Grimms Morde

von Tanja Kinkel 
4,2 Sterne bei45 Bewertungen
Grimms Morde
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Positiv (33):
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Die ehemalige Mätresse des Fürsten wurde ermordet und die Gebrüder Grimm sind tatverdächtig

Kritisch (3):
hasirasi2s avatar

Zu wenig Spannung, zu langatmig und viele Anspielungen die man nur versteht, wenn man die Biografien aller Beteiligten kennt.

Alle 45 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Grimms Morde"

Der neue historische Roman der Spiegel-Bestseller-Autorin Tanja Kinkel führt zurück in das neunzehnte Jahrhundert und verbindet märchenhaftes Setting und historische Spannung mit einer grausamen Mordserie: Aus Grimms Märchen werden Grimms Morde: Die Mätresse des hessischen Kurfürsten wird bestialisch ermordet, und die einzigen von der Polizei vorgefundenen Hinweise führen zu den Brüdern Grimm und zu den Schwestern von Droste zu Hülshoff. Nur die Zusammenarbeit der ungleichen Geschwisterpaare kann die Wahrheit über Morde und Märchen an den Tag bringen. In einer Zeit, wo die Errungenschaften der Freiheitskriege verloren gehen, Zensur und Überwachung in deutschen Fürstentümern wieder Einzug halten, müssen die vier sich den Verwicklungen der Vergangenheit stellen, um die Rätsel der Gegenwart zu lösen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426306611
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:480 Seiten
Verlag:Droemer Taschenbuch
Erscheinungsdatum:02.11.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Laudia89s avatar
    Laudia89vor 18 Tagen
    Kurzmeinung: gut geschrieben, aber nicht überzeugend
    gut geschrieben, aber nicht überzeugend

    Kassel, 1821: Die ehemalige Mätresse des Landesfürsten wird nach Märchenart bestialisch ermordet. Die einzigen Indizien weisen ausgerechnet auf die Gebrüder Grimm. Weil die Polizei nicht in Adelskreisen ermitteln kann, die sich lieber Bericht erstatten lassen, anstatt Fragen zu beantworten, kommen den Grimms Jenny und Annette von Droste-Hülshoff zur Hilfe. Ein Zitat aus einer der Geschichten, welche die Schwestern zur Märchensammlung der Grimms beigetragen hatten, war bei der Leiche gefunden worden. Bei ihrer Suche müssen sich die vier aber auch ihrer Vergangenheit stellen: Vorurteilen, Zuneigung, Liebe – und Hass, und diese Aufgabe ist nicht weniger schwierig. In einer Zeit, wo am Theater in Kassel ein Beifallsverbot erteilt wird, damit Stücke nicht politisch missbraucht werden können, Zensur und Überwachung in deutschen Fürstentümern wieder Einzug halten und von Frauen nur Unterordnung erwartet wird, sind Herz und Verstand gefragt.

    AM ANfang habe ich das Buch verschlungen, aber nachca. der Hälfte wurde es mir persönlich langsam ein wenig anstrengend. Der Schreibstil ist sehr gut und die Fakten sind gut recherchiert, aber es hat mir das gewisse extra gefällt.Und es dauert eine sehr lange Zeit bis der Punkt der Spannung erreicht wird.

    Man kann es lesen, aber es wäre jetzt kein muss weder für historiker noch für Krimi Liebhaber.

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    Christian_Mayers avatar
    Christian_Mayervor 4 Monaten
    Mehr ein Zeitportrait, denn ein Krimi

    Dass Buchtitel auf Märchen anspielen, ist nicht neu. Thriller wie "Schneewittchen muss sterben" von Nele Neuhaus oder "Aschenputtel" von Kristina Ohlsen sind nur ein kleine Auswahl. Vielleicht ist es dieses ungeschminkte Böse, das uns in Märchen so plastisch vor Augen tritt und uns deshalb so in seinen Bann zieht, dass sich Märchen für spannende Erzählungen eignen. Immerhin - so hört man - finde man in Märchen Archetypen des Bösen.
    Einen besonderen Flair bekommt die Angelegenheit, wenn die bekanntesten deutschen Märchensammler höchst selbst ins Fadenkreuz der Mordermittlungen geraten, weil bei einer Toten ein Stück Papier entdeckt wurde, auf dem sich ein Zitat aus den berühmten Werk, den Kinder- und Hausmärchen, findet. Wenn die Ermordete dann auch noch auf eine "märchenhaft-bestialische" Weise aus dieser Welt treten musste, dann kommen alle Zutaten zusammen, die Liebhaber spannender Historienkrimis gefallen.
    Und mit diesem Mord beginnt Tanja Kinkel auch ihre Geschichte. Allerdings webt Kinkel mit diesem Start keine spannenden Kriminalgeschichte. Eher rückt dieser Mord gefühlt immer mehr in der Hintergrund. Zwar beginnen die Gebrüder Grimm selbst zu ermitteln, da die Kasseler Polizei offenbar nicht konsequent ermittelt, doch tritt mehr und mehr die Beziehung der Gebrüder Grimm zu den Schwestern Jenny und Annette von Droste in den Mittelpunkt.
    Gut, diesen Fokus wollte Kinkel haben, wie sie abschließend in ihrem Buch schreibt, doch muss ein solcher Fokus zum Spannungsverlust führen. Zumindest, was die drohende Verhaftung und Verurteilung der Brüder anbelangt. Diese Angst kommt nämlich nicht auf. Zu sehr steht die Grimm-Droste-Verbindung im Mittelpunkt und das passt nicht ganz ins Setting. Man stelle sich vor: Ein Mord wurde begangen, Indizien verweisen auf einen selbst, man gerät damit für die Polizei in den Kreis der Verdächtigen. Würde man nicht alles daran setzen, seine Unschuld zu beweisen? Die Gebrüder Grimm sind zwar interessiert an dem Fall und beginnen auch eigene Nachforschungen, doch lassen sie die eigentlich zu erwartende Vehemenz vermissen, die der Situation wohl angemessen wäre. Hinzu kommt, dass Annette von Droste ein Geheimnis in sich trägt. Eines, das sie nicht loslässt. Dabei lässt sie den Leser über weite Strecken im Unklaren, was damals in Böckendorf geschehen ist und wofür sich Annette von Droste bis heute schämt. Bis das Geheimnis dann gelüftet wird, braucht es viele Seiten.
    Auch wenn das klassische Thrillergefühl ausbleibt, so gelingt Tanja Kinkel etwas anderes. Ihre Beschreibungen der Stadt Kassel im Jahre 1818, das noch mit den Überbleibseln des Franzosen Jérôme Bonaparte zu kämpfen hat, die verwendete Sprache sowie das Soziogramm einer uns heute fremden Gesellschaftsstruktur zeugen von einer tiefen Beschäftigung mit der Thematik. Kinkels Kassel wirkt echt, ebenso wie ihre Figuren. Nur das "Kriminalisieren", das fehlt in diesem Roman.

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    Buchfink_2793s avatar
    Buchfink_2793vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: wieder ein tolles Buch von Tanja Kinkel. Der Schreibstil macht es wieder zu etwas besonderem. Mordermittlungen mit den Gebrüdern Grimm.
    Grimms Morde von Tanja Kinkel

    In diesem Roman geht es um einen Mord an der ehemaligen Mätresse, des vor kurzem verstorbenen Kurfürsten von Kassel. Bei der schrecklich zugerichteten Leiche liegt ein Zettel mit einem Zitat aus der Märchensammlung der Gebrüder Grimm, die erst vor Kurzem veröffentlicht wurde. Dieser Umstand wirft die Frage auf, was die Grimms mit der Sache zu tun haben. Als eine zweite Leiche nach ähnlichem Muster gefunden wird, machen sich die Gebrüder daran ihren Ruf zu verteidigen, indem sie die Mordfälle selbst aufklären. Dabei bekommen sie Hilfe von den Schwestern Droste, die das entsprechende Märchen der Sammlung beigesteuert haben. Die vier müssen sich jedoch nicht nur mit den Beschuldigungen auseindander setzen, sondern auch mit Geschehnissen aus der Vergangenheit, die die Beziehung der Geschwisterpaare seit einiger Zeit prägen.

    Es ist wiedermal ein wunderbares Werk von Tanja Kinkel. Der Schreibstil ist eigen und ganz nach meinem Geschmack. Zu Beginn der Geschichte hatte ich Probleme mit all den Titeln und Personen klar zu kommen, aber sobald ich in der Handlung richtig drin war konnte ich die Charaktere gut auseinander halten. Das Geheimnis, das zwischen den Geschwistern steht hat mich fast mehr interessiert, als die tatsächliche Mordermittlung. Auch die Etikette der Gesellschaft aus der damaligen Zeit (1821) wurde glaubhaft rübergebracht. Die Charaktere waren glaubwürdig und einzigartig gestaltet. Die Ermittlungen und Geschehnisse haben mich in ihren Bann gezogen und machen mir Lust auf mehr Bücher aus der Zeit und auch von der Autorin. Ich möchte mehr...
    Von mir also eine ganz klare Leseempfehlung.

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    Filzblumes avatar
    Filzblumevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Spannend, historisch gut recheriert ermitteln die Brüder Grimm mit Annette von Droste zu Hülshoff den grausigen Mord an einer Frau.
    Das Ermittlerteam Grimm und zu Droste von Hülshoff

    Der historische Roman mit kriminalistischem Spürsinn hat mich in seinen Bann gezogen.Spannend, sprachlich auf einen hohem Niveau, das ich bei so vielen historischen Romane vermisse, gelingt es Tanja Kinkel ihre Leser zu fesseln und auch gleichzeitig zu verzaubern. Wunderbar recherchiert und mit den historischen Fakten geschickt verwebt führt uns der Roman nach Hessen, in das Jahr 1821. Bonaparte ist abgezogen, lebt in der Verbannung. Hessen war in Verwaltung seines Bruders Jerôme. Die Nachwirkungen der Besatzung sind noch immer deutlich. Die Brüder Wilhelm und Jacob Grimm leben zusammen mit ihrer Schwester Lotte in einer bürgerlichen Wohnung. Jacob ist u.a.in der Zensurkommission tätig, sein Bruder Wilhelm erteilt dem Sohn des Kurfürsten Kurprinz Friedrich Wilhelm, Geschichtsunterricht. Ein Mord passiert, und schon steht Jakob in Verdacht, denn bei der Toten fand sich ein Papier mit einem Zitat eines von ihm veröffentlichten Märchen. Das darin auch die Familie von Droste zu Hülshoff, insbesondere Annette und Jenny darin verwickelt sind, macht die Aufklärung schwieriger, denn ein in Bökendorf passierter Vorfall, in dem auch Wilhelm Grimm involviert zu sein scheint, zieht sich durch die Ermittlung. Dieser Roman, der auch die politische Situation in deutschen Landen widerspiegelt, ist durch die Autorin gut in Szene gesetzt. Alle Charaktere sind ausgereift und glaubwürdig, Die historischen Personen mit dem Geschehen gekonnt geschildert. Besonders hat mir gefallen, das der Roman nicht durch Klischees kontaminiert ist. Klare Leseempfehlung für Freunde der historischen Romane, die auf hohem Niveau lesen wollen, Spannung lieben, und auf wässrige Liebesgeschichten verzichten wollen.

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    spocks_girls avatar
    spocks_girlvor 8 Monaten
    Ein gutes Buch

    Kein oberflächlicher „historischer“ Krimi, bei dem man schon nach fünf Minuten weiß, wie er ausgeht. Man merkt sofort, dass hier jemand gründlich recherchiert hat. Zusätzlich zum Krimi erfährt man nebenbei einiges über das Kassel zur Zeit der Brüder Grimm und das Leben der Schwestern Droste-Hülshoff. Für Geschichtsinteressierte ist das wahrscheinlich nichts Neues, ich fand es sehr spannend!

    Die Kriminalgeschichte gerät hinter der Beschreibung der Welt und der Charaktere mit der Zeit fast etwas in den Hintergrund, was ich aber nicht schlimm fand. Die Auflösung kam mir relativ schlüssig vor, nur im letzten Drittel fand ich es etwas sehr offensichtlich, auf wen als Verdächtigen denn nun hingedeutet wird.

    Fast am interessantesten fand ich die Beziehung der Protagonisten untereinander. Nur so viel: Eine Wendung gegen Ende hat mich dann doch sehr überrascht. Manchmal sind Personen und Situationen eben doch nicht so klar, wie sie auf den ersten Blick scheinen!

    Insgesamt hat mich das Buch sehr positiv überrascht, es war mein erstes Buch der Autorin und ich kann mir gut vorstellen, mehr von ihr zu lesen.

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    HEIDIZs avatar
    HEIDIZvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Wir befinden uns im neunzehnten Jahrhundert und erleben historisches Spektakel, märchenhafte Stimmung und eine grausame Mordserie …
    Historischer Roman oder Krimi

    „Grimms Morde“ ist der aktuelle historische Roman von Tanja Kinkel.

     

    Wir befinden uns im neunzehnten Jahrhundert und erleben historisches Spektakel, märchenhafte Stimmung und eine grausame Mordserie …
    Die Grimms sind ja unbedingt mit Kassel in Verbindung zu bringen, wir tauchen ab in das Jahr 1821. Die ehemalige Mätresse des Landesfürsten Freiin von Bachros wird auf fürchterliche Art ermordet. Die Gebrüder Grimm werden aufgrund der Indizienlage verdächtigt. Die Polizei ermittelt nicht in Adelskreisen, die Schwestern Jenny und Annette von Droste-Hülshoff kommen schließlich den Grimmbrüdern zur Hilfe. Ein Zitat wurde bei der Leiche entdeckt, wir tauchen in die Vergangenheit ein.  Das Theater Kassel ist mit einem Beifallsverbot erlegt, damit die Stücke nicht politisch missbraucht werden können, Zensur und Überwachung herrschen in den deutschen Fürstentümern.
    Klug schreibt Tanja Kinkel die Geschichte, die ihre Idee ist – verbunden mit privaten Verwicklungen der zwei berühmtesten Geschwisterpaare der deutschen Literaturhistorie mit einem fiktiven Verbrechen …

     

    Extrem gelungen !!!

     

    Ich gebe zu, ich konnte mir erst einmal so wirklich vorstellen, was diese Geschichte mir bieten wird. Während des Lesens kam mir dann die Erleuchtung.

    Das Buch ist mit einem Lesebändchen versehen.

     

    Man könnte sich fragen, ist es nun ein Krimi oder ein historischer Roman? Beides würde ich sagen, wobei der Krimi lediglich fiktiv ist, die historischen Fakten hinter diesem allerdings topp recherchiert.

    Leseprobe:
    ==========

    „Mir ist das Gefühl auch nicht ganz unbekannt“, sagte Jakob und überging, was sie da gerade gestanden hatte, „aber sich deswegen gleich umzubringen, und noch dazu auf eine so elaborierte Weise?“ …

    Was man über das Kassel der Grimm-Zeit erfährt ist wirklich sehr spannend und interessant und das alles verbunden mit einem Mord, in dem Die Grimms und die Drost-Hülshoffs ermitteln, die Idee und Umsetzung sind einfach perfekt.

    Super Sache !!!!

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    kleeblatt2012s avatar
    kleeblatt2012vor 9 Monaten
    leider nicht so, wie gedacht

    Jakob und Wilhelm Grimm, Herausgeber der "Kinder- und Hausmärchen", leben zusammen mit ihren Geschwistern in Kassel. Als ein Mord die Stadtbewohner aufwühlt, werden die Gebrüder Grimm unweigerlich hineingezogen. Denn die Tote starb wie in einem von ihnen verlegten Märchen. Dies kommt den Schwestern von Droste zu Hülshoff zu Ohren, die das Märchen beigesteuert hatten. Zusammen mit den Brüdern versuchen Annette und Jenny den Mord aufzuklären, bis ein zweiter Toter auftaucht, vergiftet durch einem Apfel. Auch Annette entgeht nur knapp einem Anschlag. Wer hat es auf die Gebrüder Grimm und die Schwestern von Droste nur abgesehen?
    Die Autorin hat es mir mit der Geschichte nicht einfach gemacht. Verschachtelte Sätze, Abschweifungen in Religions- und Glaubensfragen, Rückblicke auf die Vergangenheit aller Beteiligten und immer wieder die Verbundenheit der Geschwister untereinander lassen den eigentlichen Fall, die Aufklärung der Morde, in den Hintergrund rücken.Manche Sätze musste ich mehrfach lesen, weil die Schreibweise dem Stil des 19. Jahrhunderts angepasst wurde. 
    Viele Namen werden genannt und so einige sind tiefer in der Geschichte involviert, als andere. Hier habe ich dann ab und zu etwas den Überblick verloren, gerade wenn es um die adligen Charaktere ging, Mätressen, Konkubinen, Grafen und weitere hochwohlgeborene Personen, die allesamt Dreck am Stecken haben. 
    Jakob Grimm konnte mich nicht wirklich überzeugen, da es ihm offensichtlich an Taktgefühl und sozialer Kompetenz fehlt. Mit Mitmenschen kann er nicht so, muss nun aber unweigerlich mit anderen zusammenarbeiten, da er in den Mittelpunkt der Ermittlungen rückt. Als Verdächtigter muss er nun natürlich dafür sorgen, dass er den wahren Mörder findet. Doch seine verletzende Art sowie der respektlose Umgang mit anderen, führt nicht gerade dazu, dass er sich Freunde macht. Nur sein Bruder Wilhelm bedeutet ihm viel. Ihm gegenüber kann er sich öffnen und zusammen versuchen sie, den Mord aufzuklären. Als dann noch die Schwestern von Droste nach Kassel kommen, scheint das Chaos perfekt. Alle haben eine gemeinsame Vergangenheit. Jenny und Wilhelm fühlen sich zueinander hingezogen, doch erlaubt es ihr unterschiedlicher Stand nicht, dass sie zusammenfinden. 
    Wilhelm ist warmherzig und auch seinen Geschwistern über viel offener und freundlicher als Jakob. Trotzdem hält er mehr zu ihm und stößt damit auch manchmal andere vor den Kopf.
    Annette hat mir sehr gut gefallen. Ihre forsche Art führt dazu, dass sie täglich Diskussionen ausfechten muss, doch öffnen sich hier auch Türen, die man anders nie zu sehen bekommen hätte. Ihre Sichtweise als Frau in der damaligen Zeit war fast revolutionär, nur wird sie nicht ernst genommen. Sie sagt, was sie denkt, sie versucht, zu tun, was sie will, doch wird sie immer wieder ausgebremst. Ihre schlagfertige Art lässt so manchen Mann blass aussehen, doch bekommt sie auch oft genug über den Mund gefahren.
    Zu Anfang war ich noch begeistert von der Geschichte, doch dann verzettelt sich alles. Die vielen Abschweifungen haben mich teilweise so sehr aus der Story gerissen, dass ich Mühe hatte, wieder zurückzufinden. 
    Die Suche nach dem Mörder hat sich auch nicht spannender gestaltet. Kleine Bruchstücke helfen zwar den Protagonisten, voranzukommen, doch bleiben diese wirklich klein. Und so zieht sich die Aufklärung dann auch in die Länge. Manche Passagen fand ich auch unnötig.
    Außerdem dachte ich, dass mehr Morde passieren, als nur zwei, d. h. dass mehr Märchen zum Anlass genommen werden. 
    Insoweit konnte mich das ganze Buch nicht so recht überzeugen.
    Fazit:Leider nicht so wie gedacht. 

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    Bücherfüllhorn-Blogvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Droste-Hülshoff und Grimm sind ein tolles Ermittler-Team!
    Droste-Hülshoff und Grimm sind ein tolles Ermittler-Team!

    Ein schöner Schmöker mit kriminalistischem Hintergrund. Als ich die Inhaltsangabe zu der Hauptprotagonisten-Konstellation der Brüder Grimm und zu Annette Droste-Hülshoff las, war ich so gar nicht überzeugt, wie man aus diesem „Stoff“ ein unterhaltsames Buch machen sollte, dass zudem noch im historischen und kriminalistischen Gewand daher kommen sollte. Aber es gelang, sogar so, dass ich das Buch am liebsten in einem Rutsch gelesen hätte.

    Das Setting spielt in Kassel und ein Mord basierend auf eines der Grimms Märchen geschieht. Eine interessante These oder Tatsache hat mich im Buch überrascht, dass einige Märchen nicht nur nicht von den Brüdern Grimm sind, sondern auch französischen Ursprungs sind. Das war mir neu, bzw. ich habe noch nie so genau darüber nachgedacht. Die Märchen wurden lediglich von den Brüdern Grimm gesammelt und zusammengetragen. Da Gebiet damals zur französischen Besatzungszone von Napoleon Bonarparte gehört hatte, lassen sich so vielleicht auch die französischen Ursprünge erklären.

    In Kassel verwirrte mich als geschichtlicher Laie die Kurfürsten und deren verschiedenen Mätressen, aber das war nicht so wichtig für mich. Für den Mord aber schon! Denn die gesamte Geschichte hat sich unterhaltsam und spannend lesen gelassen. Und ich bekam zudem Leselust, mich demnächst mal mit der Dichterin Annette Droste-Hülshoff zu befassen.

    Auch ein unerwartetes, zartes Love-Interest wird leicht angedeutet, aber offen gelassen. Also, ich hätte nach dem Schluss noch gerne weitergelesen und mir noch einen Band von diesem “Ermittler-Team“ gewünscht !!

     

    Alles in allem: Ein ruhiger und spannender Schmöker mit kriminalistischem Hintergrund im alten Kassel von 1822. Droste-Hülshoff und Grimm sind ein tolles Ermittler-Team!

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    Tine13s avatar
    Tine13vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Märchenhaft mörderische Geschichte aus einem anderen Jahrhundert!
    Brüderliches und schwesterliches Ermittlungsgeschick

    Im hessischen Kassel kommt im Jahre 1821 die ehemalige Mätresse des verstorbenen Kurfürsten zu Tode. Die grausame Ausführung des Mordes an Freifrau von Bachros erinnert an eine plattdeutsche Erzählung aus der Märchensammlung der Gebrüder Grimm. Oberwachtmeister Blaubart, hat den am Tatort auftauchenden Hofbibliothekar Jacob Grimm natürlich sogleich in Verdacht etwas mit dem Morden zu tun zu haben. Auf seine Unschuld plädierend, beginnen die Gebrüder auf eigene Faust zu ermitteln! Die mit den Grimms befreundeten Schwestern Jenny und Annette von Droste-Hülshoff eilen den Brüdern zu Hilfe, stammt doch das besagte Märchen aus ihrer Feder…..


    In ihren historischen Krimi „Grimms Morde“ steigt die Autorin Tanja Kinkel schon im Prolog mit dem märchenhaft grausigen Mordfall mitten ins Geschehen ein. Daraus entwickelt sich so langsam eine Geschichte, in der die Hauptrolle auf die Gebrüder Grimm und als Gegenpart die Schwestern Droste Hülshoff stehen. Daraus entwickelt sich neben der spannenden Verbrechensrecherche auch ein Sittenportrait der damaligen Zustände, Rechte und Sitten werden aufgezeigt und auch die damalige Politik und ihre Auswirkungen kommen zur Sprache.

    Ein besonders Augenmerk wird auch auf die Stellung von Mann und Frau, sowie auf die Standesdünkel der damaligen Zeit gelegt.

    Der ein wenig altmodisch anmutende Schreibstil der Autorin passt hervorragend zu dieser unterhaltsamen kriminellen Romangeschichte. Es ist kein Buch das sich mal so schnell nebenbei lesen lässt, man muss  schon Aufmerksamkeit und ein wenig Muße in die Zeilen stecken um das Buch zu genießen;) Besonders gelungen fand ich die Dialoge der Protagonisten, die sehr charakteristisch angelegt waren. Das Hintergrundwissen von Tanja Kinkel ist enorm und ihre Sprachgewandtheit einfach bewundernswert!


    Eine hervorragende und interessante Lektüre, die mir wirklich großen Spaß bereitet hat und einen ganz anderen, neuen Blickwinkel auf die beschriebenen berühmten Persönlichkeiten gegeben hat.

    Die fiktive Handlung wurde in deren Leben und um ihre Persönlichkeit gewoben, was ich unglaublich spannend fand. Sehr empfehlenswert für historisch Interessierte und Liebhaber guter Erzählkunst!

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    vielleser18s avatar
    vielleser18vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Interessant und unterhaltsam, der Erzählstil passt zur Zeit und Handlung und hat mir sehr gut gefallen.
    Interessant und unterhaltsam

    Jakob und Wilhelm Grimm leben in Kassel, ihre Märchensammlung ist vor kurzer Zeit erschienen. Da wird die ehemalige Mätresse des gerade verstorbenen Kurfürsten tot im Bergpark Wilhelmshöhe gefunden - grausam mit Kerzenwachs ermordet und bei ihr liegt ein Zettet mit einem Zitat aus einem eher unbekannten Märchen. Die Grimms sind entsetzt und versuchen herauszufinden, wer hinter dem Mord steht, auch deshalb, weil sie selber unter Verdacht stehen.

    Im fernen Münster leben die Schwestern Annette und Jenny von Droste-Hülshoff. Die beiden haben das Märchen, aus dem das Zitat stammte, und auch ein paar andere, einst den Grimm-Brüdern für die Märchensammlung übersandt. Daher sind auch sie schockiert und neugierig, was es damit auf sich hat. Annette, die gerade erst langsam aus ihrer Lethargie und ihrer depressiven Zeit erwacht, nachdem ihr im letzten Jahr übel mitgespielt worden ist, und Jenny reisen nach Kassel um Jakob und Wilhelm zu helfen. Doch sind sie dort willkommen ? Begeben sie sich nicht selbst in Gefahr ?

    Tanja Kinkels neuer Roman dreht sich um Morde, die in Kassel stattfinden. Doch auch wenn die Toten im Mittelpunkt stehen und Dreh- und Angelpunkt sind, sind es vor allem die Randgeschichten, die Informationen über die Grimm-Brüder und die Droste-Schwestern, das historische Stadtbild und die Lebensweise, die politischen Verhältnisse und die zurückliegende Napolonische Zeit, die den Roman so interessant und unterhaltsam machen.

    Die Autorin lässt durch wechselnde Sichtweisen Einblicke in das Leben ihrer Protagonisten zu.  In ihre Gemütslagen, Beweggründe, ihr Alltagsleben. Mal Jakob, mal Wilhelm, mal Annette, mal Jenny.
    Für mich war das alles sehr authentisch erzählt und ich konnte mir die Figuren sehr gut dabei vorstellen. Auch wenn die eigentliche Handlung natürlich reine Fiktion ist, ist vieles von dem "Drumherum" von der Autorin sehr gut recherchiert worden.

    Mein Fazit:
    Die Dialoge, die Geschehnisse, die Rahmenhandlung, die Begebenheiten, die Atmospähre und das Umfeld in Kassel - es war alles stimmig und einfach rund. Die Geschwisterpaare habe ich fast bildlich vor Augen gehabt und der Roman hat mich noch neugieriger auf die beiden gemacht. Die Ermittlungen und der Mord haben Spannung in die Geschichte hineingebracht, aber ich empfand gerade die vielen Randgeschichten als sehr unterhaltsam.

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