Otherland / Otherland 1

von Tad Williams 
4,2 Sterne bei287 Bewertungen
Otherland / Otherland 1
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Positiv (230):
C

Wunderschöne Geschichte

Kritisch (18):
K

Gut aber ............

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Inhaltsangabe zu "Otherland / Otherland 1"

Otherland – ein virtueller Raum, der von den reichsten und skrupellosesten Männern der Erde regiert wird: Der Gralsbruderschaft. Otherland, das ist ein Ort der kühnsten Phantasien und der schlimmsten Albträume.

Eine Gruppe mächtiger Männer, die sich Gralsbruderschaft nennt, hat mit enormen Geldmitteln das Simulationsnetzwerk »Otherland« entwickelt. Es ist mehr als nur die Spielwiese einiger Exzentriker: Von langer Hand vorbereitet soll es das gigantische Kontrollsystem werden, das die gesamte Menschheit beherrscht.
Nur wenige haben eine Ahnung davon, welche Ausmaße das Netz bereits angenommen hat. Nur wenige erkennen die tödliche Gefahr. Angelockt von der Vision einer strahlenden, einer goldenen Stadt, versammeln sich neun Menschen in der VR, um sich dem Bösen entgegen zu stellen und seine Pläne zunichte zu machen.

Im November 2004 hat Tad Williams für »Otherland« den Corine-Future Preis erhalten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783608949612
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:937 Seiten
Verlag:Klett-Cotta
Erscheinungsdatum:29.10.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Kvothe_Sohn_des_Arlidenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Gut aber ............
    Gut, aber ....

    Die Inhaltsangabe ist oben.

     

    Die Charaktere:

    sind alle sehr vielschichtig und komplex. Das ist gut.

     

    Die Handlung:

    Die ersten vierhundert Seiten kapiert man nichts (das gefiel mir aber, es war ein Fallenlassen ins Chaos), danach war es für meinen Geschmack zu vollgestopft mit Handlung und Hinweisen, wobei quasi überall Hinweise versteckt sind und sobald man einen entdeckt hat, versucht man ihn sich zu merken, und wenn dieser Hinweise (200 Seiten später) dann zu tragen käme hat man ihn wieder vergessen. Für mich ist es einfach zu lang und zu vollgestopft, es ist nicht die Komplexität der Handlung sondern die Menge.

     

    Die Sprache:

    Der Autor beherrscht es zu formulieren, das lässt sich zweifellos feststellen.

     

    Resümee:

    Das Buch ist geil! Die Story (also das Konzept) ist grandios aber es ist zu viel- Ich möchte dem Autor nicht unterstellen Logiklücken vertuschen zu wollen, denn man merkt wie liebevoll jedes Detail bearbeitet ist, aber ich hasse es wenn ich nicht mal mehr in der Lage bin gegebenfalls Logiklücken erkennen zu können, weil ich von der Menge erschlagen bin.

     

    Das Buch ist gut, aber.....

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    Anidays avatar
    Anidayvor 2 Jahren
    Faszinierend von Anfang bis Ende!

    Virtuelle Realität ist völlig normal, die ganze Welt ist vernetzt und hat, bis auf wenige, rückständige Gegenden, Zugriff auf das Netz. Man taucht ganz ein und bewegt sich darin, je nach Wohlstand auf rudimentärer Ebene bis fast lebensecht mit sämtlichen Sinneseindrücken. Das diese virtuelle Welt auch Gefahren birgt beginnt Renie zu ahnen, als ihr kleiner Bruder ins Koma fällt und niemand erklären kann wieso - nur sie vermutet etwas im Netz. Verzweifelt in ihrem Versuch auch nach dem letzten Strohhalm zur Rettung Stephens zu greifen macht sich Renie zusammen mit !Xabbu auf, das Mysterium zu lösen und muss entdecken, dass mehr dahinter steckt. Schnell erstrecken sich die Gefahren für alle Beteiligten auch in die Realität...

    Vorweg: Lange hat mich kein Buch mehr so fasziniert wie dieses! Es ist eine langsam fortschreitende Geschichte mit vielen Handlungssträngen und Personen, und die meiste Zeit kann man höchstens raten, wie diese zusammen hängen könnten. Eigentlich das perfekte Rezept, um den Faden und das Interesse zu verlieren. Doch Tad Williams verstrickt die Stränge langsam so miteinander, dass man miträtseln will, dass man eintaucht und versucht zu verstehen was hinter all dem steckt. Und was "all das" eigentlich ist.
    Renie und !Xabbu nehmen den größten Teil der Geschichte ein, zumindest gefühlt, denn wirklich verglichen habe ich die Länge der Anteile nicht. Mit ihnen wird man in den Stand der Entwicklung eingeführt - was ich gerade in Hinsicht auf den heutigen Stand mit VR-Brillen und allem interessant fand, immerhin ist das Buch ein paar Tage älter. !Xabbu selbst war leider nicht mein Fall, ich fand seinen Charakter teilweise etwas nervig und nicht so interessant wie wohl von Williams angedacht, wenn auch auch ganz sympathisch im Zusammenspiel mit Renie. Von ihm und seinen Ansichten hätte ich mir etwas weniger gewünscht.
    Aber dafür waren auch die anderen Charaktere, allen voran Orlando und Fredericks, waren gut durchdacht und haben mir sehr gefallen, von ihnen erhoffe ich mir noch einiges in den nächsten Bänden.

    Obwohl es zum Ende des Buchs gerade erst richtig los ging, oder gerade deshalb, fand ich es schade, dass es vorbei war und ich werde unbedingt weiterlesen müssen. Ich habe sehr viel Zeit mit dem Buch verbracht, es langsam gelesen, auf mich wirken lassen und darüber nachgedacht. Das tue ich nicht mit jedem Buch - doch dieses war jede Sekunde wert! Von mir gibt es vier Sterne, denn ich denke da ist für die nächsten Bände sogar noch ein bisschen Luft nach oben!

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    Flaventuss avatar
    Flaventusvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Freunde komplizierter Handlungen und vielschichtiger Dystopien kommen hier sicherlich auf ihre Kosten.
    keine entspannende Feierabendlektüre

    Dieses Buch wurde im englischen Original vor über 20 Jahren, nämlich 1996, veröffentlicht. Vor diesem Hintergrund zeigt die Geschichte interessante Visionen zur heutigen digitalisierten Welt. Wenn man sich in ihr zurecht findet.

    Umfangreiche Bücher schrecken mich für gewöhnlich nicht ab. Auch kann ich in der Regel komplizierten und verstrickten Handlungen folgen. Dieses Buch spielt aber in einer Liga der anspruchsvollen Literatur, in der ich mich zugegebenermaßen zur selten bewege. Dieses Buch ist nicht geeignet, um mal eben nebenher gelesen zu werden und erfordert durchgehend eine hohe Konzentration.

    Schuld daran sind die unzähligen Handlungsstränge und Hauptcharaktere, die zuerst parallel und nachher immer weiter ineinander verwoben erzählt werden. Eine inhaltliche Zusammenfassung ist nahezu kaum möglich, wenn diese Rezension nicht uns bodenlose ausufern soll. Es sei nur so viel gesagt, dass es sich um virtuelle Welten auf verschiedenen Handlungsebenen handelt, in denen die Protagonisten sich bewegen.

    Offene Fragen 

    Die Welten und Charaktere werden dabei recht ausführlich dargestellt. Für meinen Teil ein bisschen zu ausführlich. Hier hätte es der Geschichte meiner Meinung nach gutgetan, wenn diese etwas gestrafft worden wäre. Der Sprachstil ist hingegen recht angenehm und unkompliziert. Ich vermute das Buch wäre unlesbar, wenn dem nicht so wäre.

    Ich muss gestehen, dass ich am Ende nicht so recht weiß, was ich mit dieser Geschichte anfangen soll. Viele Fragen wurden gestellt, nur wenige beantwortet. Vermutlich muss ich die anderen drei Bände dieser Tetralogie noch lesen, um den Plot in seiner Gänze zu erfassen. Mir wäre es lieber gewesen, wenn es neben den übergreifenden Haupthandlungen mehr in sich abgeschlossene Nebenhandlungen gegeben hätte.

    Fazit 

    Dieses Buch wurde über aller Maßen gelobt. Es wurde als "monumental" und "episch" charakterisiert. Natürlich weisen solche Bücher Längen auf. Das macht auch ein "Der Herr der Ringe". Der Vergleich zu diesem Fantasybuch hinkt ein bisschen, denn während Tolkien mit seinem Werk das Genre des "High Fantasy" begründete, baut Williams auf bekanntem auf. Auch vor dem Hintergrund, dass das Buch nun mittlerweile 20 Jahre auf dem Buckel hat.

    Ja, man muss sich auf dieses Werk einlassen und dieses idealerweise ohne Pause am Stück durchlesen. Wer zwischendrinnen zur Entspannung etwas anderes liest, läuft Gefahr aus der Handlung - oder besser den Handlungen - zu driften und den Anschluss an die Geschichte zu verlieren.

    Freunde komplizierter Handlungen und vielschichtiger Dystopien kommen hier sicherlich auf ihre Kosten. Wer nach einer entspannenden Feierabendlektüre Ausschau hält, lässt lieber die Finger von diesem Buch.

     Ich habe das Buch in elektronischer Form in neuester Auflage von 2016 aus dem Klett-Cotta-Verlag gelesen. Ob es Unterschiede zu der Version aus dem Heyne-Verlag bestehen, vermag ich nicht zu beurteilen.

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    RapsUndRuebes avatar
    RapsUndRuebevor 2 Jahren
    Einfach nur toll!

    Inhalt:
    Inhaltsangaben spare ich mir. Die sind aus dem Klappentext und bei anderen Rezensionen zur Genüge ersichtlich.

    Stil:
    Es ist fantastisch, wie Williams es schafft einen in die virtuellen und andere Welten zu entführen. Dieses Buch ist ein grandioses Epos. Für mich handelt es sich hier nicht um Fantasy, sondern eher um Science Fiction. Gar so weit sind wir nämlich von den beschriebenen Virtual Reality's nicht mehr entfernt. Jetzt, wo im Moment die VR-Brillen und rudimentäre VR-Software der grosse Renner sind, ist es nur noch ein kleiner Schritt sich den beschriebenen Welten in und ausserhalb Otherlands zu nähern. Das ganze Buch liest sich flüssig, ist spannend und kombiniert verschiedenste Handlungsstränge. Einige der Handlungsstränge sind bis zum Ende des Buches (ca. 900 Seiten) nicht wirklich einzuordnen. Das Epos umfasst aber vier Teile mit knapp 4000 Seiten. Es ist also noch genügend Raum, um diese Handlungsstränge zu integrieren. Das Buch geht ohne Pseudo-Ende direkt in den nächsten Teil über. Alle vier Bücher sind eine einzige grosse Geschichte.

    Fazit:
    Ein fantastisches Epos, das einen nicht mehr losslässt. Ich freue mich schon auf die nachfolgenden Teile. Unbedingt lesen. Dieses Buch hat sich einen festen Platz im Bücherregal verdient und wird sicher irgendwann wieder gelesen.

    Kommentare: 3
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    Hypokrass avatar
    Hypokrasvor 3 Jahren
    Band 1 einer epischen Sci-Fi Geschichte.

    Die Bücher:

    Otherland Bd.1: Stadt der goldenen Schatten ISBN 3-608-93421-9
    Otherland Bd.2: Fluss aus blauem Feuer ISBN 3-608-93422-7
    Otherland Bd.3: Berg aus schwarzem Glas ISBN 3-608-93423-5
    Otherland Bd.4: Meer des silbernen Lichts ISBN 3-608-93424-3

    Zusammenfassung

    Ein todkranker Junge, eine Lehrerin, der letzte Buschmann, der älteste Mensch, ein durchgeknallter Killer, ein Mann im Rollstuhl, ein vermeintlicher Soldat, ein "Stück" Software ... Die Geschicke dieser und noch eingier anderer Personen sind alle mit dem Schicksal von Otherland verwoben.

    Otherland ist eine virtuelle Welt, in der einen die Unsterblichkeit erwartet. Zumindest ist dies die Hoffnung eines sehr reichen und noch exklusiveren Kreises von mächtigen Männern. Um ihr Ziel zu erreichen gehen sie über Leichen.
    Es ist nun an der wie zufällig zusammengewürfelt scheinenden Schar von Menschen dies zu verhindern.
    Aber wer weiss denn schon, dass sich hinter dem unbesiegbaren Barbaren Thargor ein kleiner Junge mit einer unheilbaren, todbringenden Krankheit verbirgt? Und wer sind die anderen? Wem kann man trauen? Was ist "wirklich"?

    Meine Meinung

    Tad Williams schreibt - zumindest zu Beginn - alles andere als reisserisch. Ich musste mich durch die ersten 150 Seiten durchkämpfen. Aber dann plötzlich kam die erste Ahnung davon, dass die einzelnen Handlungsstränge irgendwie miteinander verwoben sein könnten. Und sie waren es. Und wie! Plötzlich stösst man auf Begebenheiten, die man doch schon kennt. Oder doch nicht?

    Wenn man die Geduld aufbringt sich durch nahezu die Hälfte eines normalen Taschenbuchs zu kämpfen - um dann noch über 700 Seiten (im ersten von vier Bänden) vor sich zu haben - dem sei Otherland empfohlen. Es ist eine detaillierte Welt, eine ebenso detaillierte Geschichte mit vielschichtigen Personen, die jedoch manchmal etwas in die Länge gezogen wirkt. Nichts desto trotz ist Otherland ein Buch dessen Figuren einem mit der Zeit wirklich real erscheinen. Man leidet mit den Guten und kann die Bösen nicht ausstehen.

    Man trifft jedoch nicht einfach schwarz/weiss gezeichnete platte Ueberzeichnungen von Helden und Bösewichten. Sogar der "Oberbösewicht" kommt einem bisweilen fast ein bisschen sympathisch vor.

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    MissErfolgs avatar
    MissErfolgvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eine einzigartige Weltenschöpfung
    Eine einzigartige Weltenschöpfung

    Bei der „Stadt der goldenen Schatten“ handelt es sich um den ersten Band von insgesamt vier Teilen des berühmten Otherland-Zyklus‘ von Tad Williams. Bisher war mir Williams nur als Autor grandioser Fantasy-Literatur bekannt, doch jetzt weiß ich: Er kann auch Science-Fiction/Science-Fantasy!

    Gerne hätte ich dem Buch volle 5 Sterne gegeben, doch ich konnte mich nicht dazu durchringen - bedingt durch die schiere Länge des Romans. Nicht, dass ich Probleme mit umfangreichen Büchern hätte, aber wenn man weiß, dass man nach der „Stadt der goldenen Schatten“ noch drei weitere Bände dieses Formats vor sich hat, kann das doch ein bisschen … überwältigend sein.

     “Im Schlamm fing es an, wie so vieles.”

    Das Buch wechselt zwischen mehreren, parallelen Erzählsträngen, die im Laufe der Handlung teilweise miteinander verknüpft werden. Insgesamt gibt es etwa 20 wichtige Charaktere. Man kann sich allein deswegen also schon ausmalen, dass die „Stadt der goldenen Schatten“ ein wirklich konzentriertes Lesen erfordert – aber es lohnt sich!

    Der umfangreiche, vielschichtige Inhalt lässt sich dementsprechend auch nur schwer auf ein paar Sätze runterbrechen. Im Grunde geht es darum, dass eine Gruppierung zwielichtiger, mächtiger Männer (auch „die Gralsbruderschaft“ genannt) eine Virtuelle Realität erschaffen hat – Otherland. Hierbei handelt es sich jedoch keinesfalls um die bloße Spielwiese alter, gelangweilter Männer. Weit gefehlt: Das Simulationsnetzwerk soll am Ende die ganze Menschheit beherrschen. In diesen teuflischen Plan sind nur wenige Menschen eingeweiht – der Rest der Menschheit schwebt in süßer Ahnungslosigkeit.

    Angelockt von der Vision einer strahlenden, goldenen Stadt, versammeln sich neun, völlig unterschiedliche Menschen in „Otherland“, um sich dem Bösen entgegen zu stellen.

     „Und überhaupt, was hieß heutzutage schon real?“

     Besonders fasziniert hat mich – verständlicherweise – die Idee der virtuellen Realität. Obwohl das Buch bereits 1996 erschienen ist, erweist sich Tad Williams „Otherland“ noch immer als tagesaktuell und beinhaltet viele Dinge, die sich die Menschen auch heute, fast 20 Jahre später, von der (virtuellen) Zukunft erträumen.

    Die von Williams entworfene Dystopie ist für mich absolut nachvollziehbar, auch wenn noch viele Fragen betreffend der VR offen bleiben. Vermutlich werden diese nach und nach in den folgenden drei Büchern geklärt. Die gezeichneten Charaktere sind vielschichtig, Williams Schreibstil (wie immer) überaus angenehm zu lesen und allein aufgrund des Ideenreichtums, der „Otherland“ zugrunde liegt, lohnt sich die Lektüre bereits. Williams gelingt es in unnachahmlicher Manier, meine eigenen Visionen bezüglich einer virtuellen Zukunft anzuregen und hat mich zu kleinen und größeren Gedankenspielchen motiviert.

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    Mario_Veraguthvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Famoser genreübergreifender Bombastroman, der seinesgleichen sucht und es in die Riege der wahrhaft visionären Literatur schaffen könnte.
    Rezension zu "Otherland: Stadt der Goldenen Schatten" von Tad Williams

    Ein grandioser Mix aus Fantasy-, Science-Fiction und Cyberpunkelementen, der die technologische Entwicklung  akkurat zur zukünftigen Realität beschreibt. Vor allem angesichts des Veröffentlichungsdatums der englischen Erstausgabe im Jahre 1996 beschleicht einen mit leichter Gänsehaut garnierte Überraschung, da zum Zeitpunkt der Ideenreifung bis zur Fertigstellung des Romans für den Autor die aktuelle Entwicklung unvorhersehbar war, er es sich aber trotzdem nicht nehmen lies, sie mitunter wirklichkeitsgetreu zu schildern.

    Weder Internet noch mobile Kommunikationsgeräte, von Google Glasses oder 3D Projektionshelmen für Computerspiele gar nicht zu sprechen, waren vor beinahe 20 Jahren in der jetzigen Qualität denk- oder vorstellbar. Man könnte es aber auch schlicht als zufälliges Glück des Autors bei dessen Ideenfindung werten, wie die zufällig richtige Prognose einer Sonnenfinsternis im Mittelalter, aber ich finde die Erhöhung in den Status eines potentiellen richtig liegenden Wahrsagers macht sich im Portfolio eines Autors besser.

    Die, eine extreme Sogwirkung entfaltende, Handlung teilt sich in mehrere Protagonisten in einer durch und durch digitalisierten und streng hierarchisch gegliederten Welt. Monetäre Potenz zur Erlangung entsprechender technischer Ausstattung, Datensicherheit und Übertragungsgeschwindigkeit sind nur den wenigsten vergönnt und der Rest der Menschheit darf sich mit den Pendants von 56k Modems und Röhrenmonitoren herumschlagen. Höre ich da Zweiklasseninternet?

    Eine Verschwörung mächtiger Eliten im Hintergrund, ein vom Schicksal schwer geprüfter Teenager, dessen Avatar Legende ist, ein zeitreisender Krieger, der obligate und extra undurchsichtige Schurke und Unmengen an kreativen Einfällen bergen beträchtliche Suchtgefahr.

    Allein der Gedanke an eine solche Welt, die in 3 bis 4 Dekädchen in vielen Bereichen die unsere sein könnte und wahrscheinlich auch sein wird, fesselte mich noch nach Beendigung der Lektüre und animierte den Rezensenten zu mancherlei Gedankenexperiment.

    Und dass Literatur es vermag den Funken der Imagination aus dem rein fiktiven in die reale Welt zu tragen und Grundideen spendet, auf deren Fundament weitere Illusionen errichtet werden können, die noch dazu etliche Realitätsbezüge aufweisen, ist bemerkenswert.

    Man mag sich selbst den Gefallen tun und, was nach der Investition von netto mehreren Lebenstagen bei insgesamt über 3000 Seiten für die gesamte Tetralogie auch schon egal ist, nach der Lektüre einen Abgleich der Realität und der von einem selbst imaginierten Zukunft ziehen. Erstaunlich welch Welten sich dabei eröffnen können, so viel Kino im Kopf und noch dazu selbst gemacht. Bestens gedankt sei es dem Herrn Autor.

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    darkchyldes avatar
    darkchyldevor 5 Jahren
    Otherland 1 - Stadt der goldenen Schatten

    Die fast 4000 Seiten lange Cyberspace-Saga „Otherland“ von Tad Williams, aufgeteilt in 4 Bücher, beginnt relativ schleppend und auf den ersten 200 Seiten ohne wirklich erkennbaren Handlungsstrang. Verschiedene Personen werden vorgestellt und bei ihren Erlebnissen begleitet. Ich gebe zu, dass ich versucht war, Band 1 zu diesem Zeitpunkt wieder wegzulegen und das Lesen auf „Irgendwann einmal, aber nicht jetzt!“ zu vertagen. Heute bin ich froh, am Ball geblieben zu sein. Nach dem schleppenden Beginn entwickelt die Otherland-Saga eine faszinierende Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Das komplexe Handlungs- und Figurengerüst sucht Seinesgleichen. 

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine Gruppe unterschiedlichster Personen verschiedenen Alters, verteilt über die ganze Welt. Otherland selbst ist ein geheimer Bereich innerhalb der Virtuellen Realität, ein multidimensionales Universum, errichtet von einer Gruppe mächtiger, alter Männer mit zwielichtigen Motiven. Als auf der ganzen Welt Kinder in ein unweckbares Koma fallen, nachdem sie sich in der Virtuellen Realität aufgehalten haben, machen sich die Helden der Geschichte auf, ihre Freunde oder Familienangehörigen zu retten. In Band 1 gelingt es der Gruppe zunächst, in das geheimnisvolle Otherland-Netzwerk einzudringen. Doch schon bald müssen sie feststellen, dass der Weg hinein wohl doch leichter zu finden war, als der Weg hinaus…

    Tad Williams erzählt die gesamte Geschichte abwechselnd aus der Sicht verschiedener Protagonisten und nutzt den Freiraum, den die virtuellen Welten ihm geben, um immer neue und spannende Schauplätze zu kreieren. Manche Szenen erinnern an Märchen, alte Filme oder Comics, das Wiedererkennen ist durchaus gewollt.
    Kurzum, die Otherland-Saga gehört mit zum eindrucksvollsten, was man sich bei entsprechendem Durchhaltevermögen antun kann, falls man einer intelligenten Verbindung von Science Fiction, Thriller und Fantasy nicht abgeneigt ist. Für mich jedenfalls eine der besten Buchreihen, die ich je gelesen habe!

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    odenwaldcolliess avatar
    odenwaldcolliesvor 5 Jahren
    Erster Teil der Otherland-Saga

    Ich bin bei diesem Buch etwas zwiegespalten: einerseits fasziniert mich wieder der Ideenreichtum des Autors und seine komplexe Erzählweise. Andererseits konnte mich das Thema "Virtelle Realität" nicht so wirklich in seinen Bann ziehen, was auch daran liegt, daß mich VR so gar nicht interessieren. Da haben mir die Bücher über die Großen Schwerter, die in einer altertümlichen Umgebung spielen, deutlich besser gefallen.

    Teilweise haben mich die Beschreibungen der Virtuellen Welten richtiggehend genervt und ich fand sie ziemlich anstrengend. Dann wiederum haben sie mir auch wieder ganz gut gefallen, weil sie sehr detailliert und einzigartig beschrieben waren. Auf jeden Fall hat sich der Autor bei der Beschreibung der einzelnen Welten ziemlich ausgetobt.

    Das Buch besteht aus mehreren Handlungssträngen und Hauptpersonen, die erstmal nichts miteinander zu tun haben und mich als Leser ziemlich lange verwirrt haben, aber allmählich fügt sich das alles zu einem Ganzen zusammen. Das Ende ist ziemlich offen und ich bin froh, daß alle vier Bände bereits erschienen sind und ich nicht lange warten muß mit dem Weiterlesen.

    Auch wenn ich mich schwer tue mit der Virtuellen Realität, werde ich auf jeden Fall den zweiten Band lesen, weil ich wissen möchte, wie es weitergeht.


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    U
    untillnowvor 6 Jahren
    Rezension zu "Otherland 1. Stadt der goldenen Schatten" von Tad Williams

    Grandioser erster Teil des Vierteilers. Am Anfang versteht man noch nicht wirklich, wie die verschiedenen Geschichten zusammenpassen, aber nach und nach fügt sich das. Tad Williams erschafft eine Zukunft, die unter anderem auch auf seinen Nachforschungen beruht. Ob sie wirklich so kommen kann, sei mal dahingestellt. Die Erzählung beginnt in der Realität, verliert sich dann aber immer wieder in virtuellen Welten, nach jedem Kapitel muss man sich fragen: Wo bin ich gerade, weil viele unterschiedliche Geschichten gleichzeitig erzählt werden. Ob das Sinn hat, werde ich noch sehen, schließlich bin ich erst beim dritten Teil. Freue mich aber auf jeden Fall auf den Film

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    Pressestimmen

    »Im Fall von „Otherland“ lässt sich nur mit jedem verstreichenden Jahr am besten erkennen, wie weitsichtig Tad Williams ist.«
    Thomas Klingenmaier, Stuttgarter Zeitung, 11.07.2013

    »Seitdem der amerikanische Schriftsteller Tad Williams seinen „Otherland“-Zyklus publiziert hat, ist im Bereich der literarischen Fantasy nicht mehr wie zuvor.«
    Andreas Platthaus, Stuttgarter Zeitung, 13.07.2013

    Die ultimative Cyberspace-Saga, zugleich Fantasy, Science-Fiction, Thriller und virtuelles Wunderland von Bestsellerautor Tad Williams, dem »Master of Fantasy«

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