Die letzte wahre Geschichte

von Tahmima Anam 
4,0 Sterne bei13 Bewertungen
Die letzte wahre Geschichte
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Caro_Lesemauss avatar

Eine Frau zwischen Tradition und Moderne - und zwischen zwei Männern

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Eine Frau zwischen den Kulturen

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Inhaltsangabe zu "Die letzte wahre Geschichte"

Zubaida, junge Paläontologin aus Bangladesch, trifft in Harvard in dem Amerikaner Elijah ihre große Liebe, heiratet jedoch aus Verpflichtung ihrer Familie und den Traditionen gegenüber ihren Jugendfreund Rashid. Doch bald schon entflieht sie den familiären Zwängen und Rashids Erwartungen. Als sie einige Zeit für eine humanitäre Organisation in den berüchtigten Abwrackwerften von Chittagong arbeitet, trifft sie Elijah wieder – dort, wo Arbeiter unter katastrophalen Bedingungen ihr Leben riskieren, erleben die beiden die leidenschaftliche Erfüllung ihrer Liebe. Und Zubaida, die als Baby adoptiert wurde, stößt ausgerechnet hier auf Spuren ihrer verloren geglaubten Eltern und einer mysteriösen Schwester. Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln muss sie die schwierigste Entscheidung ihres Lebens treffen.
Eine Geschichte von Liebe und Verlust vor dem bewegten Hintergrund der Geschichte Bangladeschs.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783458363255
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:463 Seiten
Verlag:Insel Verlag
Erscheinungsdatum:12.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Caro_Lesemauss avatar
    Caro_Lesemausvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Frau zwischen Tradition und Moderne - und zwischen zwei Männern
    Die Wahl zwischen Tradition und Moderne

    Zubaida stammt ursprünglich aus Bangladesch, zu Beginn des Romanes lebt sie in den USA und studiert Paläontologie. Der weitere Weg ist bereits vorgezeichnet: Seit ihrer Kindheit steht fest, dass sie ihren Jugendfreund Rashid heiraten wird, den Sohn guter Freunde ihrer Adoptiveltern. Kurz bevor sie zu einer lang ersehnten Ausgrabung aufbricht, trifft sie Elijah und verliebt sich Hals über Kopf. Soll sie nun wegen einer Woche Schmetterlinge im Bauch alle anderen Pläne über Bord werfen und ihre Familie bitter enttäuschen? Was nützt ihr eigentlich ihr abgeschlossenes Studium, wenn sie wieder in Bangladesch lebt und mit Rashid verheiratet ist? Und wer sind eigentlich ihre leiblichen Eltern, wo kommt sie her?


    Die Geschichte an sich birgt viel Potential: Eine junge Frau aus einem armen Land, die dort aber in einer eher wohlhabenden Familie aufgewachsen ist, studiert zwar in den USA, ist aber traditionell tief verwurzelt. Es scheint nur natürlich, dass sie irgendwann den vorgegebenen Weg in Frage stellt, so sehr sie auch jahrelang von dessen Richtigkeit überzeugt war. Nach vielen Jahren Eigenständigkeit in den USA soll sie in Bangladesch plötzlich wieder unter ständiger Beobachtung der Familie leben - auch das ist nicht einfach. Und dann ist da noch das Rätsel um ihre wahre Herkunft. Sie weiß, dass ihre Eltern sie adoptiert haben, aber warum sie abgegeben wurde und wer ihre leiblichen Eltern sind, darüber wurde nie gesprochen. In jedem dieser Aspekte zeigt sich schließlich die innere Zerissenheit der Protagonistin, die sich nicht entscheiden kann, ob sie allen Traditionen entsagen soll (was ihre Familie schwer kränken würde), ob sie weiter Fragen stellen und ihre leiblichen Eltern suchen soll (was ihre liebevollen Adoptiveltern traurig macht und irgendwie kränkt) und wie sie als verheiratete bengalische Frau eigentlich ihrem Traumberuf in der Paläontologie weiter nachgehen soll. Diese innere Zerissenheit wurde von der Autorin gut dargestellt, wobei es über die Zeit eher nervig wurde, weil Zubaida so wankelmütig ist und wirklich wichtige Entscheidungen einfach mal wieder umstößt und das ganze Nachgedenke beginnt von vorn. Das hat erhebliche Längen in die Geschichte gebracht, die sich an manchen Stellen einfach nicht fortzubewegen schien.
    Insbesondere am Anfang werden einige kurze Blicke in die Zukunft gestattet und Zubaida wirft mit Namen um sich, deren Bedeutung sich zum Teil erst im letzten Drittel erschließt. Das fand ich für den Einstieg ins Buch unnötig verwirrend, da man sich auf den ersten Seiten zunächst mit den Protagonisten vertraut macht und die zusätzlichen Namen ohne weiteren Zusammenhang störend wirken. 
    Der Roman ist bis auf den Einschub einer anderen Lebensgeschichte, die mit Zubaidas eng verwoben ist, aus ihrer Ich-Perspektive erzählt und liest sich häufig wie ein (sehr langer) Brief, den sie an Elijah richtet - den Mann, den sie in den USA kurz vor ihrer Abreise kennenlernt. Die Liebesgeschichte der beiden mit in der ersten Hälfte so heftig geschilderten Gefühlen konnte ich zunächst überhaupt nicht nachvollziehen und fand es unglaubwürdig. Auch das nervte mich dann zunehmend. Später im Buch treffen sich die beiden wieder und lernen sich eigentlich erst dann richtig kennen - wenn man dann weiß, dass das Buch (bzw. quasi der Brief an Elijah) einige Zeit später verfasst wurde, kann ich die Liebesgefühle schon eher glauben. Aber insbesondere am Anfang wirkte es auf mich sehr überzogen. Die Emotionen konnten sich dementsprechend nicht auf mich übertragen, mit der Protagonistin wurde ich leider nicht warm. Zu Herzen ging mir dann schon eher das Schicksal der Arbeiter in den Abwrackwerften von Chittagong und der kurze Ausflug nach Dubai mit Anwar.
    Das Buch war dann auch mehr Liebes- als Kulturgeschichte. Einige geschichtliche Schlaglichter Bangladeschs und Einblicke in die Kultur werden im Laufe des Romans gewährt, die Wichtung hätte ich mir aber anders herum gewünscht. Ich bin allerdings auch kein Liebesromanleser, also vielleicht einfach nicht die richtige Zielgruppe. 

    Fazit:
    Das Buch hat Unterhaltungswert und bietet grundlegende Einblicke in die Kultur Bangladeschs. Schriftstellerisch konnte es mich nicht vollständig überzeugen - zu viele Längen mit zu vielen nicht nachvollziehbaren Abschweifungen Zubaidas und immer wieder betonte Emotionen, die mich dennoch nicht erreichen konnten. Das war leider nicht "mein Buch".

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    Annafriedas avatar
    Annafriedavor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Frau zwischen den Kulturen
    Auf der Suche

    Das ist die Geschichte von Zubaida aus Bangladesch, die als Baby von einer wohlhabenden Familie adoptiert wurde. Sie hatte die Möglichkeit in den USA zu studieren und Ausgrabungen zu machen. Sie lernt Elijah kennen und sie verlieben sich ineinander. Trotzdem beugt Zubaida sich dem Willen der Familie und kehrt nach Bangladesch zurück, um einen Jungen zu heiraten, dem sie versprochen war. Doch schon kurz nach der Hochzeit bereut sie es. Ihr Mann hat große Anforderungen, denen sie sich nicht gewachsen fühlt. Da bietet sich ihr die MögMöglichleit für eine Nichtregierungsorganisation zu arbeiten. Ihr Weg führt sie zu den Abwrackwerften in Chittagong, wo unter schlimmsten Bedingungen gearbeitet wird. Hier ist ein Menschenleben nicht viel wert. 

    Zubaida kann Elijah nicht vergessen und sie trifft ihn auch wieder.
    Außerdem ist sie auf der Suche nach ihren Wurzeln.

    Diese Geschichte ist eine Gradwanderung zwischen den Kulturen. Sie zweigt auf, wie schwer es sein kann, zwischen Tradition und Moderne zu leben. Sie gewährt uns einen Einblick in das Leben der Ärmsten: die Ausbeutung, das Elend und die Macht der Oberschicht. 
    Sehr intensiv und sprachgewaltig führt uns die Autorin durch die Lebensgeschichte von Zubaida. Man erfährt viel über eine uns fremde Kultur. Das habe ich als sehr bereichernd empfunden. Auch der Erzählstil hat mir gefallen und besonders auch die Perspektive. 
    Leider gab es aber auch Strecken, die ich eher als zäh empfunden habe, ein bisschen Straffung hätte in meinen Augen manchmal gut getan.
    Dennoch eine wunderbare Geschichte, die ich gerne gelesen habe und ich kann sie weiterempfehlen. Sie ist außergewöhnlich.

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    grit0707s avatar
    grit0707vor 6 Monaten
    "Die letzte wahre Geschichte" - Erzählung über das Leben in einer anderen Kultur

    Klappentext:
    Zubaida, junge Paläontologin aus Bangladesch, trifft in Harvard in dem Amerikaner Elijah ihre große Liebe, heiratet jedoch aus Verpflichtung ihrer Familie und den Traditionen gegenüber ihren Jugendfreund Rashid. Doch bald schon entflieht sie den familiären Zwängen und Rashids Erwartungen. Als sie einige Zeit für eine humanitäre Organisation in den berüchtigten Abwrackwerften von Chittagong arbeitet, trifft sie Elijah wieder – dort, wo Arbeiter unter katastrophalen Bedingungen ihr Leben riskieren, erleben die beiden die leidenschaftliche Erfüllung ihrer Liebe. Und Zubaida, die als Baby adoptiert wurde, stößt ausgerechnet hier auf Spuren ihrer verloren geglaubten Eltern und einer mysteriösen Schwester. Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln muss sie die schwierigste Entscheidung ihres Lebens treffen.Eine Geschichte von Liebe und Verlust vor dem bewegten Hintergrund der Geschichte Bangladeschs.

    Meine Meinung:
    Ich wollte die Geschichte von Zubaida gerne lesen, da ich immer neugierig auf andere Kulturen bin, die der unseren so gar nicht gleichen. Ich fand es interessant, dass die Hauptprotagonistin beruflich so engagiert ist und das Leben als Frau in einer bestimmten Tradition ebenfalls ihren Tribut fordert. Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt ist, spürt man die Zerrissenheit von Zubaida sehr deutlich. Im Laufe der Geschichte gibt es viele Informationen über die Traditionen und die Lebensart in Bangladesch. Vieles war mir bisher fremd und ich fand es interessant. Allerdings hat mir insgesamt etwas Spannung gefehlt und es gab einige Längen. Auch die zeitlichen Abschnitte brachten mich teilweise etwas durcheinander. Das hätte die Autorin besser lösen können. Alles in allem fand ich das Buch aber lesenswert.

    Mein Fazit:
    Wer etwas über andere Kulturen erfahren möchte, für den ist das Buch richtig. Das Buch ist kein Roman über Liebe und Leidenschaft, sondern eher eine Erzählung, die viele Themen des Lebens in einer anderen Kultur anschneidet, die uns hier nicht bekannt sind.

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    Lesefreudes avatar
    Lesefreudevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Schöne Literatur!
    Schöne Literatur!

    Die letzte wahre Geschichte... Der Titel hat mich ganz schön neugierig gemacht muss ich sagen. Was ist denn nun die letzte WAHRE Geschichte? Waren alle Geschichten davor etwa gelogen? 

    Also  bin ich voller Spannung an das Buch rangegangen und wurde von wunderbarer Literatur überrascht.
    Die Autorin Tahmima Anam hat eine so blumige Sprache, dass man sich trotz des Erzählerstils, das gelesene vorstellen konnte als wäre man anwesend.
    Ich muss sagen, ich war am Ende des Buches etwas traurig. Die ganze Geschichte hat mich traurig gemacht. So viel Schmerz der dort erzählt wird, so viel unerfüllte Wünsche und Liebe... Da kann man nur traurig werden, wenn man sich vorstellt, dass so die Welt aussieht. 
    In dem ganzen Buch durchläuft man eine lange Zeitspanne der Protagonistin. Aber grade das fand ich super, denn man erfährt über viele Jahre ihres Lebens Details und nicht nur über eine kleine Zeitspanne. 
    Zwischendurch musste ich das Buch aber tatsächlich mal auf die Seite legen und erst ein etwas leichteres zur Hand nehmen. Auch hat mich Zubaida sauer gemacht. Es hat mich sauer gemacht, dass sie sich in allem so unschlüssig war, dass sie viele Menschen mit ihrem Tun verletzt und es noch nichtmal gemerkt hat. Da habe ich aber an mein eigenes Leben gedacht und mir ist bewusst geworden, so etwas passiert sehr schnell. Das hat mich dann noch mehr traurig gemacht ;)

    Ich bin wirklich sehr froh, dass ich das Buch lesen durfte! Es ist wie oben schon genannt wunderbare Literatur und ich werde es in jedem Fall noch einmal zur Hand nehmen, nachdem ich es etwas hab sacken lassen. 

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    Waschbaerinvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Über die Schwierigkeit in 2 Kulturkreisen zu Hause zu sein.
    Auf der Suche nach der eigenen Identität

    In der Vergangenheit habe ich schon viele schöne Bücher vom Insel Verlag gelesen. Nun schloss sich mit dem Roman "Die letzte Wahre Geschichte" von Tahmima Anam erneut ein außergewöhnlicher Roman an.

    Dieses Buch der Kategorie "Schöne Literatur" hat wirklich alles, was mir ein Roman bieten muss. Zuerst erwarte ich eine gute und ausgefeilte - in diesem Fall ist es ein blumige - Sprache. Dazu eine interessante Handlung und was für mich ebenfalls von Bedeutung ist: Das Gelesene muss meinem Denken Weite und Nahrung geben. All das finde ich in dem vorligenden Buch. 

    Erzählt wird das Leben der Paläontologin Zubaida aus Bangladesch. Verbinden wir dieses Land allgemein mit Armut, so hatte sie das Glück, als Adoptivkind in einer wohlhabenden Familie - die es auch dort gibt - aufzuwachsen und in den USA studieren zu dürfen. Sie führt ein Leben zwischen zwei völlig unerschiedlichen Welten. Schon lange ist für sie klar, dass sie ihren Jugendfreund heiraten und ein traditionelles Leben führen wird. Doch was nicht geplant war ist, dass sie sich in den USA Hals über Kopf in den Amerikaner Elijahr verliebt und eine wunderbare Zeit mit ihm verlebt. Trotzdem geht sie aus Loyalität zurück nach Bangladesch und heiratet. Doch schon wenige Tage nach der Trauung weiß sie, diese Eheschließung war ein Fehler. Obwohl die geplante Eheschließung ihrer Beziehung mit Elijahr ein Ende setzte, versprachen sie sich beim Abschied, mit Hilfe der modernen Technik immer wieder persönliche Botschaften zu schicken, was ihre Verbindung nie ganz abreißen lässt.

    Seite 142: "In diesem Augenblick musste ich an das zurückdenken, was du mir über das Verlangen der Seele gesagt hattes, Elijah. Über die Einsamkeit, immer im eigenen Körper gefangen zu sein, während der Geist doch nichts mehr will als Gemeinschaft."

    Wir erleben die Aufs und Abs in Zubaidas Alltag. Ihre Mutter kämpft für die Rechte von vergewaltigten Frauen, zieht sogar für deren Rechte vor Gericht - doch Zubaida wirkt seltsam gleichgültig angesichts des Leides ihres Volkes.

    Die Autorin entführt uns in den Luxus der Oberschicht des Landes als auch in die bitterste Armut der dortigen Menschen, die nicht einmal lesen und schreiben können. Vor unseren Augen entfaltet sich auf der einen Seite die Schönheit des Landes und großer Reichtum der Oberschicht, als auch das schreckliche Bild der Wertlosigkeit eines Menschenlebens. Wer jetzt an die guten Armen denkt, die sich gegenseitig helfen, ist im Irrtum.  So wie reiche Bewohner von Bangladesch ihre Landsleute in den Fabriken oder beim Abwracken ausgemusterter Schiffe ausbeuten, so betrügen die Armen des Landes, ohne eine Spur von schlechtem Gewissen oder Mitgefühl diejenigen, die noch schwächer sind als sie selbst.

    Den größten Teil der Handlung lesen wir aus der Sicht von Zubaida und sehen die handelnden Personen mit ihren Augen. Das Ende des Romans ist offen und lässt der Phantasie des Lesers viel Raum.

    Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt und ich wollte es nicht aus der Hand legen weil es für mich alles vereinbart, was ich von "Schöner Literatur" erwarte.


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    MilaWvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein unromantischer und streckenweise anstrengender Einblick in das Leben einer Frau zwischen den Welten.
    Zwischen den Welten

    Zubaida ist eine "Amphibie", ein Mensch, der zwischen den Welten steht. Ein Waisenkind, das seine Herkunft nicht kennt, aufgewachsen in Bangladesh und als Studentin in die USA gekommen. Zubaida kehrt nach Bangladesh zurück, um ihren Jugendfreund zu heiraten und kann doch einen anderen Mann nicht vergessen.

    Es ist schwer, den Inhalt zusammen zu fassen. Es geht nicht, wie im Klappentext irreführenderweise angedeutet, nur um die Liebesgeschichte von Zubaida. Die Autorin führt ihre Leser zu einer Studentenwohnung in den USA, einer Ausgrabungsstätte in der Wüste, in die Villa einer reichen Familie in Bangladesh, zu einem Strand, wo unter schlimmsten Bedingungen Schiffe zerlegt werden, zu einer Baustelle nach Dubai, zu einer Bauernfamilie, in die Slums… Das alles ist sehr atmosphärisch und kunstvoll beschrieben, wenn auch ab und an langatmig. Man besichtigt viele verschiedene Orte und bekommt viele Eindrücke des Lebens in verschiedenen Situationen, die man selbst verbinden muss. Dadurch wird man sehr stark zum Mitdenken und Mitfühlen angeregt.

    Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass die Handlung etwas weniger bedeutungsschwer und bedrückend wäre. Es werden etwas zu viele tiefgründige Themen angeschnitten. So gestaltet sich die Lektüre ziemlich zäh und man muss lange auf den Happen herumkauen. Trotzdem empfand ich die Lektüre als bereichernd und einen spannenden und realistischen Einblick in ein Land, von dem man in Deutschland eher wenig erfährt. Ein unromantischer und streckenweise anstrengender Einblick in das Leben einer Frau zwischen den Welten, der zum Nachdenken anregt. Leider weckt der Klappentext falsche Erwartungen nach einer romantischen Liebesgeschichte.

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    Bella5s avatar
    Bella5vor 7 Monaten
    Eine wunderbarer Roman

    „Die letzte wahre Geschichte“ ist ein ganz besonderes Buch. Ich konnte durch die Lektüre meinen Horizont erweitern, etwas über die Historie und Kultur Südasiens lernen. Gleichzeitig wurde ich gut unterhalten.

     

    Worum geht’s ?  

     

    Zubaida Haque aus Bangladesch, ein Adoptivkind, hat Glück: Sie kann an der Eliteuniversität Harvard in den USA Paläontologie studieren.

    Sie verliebt sich dort in Elijah. Doch sie ist bereits einem anderen Mann versprochen – ihrem Schulfreund Rashid. Um die Familie nicht zu enttäuschen, beugt sich die junge Frau den Traditionen und heiratet Rashid. Ihre große Liebe Elijah scheint vergessen…

    Doch der Freigeist wird mit Rashid nicht glücklich, zu groß sind sind  die Ansprüche und Erwartungen des Ehemanns. Zubaida sucht einen Ausweg, und die Arbeit für eine Nichtregierungsorganisation  eröffnet ihr neue Perspektiven. Die Lebensbedingungen in den Abwrackwerften von Chittagong sind  schrecklich und das Elend ist groß; Zubaida möchte mit ihrem Engagement  die Not  der Arbeiter lindern, sie konzentriert sich völlig auf ihre neue Aufgabe. Doch  ganz unverhofft trifft sie wieder auf die Liebe ihres Lebens – Elijah!

    Eigentlich könnte man als Leser ein happy ending erwarten. Doch die junge Akademikerin kann die traumatische Erfahrung des Verlustes nicht verwinden, wieso lebte sie nicht bei Blutsverwandten? Schon bald muss Zubaida eine Entscheidung treffen, als sie auf Spuren ihrer eigentlichen Familie stößt…

     

    „Die letzte wahre Geschichte“ ist ein wunderbarer Roman, den ich gerne gelesen habe. Ich mochte besonders die Erzählperspektive, die Stimme der Ich – Erzählerin ließ mich unmittelbar an den Gefühlen und Gedanken der Protagonistin teilhaben.

    Das Thema der Erzählung ist so neu nicht – ein Leben zwischen zwei Welten ist in der Literatur schon oft behandelt worden. Dennoch gelang es der Erzählerin, mir die innere Zerrissenheit ihrer Heldin, die ein Leben zwischen Tradition und Moderne lebt und eigentlich ein bikulturelles Dasein führt, begreiflich zu machen. In der heutigen Welt sind hybride Identitäten nichts Besonderes mehr. Bei Zubaida kommt ein weiterer Faktor hinzu – als Adoptivkind fühlt sie sich manchmal verloren, die Sehnsucht nach ihren wahren Wurzeln trägt zusätzlich zu ihrer Identitätskrise bei, auch wenn die Geschichte streng genommen auch ohne dieses Erzählelement funktioniert hätte.

    Ich bin mir sicher, dass die Autorin, die ein Leben als Kosmopolitin führt, eigene Erfahrungen in der „ letzte[n] wahre Geschichte“ fiktionalisiert hat. Dadurch wirkt die Erzählung nicht blutleer, sondern spannend und authentisch, auch wenn es natürlich keine Autobiographie ist. Hie und da  hätte die story aber eine Straffung vertragen können. Trotzdem konnte ich „Die letzte wahre Geschichte“ von Tahmima Anam kaum aus der Hand  legen.

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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Eine unglaubliche Sprache!
    Liebe über Kontinente

    Zubaida Haque ist Paläontologiestudentin in Amerika. Sie hat einen der heiß begehrten wenigen Plätze bei der Ausgrabung eines fossilen Wals in Pakistan ergattert, einem sagenumwobenen Urzeitwesen. Doch eine Woche bevor Sie zu der Grabstätte aufbricht, um anschließend in ihrem Heimatland Bangladesh ihren Schul- und Jugendfreund zu heiraten, lernt Zubaida den Amerikaner Elijah kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick, von beiden Seiten. Sie sind "verzweifelt ineinander verliebt", aber keiner macht einen wirklichen Schritt auf den anderen zu. Zubaida muss Ihre Grabungen vorzeitig abbrechen, bleibt aber mit Elijah in Kontakt bis sie sich endgültig entschließt Rashid zu heiraten. Mit Hilfe einer Freundin kann sie sich in Chittagong, wo es die bekannten Abwrackwerften gibt, einer NGO anschließen und deren Arbeit unterstützen. Dort trifft sie auch Elijah wieder und bekommt damit eine zweite Chance.
    Was vielleicht kitschig und abgeklatscht klingt, ist alles andere als das. Dieses Buch liest sich wie ein sehr langer Brief an Elijah, in dem Zubaida ihm alles offenbart: Ihre Ängste, ihre Wünsche, Ihre Gefühle. Der Text ist in der zweiten Person Singular gehalten, wodurch man sich als Leser direkt angesprochen fühlt. Tahmima Anams Sprache ist beeindruckend, tiefgreifend und manchmal auch bedrückend. Sie verzerrt nichts, ist offen, spricht alles aus, auch wenn sie es ihrer Familie verschweigt, reflektiert und man kann die schiere Verzweiflung, die die Protagonistin immer wieder überkommt, nahezu körperlich empfinden. Tahmima Anam sticht auf die eigenen Emotionen ein, denn das Leben der Abwracker ist härter als alles, was man hier in Deutschland so kennt: miese Arbeitsbedingungen, zu wenig Schlaf, schlechte Bezahlung, ein lebensgefährlicher Job, der nicht wenige das Leben kostet.
    Manchmal musste ich aufhören zu lesen, weil es zu viel war und doch berührt dieses Buch wirklich stark und ist gleichzeitig eine tolle Liebesgeschichte, die ich so gar nicht erwartet habe.

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    Sigrid1vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Zubaida Haque erzählt ihre Lebens-Liebesgeschichte.
    Sie muss sich entscheiden...

    Dieses Buch beinhaltet die Geschichte von Zubaida Haque, von ihr selbst erzählt. Die 458 Seiten sind wirklich mit vielen Informationen gefüllt. Die junge Frau erzählt hier ihre Lebens- und Liebesgeschichte und zwar als Bericht an den Amerikaner Elijah. Um ihm so ihre Entscheidungen zu erklären. Ich war zu Anfang der Geschichtes ziemlich erschlagen von der Art der Erzählung. Es wird ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her gesprungen. Ich musste mich schon sehr konzentrieren, um immer die Fakten richtig zu ordnen. Aber nach einer Weile hatte ich mich an den Schreibstil gewöhnt und konnte der Erzählung gut folgen. Es ist sehr interessant zu lesen, eine für mich unbekannte Welt. Die Entscheidungen von Zubaida konnte ich aus meiner Sicht nicht immer nachvollziehen. Aber das liegt natürlich an den verschiedenen Kulturen und ihren unterschiedlichen Werten. Ich fand es sehr spannend, über das Leben in Bangladesch zu lesen. Es ist schon eine andere Welt - alleine die Beschreibung der Abwrackwerften waren ziemlich schockierend. Das Zubaida zwischen den Welten hin- und hergerissen ist, kann ich nach der Lektüre gut verstehen. Die Verwicklungen in dem Buch sind sehr gut beschrieben. Die Lebensgeschichte von Zubaida ist ja echt seltsam. Und vor allem, wie sich alles aufklärt. Auf eine sehr sonderbare Art und Weise löst sich das Rätsel um ihre Herkunft auf. Hier spielt das Schicksal wirklich eine große Rolle. Man fiebert beim Lesen mit und manchmal möchte man selber ins Geschehen eingreifen. Es ist erschütternd zu lesen und gleichzeitig voller Ereignisse, die doch etwas Mut machen. Die Geschichte ist lesenswert und das Ende ist eigentlich ein neuer Anfang. Und auch wenn ich es nicht gedacht habe, ich hatte das Buch sehr schnell zuende gelesen. Ein schönes Buch für einige interessante Lesestunden und voller Überraschungen. Ich kann es nur weiter empfehlen. Einfach auf die Geschichte einlassen und man wird es nicht bereuen.

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    otegamis avatar
    otegamivor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Viel interessanter Stoff, leider zu langatmig erzählt.
    Die Zerrissenheit der Protagonistin als all umfassendes Thema

    'Welch ein Stoff – so viel Zündstoff', dachte ich mir, als ich den Klappentext las.

    Und Zündstoff bot die Geschichte: Diese Zerrissenheit der Protagonistin (Zubaida) zwischen moderner Welt (USA) und traditioneller Welt (Bangladesch), zwischen hochinteressanter Berufstätigkeit als Paläontologin und einem Leben nach den traditionellen Erwartungen als Ehefrau, zwischen neuer prickelnder Liebe und Eheleben mit einem vertrauten langjährigen Jugendfreund

    und nicht zu vergessen: ihre Zerrissenheit zwischen der Liebe und Dankbarkeit gegenüber ihren Adoptiveltern und dem Wissen-wollen ihrer Herkunft.

    Und doch hatte ich mir von der Umsetzung mehr versprochen! Die Geschichte zog sich, hatte unnötige Längen und Spannung wurde teilweise durch Mittel erzeugt (da wurde in die Zukunft geschaut, und man wusste nicht, wer z.B. mit 'Diana', 'Grace' oder 'Anwar' gemeint war), die mich nur nervten. Und dann das 'Rumgeeiere' von Zubaida!!!! Furchtbar!!!

    Ja, ich lernte einige Traditionen von Bangladesch kennen (z.B. in Verbindung mit Hochzeit), die mich auch begeisterten und auf die ich auch neugierig gewesen war, und den Umgang mit Kriegsverbrechern (nämlich erst späte Bestrafung). Ich erfuhr außerdem, wie es Bauarbeitern in Dubai geht und wie einfache Arbeiter beim Abwracken auf dem Schiffsfriedhof in Chittagong ausgebeutet werden.

    Insgesamt finde ich es jedoch jammerschade: so eine große Fleißaufgabe beim Schreiben und dann erfüllt es nicht meine Erwartungen. Ich kann leider nur 3 Sterne geben!


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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Insel_Verlags avatar

    Eine Geschichte von Liebe und Verlust

    Nach ihren beiden Romanen Im Namen meiner Kinder und Mein fremder Bruder taucht Tahmima Anam nun in Die letzte wahre Geschichte ein weiteres Mal in die bewegte Geschichte Bangladeschs ein – und wir verlosen 20 Exemplare ihrer mitreißenden Erzählung von Liebe und Verlust.

    »Ein Leben in zwei gegensätzlichen Welten. Anams Charakterstudie nimmt ihre Leser von der ersten Seite an gefangen.« Publishers Weekly


    Worum geht’s genau?
    Zubaida, junge Paläontologin aus Bangladesch, trifft in Harvard in dem Amerikaner Elijah ihre große Liebe, heiratet jedoch aus Verpflichtung ihrer Familie und den Traditionen gegenüber ihren Jugendfreund Rashid. Doch bald schon entflieht sie den familiären Zwängen und Rashids Erwartungen. Als sie einige Zeit für eine humanitäre Organisation in den berüchtigten Abwrackwerften von Chittagong arbeitet, trifft sie Elijah wieder – dort, wo Arbeiter unter katastrophalen Bedingungen ihr Leben riskieren, erleben die beiden die leidenschaftliche Erfüllung ihrer Liebe. Und Zubaida, die als Baby adoptiert wurde, stößt ausgerechnet hier auf Spuren ihrer verloren geglaubten Eltern und einer mysteriösen Schwester. Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln muss sie die schwierigste Entscheidung ihres Lebens treffen.

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    Über die Autorin: Tahmima Anam wurde 1975 in Dhaka in Bangladesch geboren und wuchs in Paris, New York und Bangkok auf. Sie studierte an der Harvard University. Ihr Debütroman »Zeit der Verheißungen« war ein großer internationaler Erfolg. Anam lebt in London.
    Caro_Lesemauss avatar
    Letzter Beitrag von  Caro_Lesemausvor 5 Monaten
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