Das Lied des Wolfes:
Inhalt (in aller Kürze)
Ox ist ein Außenseiter, doch als eines Tages die Familie Bennett im Dorf auftaucht, ist das egal- nein vielmehr von großem Vorteil. Allen voran Joe, der kleinste der Bennett Brüder weckt Ox Interesse und so taucht er immer mehr in die Familie und ihrer Geschichte ein. Und ehe er sich versieht ist er verwickelt in eine neue Welt, mit Werwölfen und einem großen Feind. Denn da draußen gibt es auch böse Wölfe, Monster, und Ox findet einen neuen Lebenswillen in der Aufgabe gegen dieses Böse anzutreten. Doch damit ergreift auch Joe diesen Willen und die Beiden werden für lange Zeit getrennt. Ob alles nochmal so wird wie vorher? Kann man jemanden noch lieben, der einen so im Stich gelassen hat?
Meine Meinung:
Charaktere:
Das schöne an diesem Buch ist, dass die Charakter-Liste trotz des Buch Umfangs von 680 Seiten, relativ kurz ist. Man lernt alle wesentlichen Personen im Detail kennen, kann sie einschätzen und lieb gewinnen. Und doch hat man auch nicht das Gefühl, dass es an Außenwelt fehlt. Die einzelnen Personen werden sehr gut herausgearbeitet, sodass man auch mit den Nebenstorys mitfiebern kann. Besonders gut gefällt mir die Figur "Gordo" der für mich vorerst ein kleines Mysterium bleibt, ich mich somit aber umso mehr auf den zweiten Teil freue.
Worldbuilding:
Das Worldbuilding finde ich fantastisch gelungen. Obwohl es mir oft schwer fällt mich in neuen Fantasy Welten zurecht zu finden, war es hier ein leichtes in die Welt einzutauchen, da man mit Ox die Welt entdeckt hat. Ich finde es nicht schlimm, dass Details der Wölfe ungeklärt geblieben sind, wünsche mir aber manchmal für mich und auch Ox zumindest ein grobe Aufklärung, wen es (außer Hexen und Wölfe) noch in dieser Welt gibt. Ansonsten sehr gelungen!
Emotionen:
Anfangs konnte ich die Love-Story zwischen Ox und Joe noch nicht ganz nachvollziehen, sie waren ja auch sehr jung. Aber genau das macht es auch so prickelnd, genau diese Übergang mitzuerleben in dem Ox realisiert was ihm Joe bedeutet.
Speziell die Aufarbeitungsszenen gegen Ende finde ich wahnsinnig gut geschrieben, weil man einfach sooo gut nachvollziehen kann, dass es schwierig ist zu verzeihen.
Schreibstil:
Hier wurde häufig kritisiert dass TJ Klune die Direkte Rede verwendet. Ich kann die Kritik nicht nachvollziehen, da mir die stilistische Wirkung im Buch sehr gut gefallen hat und die Quintessenz der Worte viel besser rübergebracht wurden. Durch verschnörkelte Nebensätze geht oft die Tragweite der Worte verloren. Mein Auge hat im übrigen das "er sagte, ich sagte" auch einfach überlesen, und konnte so noch mehr den emotionalen Fluss einsaugen.
Auch sonst ist die Kombination mit Gedanken in Kursiv bzw Wolfsprache und den Bändern eine tolle Idee und in der Umsetzung wunderbar gelungen!
Die Storyline ist sehr gut, auch wenn man die Hintergründe noch nicht ganz versteht, doch das ergibt sich mit Sicherheit in den folgenden Bänden.
Fazit:
Alles in allem ist das Buch ein Jahreshighlight für mich, denn wenn ich 680 seiten in unter 2 wochen lese ist das für mich eine großartige Leistung, die nur von einem herausragenden Buch zeugen kann. Ich empfehle es jeden der sich bei dem Klappentext sofort wohlfühlt, möchte aber auch anmerken, dass das Buch vielleicht nicht für jedermann/frau das richtige ist. Man muss sich dem Buch voll hingeben um eintauchen zu können, dann ist es eine sehr solide 4,5/5 Sternen! ⭐