Rezension
„Rock in Peace - Musikdrama“
von Tamara Leonhard
Ich habe das E-Book als Testleseexemplar von der Autorin erhalten und danke Tamara Leonhard von Herzen für ihr Vertrauen. Es ehrt mich sehr, dass ich bei der Leserunde teilnehmen durfte!
Zum Inhalt:
Erik Neuhaus, charismatischer und talentierter Leadgitarrist einer aufstrebenden Punkrockband, wird durch einen tragischen Unfall aus dem Leben gerissen. Zurück lässt er seine jüngere Schwester, seine Eltern, seine Bandkollegen, seinen besten Freund sowie ein großes, musikalisches Erbe.
Im Mittelpunkt steht Simon „Sibi“ Biehler, nicht nur ebendieser beste Freund des verunfallten Erik, sondern auch Frontmann und Leadsänger der gemeinsamen Band EXIT SixTwenty.
Allmählich rollt sich im Zuge der Handlung die Geschichte der Freundschaft zwischen Sibi und Erik sowie die Entstehung der Band auf, wobei Sibis Empfinden und Erleben thematisch im Vordergrund stehen.
Mit Juli, Eriks Schwester, scheint Sibi eine Seelenverwandte in seiner Trauer gefunden zu haben. Beim Lesen hoffte ich, dass die beiden sich gegenseitig Kraft schenken könnten, während Eriks Beerdigung im heimischen Saarland vorbereitet wird.
Doch etwas völlig Unvorhergesehenes geschieht. Sibi kehrt allein mit seinen Dämonen, die ihn innerlich schier auffressen, nach Berlin zu den Scherben seines Musikerlebens zurück ...
Fazit:
So geht Selfpublishing! Ich finde das Buch handwerklich perfekt, tolles Cover, eindrucksvolle Illustrationen und moderne Kapitelzierden, dazu keine störenden Wortwiederholungen.
Das Buch ist in drei Abschnitte aufgeteilt, bei denen ich das Gefühl hatte, dass die verschiedenen Phasen der Trauer widergespiegelt werden.
Da eine erfolgreiche Band in der Öffentlichkeit steht, finden sich auch wiederkehrend Online-Artikel eines scheinbar professionellen Musikjournals Einzug, gekoppelt mit exemplarischen Kommentaren der Fans.
Obgleich eine Punkrockband etwas sehr Extrovertiertes ist, ist der Grundtenor des Romans das Gegenteil, da er sich hauptsächlich mit Sibis Trauerarbeit beschäftigt.
Zu Anfang der Geschichte fühlte ich mich noch nicht zu 100 Prozent abgeholt, da ich die Erzählung zunächst eher distanziert empfand. Bewusst schreibe ich „noch“. Denn je weiter ich las, umso mehr wurde ich in die Handlung gesogen. Ich habe mit Sibi mitgelitten und mich ab und an ertappt, dass ich überlegte, wie ich selbst ihm helfen könnte.
(Achtung: Spoiler folgt)
Auf jeden Fall begrüße ich, wie Sibi es schafft, sich im Lauf der Erzählung neu zu finden, aus Eriks Schatten zu entkommen und zugleich dessen Vermächtnis treu zu bleiben.
Danke, dass ich dieses bemerkenswerte Buch voller lebendiger Figuren lesen und erleben durfte!














