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monika_schulze

vor 2 Monaten

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Inhalt:

„So sehr es Thor auch gegen den Strich geht - ändern kann er es nicht: unter den Söhnen und Töchtern des mächtigen Allvaters haben die Wölfe Odins eine Sonderstellung inne. Denn sie sind ... anders. Mutterlos. Dafür mit zwei Vätern bedacht, die einander auf ewig verfeindet sind. Vom Fenriswolf in der Gestalt einer Wölfin geschwängert, gebar Odins sechs Söhne, die auch die Söhne seines größten Feindes sind. Doch sein größter Triumph, sein größtes Pfand, ist auch seine größte Gefahr.

Um seine Söhne zu unterwerfen, ist Odin jedes Mittel recht. Er bestimmt, dass Arawn, der Leitwolf des Rudels, eine Vanin zur Frau nehmen und nach Asgard bringen soll. Odin will die goldenen Unsterblichkeit verheißenden Äpfel der Idun, deren Übermittlerin die junge Frau irgendwann sein wird. Und Arawn will größtmögliche Sicherheit für seine Brüder. Also fügt er sich widerwillig, entschlossen die ungeliebte Bürde so schnell wie möglich loszuwerden. Doch dann kommt alles anders. Und das hat ganz und gar nichts mit den Absichten des Fürsten von Anderwelt zu tun, die so undurchsichtig sind, dass sich Loki genötigt sieht, nach dem Rechten zu sehen.“

(Quelle: http://www.götterkind.de/)

Es ist schon bekannt, dass Odins Geschenke für den Beschenkten selten etwas Gutes bedeuten, doch als Arawn erfährt, dass sein Vater eine Frau für ihn ausgesucht hat, die er heiraten soll, ist ihm längst klar, dass er nur ein Mittel zum Zweck für Odin ist.

Trotz allem beugt er sich vorerst dem Willen seines Vaters und macht sich auf nach Midgard, um seine Braut kennenzulernen.

Währenddessen verfolgt Tuada, Prinz der Dunkelalben ganz andere Pläne. Pläne, die ganz Asgard in einen Krieg stürzen könnten… .

 

Meine Meinung:

Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich sofort begeistert. Ich mag Geschichten über die nordische Mythologie, hatte davon aber noch nicht so viel gelesen, so dass dieses Thema für mich noch nicht so „ausgelutscht“ ist und ich mich sehr auf das Lesen freute.

Götterkind 1 ist der erste von 5 Teilen des Auftaktbandes der Edda Reloaded Reihe und ich war sehr gespannt auf die Einführung in die Geschichte.

Zu Beginn des Buches war ich wirklich überrascht über den Schreibstil. Das Buch ist nicht aus Sicht eines bestimmten Charakters geschrieben, sondern hat einen Erzähler, der über die gesamten Ereignisse berichtet. Man blickt also von außen in die Geschichte hinein und häufig wird statt der direkten auch die indirekte Rede verwendet, so dass man den Eindruck bekommt, dem Leser würde die Geschichte erzählt werden, anstatt, dass er sie selbst miterlebt. Damit hatte ich anfangs Schwierigkeiten, da ich das Gefühl hatte, immer etwas außen vor zu sein. Auch die vielen Namen und Begriffe haben mir das Lesen zuerst etwas erschwert. Zwar gibt es ein ausführliches Glossar, aber ich bin kein Freund davon, wenn man die Informationen während des Lesens immer wieder nachschlagen muss. Eine weitere Besonderheit sind die vielen Klammern, die die Autorin statt Nebensätzen verwendet. Z.B. „Ingen (auch groß, kupferrot, grauäugig) ignorierte Har und Nign ….“ (aus „Götterkind 1“, Seite 24). Als ich mich jedoch an den Schreibstil gewöhnt hatte, empfand ich diesen als durchaus flüssig und passend zum Buch.

Die Charaktere sind sehr schön ausgearbeitet und besitzen sowohl Tiefgang, als auch Potenzial zur Entwicklung. Besonders toll fand ich, dass viele Charaktere z.B. Freija nicht so sind, wie ich es aus den Thor-Filmen von Marvel gewohnt war. So konnte ich sie noch einmal ganz neu kennenlernen und habe sogar einen neuen Liebling gefungen: Arawn J Ich hab ja was übrig für Charaktere, von denen man anfangs einen ganz anderen Eindruck bekommt, aber irgendwie immer schon ahnt, dass sie eigentlich das Herz auf dem richtigen Fleck haben. Doch „Götterkind“ ist voller besonderer Charaktere, die ich sehr gerne kennengelernt habe. Sehr interessant sind auch Tuada und seine Zwillingsschwester Tuala bzw. ihre Verbindung zueinander.

Von der Liebesgeschichte war ich wirklich sehr überrascht und konnte sie anfangs leider nicht nachvollziehen. Das lag an der Protagonistin oder besser gesagt an ihrem Alter. Zum Glück bedient sich T.S. Elin dem Mittel des Zeitraffers, so dass ich am Ende des Buches die Gefühle der Protagonisten  doch noch mitfühlen konnte und sogar richtig schön fand. Ein richtiges Liebespaar zum Anschmachten J Man kann wirklich gespannt darauf sein, was die Autorin noch für Arawn und Annora bereithält.

Die Geschichte selber wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Da gibt es zum einen die Geschichte um Arawn, der seine zukünftige Braut trifft und dafür nach Misgard (also eigentlich unsere Erde im Mittelalter) reist und zum anderen die Geschichte rund um Tuada, den Prinz der Dunkelalben und seine Zwillingsschwester Tuala. Ich muss ja gestehen, dass ich die Kapitel, in denen es um Arawn ging viel lieber gelesen habe, aber natürlich machen auch diese rund um die Dunkelalben durchaus Sinn, denn dadurch erfährt man, dass sich etwas zusammenbraut. Trotz dieser drohenden Gefahr, die sich langsam entwickelt, hat mir ein bisschen die Spannung gefehlt. Es war fast so, als würden die Leser durch „Götterkind 1“ erst einmal langsam an die Charaktere und Geschehnisse herangeführt, um dann in den Folgebänden immer weiter hineingezogen zu werden. Ich mag es ja eigentlich lieber, wenn man sofort in Geschichte „hineingeschmissen“ wird, aber vielleicht ist es auch ganz gut, wenn man erst einmal Zeit bekommt, all die unbekannten Begriffe und Wesen sortieren zu können. So kann man „Götterkind 1“ als Einleitung in die Welt von Edda Reloaded verstehen und sich auf mehr Spannung in den Folgebänden freuen. Mit 250 Seiten ist man auch schnell durch das Buch und muss zum Glück auch nicht mehr auf Band 2 warten, denn der ist bereits erschienen.

Fazit:

Hat man sich erst einmal an den außergewöhnlichen Schreibstil von T.S. Elin gewöhnt, der durchaus zu den nordischen Mythen passt, kann man „Götterkind 1“ flüssig lesen und in Ruhe die vielen Charaktere und Ereignisse kennenlernen. In zwei Handlungssträngen verfolgt man das Geschehen rund um Midgard und Asgard und wird langsam an die Welt von Edda Reloaded herangeführt. Da ich anfangs Schwierigkeiten hatte ins Buch hineinzufinden und mir auch etwas Spannung gefehlt hat, gibt es einen Punkt Abzug für diesen Reihenauftakt.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

Autor: T.S. Elin
Buch: Götterkind 1 (Edda Reloaded)
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