Timey ist vierzehn und bereit, das Leben in L.A. so richtig zu genießen. Wir schreiben das Jahr 1981 und alles ist groß, bunt und schrill. Auf ihrer Reise des Erwachsenwerdens dreht sie sich im Kreis, reißt aus, nimmt Drogen und tanzt nachts auf dem Highway – ein Leben in Sekunden, in einem einzigen Moment, ohne Anfang oder Ende.
Tamar Halpern hat mit diesem sehr ungewöhnlichen Roman ein schrilles, schräges und lebhaftes Porträt eines Jahrzehnts des Aufbruchs und der Fragen gezeichnet – all das durch die Augen eines launischen und sehr lebendigen Teenie-Mädchens, das auf der Schwelle zur jungen Erwachsenen jede Party, jeden Joint und absolut jede dumme Idee mitmacht, rebelliert und hinterfragt, dann trotzdem mit dem Kopf gegen die Wand rennt und sich dem Kreislauf des jung-und-wütend-Seins anschließt.
Mit einem chaotischen, sprunghaften Schreibstil folgen wir Timey durch L.A., wohin, das weiß sie selbst nicht so genau. An ihrer Seite wird diese vergangene, mittlerweile legendäre Zeit sehr lebendig, schrill und laut ist dieses Buch, mit Worten und Bildern. Ist es nun ein Jugendbuch? Wohl eher nicht, auch wenn Jugendliche dieses Buch bestimmt auch faszinierend finden würden. Die Geschichte hat keinen richtigen Handlungsbogen, sie ist viel eher eine Aneinanderreihung von Momentaufnahmen, die ein vergangenes Lebensgefühl widerspiegeln und keine andere Botschaft vermitteln, als sich in eine andere Zeit zu versetzen.
Dieses Buch kann anstrengen, tierisch nerven, zum Lachen bringen und Ohrwürmer verpassen, wer Coming-of-Age erwartet, wird es womöglich hassen, andere wird es vielleicht unterhalten, aber so richtig schlau draus werden wird man wohl nie. Auf jeden Fall ist es eine chaotisch-gelungene Anleitung: How to 80s, im Guten wie im Schlechten.




