Ta-Nehisi Coates Zwischen mir und der Welt

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 4 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 2 Rezensionen
(1)
(4)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Zwischen mir und der Welt“ von Ta-Nehisi Coates

Ta-Nehisi Coates hat mit seinem Buch »Zwischen mir und der Welt« ein leidenschaftliches und zugleich schmerzhaftes Manifest gegen Rassismus geschrieben. In Form eines Briefes, der an seinen Sohn Samori gerichtet ist, verbindet Coates die amerikanische Geschichte mit seiner persönlichen. Er schreibt darüber, dass es nicht nur ein Problem individueller Verfehlung ist, wenn in den USA Schwarze von Polizisten ermordet werden. Denn rassistische Gewalt ist fest eingewoben in die amerikanische Identität – sie ist das, worauf das Land gebaut ist. Afroamerikaner besorgten als Sklaven seinen Reichtum und sterben heute als freie Bürger auf seinen Straßen. Coates fordert die Menschen auf, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, um ein Bewusstsein in Bezug auf rassistische Diskriminierung zu entwickeln und gegen sie zu kämpfen. Sein Buch ist bereits wenige Monate nach Erscheinen zum Klassiker geworden, der aus keiner zukünftigen Diskussion um Rassismus wegzudenken ist.

Stöbern in Sachbuch

The Brain

Das Buch hat mich sehr bewegt, denn wir wissen immer noch wenig darüber, wie das Gehirn funktioniert und woher unser Ich-Gefühl kommt.

Tallianna

Warum wir es tun, wie wir es tun

Erfrischend anders!

Gucci2104

Die Genies der Lüfte

Erstaunlich und wissenswert. Man lernt eine Menge dazu und sieht die Vogelwelt mit ganz neuen Augen.

leucoryx

Schriftstellerinnen!

Ein sehr gelungenes, sehr empfehlenswertes Buch über Schriftstellerinnen. Ein Must-have für alle schreibenden Frauen und alle Buchliebhaber!

FrauTinaMueller

Jane Austen. Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt

Ein absolut geniales, wichtiges, empfehlenswertes, bezauberndes und verzauberndes, magisches und informatives Buch für alle Austen-Fans!

FrauTinaMueller

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Schwarz sein in den USA

    Zwischen mir und der Welt
    serendipity3012

    serendipity3012

    23. July 2016 um 20:27

    Schwarz sein in den USA In der letzten Woche wurde ein Video veröffentlicht, in dem Prominente, meist mit afroamerikanischen Wurzeln, Gründe aufzählen, die ausreichen, um als Schwarzer in den Usa getötet zu werden. Ta-Nehisi Coates Buch „Zwischen mir und der Welt“ ist gerade in diesen Tagen hochaktuell, nachdem die Gewalt in den USA wieder eskaliert ist – oder durch die jüngsten Ereignisse auch einfach nur wieder einmal höher im allgemeinen Bewusstsein angekommen ist. Dass die Gründe, die Rihanna, Beyoncé, Bono, Alicia Keys und andere in dem Video nennen, tatsächlich ausreichen können, um als Schwarzer erschossen zu werden, davon berichtet auch Coates in seinem Buch, und er weiß von Beispielen, die dies belegen. Es ist vor allem ein Fall, der ihn in seinem Leben besonders geprägt hat, da er den Betroffenen kannte. „Zwischen mir und der Welt“ ist ein Buch gerichtet an seinen 15-jährigen Sohn, in dem der Autor auch aus seiner eigenen Kindheit und Jugend erzählt, davon, was es für ihn hieß, als Schwarzer aufzuwachsen und was es für seinen Sohn heute heißt und heißen könnte. Coates erzählt davon, wie er begriff, was es bedeutete, als Schwarzer auf die Welt gekommen zu sein, davon, nicht „relevant“ gewesen zu sein, sondern minderwertig, denn die Geschichte der Schwarzen sei minderwertig gewesen. Dass er bei allem, was er tat, aufpassen musste, nicht aufzufallen, denn Auffallen konnte gefährlich werden. Immer. Und schwarze Frauen? Ihnen wurde schon als Kind beigebracht, dass sie klug sein müssten, denn Schönheit reiche nicht aus. So habe Coates’ Frau immer wieder hören müssen, sie sei wirklich hübsch – für eine Dunkelhäutige. Im zweiten Teil des Buches dann widmet sich Coates der Geschichte des Rassismus gegen Schwarze in den USA: Noch lange nach dem Ende der Sklaverei wurden Schwarze benachteiligt, hatten weniger Rechte und noch heute ist es so, dass sie weniger verdienen und weniger besitzen als Weiße. Immobilien in einem Viertel, in dem viele Schwarze wohnen, sind weniger wert als in „weißen“ Vierteln. Für Schwarze ist es mit enormer Anstrengung verbunden, sich aus dem Ghetto herauszuarbeiten, schreibt Coates, und nicht selten würden die Kinder und Enkel wieder dorthin zurück“taumeln“. Schließlich tritt Coates dafür ein, endlich eine offene Diskussion über Reparationszahlungen zu führen – aber selbst eine Diskussion, deren Ende absolut offen wäre, wird in den USA verhindert. Coates wirbt leidenschaftlich dafür, die amerikanische Geschichte aufzuarbeiten, Fehler zuzugeben und ernsthaft über Reparationen nachzudenken. Für Coates ist dies die einzige Chance, überhaupt zu einer Veränderung der Lage zu kommen. Insgesamt hat Coates aber wenig Hoffung auf Besserung. Gerade im ersten Teil, in dem Coates sich zur eigenen Biographie äußert, wird deutlich, die Ungleichheit zwischen Schwarz und Weiß ist für Coates etwas, mit dem man sich abfinden muss, die Kluft sei unüberbrückbar. Als Leserin, die auf der anderen Seite steht, als Weiße, lesen sich grade diese Abschnitte schockierend und frustrierend. Man muss ihm glauben, was man nicht selbst erlebt hat, nie erleben wird. Und man versteht, dass man privilegiert ist. Auch, wenn Coates’ Schilderungen manchmal etwas Verbittertes an sich haben, so spürt man, dass man hier nicht in der Position ist, zu urteilen. Wie sollte man auch? Verbitterung scheint außerdem angebracht – man selbst würde an seiner Stelle sehr wahrscheinlich genauso empfinden. Coates schreibt subjektiv, das aber so nachdrücklich, dass man sich sicher ist, er schreibt nicht nur von und über sich, sondern über alle Schwarze, die heute in den USA leben.„Zwischen mir und der Welt“ ist in den USA ein Bestseller. Ein Buch, das zu jeder Diskussion über Rassismus seinen Teil beitragen kann. Coates regt zum Nachdenken an, fordert dazu auf, sich in seine Perspektive zu denken. Ein Buch, aus dem man viel lernen kann über die Geschichte Amerikas im Bezug auf den dort herrschenden Rassismus. Hoffen wir, dass die Lage doch nicht so aussichtslos ist, wie Coates sie darstellt.

    Mehr
  • Brief eines Vaters an seinen Sohn

    Zwischen mir und der Welt
    Havers

    Havers

    09. February 2016 um 19:06

    Ta-Nehisi Coates schreibt für das amerikanische Monatsmagazin „The Atlantic“ und wurde für seine Essays bereits mehrfach ausgezeichnet. Außerdem ist er der Autor des für den National Book Award nominierten Bestsellers „Between the world and me“, der nun unter dem Titel „Zwischen mir und der Welt“ in der Übersetzung vorliegt (veröffentlicht bei Hanser, übersetzt von Miriam Mandelkow). Es ist ein Brief an seinen fünfzehnjährigen Sohn  Samori und gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit Rassismus und amerikanischer Identität. Coates wächst auf in den Ghettos von Baltimore in einer intellektuellen und politisch aktiven Familie, Studium an der Afroamerikanern vorbehaltenen Howard University in Washington D.C., danach als Journalist für diverse Printmedien tätig, bis er schließlich bei der Monatszeitschrift „The Atlantic“ landet. Aber selbst sein Status als in der Öffentlichkeit stehender Autor ändert nichts an der Tatsache, dass er in erster Linie als Afroamerikaner wahrgenommen wird. Und daran hat auch die Präsidentschaft Obamas nichts geändert. Dass in der amerikanischen Gesellschaft der Alltag von Rassismus geprägt ist, dürfte mittlerweile jedem klar sein, der die Nachrichten verfolgt. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht von Übergriffen weißer Polizisten in den Medien die Rede ist. Und fast immer ist es die Hautfarbe, die Personenkontrollen, Verfolgungsjagden und/oder den Einsatz von Schlagstöcken und Schusswaffen auslöst: Rodney King, Eric Garner und Michael Brown, aber auch Ta-Nehisi Coates haben es erlebt. Was bleibt ist die Ohnmacht gegenüber dem System, die täglichen Diskriminierungen und das Wissen, dass der über Jahrhunderte gelebte Rassismus das Fundament ist, auf dem die amerikanische Gesellschaft basiert und ihren Wohlstand gründet. Es sind eindringliche Worte, die er an seinen Sohn richtet. Und da ist kein Optimismus zu spüren, kein „wir werden es ändern“, sondern nur ein „so ist es“. Der amerikanische Traum ist für Afroamerikaner längst ausgeträumt. „Zwischen mir und der Welt“ ist der Brief eines Vaters, der sich um die Sicherheit seines heranwachsenden Sohnes sorgt und diesen dafür sensibilisieren will, was ihn in der Welt dort draußen erwartet. Eine eindringliche und beeindruckende Bestandsaufnahme. Und eine schonungslose Auseinandersetzung mit dem täglichen Rassismus, der alle Bereiche des täglichen Lebens beeinflusst. Aber auch eine Mahnung für uns Mitteleuropäer, ganz besonders im Zeichen der Zuwandererströme.

    Mehr