten Biosphäre 2 (kurz B2) am Leben zu halten. Ist der Wahlspruch der vier Männer und vier Frauen, die sich freiwillig in einer großen Glaskuppel in Arizona für zwei Jahre einschließenliessen war: „Nichts rein – nichts raus“ Alle Teilnehmer waren bereits dafür alles zu opfern und an ihre Grenzen zu gehen. Der Roman beginnt vor dem Einschluss, mit der Entscheidung wer nach einem langen Auswahlverfahren mit hinein darf und wer draußen bleiben muss. Die Auserwählten sind überglücklich, aber auch so von sich überzeugt, dass sie nicht wirklich gezweifelt haben. Die, die nicht für diese Mission 2 auf der endgültigen Liste standen, sind enttäuscht, wütend, sauer. Das Buch wird wechselweise aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, das Hörbuch auch entsprechend von drei verschiedenen Stimmen gelesen. Dawn Chapman, Spitzname E. wird von Eli Wasserscheid gelesen. Sie ist schön, schlau und die Nutztierwärterin. Denn auch Tiere sin in B2 mit an Bord.Ramsay Roothoorp, Spitzname Vaj, gelesen von August Diehl soll die Medienkommunikation mit der Aussenwelt durchführen (wir befinden uns VOR Facebook, Smartphone und Twitter). Dadurch sollen Spenden aqiriert werden. Linda Ryu, Spitzname: Drachenlady, wird von Ulrike C. Tscharre gelesen. Sie ist die dritte Ich-Erzählerin. Linda ist draußen. Sie hatte mit ihrer „besten Freundin“ Linda um den gleichen Posten im Team gekämpft.  Sie ist neidisch, bleibt aber beim Projekt in der Hoffnung bei der nächsten Mission dabei sein zu können. Denn der Plan ist eine Mission nach der anderen durch B2 zu schleusen. Über 100 Jahre lang.Boyle legt den Fokus im Buch nicht auf eine korrekte Nacherzählung der Ereignisse, sondern lässt seine Phantasie spielen. Die technischen Aspekte sind nur Nebenschauplätze, wichtig sind hier die menschlichen Zusammenhänge. Wie kommen die acht Eingeschlossenen miteinander zurecht?Wie verändern sie sich durch diese Extremsituation? Bald wird klar, was die wichtigen Dinge im Leben sind: Sex und Essen. Später nur noch Essen. Denn was sie produzieren können reicht kaum für acht schwer arbeitende Menschen. Fällt einer mal aus, müssen die anderen die Arbeit miterledigen, sonst kommt das mühsame ökologische Gleichgewicht der simulierten Raumstation ins Schwanken. Und in extremen äußeren Bedingungen wird in den Menschen nicht unbedingt das Beste verstärkt. Fazit Witzig, spannend, lehrreich, unterhaltsam: Versuchsanordnung voller Adaptionsmöglichkeiten auf unsere heutige Zeit. Im Hörbuch werden die drei Perspektiven durch die verschiedenen Sprecher gut herausgearbeitet.  Etwas ausführlicher auf dem Blog http://leckerekekse.de/wordpress/rezension-hoerbuch-terranauten-von-t-c-boyle/

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  • Die Terranauten - Über Größenwahn und ein Handlungstief

    Die Terranauten
    Laecheln86

    Laecheln86

    03. March 2017 um 08:33

    Was passiert?  Auf der Erde werden die Ressourcen knapp, die Menschheit orientiert sich gen Weltraum. Ein Experiment in der Wüste Arizonas soll als Testlauf zur Besiedlung des Mars dienen. Acht Wissenschaftler sollen zwei Jahre lang in einem riesigen Gewächshaus (namens Ecosphäre 2) eigenständig überleben. Das Gebäude umfasst verschiedene Biome wie einen Regenwald und ein Ozeanbecken, zusätzliche Wohnräume und gut 3800 Tier- und Pflanzenarten. Oberste Regel des Versuchs ist: Nichts rein, nichts raus. Die Luftschleuse zur Außenwelt darf unter keinen Umständen geöffnet werden! Überwacht wird das Experiment von den aufmerksamen Augen der Mission Control und der landesweiten Presse. Doch bald treffen die Probanden eigene Entscheidungen…   Worum geht´s?  Das klingt nach Zukunftsmusik, nach Science Fiction? Das ist es nicht. Denn das Experiment fand tatsächlich in den 1990er Jahren statt. Die Location, den gläsernen Gebäudekomplex, echter Name: Biosphere 2, könnt ihr googlen, um ein erstes Gespür fürs Setting zu bekommen. Auch der Science-Teil wird nur beiläufig angesprochen. Unsere Protagonisten sind Nutztierwärter und Kommunikationsoffizier, und damit weit entfernt von wissenschaftlichem Arbeiten. Aber worum geht es dann?  Psychologie. Im geschlossenen Habitat entwickeln die Probanden eine ganz eigene Gruppendynamik. Immer wieder kommt es zu Neid und Eifersucht. Der Hunger treibt sie an die Grenzen ihrer geistigen und körperlichen Belastbarkeit. Es geht um unmögliche Freundschaften, um verheerende Ego-Trips, ein ständiges „Wer mit wem?“. Ein Roman voller Konfliktstoff - bei dem abgesehen von einem überraschenden Schlüsselereignis nahezu nichts passiert außer großen Sprüchen.  Wie war´s?  Für mich hat die Story erst in Kombination mit dem Hintergrundwissen geklappt, dass dieses Experiment tatsächlich stattgefunden hat. Erst als ich einen Überblick über das Gebäude, die Tätigkeiten und Ziele des echten Teams hatte, konnte ich mir das Experiment in Farbe vorstellen. Denn Dawns und Ramseys Tagesabläufe blieben für mich im Roman farblos - und viel Handlung gibt es abseits der -meist viel diskuierten- Konflikte auch nicht. So lebte das Hörbuch für mich von den Stimmen der Sprecher, wobei vor allem Eli Wasserscheid als Dawn (in der E2) und Ulrike C. Tscharre als Linda Ryu (in der Mission Control) eine Vielfalt an Emotionen in die Story legten, von Bitterkeit bis Größenwahn, die die Story über große Handlungstiefs trugen. Dennoch zogen sich die 17 Stunden etwas - und auch hervorragende Stimmen machen aus einer langwierigen Story kein Highlight.  Vielen Dank an der Hörverlag für dieses Rezi-Exemplar! [Ausführliche Rezi mit allen Hintergrund-Infos zur Biosphere 2 auf meinem Blog.]

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  • ‚Ein Schwur ist ein Schwur. Nichts rein, nichts raus.‘

    Die Terranauten
    sabatayn76

    sabatayn76

    11. February 2017 um 22:52

    Vier Männer und vier Frauen bilden das Team der Mission 2. Sie wurden ausgewählt, um gemeinsam zwei Jahre lang in Ecosphere 2 (E2) zu leben - einem 1,3 Hektar großen Raum, der 3800 tierische und pflanzliche Spezies beherbergt, in dem die Ökologie und das Leben in einem geschlossenen System untersucht werden und so das Überleben auf dem Mars simuliert werden soll. Die Geschichte wird dabei von drei Personen erzählt: Dawn Chapman, die als Nutztierwärterin in E2 lebt, Ramsay Roothoorp, der fanatisch an das Projekt glaubt und für einen Erfolg auch den Tod in Kauf nehmen würde, und Linda Ryu, die beste Freundin Dawns, die für Mission 2 abgelehnt wurde und nun sehnsüchtig auf Mission 3 wartet. Auch der mittlerweile 16. Roman von T.C. Boyle basiert auf einer wahren Geschichte, die der Autor für sein Buch abgewandelt und mit Details gefüttert hat und die er da weitererzählt, wo die Geschichte in der Realität endet. In ‚Die Terranauten‘ thematisiert Boyle das Experiment ‚Biosphere 2‘, das in den 1990er Jahren in der Sonora-Wüste in Arizona durchgeführt wurde, wo in zwei Versuchen gezeigt werden sollte, dass ein Leben in einem geschlossenen System langfristig möglich ist, wobei beide Versuche scheiterten. Boyles Roman hat mich vor allem aufgrund der akkuraten Darstellungen des Lebens in E2 begeistert und fasziniert. Ihm ist es gelungen, mich mit in das riesige Terrarium mit seinen fünf Biomen (Regenwald, Savanne, Wüste, Meer und Marsch) zu nehmen, er ließ mich mit Spannung den Vorbereitungen lauschen, bevor das Team E2 besiedelte, hat fesselnd und lebendig vom Alltag in E2 geschildert, konnte mir Besonderheiten des künstlichen Ökosystems nahebringen und mir relevante wissenschaftliche Aspekte erklären und verdeutlichen. Gelesen wird das (gekürzte) Hörbuch von Eli Wasserscheid (Dawn), August Diehl (Ramsay) und Ulrike C. Tscharre (Linda). Ich empfand alle drei Perspektiven als hervorragend vorgetragen und als packend erzählt, wobei der Perspektivenwechsel für viel Abwechslung sorgt und die Geschichte von mehreren Seiten beleuchtet, was zusätzlich Spannung aufbaut und die Geschichte noch glaubwürdiger macht. Letztendlich empfand ich auch die Schilderungen der zwischenmenschlichen Konflikte, die sich durch das Zusammenleben auf engstem Raum, bei anstrengender Arbeit und unzureichender Kost ergeben, überzeugend, so dass ich den Roman bzw. das Hörbuch rundum empfehlen kann.

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  • T.C. Boyle - Die Terranauten

    Die Terranauten
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    05. February 2017 um 14:21

    Das Leben auf der Welt ist endlich, immer mehr wird die Umweltzerstörung unseren Lebensraum dahinraffen und uns die Existenzgrundlage entziehen. Zeit nach Alternativen zu suchen. Ein Terrarium in der amerikanischen Wüste dient als Experimentierfeld. Die erste Mission ist gescheitert, aber die zweite soll erfolgreich sein. Vier Männer und vier Frauen werden zwei Jahre lang in der künstlichen Atmosphäre leben und sich nur von dem ernähren, was sie selbst zu produzieren wissen. Linda konnte sich leider nicht für das Team qualifizieren, von außen berichtet sie, wie sie die unsäglich langen 24 Monate von „Ecosphere 2“ erlebt. Dawn und Ramsey sind unter den Auserwählten und berichten vom Leben drinnen, abgeschnitten von der Außenwelt und zum Erfolg verdammt, denn das Projekt darf nicht scheitern. Was mich beim Hören besonders begeisterte war, dass mit August Diehl, Ulrike C. Tscharre und Eli Wasserscheid drei verschiedene Sprecher für die erzählenden Figuren eingesetzt wurden, was es sehr viel einfacher machte, dem Text zu folgen. Die Handlung beginnt in den letzten Zügen der Vorbereitungen und damit an einem menschlich kritischen Punkt, denn nur die Hälfte der Bewerber wird ausgewählt werden. Eine Zerreißprobe für die entstandene Freundschaft zwischen Dawn und Linda, die in der Folge zwischen Neid und Mitgefühl immer wieder schwankt und letztlich doch viel fragiler ist als die beiden jungen Frauen sich eingestehen. Sie sind Konkurrentinnen und wenig mehr als die identischen Aufgaben verbindet sie. Die anderen Figurenbeziehungen sind geprägt durch das Leben auf engstem Raum, das durch die schwierigen Rahmenbedingungen wie Mangel an Nahrungsmittel und Entbehrung aller zivilisatorischen Bequemlichkeiten noch verschärft wird. Missstimmungen bleiben nicht aus und Alleingänge und insbesondere das Gefährden der Mission durch einzelne Crewmitglieder stellt sie auf eine harte Bewährungsprobe. Insgesamt haben mir die Figurenzeichnung und die Entwicklung von Dawn am besten gefallen. Ist sie zu Beginn noch recht naiv, verunsichert und unbedarft, wird sie immer deutlicher in ihren Ansichten und Überzeugungen und weiß am Ende sogar sehr egoistische Entscheidungen zu treffen. Auch Linda wirkt wehr authentisch in ihrem Handeln und vor allem ihren Emotionen. Die Hintergrundhandlung selbst basiert auf dem realen Projekt „Biosphere“ aus dem Jahr 1991. Viele technische Details bestimmen gerade zu Beginn die Handlung bleiben jedoch in einem den Fluss nicht störenden Rahmen. Einige der Zwischenfälle in der künstlichen Welt sind vorhersehbar und überraschen den Leser nicht wirklich, aber es sind weniger die technischen Aspekte und die Realisierbarkeit der Studie, die im Fokus stehen, sondern das, was diese Situation mit den involvierten Menschen macht. So kann die Geschichte letztlich überzeugen und unterhalten.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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