Auf den ersten Blick ist es eine faszinierende Zukunftsvision, die die Erzählerin hier entwirft. Wer träumt nicht davon, den Alterungsprozess aufzuhalten und ein sehr langes Leben zu leben. Aber die Gesellschaft, in der so etwas möglich wird, hat Nebenwirkungen. Dass eine Frau über ihre Schwangerschaft von einer Toiletten-KI informiert wird, mag man noch lustig finden. Aber wenn man dann liest, dass man eine behördliche Genehmigung benötigt, um ein Kind zu bekommen, dann beschleicht den Leser doch ein ungutes Gefühl - und er ahnt, dass mit dieser Gesellschaft etwas nicht stimmt. Da die Geschichte im 23. Jahrhundert spielt, finde ich es absolut passend, dass sie die zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels mit einarbeitet. Sie weist nicht eigens darauf hin, sondern nimmt sie als gegeben. Dadurch bekommt dieses Thema eine beklemmende Durchschlagskraft.
Tala T. Alsted erzählt in einem angenehm flüssigen Stil eine spannende Geschichte, die man nicht aus der Hand legen möchte. Absolute Leseempfehlung.














