Tania Witte bestenfalls alles

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Inhaltsangabe zu „bestenfalls alles“ von Tania Witte

Tekgül Carragher könnte glücklich sein: Sie vereint spannende drei Kulturen in einem einnehmenden Körper und einem wachen Geist. Als sie nach vielen Bewerbungen endlich die Zusage der Berliner Kunsthochschule in den Händen hält, hängt sie ihren Modeljob an den Nagel, isst eine Pizza und beschließt, ihr Leben zu ändern. Dummerweise hat ihr Leben seinen eigenen Kopf.
Ihre beste Freundin Nicoletta schlägt sich derweil mit Jugendsünden und Jugendlieben herum. Auf der Suche nach Antworten und Katharsis begeben sich die beiden auf eine gemeinsame Reise zu den Orten, an denen alles begann. Oder vielmehr: hätte beginnen können.
bestenfalls alles ist ein turbulenter Roadtrip zu den Wurzeln der Identität, ist Suche und die Erkenntnis, dass Finden nicht immer erstrebenswert ist.
Tania Witte jongliert ebenso spielerisch mit den Schicksalen ihrer Protagonist*innen wie mit Worten. Auch im dritten Teil ihrer Berliner Stadtgeschichten begleitet sie ihre queere Clique auf Höhenflüge und in Abgründe, über Autobahnen und auf Feldwege – mit viel Humor, gewohnt liebevoll und immer mit Tiefgang.

Eine große, kleine Trilogie, der ich viele Leser/-innen wünsche!

— dark_swan

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  • bestensfalls gute Unterhaltung und alles andere, was einen lesenswerten Roman ausmacht!

    bestenfalls alles

    anette1809

    12. February 2016 um 18:37

    Nach beziehungsweise liebe und leben nebenbei legt Tania Witte mit bestenfalls alles den dritten und letzten Band ihrer Berliner Stadtgeschichten vor. Eine Reihe mit mehreren weiblichen und männlichen Protagonisten in den besten Jahren ihres Lebens (wo die liegen, sei mal dahingestellt, oft sind die nämlich unabhängig vom Alter, sondern von den Lebensumständen), alles Kulturen, aller sexuellen Neigungen und oftmals jenseits von Gut und Böse. Die Geschichte beginnt als Tekgül Callagher ihr Leben von Grundauf umorganisiert: Modelleben und lange Haare adé, welcome Berliner Kunsthochschule! Dummerweise hat das Leben etwas anderes mit ihr vor, und als sie mit 30 Jahren erfährt, dass ihr südländisches Aussehen nur zufällig südländisch wirkt und sie tatsächlich nach einer biologischen deutschstämmigen Mutter gerät, gerät bei ihr die Welt aus den Fugen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Nicoletta, deren Leben noch weit mehr als Tekgüls auf dem Kopf steht - insofern dies überhaupt möglich ist - gabeln sie den Hundesitterjob aka Rutherford bei einem befreundeten Frauenpaar auf und entschwinden mit diesem Richtung Bodensee und Schweiz, um die Geheimnisse um Tekgüls Adoption und Nicolettas verflossene Liebe zu ergründen. Hilfe bekommen sie dabei von der ehemaligen Putzfrau einer Bekannten, deren starke Seiten an ganz anderer Stelle als bei der Raumpflege zu finden sind. So ein sprachlich gewitztes und hervorragend ausgearbeitetes Stück Unterhaltungsliteratur habe ich schon seit Langem nicht mehr gelesen. Bedauert habe ich zu Beginn nur, dass ich Tekgül und ihren verrücktschrägen/außergewöhnlichen Bekanntenkreis nicht schon mit Band 1 oder 2 der Stadtgeschichten kennengelernt habe, aber auch ohne Vorkenntnisse wachsen einen die skurrilen Gestalten schnell ans Herz und man verfolgt mit Spannung, Spaß und manchmal auch Schrecken ihre Wege. "bestenfalls alles" ist wie ein Paradoxon: intelligente Unterhaltungsliteratur, die vorgibt seicht zu sein, andererseits kann ich mir dieses wohligfluffige durchs Buch sausen nicht erklären, dass mich nach der letzten Seite satt und zufrieden zurücklässt, bestenfalls mit dem Appetit die ersten beiden Stadtgeschichten doch noch nachzuholen, um keins der verrückten Dinge, die Tegkül und ihren Freunden beim leben nebenbei anscheinend ständig passieren, zu verpassen. Reihen-Info: beziehungsweise liebe leben nebenbei bestenfalls alles

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  • Große, kleine Serie!

    bestenfalls alles

    dark_swan

    25. January 2015 um 13:23

    Unterhaltungsliteratur zu schreiben, ist in Deutschland ja leider immer noch so ein bisschen verpönt. Dabei ist es sehr, sehr schwer, wirklich gute (!) Unterhaltung zu machen. Und diese Trilogie IST gute Unterhaltung. Sie ist sprachlich wunderschön gemacht, die Figuren wachsen einem regelrecht ans Herz (ich vermisse sie schon!), die Spannungsbögen sind straff - man freut sich andauernd aufs Weiterlesen. Da auf den Covern die Reihenfolge nicht ersichtlich ist, hier die optimale Lesereihenfolge: 1) beziehungsweise liebe 2) leben nebenbei 3) bestenfalls alles Ich selbst habe allerdings zufällig mit dem zweiten Buch angefangen, dann das dritte und danach das erste gelesen. Und was völlig chaotisch klingt, war eine höchst interessante Erfahrung: Die Bücher lassen sich super auch durcheinander lesen! „grin“-Emoticon Spannender ist es jedoch definitiv, mit dem ersten zu beginnen und sich auf die Geschichten und Charaktere der Figuren einzulassen, vor allem aber auf ihre Geheimnisse, die nach und nach entfaltet werden. Figurenarbeit ist übrigens die große Stärke der Autorin. Sie schafft es, mit liebevoller Hand plastische Charaktere zu schaffen, die uns aus den Seiten herauswinken – und sie macht mit jeder einzelnen eine echte (und manchmal höchst überraschende!) Entwicklung durch. Warum geht’s eigentlich? In „beziehungsweise liebe“, „leben nebenbei“ und „bestenfalls alles“ wird ein herrlich queerer Kosmos an Beziehungsgeschichten entworfen. Man verfolgt – wie in einer süchtig machenden Soap – verschiedenste Lebensgeschichten, die alle lose oder fester miteinander verschränkt sind, und die natürlich immer an besonders spannenden Stellen abbrechen, während dann eine der anderen Geschichten weitergeführt wird. Die Autorin erzeugt damit einen Lesesog, dem man schwer entkommt. (Und es auch gar nicht möchte.) Die Stimmungen, die wir Leser/-innen in der Trilogie durchlaufen, sind vielfältig: von brüllend komisch, über mystisch-geheimnisvoll, bis kriminalistisch-detektivisch und zum Schluchzen – alles ist dabei. Und alles passt. Der dritte Teil ist merklich ernster als die ersten beiden, trotzdem – und das ist eine Stärke! – ist er nicht weniger unterhaltsam als die ersten beiden. Er schenkt uns einfach noch ein weiteres Gefühl, traut sich, emotionaler werden. Und das Tolle: Die Autorin hat nicht nur interessante Themen, sie kann v.a. schreiben! Oh ja. Immer werden da mit leichter Hand kleine sprachliche Perlen ausgeworfen. So kommen auch sprachaffine Leser und Leserinnen auf ihre Kosten! Tania Wittes unterhaltsame Trilogie ist ein Lesevergnügen in der Manier der Maupin'schen Stadtgeschichten. Gefühlvoll, witzig, farbig – und manchmal sogar richtig herzzerreißend. Tania Witte hat hier etwas ganz Wunderbares geschaffen: eine große, kleine Serie, der ich viele Leser/-innen wünsche!

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  • Die lang ersehnte Fortsetzung ist da

    bestenfalls alles

    Longsleeve

    17. September 2014 um 23:24

    Dem Roman vorausgegangen sin die beiden ersten Teilen "beziehungsweise liebe" und "leben nebenbei". Zwar lassen sich diese relativ unabhängig voneinander lesen, dennoch macht es viel mehr Spaß, wenn man die Charaktere und deren vorausgegangenen Liebes- und Beziehungskonstellationen bereits kennt. Für all diejenigen, denen das bislang entgangen ist: Lucky you (!)- ihr könnt euch das Ganze ohne Pause zu Gemüte führen und komplett in das Leben dieser Berliner-Queer-Clique eintauchen. Während in den beiden vorausgegangenen Romanen genau diese im Vordergrund stand, so konzentriert sich die Autorin in diesem Band auf zwei dieser Personen: Tekgül und Nicoletta. Tekgül, die modelnde Feministin, die bislang meist durch ihre "fuck-me-now-love-me-later-attitude" in Erscheinung trat, wird mit einem einschneidendem Lebensereignis konfrontiert und zeigt hier erstmals eine emotionalere und ernstere Seite. Parallel dazu erfahren wir mehr über Nicoletta und ihre etwas düster angehauchte Vergangenheit. Beide begeben sich gemeinsam auf einen ereignisreichen Roadtrip zu ihren eigenen Wurzeln, ihrer Identität. Die Autorin versteht es wunderbar, Leichtigkeit mit Tiefgang zu kombinieren und da Ganze mit einer großen Portion Spannung zu versehen. Die liebevolle Charakterisierung der Protagonist*Innen inklusive ihrer Schwächen führt dazu, dass man diese schnell ins Herz schließt und sich (oder andere) schmunzelnd in der ein oder anderen Figur wiedererkennt. Tania Witte spielt in einer wunderbar erfrischenden Art mit Klischees, bricht diese auf humorvolle Weise wieder auf und überzeugt durch ihren modernen dynamischen Schreibstil gepaart mit Wortwitz und Intelligenz. Das Ganze würde verfilmt bestimmt zusätzlich eine hervorragende Serie abgeben. Fazit: kurzweilig - lesenswert - überzeugend!

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  • Suchen und Finden

    bestenfalls alles

    blaublaugruen

    14. September 2014 um 18:26

    Ich bin per Zufall über dieses Buch gestolpert und habe es verschlungen. Der Plot ist geistreich, überraschend und witzig und dabei so klug und irgendwie neuartig geschrieben, dass ich ein paar Tage nichts anderes lesen mochte, weil ich mit Nachdenken beschäftigt war. Über das Leben, über Identität, über Freundschaft und Familie und darüber, was wirklich wichtig ist. Ich bin neugierig geworden und werde die anderen beiden Bücher dieser Trilogie auch lesen.

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  • Tek wie Tektonik

    bestenfalls alles

    jamal_tuschick

    05. September 2014 um 15:06

    Tania Witte erfindet einen literarischen Retrojeansstil „nicht zu unterschätzen: der giersch / mit dem begehren schon im namen / … / keusch wie ein tyrannentraum.“  Jan Wagner Tekgül Carragher erreicht den Winter ihrer Jugend als Auslauf-Model mit dreißig. Endlich ist sie Souverän ihres Körpers, der als teurer Kleiderständer einem totalitären Regime ausgeliefert war. Für die Zukunft hat sich die Befreite ein Kunststudium vorgenommen. Doch zuerst geht sie zum Friseur – die neue Freiheit verlangt eine Veränderung im Vorhof der kolossalen Verwandlung. In einer Friedrichshainer Pizzeria trifft Tekgül eine Ex-Geliebte in gesegnetem Zustand. Lesbisch war gestern, Marte schwebt eine Vater-Mutter-Kind-Familie vor. Ja, in Tekgüls Leben verwandeln sich alle. Sie besucht die Eltern in Unna. Die Türkin Filiz und der Ire Ian erscheinen wie vom Glück gebumst. Glücklich sind sie in ihrer babylonischen Sprachverwirrung und in ihrem kleinbürgerlichen Aufsteigerstolz. Sie haben es ins Reihenhaus geschafft. Tekgül hält sich für eine türkisch-irische Spezialmischung, mit einem Spannungsbogen von Tee bis Taekwondo. Ihre Herkunft und deren namentliche Markierung, man hätte sie auch Tanja nennen können, brachte ihr Härte bei. In einem Treppenwitz dieser kosmopolitischen Lokalgeschichte wird aus Tekgül Carragher Franziska Yvonne Pfaff und insofern aus der streetsmarten Migrantin eine von Carraghers in der seelischen Atemnot ungewollter Kinderlosigkeit adoptierte Durchschnittsdeutsche. Das tut weh. Das bricht die Zacken aus der Krone einer Power-Prinzessin mit schillerndem Hintergrund. Ich finde den Erzähleinfall grandios. Obwohl Tekgül so deutsch ist wie ein Eimer, sind ihre – in doppelter Projektion provozierten – Rassismuserfahrungen fürwahr gemacht worden. Damit sind kaum die Hälfte der narrativen Winkelzüge angesprochen, die das Leserinteresse auf den ersten fünfzig Seiten von Tania Wittes „bestenfalls alles“ in Gang halten. Der Roman ist ein Gipfel des Einfallsreichtums. Seine Sprache schleift wie eine am Kragen über Sommerstraßen gezogene, im Dreck schleifende Jeansjacke. Retrojeansstil ist mein Wort für diese Sprache. Eine Freundin, die selbst viel zu erzählen hat, kommt zur Rettung nach Unna. Nicoletta heißt sie, auf Granit beißt sie. Nein, es gibt Baklava zum Beweis der Gastfreundschaft im Hause Carragher. Tekgül und Nicoletta bilden eine Front an der Kaffeetafel. „Die zerbrochene Normalität sitzt auf der anderen Seite.“ In den Schmelzöfen der Geschichte werden Biografien umgeschmiedet – Flugscharen zu Schwertern. Putzfrauen entpuppen sich als Polizistinnen, Devote entdecken die Spielplätze der Dominanz. Andererseits werden anerkannte Schwertträgerinnen von des Gedanken Blässe angekränkelt. Ihre Entscheidungsfreude verduftet. Tekgül, für Freunde Tek wie tektonisch, muss auf normal umschulen. Tania Witte zeigt diesen Vorgang als exorzistischen Prozess. Die gekränkte Eigenliebe einer Besonderen gelangt auf furiosen Wegen zur Besinnung. Zusammen mit Hund Rutherford und Freundin Nicolette unternimmt sie eine Art Pilgerfahrt in den Süden der Republik. Da lebte ihre leibliche Mutter und jenseits der Grenze zur Schweiz lebte ihre große Liebe. Tempi sind tückisch, die Vergangenheitsform passt nicht in jedem Fall. Ich verrate nicht, was Tekgül erbt. Sie findet da einen Schrein, der ihr gewidmet ist und eine Liebe bezeugt, von der Silvia Pfaffs Tochter lange nichts wusste. Tania Witte kann auch Rührung. Tania Witte, „bestenfalls alles“, Roman, Querverlag, 282 Seiten, Euro 14.99

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