Tania Blixen

 4 Sterne bei 224 Bewertungen
Autorin von Jenseits von Afrika, Afrika - dunkel lockende Welt und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Tania Blixen

Tania Blixen ist das Pseudonym von Karen Christence von Blixen-Finecke, geborene Dinesen, die im April 1885 in Rungstedlung bei Kopenhagen geboren wurde. In ihrer bürgerlichen Familie wuchs Tania zwar wohlbehütet auf, doch die strenge Erziehung und die Religiösität machten ihr zu schaffen, sodass sie eine starke Abneigung dagegen entwickelte, welche sie später auch nach Ostafrika trieb. Da ihr Vater dem Adel angehörte, hatte Tania auch viel Kontakt zu anderen Adeligen, darunter Bror von Blixen-Finecke, den sie später heiratete. Um ihrem Elternhaus zu entfliehen, besuchte Tania Kunstschulen in Paris und Rom und veröffentlichte 1907 ihre ersten Kurzgeschichten. Im Jahr 1912 verlobte sie sich mit Bror. Gemeinsam entschlossen sie sich, den bürgerlichen Zwängen in Kopenhagen zu entfliehen und eine Milchfarm in Nairobi zu betreiben. Zwei Jahre später heirateten sie in Mombasa und stellten fest, dass Bror anstatt einer Milchfarm eine Kaffeefarm erworben hatte. Die nächsten Jahre waren geprägt von großen Schwierigkeiten auch aufgrund des Weltkriegs und dem sorglosen Umgang Brors mit Geld. Außerdem steckte er sich mit Syphilis an und damit auch Tania; beide kehrten 1915 kurzzeitig nach Dänemark zurück, um sich mit dem arsenhaltige Arsphenamin behandeln zu lassen. Durch die einhergehende Schwermetallvergiftung litt sie ihr ganzes Leben lang an chronischen Schmerzen. 1925 erfolgte die Scheidung. Nun half Tanias Bruder Thomas Dinesen ihr beim Management der Farm, bis sie 1925 zurück nach Dänemark reisten, damit Tania ihre Werke veröffentlichen konnte. Ihre Liebesbeziehung zu dem Offizier Denys Finch Hatton endete 1929. Tania liebte die Arbeit auf der Farm, entdeckte vorurteilsfrei die afrikanische Kultur und machte sich viele Freunde. Insgesamt verbrachte sie 17 Jahre als Kaffeefarmerin in Kenia. Doch 1931 musste sie Konkurs anmelden, ihre Farm verkaufen und zurück nach Dänemark kehren, wo sie nun ausschließlich als Schriftstellerin arbeitete. Nach sehr erfolgreichen veröffentlichten Werken, aber auch einer schwer angeschlagenen Gesundheit, starb sie in Rungstedlund am 7. September 1962.

Alle Bücher von Tania Blixen

Cover des Buches Jenseits von Afrika (ISBN: 9783717524380)

Jenseits von Afrika

 (76)
Erschienen am 02.10.2017
Cover des Buches Afrika - dunkel lockende Welt (ISBN: 9783499146831)

Afrika - dunkel lockende Welt

 (34)
Erschienen am 01.02.1990
Cover des Buches Babettes Fest (ISBN: 9783328102359)

Babettes Fest

 (30)
Erschienen am 09.10.2017
Cover des Buches Babettes Gastmahl (ISBN: 9783717560012)

Babettes Gastmahl

 (11)
Erschienen am 28.02.2022
Cover des Buches Nordische Nächte (ISBN: 9783328100652)

Nordische Nächte

 (8)
Erschienen am 11.10.2016
Cover des Buches Jenseits von Afrika (ISBN: 9783499235788)

Jenseits von Afrika

 (7)
Erschienen am 01.11.2003
Cover des Buches Wintergeschichten (ISBN: 9783442746668)

Wintergeschichten

 (7)
Erschienen am 08.10.2013
Cover des Buches Schicksalsanekdoten (ISBN: 9783421061072)

Schicksalsanekdoten

 (5)
Erschienen am 01.08.1982

Neue Rezensionen zu Tania Blixen

Cover des Buches Babettes Gastmahl (ISBN: 9783717560012)
pardens avatar

Rezension zu "Babettes Gastmahl" von Tania Blixen

Zwischen Strenggläubigkeit, Genuss und Kunst...
pardenvor 4 Tagen

ZWISCHEN STRENGGLÄUBIGKEIT, GENUSS UND KUNST...

Die Französin Babette hat es ins nordnorwegische Dörfchen Berlevaag verschlagen, wo sie ihren Dienst im Haushalt der Pfarrerstöchter Philippa und Martine tut und tagsaus, tagein Brotsuppe und Stockfisch zubereitet. Denn ihre Herrinnen ahnen nicht, welches Talent in ihr schlummert: Menschen mit ihren Kochkünsten glücklich zu machen. Babette war ehemals die gefeierte Meisterköchin eines Gourmettempels, des Pariser «Café Anglais». Doch für Schwelgereien und sublime Genüsse hat im hohen pietistischen Norden niemand einen Sinn. Bis Babette eines Tages in der Lotterie gewinnt und die Gemeinde zu einem echt französischen Festmahl lädt. Endlich kann sie beweisen, dass Gaumenfreuden Wunder wirken – und das selbst bei überzeugten Asketen und Kostverächtern.Jenseits der realistischen Lesart offenbart Blixens Erzählung eine parabelhafte Botschaft: die der Erhöhung des Menschen durch die Kunst. (Klappenext)

Zugegeben, dies ist mein erstes Buch von Tania Blixen (1885-1962) - noch nicht einmal ihren berühmten Memoirenband "Jenseits von Afrika" habe ich gelesen, wohl aber vor Urzeiten die Verfilmung gesehen mit Meryl Streep und Robert Redford. Nun also eine parabelhafte Erzählung, die 1958 erstmals erschien, gerade einmal gut 60 Seiten lang, hier noch ergänzt um Anmerkungen und ein fast ebenso langes Nachwort von Erik Fosnes Hansen. Eine Erzählung, die sogar ebenfalls verfilmt wurde ("Babettes Fest", 1988), wodurch der Status als "Klassiker" sicherlich noch einmal untermauert wurde.  

Die Handlung spielt zwischen 1871 und 1885 in Berlevåg, einem kleinen Ort sehr weit nördlich in Norwegen, weitestmöglich entfernt von allem, was mit Zivilisation oder urbanem Leben zu tun hat. Zwischen Berlevåg und dem Nordpol gibt es nur noch das Meer, karger, trister und kälter geht es kaum. In dieser Abgeschiedenheit hat einst ein Probst eine fromme kirchliche Sekte gegründet, er selbst ist schon längst gestorben, doch seine Anhänger sowie seine beiden unverheirateten Töchter sind noch immer in strengem Glauben vereint. Philippa und Martine leben ganz im Sinne ihres Vaters: keusch, arm, bescheiden, und stets mit offenem Ohr für die Belange der Gemeinde und der Armen. 

Für jede der Töchter gab es einst einen Verehrer, doch mussten letztlich beide unverrichteter Dinge wieder abziehen. Der Dienst an Gott und den Armen war wichtiger. Dennoch spielen die abgewiesenen Verehrer auch bei der Handlung um die titelgebende Babette noch eine Rolle. 

Als Babette eines Tages im Jahr 1871 erschöpft an die Tür von Martine und Philippa klopft und auf der Schwelle ohnmächtig zusammenbricht, erklärt einer der Veehrer in einem Brief an die Schwestern, was es mit der Ankunft der jungen Frau auf sich hat. Sie musste aus Paris fliehen aufgrund der Ereignisse um die Pariser Kommune während des Deutsch-Französischen Krieges: Babettes Mann und Sohn wurden bei den Unruhen erschossen, sie selbst hat alles verloren und auch ihr Leben war bedroht. In dem einstigen Verehrer einer der Schwestern hat sie einen Fürsprecher gefunden, und so landet Babette schließlich per Schiff im abgelegenen Berlevåg. Der Schlusssatz des Briefes erklärt schließlich lapidar: Babette kann kochen, weshalb die Schwestern beschließen, die Französin als Magd aufzunehmen und sich von ihr mit Stockfisch und Brot bekochen zu lassen.

Vierzehn Jahre später erfährt Babette durch einen Brief, dass sie in der Lotterie gewohnnen hat: 10.000 Francs. Eine gewaltige Summe, und Babette bittet darum, als Dankeschön für ihr gewährtes Asyl und zu Ehren des hundertsten Geburtstags des verstorbenen Probstes ein französisches Gastmahl ausrichten zu dürfen. Martine und Philippa mögen ihr den Wunsch nicht abschlagen, doch als sie die umfassenden Vorbereitungen für das Fest beobachten, wird ihnen doch mulmig zumute. Sie warnen ihre strenggläubigen Gäste vor, verzweifelt fast, was da auf sie zukommen mag, und diese Gäste beschließen, das Essen nicht zu kommentieren, um ihre Gastgeberinnen nicht in Verlegenheit zu bringen.

Tatsächlich steht in der Erzählung weniger das Essen selbst im Vordergrund - es wird gerade einmal von drei Gängen verraten, was es gibt, die restlichen Gänge werden nicht gesondert erwähnt, und auch die Zubereitung der exquisiten Speisen findet im Verborgenen hinter der verschlossenen Küchentür statt, ohne dass die Lesenden einen Blick darauf werfen können.

Worauf die Autorin die Aufmerksamkeit lenken möchte, sind lt. Nachwort die Gäste selbst sowie die große Künstlerin, Babette. Ein eher zufällig hinzugekommener Gast (ein schwedischer General und eben jener zweite seinerzeit abgewiesene Verehrer) erkennt die Großartigkeit der Speisen und glaubt, seinen Sinnen nicht trauen zu können. Pariser Haute Cuisine in dieser Einöde am Rande der Welt? Alle anderen jedoch essen sich wie vereinbart stoisch durch die Gänge und versuchen sich unbeeindruckt zu geben - doch vergebens. Dieses Gastmahl verändert die Menschen, sicherlich auch mit Hilfe der exquisiten alkoholischen Getränke, vor allem aber durch die Kochkunst Babettes. Das einzigartige Gefühl von absolutem Genuss und Erhebung. Da steht niemand unbeeindruckt vom Tisch auf.

Klug konzipiert, mit keinem überflüssigen Wort oder unnötigen Ablenkungen skizziert Tania Blixen die Geschehnisse und den harschen Kontrast zwischen Strenggläubigkeit und Armut auf der einen Seite, Genuss und Kunst auf der anderen - und Babettes Kochkunst als Brückenschlag zwischen beiden Welten. Hier ist jedes Wort wohlgesetzt, und doch lässt sich die Erzählung flüssig lesen, durchsetzt mit feindosiertem Humor. Das ergänzende Nachwort weist zudem auf zu beachtende Details hin, was ich als hilfreich empfand.

Alles in allem eine gelungene Neuauflage des Klassikers, und bei Gelegenheit werde ich mir sicher auch die Verfilmung anschauen.


© Parden

Kommentare: 4
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Cover des Buches Ehrengard (ISBN: 9783458341161)
Fries avatar

Rezension zu "Ehrengard" von Tania Blixen

Casanovas Lehrjahre
Frievor 14 Tagen

Dies ist eine Rezension für die Ausgabe 917 der Bibliothek Suhrkamp von 1988.

Was für eine süße kleine Geschichte. Blixens Spätwerk. Da soll Ehrengard, die Ehrendame der Prinzessin verführt werden. Cazotte, der Verführer, hat sich das alles ausgemalt. Es kommt dann anders und doch erfüllt sich ...irgendwie...,was er geplant hatte. Eine Lehrstunde in Sachen Treue für ihn. 

Es ist amüsant und schnell zu lesen, wenn man sich an die anfangs etwas geschraubte Spache gewöhnt hat. 

Kein Wunder, dass Netflix es verfilmt hat.

Volle Leseempfehlung von mir. 

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Cover des Buches Babettes Fest (ISBN: 9783328102359)
Tilman_Schneiders avatar

Rezension zu "Babettes Fest" von Tania Blixen

herrlich, köstlich und bitter süß
Tilman_Schneidervor einem Monat

Karg ist das Leben und Genuss steht nicht an oberster Stelle. Hier, im pietistischen Haushalt der Schwestern Philippa und Martine, wird Lebensfreude ganz klein geschrieben. Doch dann soll sich alles ändern. Babette ist die Haushälterin und sie war einst eine gefeierte und große Starköchin. Sie lädt zum Essen ein und bittet zu Babettes Fest. Die Tafel ist reich gedeckt, die köstlichsten Speisen stehen bereit und man kann einfach nur genießen. Überraschend und lebensfroh wird es plötzlich und für die Schwestern Philippa und Martine wird klar, das Leben hat noch viel mehr für sie auf Lager. Diese Erzählung von Tania Blixen ist ein moderner Klassiker und hat nichts von seiner Faszination verloren. Es ist so eine schöne Geschichte und das Wasser läuft einem im Munde zusammen. Herrlich, köstlich, bitter, süß.

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Gespräche aus der Community

Die Gruppe "die literarische Runde/ Sub Aufbau mit Niveau möchte gerne ab dem 15.08.2020 zusammen Jenseits von Afrika lesen.

Jeder, der sich angesprochen fühlt, kann gerne mitmachen. Wir freuen uns auf einen interessanten Austausch.

Jeder darf mit seinem Buch mitlesen. Es werden keine Bücher verlost.

Willkommen bei der Leserunde

30 Beiträge
Schmiesens avatar
Letzter Beitrag von  Schmiesenvor 2 Jahren

Ich fand da dann das Nachwort ganz hilfreich: Der Protagonist dieses "Romans" ist ein Ort - die Farm in Afrika. Darum herum kondensieren sich alle Episoden, die Blixen schildert.

Zusätzliche Informationen

Tania Blixen wurde am 16. April 1885 in Kopenhagen (Dänemark) geboren.

Community-Statistik

in 382 Bibliotheken

auf 33 Merkzettel

von 6 Leser*innen aktuell gelesen

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