Tad Williams Der Osten Ard Zyklus

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Inhaltsangabe zu „Der Osten Ard Zyklus“ von Tad Williams

Dies ist die Geschichte von Simon Schneelocke und dem grausamen Sturmkönig Ineluki und ihrer tödlichen Feindschaft im Lande Osten Ard. Drei magische Schwerter sind es, die wieder vereint werden müssen, wenn es gelingen soll, Inelukis mächtigen Zauber zu bannen. Längst versunkene Mythen erwecken eine Welt zu neuem Leben, die hinter mittelalterlichen Fassaden die Wunder und Schrecken vergangener Zeiten bewahrt hat. Der Zyklus besteht in der deutschen Übersetzung aus folgenden Romanen und ist komplett: 13073 - Der Drachenbeinthron 13074 - Der Abschiedsstein 13075 - Die Nornenkönigin 13076 - Der Engelsturm SQ

Nchts für Leute ohne Geduld, eine ausufernde Saga über Heldenmut, Freundschaft und eine Quest

— phantastische_fluchten
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    Der Osten Ard Zyklus

    Herbstlaub

    11. April 2018 um 11:10

    (Rezi von irgendwann ganz früher :D aus den 90ern mit Update aus 2009 ) Das Verhängnis der Schwerter, die Osten-Ard-Tetralogie oder schlicht der Drachenbeinthron. So richtig konnte man sich hierzulande wohl für keinen Serientitel entscheiden, zumindest hat man darauf verzichtet , diese vier Bände nach ihrer amerikanischen Vorlage „Memory, Sorrow & Thorn“ zu benennen. Für mich ist es schlicht „Der Drachenbeinthron“ und das wird er wohl auch bleiben. Durch die Geschichte begleiten wir den Küchenjungen Simon [^^], der auf der Königsburg, dem Hochhorst, lebt und durch einen Zufall den verschollen geglaubten Königsbruder Josua im Gefängnis entdeckt. Er verhilft ihm zur Flucht, worauf er selbst gezwungen wird, seine Heimat aufzugeben, und die große Reise namens Leben für ihn beginnt, die aus Simon Mondkalb erst Simon Schneelocke werden lässt und später… aber psst! Ja, die Handlung klingt einfach und mehrfach bekannt. Trotz vieler [kleiner] Einzigartigkeiten ist sie auch nicht unbedingt neu, aber in ihrer Umsetzung einmalig! Tad Williams schreibt in einer blumigen, poetischen Art und Weise, die ich sonst noch nirgendwo gefunden habe. Er ist unglaublich detailverliebt, streut leise kleine Hinweise, und kurz bevor der aufmerksame Leser sie ad acta legt, spinnt er den Faden weiter. Keine Kleinigkeit ist unwichtig! Wer auf oberflächliche Action, pausenlos sirrende Klingen oder viel Blut hofft, der wird hier enttäuscht. Küchenjunge Simon stürzt sich nicht plötzlich todesmutig gegen eine Armee von Feinden. Er bleibt lange, lange Zeit der zaudernde Junge, der erst spät seine Tollpatschigkeit verliert. Es gibt keine Überhelden, keine Anti-Helden. Allesamt sind sie normale Lebewesen, die das Beste aus ihrem Schicksal und ihren Möglichkeiten zu machen versuchen und überleben, ihre Welt erhalten wollen. Das Geschehen in Osten Ard entwickelt sich langsam, macht die Welt und ihre Charaktere glaubhaft und beinahe real. Wie habe ich doch mit der unglücklich Meagwin gelitten…! Wie habe ich den roten Priester Pyrates verabscheut! Um Miriamel gefürchtet oder mir gewünscht „Onkel Isgrimnur“ oder den kleinen, weisen Troll Binabik einfach umarmen zu können. Komisch, dass gerade die Lieblingsbücher so schwer zu beschreiben sind. Ich kann nur nochmal sagen, der Drachenbeinthron lebt nicht von seiner Handlung, er lebt von seinen Charakteren und der unglaublich schönen Sprache, die, wenn ich gewissen Personen glauben schenken darf, auch durch die Übersetzung nicht gelitten hat [mir wars auf englisch zu heftig O:) ]. Nie werde ich Simons Irren durch die unterirdischen Gänge der alten Sithi-Burg vergessen. Das Wispern der Vergangenheit, das seit Jahrhunderten leerstehende Zimmer mit dem Bett, das bei der leisesten Berührung zu Staub zerfällt, obwohl es aussah, als warte es nur auf den nächsten müden Reisenden… Der Drachenbeinthron schafft, was viel zu wenige Bücher vermögen: Er öffnet die Türen nach Osten Ard weit und lässt den Leser gänzlich eintauchen, miterleben, mitfühlen. Dies wird auch ermöglicht, da Osten Ard merklich nach weltlichen Vorbilden geschaffen wurde: So regiert um den Hochhorst sozusagen das Pendant zum „Christentum“, stammen Isgrimnurs Rimmersgarder von unseren Wikingern ab, haben die Sithi nicht nur sprachlich japanische Wurzeln und das Volk der Hernystiri steht für die Kelten. Tad Williams hilft dem Leser, genau das sehen zu lassen, was er sehen lassen möchte. Und wer die Augen und vorallem das Herz nicht verschließt, der wird ebenfalls sehen können… Die Reihe besteht aus vier Bänden: Der Drachenbeinthron, Der Abscheidsstein, Die Nornenkönigin, Der Engelsturm. Mein Fazit: Der Drachenbeinthron, wie die Reihe für mich heißt, hat sich vor vielen Jahren in mein Herz eingebrannt, hat mich in vielen Dingen geprägt und wird mich wohl Zeit meines Lebens nicht mehr loslassen. Ich war nie wieder so traurig, nachdem ein Buch zuende war, habe nie wieder etwas Vergleichbares in den Händen gehalten. Ja, die ersten … vielen (etwa 150?) Seiten sind – beim ersten Lesen zumindest – anstrengend und vielleicht auch langatmig. Aber wer sich darauf einlassen kann, der wird reichlich entschädigt!

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