Tamara Bos Papa, hörst du mich?

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Inhaltsangabe zu „Papa, hörst du mich?“ von Tamara Bos

Tamara Bos hat für dieses schwere Thema eine leichte Sprache gefunden, die nicht naiv oder betulich, dafür aber kindlich, an den richtigen Stellen auch wunderbar trotzig und dadurch unmittelbar und schmerzhaft schön ist. Polle und sein Vater waren leidenschaftliche Stratego-Spieler – diesen Spieleklassiker nutzte der Vater auch, um seinem Kleinen die Krankheit zu erklären. Annemarie van Haeringen greift ihn in ihren zarten, pointierten Illustrationen auf, und zusammen mit der Geschichte wird deutlich: Es braucht wenig, um viel zu zeigen! Hört er mich noch, der geliebte Mensch, wenn er tot ist? Hört er mich noch? Für den kleinen Polle am Bett seines nach langer Krankheit gestorbenen Vaters lautet die unerschütterliche Antwort: JA! Und so spricht er weiterhin mit ihm. Erzählt ihm alles, was zuhause rund um die Beerdigung geschieht – mit ihm, mit Mama, mit seinem Bruder und dem Leben. Er erzählt davon, was bleibt, was sich verändert und was so unendlich wehtut und dennoch nicht ohne Hoffnung ist.

Für diese tolle Darstellung eines Jungen, der über den Tod und die Trauer hinausschauen kann, vergebe ich sehr gerne 5 Sterne!

— merlin78
merlin78

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  • Ein wunderbares poetisches Buch

    Papa, hörst du mich?
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    12. January 2015 um 11:56

    Wenn ein geliebter Mensch stirbt, ist das immer ein gravierender Einschnitt im Leben. Erst recht, wenn einem kleinen Kind plötzlich und unerwartet ein Elternteil genommen wird.   Der siebenjährige Polle hat das erlebt. Nachdem sein Vater einige Zeit im Krankenhaus wegen seiner Krebskrankheit behandelt wurde, stirbt er bald in einem Krankenbett, das im Wohnzimmer aufgestellt wurde.   In einer für dieses schwere Thema wunderbar leichten Sprache lässt Tamara Bos den kleinen Polle mit seinem toten Vater ins Gespräch kommen. Es ist ein Monolog, doch Olle stört es offenbar nicht, dass sein Vater nicht mehr antworten kann. Überzeugt davon, dass sein Papa ihn hören kann, spricht er zu ihm über die Dinge, die geschehen. Die Nacht, als er gestorben ist, die Aufbahrung, die Bestattung. Und er erinnert sich an gemeinsam Erlebtes, auch über den letztlich tödlichen Verlauf der Krankheit.   Tamaro Bos trifft die Sprache eine Siebenjährigen perfekt, und hat für alles einen Platz: für Trauer  und Trotz, doch auch Dankbarkeit und kindliche Neugier, und immer wieder die wunderbare authentische Poesie eines noch jungen Geistes.  Annemarie van Haeringen hat mit Elementen des Spiels Stratego, das Polle so gerne mit seinem Vater spielte, das Buch kongenial illustriert. Und am Ende sagt Polle: „Du bist nicht mehr da Jetzt ist es wirklich so. In dem Moment, als ich unser Haus betrat, wusste ich es. Papa, du bist weg, wirklich weg. Nie mehr dein fröhliches Lachen. Nie mehr dein Atmen. Nie mehr das Summen von deinem  Bett. Du bist jetzt wirklich verschwunden. (…)   Zum Glück  können wir noch miteinander reden. Auch wenn du nichts mehr zurücksagst. Ich rede weiter mit dir.   Um dir zu erzählen, was so passiert. Und alles, was passiert ist. Denn du bleibst immer mein Papa. Und ich weiß, dass du mich hörst.“   Ein wunderbares poetisches Buch, das zu Recht für den Deutschen Jugendliteraturpreis  nominiert war.  

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  • Ein großartiges Kinderbuch!

    Papa, hörst du mich?
    merlin78

    merlin78

    Der kleine Polle nimmt Abschied von seinem Vater und erzählt ihm alles, was ihn bewegt. Polle und sein Vater waren schon immer leidenschaftliche Stratego-Spieler und dieses Spiel nimmt sein Vater als Basis, dem kleinen Jungen die Krankheit zu erklären, unter der er selbst leidet. Doch in letzter Zeit ist es immer schlimmer geworden, bis plötzlich der Tag da ist, dass sein Papa gestorben ist. Dennoch bleibt Polle an der Seite seines Vaters und berichtet ihm alles, was um sie herum geschieht. Außerdem erzählt er seinem Vater von den Dingen, die sie zusammen erlebt haben und wie sehr er sich immer auf ihn verlassen konnte. Sein Vater, sein Freund. Doch jetzt ist er tot, aber Polle glaubt weiterhin, dass er ihm alles erzählen kann. Und so will er es auch beibehalten. Für ihn und seine Mutter lebt Vater nun auf einer Wolke und schaut auf sie herunter. Vielleicht passt er sogar auf sie auf? Von blauen und roten Soldaten-Karikaturen aus dem Stratego-Spiel begleitet, wird hier eine sehr einfühlsame und nachdenkliche Kindergeschichte beschrieben, die auch den erwachsenen Leser zu Tränen rührt. Mit genau den richtigen Worten, die weder naiv noch allzu kindlich wirken, wird hier ein schweres Thema dargestellt, dass sich nicht einfach weglesen lässt. Ein Junge verliert seinen Vater. Viel zu früh und nach langer Krankheit wird er aus dem Leben gerissen und alles um Polle herum verändert sich. Die Menschen gehen anders mit ihm um und das Kind versteht es gar nicht. Warum ist die Lehrerin so traurig, wenn sie ihn anschaut? Und warum weinen seine Mutter und der große Bruder ständig? Warum kommen jetzt alle vorbei und bringen Blumen mit? Auf den 41 Seiten, die von den kleinen roten und blauen Soldaten-Zeichnungen begleitet werden, werden die Gefühlswelt und die Verständnislosigkeit des Kindes wunderbar eingefangen. Obwohl er noch so jung ist, scheint er weniger unter Trauer zu leiden, als viel mehr Freude für seinen Vater zu empfinden, der nun keine Schmerzen mehr zu leiden hat. Außerdem kann dieser Junge fest daran glauben, dass sein Vater auch weiterhin in seiner Nähe ist und ihn verstehen wird. Dieser feste Glauben macht aus diesem Jungen einen wahren Helden. Fazit: Nicht unbedingt für die Jüngsten, aber spätestens ab dem Zeitpunkt des selbstständigen Lesens, ist dieses Buch eine wunderbare Begleitung, die es einfach verdient, gelesen zu werden. Hier ist nicht alles schwarz weiß, sondern auch die farbigen Elemente wie Freude, Hoffnung und Zuversicht, werden ideal in Szene gesetzt. Durch Polle wird deutlich, dass der Tod nicht unbedingt etwas Schlechtes ist und wir weiterhin an den Menschen, den wir verloren haben, denken und auch mit ihm sprechen können. Für diese tolle Darstellung eines Jungen, der über den Tod und die Trauer hinausschauen kann, vergebe ich sehr gerne 5 von 5 Sternen.

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