Tanja Kinkel , Oliver Pötzsch Die vierte Zeugin

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Inhaltsangabe zu „Die vierte Zeugin“ von Tanja Kinkel

12 Meister, ein Meisterwerk Köln im Jahre 1534. Ein ungewöhnlicher Gerichtsfall hält die Stadt in Atem: Der Londoner Geschäftsmann Richard Charman verklagt die Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff, um eine Schuld ihres unter rätselhaften Umständen verstorbenen Ehemanns Andreas zu begleichen. Agnes droht alles zu verlieren. Als sie versucht, ihre Unschuld an den Taten ihre Mannes zu beweisen, offenbart sich nicht nur ein Familiendrama, Stück für Stück gelangen tödliche Intrigen, Lügen und politische Verflechtungen ans Licht, die bis ins englische Königshaus reichen. Doch bis zuletzt stellt sich die Frage: Wer ist Agnes Imhoff wirklich – Opfer oder Täter? „Ein fesselnder historischer Roman nach einem wahren Fall.“ Rebecca Gablé Von den Meistern ihres Fachs: Nach „Die sieben Häupter“, „Der zwölfte Tag“ und „Das dritte Schwert“ (alle im Aufbau Taschenbuch erschienen) wieder ein opulenter, fesselnder Gemeinschaftsroman von zwölf namhaften und außergewöhnlichen Autoren historischer Romane. Mehr unter www.viertezeugin.de

Fazit: Ein von Anfang bis Ende spannend und unterhaltsam erzählter Roman mit hervorragend herausgearbeiteten Charakteren und einer interessanten und politisch brisanten Geschichte, die auf einen wahren Gerichtsfall beruht und damals selbst die europäischen Königshäuser beschäftigt hatte. Wirklich eine gelungene Umsetzung der 12 Meister-Autoren.

— Bellexr
Bellexr

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  • Ein wahrer Fall mit dramatischer Verbindung zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs

    Die vierte Zeugin
    itwt69

    itwt69

    24. December 2014 um 13:27

    Was hat ein Gerichtsfall aus dem Jahre 1534 mit dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009 zu tun? Viel mehr, als man vermuten mag. Der Fall der Agnes Imhoff wurde aufgrund eines Teils einer umfangreichen Rettungsaktion des weitgehend zerstörten Archivs in diesem Roman veröffentlicht. Die Geschichte, die sich weitestgehend an die historischen Fakten hält, wird aus verschiedenen Perspektiven von verschiedenen Autoren erzählt. Man mag jetzt meinen, dass zu viele Schriftsteller unmöglich ein harmonisches Werk erschaffen können - mitnichten! Auch die Verknüpfung mit den dramatischen Ereignissen vor 5 Jahren in Köln ist umfangreich und lückenlos gelungen.

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  • Die vierte Zeugin

    Die vierte Zeugin
    HeikeM

    HeikeM

    22. April 2013 um 10:10

    Viele Köche verderben den Brei, so sagt der Volksmund. Trifft dies im übertragenen Sinn auch auf Autoren zu? "Die vierte Zeugin" ist ein Projekt des Autorenkreisen Quo Vadis, dem Tanja Kinkel, Oliver Pötzsch, Martina Andrè, Peter Prange, Titus Müller, Heike Koschyk, Lena Falkenhagen, Alf Leue, Caren Benedikt, Ulf Schiewe, Marlene Klaus und Katrin Burseg angehören. Gemeinsam erzählen sie die Geschichte der Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff, die von dem Londoner Händler Richard Charman verklagt wird, die Geschäftsschulden ihres durch undurchsichtige Umstände ums Leben gekommenen Ehemannes zu begleichen. Der Roman basiert auf einem Dokument über eine Gerichtsverhandlung aus dem 16. Jahrhundert, das beim Einsturz des Kölner Stadtarchives schwer beschädigt wurde. Jeder der AutorInnen steht Pate für eine der im Roman handelnden Personen bzw. den Prolog und den Epilog. Ich hatte damit gerechnet, dass es bei den verschiedenen Abschnitten zu deutlich spürbaren Stilwechseln kommen würde. Da aber jede Person, die ihre Sicht der Dinge darlegt, von einem anderen Autor beschrieben wurde, sind diese Brüche nur vermeintlich. Beim Lesen hatte ich immer das Gefühl, das gerade durch den Wechsel der Autoren die Figuren besonders individuell erscheinen. Somit hat jede einen anderen Charakter und zeigt Facetten, die die Handelnden sehr wirklichkeitsgetreu erscheinen ließen. Der Spannungsbogen wurde konsequent gehalten und auch als es zu einem Zeitsprung kommt und die Geschichte viele Jahre später fortgesetzt wird, der Leser den Ausgang des Prozesses schon kannte und das Ende der Geschichte erahnte, kam es noch einmal zum deutlichen Aufleben der Spannung und somit zum Finale Grande. Bei diesem historischen Roman handelt es sich aber keineswegs um einen trockenen Gerichtsroman. Die Autoren erwecken die damalige Zeit zum Leben und schicken Figuren auf die Handlungsbühne, die dem Leser den Alltag vor etwa 500 Jahren vor Augen führen. Dabei stehen Fragen zu den Rechten einer Frau in der damaligen Zeit im Mittelpunkt. Deren Tragweite wird erst so richtig klar, verdeutlicht man sich, dass Dokumente über diesen Prozess die Jahrhunderte überdauerten. Von dem Autorenkreis Quo Vadis sind als Gemeinschaftsromane bereits "Das dritte Schwert", "Der zwölfte Tag" und "Die sieben Häupter" erschienen. Nachdem ich weiß, dass der von vielen Köchen zubereitete Brei verdorben sein soll, kann ich nach der Lektüre von "Die vierte Zeugin" sagen, diese 12 Autoren stehen für hervorragende, historisch fundierte Unterhaltung. Zu den bereits erschienenen historischen Romanen der Autorengruppe werde ich nach und nach auch noch greifen. Mein Fazit: Wer einen historischen Roman, der auf einem realen Fall basiert, mit großartig gezeichneten Personen lesen möchte, wird mit "Die vierte Zeugin" sicher sehr gute und spannende Unterhaltung finden.

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  • Rezension zu "Die vierte Zeugin" von Heike Koschyk

    Die vierte Zeugin
    Henriette

    Henriette

    18. March 2013 um 08:03

    Agnes Imhoff ist Witwe eines wohlhabenden Kölner Tuchhändlers. Sie kommt nicht zur Ruhe, nicht nur, weil sie glaubt, dass ihr Mann ermordet wurde. Nein, sie wird auch verklagt, da sie für die Schulden ihres Mannes aufkommen soll. An den Mann, den sie für den Mörder ihres Mannes hält. Doch mit welchen Recht verklagt er sie? Denn Frauen können keine Schulden machen, sie sind nicht geschäftstüchtig. Es kommt zur Verhandlung und Agnes muss erkennen, dass sie dabei wohl nicht unbeschadet durchkommt. Es wird bekannt, dass sie wohl ein Verhältnis mit dem Geschäftspartner und mutmaßlichen Mörder ihres Mannes hatte. Wie wird es für Agnes und ihre Tochter ausgehen? Kann ihr der junge Anwaltsgehilfe zur Seite stehen? Warum ist ihr Anwalt so unbeteiligt? Alles spannende Fragen, die in dem Buch beantwortet werden. Dies ist ein Gemeinschaftprojekt von zwölf tollen Autoren. Und toll ist nicht nur einfach so gesagt. Es gab ein wirklich überaus ungewöhnliches Vorwort. Da war ich schon sehr von angetan. Die gesamte Geschichte war interessant und stimmig aufeinander abgestimmt. Ich konnte keine Unstimmigkeiten, Unebenheiten feststellen. Ich konnte anhand des Schreibstils keine Unterschiede feststellen, welcher Autor was geschrieben hat. Historisch belegte Daten waren sehr gut von Heike Koschyk und Alf Leue recherchiert. Was schon eine kleine Meisterleistung war, denn das Kölner Stadtarchiv war ja eingestürzt im Zuge von Bauarbeiten. [B]Fazit:[/B] Mich hat das gesamte Projekt hervorragend gefallen und ich vergebe für diese überzeugende Arbeit gern fünf von fünf Sterne.

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  • Rezension zu "Die vierte Zeugin" von Heike Koschyk

    Die vierte Zeugin
    Eliza08

    Eliza08

    21. February 2013 um 10:40

    Heike Koschyk und Alf Leue sind die beiden Herausgeber des neuen Gemeinschaftsromans der Quo-Vadis-Autoren. Insgesamt haben zwölf namhafte Autoren an diesem Roman mitgewirkt. Der Volksmund sagt zwar: „Viele Köche verderben den Brei.“, dies trifft aber absolut nicht auf diesen hochkarätigen Roman zu. Heike Koschyk und Alf Leue haben dafür gesorgt, dass es einen stringenten Faden in der Geschichte gibt, so war der Plot von vorne herein festgelegt. Jeder Autor bekam zwei Kapitel zur Verfügung, in der er die Geschichte aus der Sicht einer anderen beteiligen Person schildern durfte. Somit wird die Geschichte der Agnes Imhoff aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Als Leser merkt man die Stilwechsel schon, der aber durch den Perspektivwechsel nachvollziehbar ist. Der Prozess gegen Agnes Imhoff, die für den Betrug ihres Mannes an dem englischen Kaufman Charman zur Rechenschaft gezogen werden soll, hält die Stadt in Atem. Charman will vor Gericht einklagen, dass die junge Witwe für seinen erlittenen Verlust aufkommen muss, da Andreas Imhoff kurz vor seinem mysteriösen Tod das Wohnhaus und Wirtsstube seiner Frau überschrieben hat. Agnes hat aber nichts von den Machenschaften ihres Mannes gewusst. Zwar steht auch ihre Unterschrift unter den Verträgen, aber ihr Mann hat sie gezwungen diese Unterschrift zu tätigen, da er sonst nicht nur sie schlagen würde sondern auch die gemeinsame Tochter. Um ihre Tochter zu schützen tut Agnes alles, dass Kind soll nicht unter den Gewaltausbrüchen des Vaters leiden. Doch Agnes hat keine Chance, an ihr soll ein Exempel statuiert werden, selbst das englische Königshaus hat hier seine Finger im Spiel. Agnes droht alles zu verlieren. Es gilt ein Netz aus Intrigen, Machenschaften und Neid zu entwirren. Dieser Roman basiert auf einem historischen Schriftstück, dass bei dem Einsturz des Stadtarchivs in Köln schwer beschädigt wurde. Nur mit Hilfe von Spenden können die historischen Dokumente restauriert werden. Um zu zeigen wie wichtig diese Dokumente für die Geschichte unseres Landes sind, haben sich Tanja Kinkel, Oliver Pötzsch, Martina André, Peter Prange, Titus Müller, Heike Koschyk, Lena Falkenhagen, Alf Leue, Caren Benedikt, Ulf Schiewe, Marlene Klaus und Katrin Burseg zusammen getan und diesen historischen Roman geschrieben. Eine wahre Geschichte die berührt und uns vor Augen führt, dass Opfer und Täter nicht immer die sind, die dazu verurteilt worden sind.

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  • Rezension zu "Die vierte Zeugin" von Heike Koschyk

    Die vierte Zeugin
    Zabou1964

    Zabou1964

    17. February 2013 um 20:22

    Dieser historische Kriminalroman ist ein Gemeinschaftswerk von zwölf Autoren des Autorenkreises „Quo Vadis“. Er basiert auf einem wahren Prozess, der in Köln im 16. Jahrhundert verhandelt wurde. Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass sie von den verschiedenen Autoren jeweils aus einer anderen Perspektive erzählt wird. So bekommt der Leser einen Eindruck aus zwölf verschiedenen Blickwinkeln. Angeklagt ist die Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff. Ihr unter seltsamen Umständen verstorbener Ehemann Andreas hat den englischen Geschäftsmann Richard Charman betrogen. Im Prozess soll geklärt werden, ob die Witwe für den von ihrem Mann verursachten Schaden haftbar gemacht werden kann. Eigentlich sind Frauen zu dieser Zeit nicht geschäftsfähig gewesen. Es hat sich allerdings als Unsitte eingebürgert, dass Männer ihren Ehefrauen ihr Eigentum überschrieben, damit sie bei Betrügereien nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnten. An Agnes Imhoff soll nun ein Exempel statuiert werden. Besonders interessant fand ich an diesem Werk die unterschiedlichen Sichtweisen der verschiedenen Charaktere auf das Geschehen. Dass hier jeder der zwölf Autoren eine andere Figur beschreibt, machte den Roman für mich zu einem echten Leseerlebnis. Obwohl der Ausgang der Gerichtsverhandlung recht schnell klar wird, verlor die Geschichte nicht an Spannung. Denn es blieb weiterhin ungewiss, inwieweit Agnes Imhoff Schuld an dem Betrug trägt. Anlass für dieses Werk war der Einsturz des Kölner Stadtarchivs im Jahr 2009. Die Mitglieder des Autorenkreises „Quo Vadis“ haben sich durch Lesungen und diesen Roman für die Wiederherstellung der Prozessakten des Falles Agnes Imhoff eingesetzt. In einem Nachwort erklären die Herausgeber Heike Koschyk und Alf Leue die Hintergründe. Fazit: Dieser Roman ist wahrlich ein spannendes Meisterwerk mit einem realen Hintergrund. © Simone Kühlewind

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  • Rezension zu "Die vierte Zeugin" von Heike Koschyk

    Die vierte Zeugin
    Lerchie

    Lerchie

    12. November 2012 um 18:04

    Vor noch nicht allzu langer Zeit hat man Agnes Imhoffs Gatten tot aus dem Rhein gefischt. Inzwischen will ein Gläubiger des Andreas Imhoff sie auf Schadenersatz verklagen. Andreas Imhoff hatte von ihm – wie Richard Charman glaubhaft versichert – flandrisches Tuch erhalten – doch er hat es ihm zurückgeschickt, es sei beschädigt. Doch das verdorbene Tuch ist nicht das, welches Richard Charman – wie er behauptet – an Imhoff schickte. Da Agnes Imhoff mitunterschrieb en hat, will er sein Geld bei ihr holen. Doch zu der damaligen Zeit, galt die Unterschrift einer Frau noch nicht. Und doch wurde der Prozess geführt, denn Richter Hauser sollte auf Anweisung von höchster Stelle ein Exempel statuieren. Denn Imhoff hatte, wie viele andere Geschäftsmänner auch, sein Vermögen, d. h. seine beiden Häuser, an seine Frau überschrieben. Und diesen Geschäftsgebaren sollte ein Ende gemacht werden. Dabei dachte er nicht an die Witwe, die dadurch an den Bettelstab gebracht werden würde, und auch nicht an die kleine Sophie, die mit ansehen musste, wie ihr Vater die Mutter misshandelte, und selbst vor dem Kind nicht haltmachte. Um genau diesen Prozess, Charman gegen Imhoff geht es in diesem Buch. Und um das, was viel später darauf noch folgte… Eigentlich bin ich kein Freund von Büchern, an denen mehrere Autoren schreiben. Da es aber zusammenhängend ist, also keine Anthologie, konnte ich dem Geschehen gut folgen und alle Autoren haben gute Arbeit geleistet. Das Buch war von Anfang an spannend. Es interessierte mich, wie es ausgeht. Insgesamt zwölf Autoren haben daran geschrieben. Am Ende des Buches erfährt man dann noch, dass es hier um einen wahren Kriminalfall ging, denn diesen Prozess gab es wirklich. Folgende Autoren haben mitgeschrieben: Tanja Kinkel, Oliver Pötzsch, Peter Prange, Martina André, Titus Müller, Heike Koschyk, Lena Falkenhagen, Alf Leue, Katr5ion Burseg, Caren Benedikt, Ulf Schiewe und Marlene Klaus.

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  • Rezension zu "Die vierte Zeugin" von Heike Koschyk

    Die vierte Zeugin
    Tialda

    Tialda

    03. November 2012 um 13:15

    x Herausgeber: Heike Koschyk und Alf Leue x Autoren: Tanja Kinkel, Oliver Pötzsch, Martina André, Peter Prange, Titus Müller, Heike Koschyk, Lena Falkenhagen, Alf Leue, Katrin Burseg, Caren Benedikt, Ulf Schiewe und Marlene Kraus x Titel: Die vierte Zeugin x Genre: historischer Roman x Erscheinungsdatum: 20. August 2012 x 400 Seiten x Aufbau Verlag x ISBN: 3746628792 x zur Leseprobe: klick x Erste Sätze: Prolog. Geneigter Leser, teuerste Leserin, willkommen in Köln! Nur zu, treten Sie näher, betreten Sie Colognia Agrippina. Wir sind eine freie Reichsstadt, und jeder ist willkommen, vor allem, wenn er Handel zu uns bringt. Nun ja, nicht jeder. Ketzer sehen wir hier nicht so gerne. Klappentext: 12 Meister Ein Meisterwerk Köln, 1534: Von einem Tag auf den anderen steht die schöne Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff vor dem Nichts. Ihr verstorbener Ehemann hat ihr nichts als Schulden hinterlassen, zudem klagt sie ein Londoner Geschäftsmann des Betruges an. Beim Versuch, ihre Unschuld zu beweisen, verstrickt sie sich in einem Netz aus tödlichen Intrigen, Lügen und politischen Ränkespielen, das bis ins britische Königshaus reicht. Rezension: Obwohl “Die vierte Zeugin”, herausgegeben von Heike Koschyk und Alf Leue, bereits der vierte historische Roman ist, der von mehreren Autoren zusammen geschrieben wurde, ist es doch der erste dieser Machart für mich gewesen, den ich jemals gelesen habe. Richtig extrem im Schreibstil abgehoben hat sich aber nur der Prolog, der von Tanja Kinkel verfasst wurde. Die 20 Kapitel, die folgen, sind wie aus einem Guss – als hätte sie eine einzige Person verfasst und der Epilog spielt zwar in unserer Zeit, unterscheidet sich im Stil aber nicht wirklich von Rest. In den ersten 16 Kapiteln befinden wir in der Zeit der Revolution, genauer gesagt im Jahr 1534, und beleuchtet wird vor allem der Zeitraum vom 12. bis zum 23. November, während verstärkt auf die Verhandlungstage, an denen die Protagonistin Agnes Imhoff vor Gericht steht, eingegangen wird. Kapitel 17-20 spielen 21 Jahre später und hier steht Agnes’ Tochter Sophie, die zu diesem Zeitpunkt bereits selbst Witwe ist, im Mittelpunkt. Zu dieser Zeit taucht auch ein Mann wieder auf, der dem Prozess ihrer Mutter damals beiwohnte und der diesen wieder aufrollen möchte, um endlich Gerechtigkeit walten zu lassen. Es stellt sich nämlich heraus, dass das Urteil damals aus sehr gewichtigen Gründen von vornherein feststand – aber das erfährt der Leser alles im letzten Drittel des Buches. Ich fand das Buch zugegebenermaßen vor allem in den ersten Kapitel, die hauptsächlich vor Gericht spielen, ziemlich langatmig. Aber am Ende hat es sich gelohnt dran zu bleiben, denn die Geschichte nimmt langsam immer mehr an Fahrt auf und es stellen sich erst nach und nach die Zusammenhänge der vorgefallenen Geschichte heraus – wie bei einem richtigen Gerichtsfall auch. Gut gefallen hat mir vor allem, dass in den Epilog der Tag des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs eingebaut wurde und sich im Anhang auch noch weitere Infos darüber befinden. Außerdem basiert “Die vierte Zeugin” auf einem historischen Dokument, das beim Einsturz des Archivs sehr beschädigt wurde und erst mit den Einnahmen von Benefizlesungen restauriert werden konnte. Damit ist der Roman vor allem für Leser, die sich für ‘wirklich passierte Geschichte’ interessieren, garantiert eine Empfehlung. Fazit: Ein Stück wahre Geschichte in einem gemeinschaftlich verfassten Roman verpackt – das Wissen, dass es wirklich so passiert ist, macht die Story viel interessanter.

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  • Rezension zu "Die vierte Zeugin" von Heike Koschyk

    Die vierte Zeugin
    Lisbeth76

    Lisbeth76

    30. October 2012 um 15:15

    Nach längerer Zeit habe ich mit Die vierte Zeugin einen Ausflug in´s historische Genré gemacht und war anfangs noch sehr skeptisch, da ich mir nicht vorstellen konnte wie sich eine Geschichte liest, die von zwölf verschiedenen Autoren geschrieben wurde. Ich muss ehrlich sagen, ich hab´s beim Lesen überhaupt nicht gemerkt, es gibt weder spürbare Übergänge noch Unstimmigkeiten oder große Unterschiede beim Schreibstil, hätte ich es nicht gewußt, ich hätte niemals darauf getippt, dass hier mehr als ein Autor am Werke war. Die vierte Zeugin hat mich in´s Jahr 1534 entführt und ich konnte das Köln von damals sehen, spüren und riechen. Ich finde es faszinierend wie sehr ich alles vor Augen hatte, aber genauso bin ich froh, dass ich in dieser Zeit nicht leben mußte. Meist gab es entweder Elend oder Protz und schnell wurde mit Verurteilten kurzer Prozess gemacht. Die Menschen hatten zu kämpfen um das Nötigste zum Überleben zu haben und in der Geschichte um die Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff wird klar, wie schnell man von ganz oben in der Gosse landen kann. Natürlich war früher alles anders, einfacher, primitiver und oft grober, aber allzuweit von der heutigen Realität ist der Prozess Richard Charman gegen Agnes Imhoff nicht enfernt. Es geht um Bestechung, Erpressung, Betrug und Intrigen und vieles kommt einem auch aus der heutigen Zeit sehr bekannt vor. Die vierte Zeugin hat mir sehr gut gefallen, es ist flüssig und somit gut nachvollziehbar, spannend und interessant. Charaktere und Handlung waren tiefgründig und gut durchdacht und trotz einiger offen gebliebenen Fragen hat mich die Geschichte zufrieden zurückgelassen. Ich kann mir vorstellen noch weitere Werke von dieser gelungenen Autorenkooperation zu lesen, einen Vorgängerroman (Die sieben Häupter) gibt es bereits.

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  • Rezension zu "Die vierte Zeugin" von Heike Koschyk

    Die vierte Zeugin
    Klusi

    Klusi

    16. September 2012 um 20:11

    Köln 1534: Die Witwe Agnes Imhoff kämpft um ihr Recht, denn ihre Existenz ist bedroht. Ein Londoner Geschäftspartner ihres verstorbenen Mannes hat sie verklagt. Sie soll für einen Betrug ihres Gatten haften, denn sie hat den betreffenden Vertrag mit unterzeichnet. Verzweifelt versucht sie, ihre Unschuld zu beweisen und klarzustellen, dass sie diese Unterschrift nicht freiwillig geleistet hat. Auch sind die Umstände des Todes von Andreas Imhoff undurchsichtig und zweifelhaft. Agnes wird sogar verdächtigt, selbst dabei eine Rolle gespielt zu haben. Im Verlauf des Prozesses werden verschiedene Zeugen gehört, wobei einige Aussagen sehr belastend für die Angeklagte sind. Ihr Anwalt steht ihr nicht besonders hilfreich zur Seite, und man hat den Eindruck, dass sich das hohe Gericht bereits vorab eine feste Meinung gebildet hat. Mit der Zeit wenden sich auch viele von Agnes ab, die anfangs auf ihrer Seite waren. Sehr schnell wird klar, dass die verzweifelte Frau im Grunde genommen keine Chance hat. Es steckt viel mehr hinter der Sache, als nur die Klärung dieses Betrugsfalls. Auf höherer Ebene wurde beschlossen, an der Witwe des Andreas Imhoff ein Exempel zu statuieren. Dafür wird im Hintergrund auch mit Erpressung und Bestechung gearbeitet, denn die Interessen an diesem Präzedenzfall reichen bis in die hohe Politik. Zudem kommen dem Leser mit der Zeit starke Zweifel, ob Agnes vielleicht doch schuldig ist… Zwölf Autoren haben sich gemeinsam dieser historischen Geschichte angenommen, die auf einem wahren Fall basiert. Um eine harmonische Einheit zu erreichen, hat jeder Verfasser seinen Teil aus der Sicht eines der beteiligten Personen geschildert, was sich jeweils über zwei Kapitel erstreckt. Da jeder Autor „seinen“ Protagonisten hatte, wirkt es im Roman ganz natürlich, dass sich der Erzählstil immer ein wenig verändert, wenn der nächste Schreiber zur Feder gegriffen hat. Dieser interessante Aufbau des Buches hebt die individuellen Eigenheiten der Protagonisten in besonderer Weise hervor. Alle Abschnitte gemeinsam bilden dann ein geschliffenes, gut durchdachtes Gesamtbild. Das letzte Kapitel stellt eine Brücke zur Gegenwart dar, denn hier wird auf das dramatische Ereignis eingegangen, als im März 2009 Kölns historisches Archiv einstürzte, wobei unter anderem das Dokument dieses Gerichtsfalls schwer beschädigt wurde. Der Autorenkreis „Quo Vadis“ hat die Patenschaft für dieses alte Aktenstück übernommen und bei mehreren Benefiz- Lesungen Spenden für die Restaurierung betroffener Archivalien gesammelt. Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes, denn wann hat man schon die Gelegenheit, zwölf Meister ihres Fachs in so einem Gemeinschaftsprojekt zu erleben. Ich finde diese Aktion ganz hervorragend gelungen. Es ist ein fesselnder, in sich stimmiger und faszinierender Roman entstanden, der bis zuletzt Überraschungen bereithält und Zweifel zulässt, denn der Ausgang der Geschichte ist absolut nicht vorhersehbar.

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  • Rezension zu "Die vierte Zeugin" von Heike Koschyk

    Die vierte Zeugin
    Bellexr

    Bellexr

    28. August 2012 um 19:39

    Opfer oder Täterin? . Köln im Jahre 1534. Der Ehemann von Agnes Imhoff stirbt unter ungeklärten Umständen. Vor seinem Tod hat Andreas Imhoff sein gesamtes Vermögen seiner Ehefrau überschrieben. Kurz vor seinem Ableben hatte er jedoch noch eine ganze Schiffsladung teuersten Tuchs bestellt und anschließend behauptet, nur minderwertige Ware erhalten zu haben. Nun verklagt der geschädigte Geschäftsmann Richard Charman die Tuchhändlerwitwe. Der zuständige Richter wie auch die Schöffen scheinen sich bereits im Vorfeld ihre Meinung gebildet zu haben. Agnes kämpft verbissen um ihr Vermögen und bald offenbart sich nicht nur ein Familiendrama, sondern nach und nach kommen Lügen und politische Intrigen ans Licht, die bis in die europäischen Königshäuser zu reichen scheinen. . Als würde der Kölner Stadtschreiber die Begebenheiten erzählen, so beginnt Tanja Kinkel mit dem Prolog die Geschichte. Hier, wie auch im Epilog, der von Peter Prange geschrieben wurde, stellt man sofort die unterschiedlichen Sprachstile fest. Die Geschichte an sich jedoch, die u.a. von Oliver Pötzsch, Martina André und Titus Müller erzählt wird, wirkt wie aus einem Guss. Hier merkt man absolut überhaupt nicht, dass an der Geschichte mehrere Autoren gearbeitet haben. Und so kann man es durchaus als Meisterwerk bezeichnen, was den 12 Autoren mit diesem Buch gelungen ist. . Grundlage des mittlerweile vierten Gemeinschaftromans des Autorenkreises Quo Vadis ist ein Gerichtsfall aus dem 16. Jahrhundert, der eine ganze Stadt in Atem hielt. Damals war es durchaus üblich, dass der Ehemann seiner Frau sein Vermögen überschrieb und diese bei jedem Vertragsabschluss mit unterschrieb, jedoch nach dessen Tod nicht haftbar gemacht werden konnte, da ihre Unterschrift nach römischen Recht keine Gültigkeit hatte. Dies hatte weitreichende Folgen, bei denen es nicht selten um sehr viel Geld ging und somit auch politisch relevant war. An Agnes Imhoff sollte nun ein Präzedenzfall geschaffen werden, um dieses Geschäftsgebaren zukünftig zu unterbinden. Verständlich auch, dass die Verhandlung auch Interesse bei den europäischen Königshäusern hervorgerufen hatte. . Hat also Agnes von Anfang an keine Chance, den Fall zu gewinnen? Ist sie überhaupt ein Opfer oder wusste sie bestens über die Geschäfte ihres Mannes Bescheid und ist somit Täterin? Den Autoren gelingt es perfekt, nicht nur die Stimmung zur Zeit der Reformation einzufangen, sondern sie spielen zudem geschickt mit der Figur der Agnes Imhoff. Kaum hat man sich eine Meinung über die Tuchhändlerwitwe gebildet, wird sie bereits im nächsten Kapitel wieder revidiert. Mit einer flüssigen, einnehmenden und farbenprächtigen Sprache vermitteln die Autoren dem Leser die wahre Begebenheiten fesselnd und durchaus auch richtiggehend spannend - hierbei handelt es sich eindeutig um einen historischen Kriminalfall. . Die Geschichte basiert – wie bereits oben erwähnt – auf ein wahres Geschehen, allerdings haben die Autoren aus dramaturgischen Gründen den Gerichtsfall etwas gestrafft und die Gerichtsbarkeit von Speyer nach Köln verlegt. Und keine Sorge, die Geschichte spielt nicht nur vor Gericht, wirkt nie trocken erzählt und räumt zudem viel Platz dem Privatleben der mitwirkenden Figuren ein. Somit wirkt die Geschichte von Anfang bis Ende absolut rund und schlüssig erzählt. . Neben der interessanten und spannend erzählten Geschichte, sind auch die Charaktere bis in die kleinste Nebenrolle wunderbar herausgearbeitet. Allen voran natürlich die Figur der Agnes Imhoff. Die äußerst attraktive junge Frau wirkt in einer Szene wie ein verschüchtertes, hilfloses junges Mädchen, welches ihr Leben neben einem herzlosen Ehemann fristen musste, im nächsten Kapitel dann wieder wie eine selbstbewusste Geschäftsfrau, die sehr genau weiß, wie sie die Männerwelt um die Finger wickeln kann. . Fazit: Ein von Anfang bis Ende spannend und unterhaltsam erzählter Roman mit hervorragend herausgearbeiteten Charakteren und einer interessanten und politisch brisanten Geschichte, die auf einen wahren Gerichtsfall beruht und damals selbst die europäischen Königshäuser beschäftigt hatte. Wirklich eine gelungene Umsetzung der 12 Meister-Autoren.

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