fischer baumler

Ta-Nehisi Coates Zwischen mir und der Welt

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Inhaltsangabe zu „Zwischen mir und der Welt“ von Ta-Nehisi Coates

Ta-Nehisi Coates hat mit seinem Buch 'Zwischen mir und der Welt' ein leidenschaftliches und zugleich schmerzhaftes Manifest gegen Rassismus geschrieben. In Form eines Briefes, der an seinen Sohn Samori gerichtet ist, verbindet Coates die amerikanische Geschichte mit seiner persönlichen. Er schreibt darüber, dass es nicht nur ein Problem individueller Verfehlung ist, wenn in den USA Schwarze von Polizisten ermordet werden. Denn rassistische Gewalt ist fest eingewoben in die amerikanische Identität – sie ist das, worauf das Land gebaut ist. Afroamerikaner besorgten als Sklaven seinen Reichtum und sterben heute als freie Bürger auf seinen Straßen. Coates fordert die Menschen auf, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, um ein Bewusstsein in Bezug auf rassistische Diskriminierung zu entwickeln und gegen sie zu kämpfen. Sein Buch ist bereits wenige Monate nach Erscheinen zum Klassiker geworden, der aus keiner zukünftigen Diskussion um Rassismus wegzudenken ist.

Sehr kraftvoller und emotionaler Einblick eines schwarzen Amerikaners in den alltäglichen Rassismus.

— Flamingo

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    Zwischen mir und der Welt

    Flamingo

    30. October 2017 um 16:22

    Der 42-jährige schwarze US-Amerikaner Ta-Nehisi Coates hat 2015 – auf der Höhe der Polizeigewalt gegenüber Schwarzen in den US – dieses Essay in Briefform an seinen Teenager-Sohn geschrieben. Wenn man dieses Buch im Jahr 2017 oder später liest, und sich etwas mit den USA beschäftigt, ist das kein wirklich ermutigendes Buch. Coates schreibt, wie es ist, das Leben der schwarzen Amerikaner in einem (immer noch? wieder?) rassistischen Land. Er bietet keine Lösungen an, sondern er nimmt den sog. American Dream Wort für Wort auseinander. Coates schreibt in einer unglaublich dichten Sprache, Wortgewalt hat die FAZ es genannt. Er braucht z.B. nur wenige Sätze, um die Sklaverei modern einzuordnen. Und wer heute in die USA schaut und sieht, wie schwarze NFL-Spieler gegen Polizeigewalt protestieren, in dem sie für die Nationalhymne knien und wie weiße Supremasisten an Denkmäler und Flaggen der Konföderierten hängen, der merkt, dass Coates‘ Buch Gültigkeit hat für nicht nur die Zeit vor 2015 aber leider auch insbesondere für die Zeit danach. Derzeit sieht es nicht aus, als wären die USA auf dem Weg der Besserung. Für deutsche Leser…Es ist ein sehr amerikanisches Buch. Hochinteressant, sehr emotional, als liberal-progressiver Leser macht es wütend, aber ich weiß nicht ob es auf unseren „europäischen Rassismus“ - bei den Flüchtlingsheime abgebrannt werden, aber selbst die Justiz meint, das sind ja nur besorgte Bürger und wo eine Nazi-Partei mit 13% in den Bundestag einzieht – anwendbar ist. Sensibilisiert wird man als Leser allemal, aber ich bin ja sowieso schon in einer Echokammer und die Menschen, die das Buch erreichen sollte, wird es wohl nicht erreichen. Der Verlag hat noch Coates‘ Essay „Plädoyer für Reparationen“ mit beigelegt. Ich fand hier insbesondere die historische Einordnung der Sklaverei interessant. Das ist einem als Europäer alles oft gar nicht so bewusst. Ob man Reparationen an Nachkommen von Sklaven mit Reparationen an die Opfer des Holocaust vergleichen muss…ich weiß es nicht. Diskussionsbedarf besteht sicher, so oder so. Warum der Originaltitel „Between the world and me“ nicht in “Zwischen der Welt und mir” übersetzt wird, erschließt sich mir nicht. 

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  • Schwarz sein in den USA

    Zwischen mir und der Welt

    serendipity3012

    23. July 2016 um 20:27

    Schwarz sein in den USA In der letzten Woche wurde ein Video veröffentlicht, in dem Prominente, meist mit afroamerikanischen Wurzeln, Gründe aufzählen, die ausreichen, um als Schwarzer in den Usa getötet zu werden. Ta-Nehisi Coates Buch „Zwischen mir und der Welt“ ist gerade in diesen Tagen hochaktuell, nachdem die Gewalt in den USA wieder eskaliert ist – oder durch die jüngsten Ereignisse auch einfach nur wieder einmal höher im allgemeinen Bewusstsein angekommen ist. Dass die Gründe, die Rihanna, Beyoncé, Bono, Alicia Keys und andere in dem Video nennen, tatsächlich ausreichen können, um als Schwarzer erschossen zu werden, davon berichtet auch Coates in seinem Buch, und er weiß von Beispielen, die dies belegen. Es ist vor allem ein Fall, der ihn in seinem Leben besonders geprägt hat, da er den Betroffenen kannte. „Zwischen mir und der Welt“ ist ein Buch gerichtet an seinen 15-jährigen Sohn, in dem der Autor auch aus seiner eigenen Kindheit und Jugend erzählt, davon, was es für ihn hieß, als Schwarzer aufzuwachsen und was es für seinen Sohn heute heißt und heißen könnte. Coates erzählt davon, wie er begriff, was es bedeutete, als Schwarzer auf die Welt gekommen zu sein, davon, nicht „relevant“ gewesen zu sein, sondern minderwertig, denn die Geschichte der Schwarzen sei minderwertig gewesen. Dass er bei allem, was er tat, aufpassen musste, nicht aufzufallen, denn Auffallen konnte gefährlich werden. Immer. Und schwarze Frauen? Ihnen wurde schon als Kind beigebracht, dass sie klug sein müssten, denn Schönheit reiche nicht aus. So habe Coates’ Frau immer wieder hören müssen, sie sei wirklich hübsch – für eine Dunkelhäutige. Im zweiten Teil des Buches dann widmet sich Coates der Geschichte des Rassismus gegen Schwarze in den USA: Noch lange nach dem Ende der Sklaverei wurden Schwarze benachteiligt, hatten weniger Rechte und noch heute ist es so, dass sie weniger verdienen und weniger besitzen als Weiße. Immobilien in einem Viertel, in dem viele Schwarze wohnen, sind weniger wert als in „weißen“ Vierteln. Für Schwarze ist es mit enormer Anstrengung verbunden, sich aus dem Ghetto herauszuarbeiten, schreibt Coates, und nicht selten würden die Kinder und Enkel wieder dorthin zurück“taumeln“. Schließlich tritt Coates dafür ein, endlich eine offene Diskussion über Reparationszahlungen zu führen – aber selbst eine Diskussion, deren Ende absolut offen wäre, wird in den USA verhindert. Coates wirbt leidenschaftlich dafür, die amerikanische Geschichte aufzuarbeiten, Fehler zuzugeben und ernsthaft über Reparationen nachzudenken. Für Coates ist dies die einzige Chance, überhaupt zu einer Veränderung der Lage zu kommen. Insgesamt hat Coates aber wenig Hoffung auf Besserung. Gerade im ersten Teil, in dem Coates sich zur eigenen Biographie äußert, wird deutlich, die Ungleichheit zwischen Schwarz und Weiß ist für Coates etwas, mit dem man sich abfinden muss, die Kluft sei unüberbrückbar. Als Leserin, die auf der anderen Seite steht, als Weiße, lesen sich grade diese Abschnitte schockierend und frustrierend. Man muss ihm glauben, was man nicht selbst erlebt hat, nie erleben wird. Und man versteht, dass man privilegiert ist. Auch, wenn Coates’ Schilderungen manchmal etwas Verbittertes an sich haben, so spürt man, dass man hier nicht in der Position ist, zu urteilen. Wie sollte man auch? Verbitterung scheint außerdem angebracht – man selbst würde an seiner Stelle sehr wahrscheinlich genauso empfinden. Coates schreibt subjektiv, das aber so nachdrücklich, dass man sich sicher ist, er schreibt nicht nur von und über sich, sondern über alle Schwarze, die heute in den USA leben.„Zwischen mir und der Welt“ ist in den USA ein Bestseller. Ein Buch, das zu jeder Diskussion über Rassismus seinen Teil beitragen kann. Coates regt zum Nachdenken an, fordert dazu auf, sich in seine Perspektive zu denken. Ein Buch, aus dem man viel lernen kann über die Geschichte Amerikas im Bezug auf den dort herrschenden Rassismus. Hoffen wir, dass die Lage doch nicht so aussichtslos ist, wie Coates sie darstellt.

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  • Brief eines Vaters an seinen Sohn

    Zwischen mir und der Welt

    Havers

    09. February 2016 um 19:06

    Ta-Nehisi Coates schreibt für das amerikanische Monatsmagazin „The Atlantic“ und wurde für seine Essays bereits mehrfach ausgezeichnet. Außerdem ist er der Autor des für den National Book Award nominierten Bestsellers „Between the world and me“, der nun unter dem Titel „Zwischen mir und der Welt“ in der Übersetzung vorliegt (veröffentlicht bei Hanser, übersetzt von Miriam Mandelkow). Es ist ein Brief an seinen fünfzehnjährigen Sohn  Samori und gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit Rassismus und amerikanischer Identität. Coates wächst auf in den Ghettos von Baltimore in einer intellektuellen und politisch aktiven Familie, Studium an der Afroamerikanern vorbehaltenen Howard University in Washington D.C., danach als Journalist für diverse Printmedien tätig, bis er schließlich bei der Monatszeitschrift „The Atlantic“ landet. Aber selbst sein Status als in der Öffentlichkeit stehender Autor ändert nichts an der Tatsache, dass er in erster Linie als Afroamerikaner wahrgenommen wird. Und daran hat auch die Präsidentschaft Obamas nichts geändert. Dass in der amerikanischen Gesellschaft der Alltag von Rassismus geprägt ist, dürfte mittlerweile jedem klar sein, der die Nachrichten verfolgt. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht von Übergriffen weißer Polizisten in den Medien die Rede ist. Und fast immer ist es die Hautfarbe, die Personenkontrollen, Verfolgungsjagden und/oder den Einsatz von Schlagstöcken und Schusswaffen auslöst: Rodney King, Eric Garner und Michael Brown, aber auch Ta-Nehisi Coates haben es erlebt. Was bleibt ist die Ohnmacht gegenüber dem System, die täglichen Diskriminierungen und das Wissen, dass der über Jahrhunderte gelebte Rassismus das Fundament ist, auf dem die amerikanische Gesellschaft basiert und ihren Wohlstand gründet. Es sind eindringliche Worte, die er an seinen Sohn richtet. Und da ist kein Optimismus zu spüren, kein „wir werden es ändern“, sondern nur ein „so ist es“. Der amerikanische Traum ist für Afroamerikaner längst ausgeträumt. „Zwischen mir und der Welt“ ist der Brief eines Vaters, der sich um die Sicherheit seines heranwachsenden Sohnes sorgt und diesen dafür sensibilisieren will, was ihn in der Welt dort draußen erwartet. Eine eindringliche und beeindruckende Bestandsaufnahme. Und eine schonungslose Auseinandersetzung mit dem täglichen Rassismus, der alle Bereiche des täglichen Lebens beeinflusst. Aber auch eine Mahnung für uns Mitteleuropäer, ganz besonders im Zeichen der Zuwandererströme.

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