Tabitha Lasley beschreibt, möglicherweise autobiographisch, eine Journalistin , die von London nach Aberdeen zieht um Männer zu interviewen die auf Bohrinseln leben.
Ihr Projekt führt Sie in die Arbeitsvorbereitungen zum Schichtwechsel/Ablösung der Bohrleute und schildert, was für Verwerfungen die hohe Bezahlung einerseits und der wirtschaftliche Abschwung in der Gesellschaft bewirkt, wie groß die Rivalität und auch die Langeweile der Männer ist.
Fast alle Befragten schildern glückliche Familie zuhause, haben aber immer "was am Laufen".
Lasley kommt ihren Interviewpartnern näher, indem sie sich mit ihnen in Bars und Sauf- und Drogenpartys begibt und exzessiv mitfeiert. Es bleibt nicht aus, dass die Arbeiter in ihr weniger eine Journalistin als auch eine "die leicht zu haben" ist, sehen.
Und tatsächlich beginnt sie eine Beziehung zu Caden mit allen daraus resultierenden Problemen.
Im Endeffekt bestimmt die Ehefrau von Caden weitgehend, wie weing die Beziehung funktioniert und Caden zieht sich zurück.
Lasley verschanzt sich weiter in ihrem Projekt, stellt aber immer mehr fest, dass es sie nicht zufrieden stellt und das die Risiken für sie, ungeschützt und provokant mit Betrunkenen ständig in Kontakt zu sein, zu hoch sind und beendet das Projekt.
Allerdings kann sie sich auch nach einem Ortswechsel weiterhin nicht gut mit der Entscheidung von Caden leben und sieht ihn immer wieder als "Erscheinung" oder wird durch Kleinigkeiten an ihn erinnert.
Als Beschreibung der Verhältnisse der Arbeit auf einer Bohrinsel, beziehungsweise der unfassbare Zeitverschwendung bei An- und Abreise bietet das Buch gute Einblicke.
Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen werden gut beschrieben, eine sozialpolitische Einordnung bleibt aber aus. Die Liebesgeschichte wiederum ist mir zu wenig emotional geschrieben und bleibt mir zu flach.
Ich kann allerdings hinter allen Beschreibungen die gesellschaftlichen Verwüstungen erkennen, allerdings bleibt auch dies immer oberflächlich.




