Tanja Kinkel Grimms Morde

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Inhaltsangabe zu „Grimms Morde“ von Tanja Kinkel

Der neue historische Roman der Spiegel-Bestsellerautorin Tanja Kinkel führt zurück in das neunzehnte Jahrhundert und verbindet märchenhaftes Setting und historische Spannung mit einer grausamen Mordserie. Rot wie Blut…
Kassel, 1821: Die ehemalige Mätresse des Landesfürsten wird nach Märchenart bestialisch ermordet. Die einzigen Indizien weisen ausgerechnet auf die Gebrüder Grimm. Weil die Polizei nicht in Adelskreisen ermitteln kann, die sich lieber Bericht erstatten lassen, anstatt Fragen zu beantworten, kommen den Grimms Jenny und Annette von Droste-Hülshoff zur Hilfe. Ein Zitat aus einer der Geschichten, welche die Schwestern zur Märchensammlung der Grimms beigetragen hatten, war bei der Leiche gefunden worden. Bei ihrer Suche müssen sich die vier aber auch ihrer Vergangenheit stellen: Vorurteilen, Zuneigung, Liebe – und Hass, und diese Aufgabe ist nicht weniger schwierig. In einer Zeit, wo am Theater in Kassel ein Beifallsverbot erteilt wird, damit Stücke nicht politisch missbraucht werden können, Zensur und Überwachung in deutschen Fürstentümern wieder Einzug halten und von Frauen nur Unterordnung erwartet wird, sind Herz und Verstand gefragt.
Geschickt verwebt Tanja Kinkel die privaten Verwicklungen von zwei der berühmtesten Geschwisterpaare der deutschen Literaturgeschichte in ein unglaubliches Verbrechen. Ein Mordsbuch.

ein historischer roman. leider lesen diese sich oft sehr schwer. aber er ist gut geschrieben.werde aber kein fan dieses genre werden.

— sabinep

wieder ein tolles Buch von Tanja Kinkel. Der Schreibstil macht es wieder zu etwas besonderem. Mordermittlungen mit den Gebrüdern Grimm.

— Buchfink_2793

Spannend, historisch gut recheriert ermitteln die Brüder Grimm mit Annette von Droste zu Hülshoff den grausigen Mord an einer Frau.

— Filzblume

Ich hatte mir mehr erwartet. Zwischendrin langatmig und etwas trocken.

— Mrs_Nanny_Ogg

Wir befinden uns im neunzehnten Jahrhundert und erleben historisches Spektakel, märchenhafte Stimmung und eine grausame Mordserie …

— HEIDIZ

Droste-Hülshoff und Grimm sind ein tolles Ermittler-Team!

— Bücherfüllhorn-Blog

Märchenhaft mörderische Geschichte aus einem anderen Jahrhundert!

— Tine13

Interessant und unterhaltsam, der Erzählstil passt zur Zeit und Handlung und hat mir sehr gut gefallen.

— vielleser18

Mit Anette Droste-Hülshoff und Jacob Grimm auf Mördersuche. Ein intelligentes Lesevergnügen.

— Bibliomarie

Die Gebrüder Grimm als Sherlock und Watson! Genial!

— Lieblingsleseplatz

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  • Mehr ein Zeitportrait, denn ein Krimi

    Grimms Morde

    Christian_Mayer

    13. May 2018 um 20:34

    Dass Buchtitel auf Märchen anspielen, ist nicht neu. Thriller wie "Schneewittchen muss sterben" von Nele Neuhaus oder "Aschenputtel" von Kristina Ohlsen sind nur ein kleine Auswahl. Vielleicht ist es dieses ungeschminkte Böse, das uns in Märchen so plastisch vor Augen tritt und uns deshalb so in seinen Bann zieht, dass sich Märchen für spannende Erzählungen eignen. Immerhin - so hört man - finde man in Märchen Archetypen des Bösen.Einen besonderen Flair bekommt die Angelegenheit, wenn die bekanntesten deutschen Märchensammler höchst selbst ins Fadenkreuz der Mordermittlungen geraten, weil bei einer Toten ein Stück Papier entdeckt wurde, auf dem sich ein Zitat aus den berühmten Werk, den Kinder- und Hausmärchen, findet. Wenn die Ermordete dann auch noch auf eine "märchenhaft-bestialische" Weise aus dieser Welt treten musste, dann kommen alle Zutaten zusammen, die Liebhaber spannender Historienkrimis gefallen.Und mit diesem Mord beginnt Tanja Kinkel auch ihre Geschichte. Allerdings webt Kinkel mit diesem Start keine spannenden Kriminalgeschichte. Eher rückt dieser Mord gefühlt immer mehr in der Hintergrund. Zwar beginnen die Gebrüder Grimm selbst zu ermitteln, da die Kasseler Polizei offenbar nicht konsequent ermittelt, doch tritt mehr und mehr die Beziehung der Gebrüder Grimm zu den Schwestern Jenny und Annette von Droste in den Mittelpunkt.Gut, diesen Fokus wollte Kinkel haben, wie sie abschließend in ihrem Buch schreibt, doch muss ein solcher Fokus zum Spannungsverlust führen. Zumindest, was die drohende Verhaftung und Verurteilung der Brüder anbelangt. Diese Angst kommt nämlich nicht auf. Zu sehr steht die Grimm-Droste-Verbindung im Mittelpunkt und das passt nicht ganz ins Setting. Man stelle sich vor: Ein Mord wurde begangen, Indizien verweisen auf einen selbst, man gerät damit für die Polizei in den Kreis der Verdächtigen. Würde man nicht alles daran setzen, seine Unschuld zu beweisen? Die Gebrüder Grimm sind zwar interessiert an dem Fall und beginnen auch eigene Nachforschungen, doch lassen sie die eigentlich zu erwartende Vehemenz vermissen, die der Situation wohl angemessen wäre. Hinzu kommt, dass Annette von Droste ein Geheimnis in sich trägt. Eines, das sie nicht loslässt. Dabei lässt sie den Leser über weite Strecken im Unklaren, was damals in Böckendorf geschehen ist und wofür sich Annette von Droste bis heute schämt. Bis das Geheimnis dann gelüftet wird, braucht es viele Seiten.Auch wenn das klassische Thrillergefühl ausbleibt, so gelingt Tanja Kinkel etwas anderes. Ihre Beschreibungen der Stadt Kassel im Jahre 1818, das noch mit den Überbleibseln des Franzosen Jérôme Bonaparte zu kämpfen hat, die verwendete Sprache sowie das Soziogramm einer uns heute fremden Gesellschaftsstruktur zeugen von einer tiefen Beschäftigung mit der Thematik. Kinkels Kassel wirkt echt, ebenso wie ihre Figuren. Nur das "Kriminalisieren", das fehlt in diesem Roman.

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  • Grimms Morde von Tanja Kinkel

    Grimms Morde

    Buchfink_2793

    08. February 2018 um 00:41

    In diesem Roman geht es um einen Mord an der ehemaligen Mätresse, des vor kurzem verstorbenen Kurfürsten von Kassel. Bei der schrecklich zugerichteten Leiche liegt ein Zettel mit einem Zitat aus der Märchensammlung der Gebrüder Grimm, die erst vor Kurzem veröffentlicht wurde. Dieser Umstand wirft die Frage auf, was die Grimms mit der Sache zu tun haben. Als eine zweite Leiche nach ähnlichem Muster gefunden wird, machen sich die Gebrüder daran ihren Ruf zu verteidigen, indem sie die Mordfälle selbst aufklären. Dabei bekommen sie Hilfe von den Schwestern Droste, die das entsprechende Märchen der Sammlung beigesteuert haben. Die vier müssen sich jedoch nicht nur mit den Beschuldigungen auseindander setzen, sondern auch mit Geschehnissen aus der Vergangenheit, die die Beziehung der Geschwisterpaare seit einiger Zeit prägen.Es ist wiedermal ein wunderbares Werk von Tanja Kinkel. Der Schreibstil ist eigen und ganz nach meinem Geschmack. Zu Beginn der Geschichte hatte ich Probleme mit all den Titeln und Personen klar zu kommen, aber sobald ich in der Handlung richtig drin war konnte ich die Charaktere gut auseinander halten. Das Geheimnis, das zwischen den Geschwistern steht hat mich fast mehr interessiert, als die tatsächliche Mordermittlung. Auch die Etikette der Gesellschaft aus der damaligen Zeit (1821) wurde glaubhaft rübergebracht. Die Charaktere waren glaubwürdig und einzigartig gestaltet. Die Ermittlungen und Geschehnisse haben mich in ihren Bann gezogen und machen mir Lust auf mehr Bücher aus der Zeit und auch von der Autorin. Ich möchte mehr...Von mir also eine ganz klare Leseempfehlung.

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  • Das Ermittlerteam Grimm und zu Droste von Hülshoff

    Grimms Morde

    Filzblume

    16. January 2018 um 13:52

    Der historische Roman mit kriminalistischem Spürsinn hat mich in seinen Bann gezogen.Spannend, sprachlich auf einen hohem Niveau, das ich bei so vielen historischen Romane vermisse, gelingt es Tanja Kinkel ihre Leser zu fesseln und auch gleichzeitig zu verzaubern. Wunderbar recherchiert und mit den historischen Fakten geschickt verwebt führt uns der Roman nach Hessen, in das Jahr 1821. Bonaparte ist abgezogen, lebt in der Verbannung. Hessen war in Verwaltung seines Bruders Jerôme. Die Nachwirkungen der Besatzung sind noch immer deutlich. Die Brüder Wilhelm und Jacob Grimm leben zusammen mit ihrer Schwester Lotte in einer bürgerlichen Wohnung. Jacob ist u.a.in der Zensurkommission tätig, sein Bruder Wilhelm erteilt dem Sohn des Kurfürsten Kurprinz Friedrich Wilhelm, Geschichtsunterricht. Ein Mord passiert, und schon steht Jakob in Verdacht, denn bei der Toten fand sich ein Papier mit einem Zitat eines von ihm veröffentlichten Märchen. Das darin auch die Familie von Droste zu Hülshoff, insbesondere Annette und Jenny darin verwickelt sind, macht die Aufklärung schwieriger, denn ein in Bökendorf passierter Vorfall, in dem auch Wilhelm Grimm involviert zu sein scheint, zieht sich durch die Ermittlung. Dieser Roman, der auch die politische Situation in deutschen Landen widerspiegelt, ist durch die Autorin gut in Szene gesetzt. Alle Charaktere sind ausgereift und glaubwürdig, Die historischen Personen mit dem Geschehen gekonnt geschildert. Besonders hat mir gefallen, das der Roman nicht durch Klischees kontaminiert ist. Klare Leseempfehlung für Freunde der historischen Romane, die auf hohem Niveau lesen wollen, Spannung lieben, und auf wässrige Liebesgeschichten verzichten wollen.

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  • Ein gutes Buch

    Grimms Morde

    spocks_girl

    12. January 2018 um 18:23

    Kein oberflächlicher „historischer“ Krimi, bei dem man schon nach fünf Minuten weiß, wie er ausgeht. Man merkt sofort, dass hier jemand gründlich recherchiert hat. Zusätzlich zum Krimi erfährt man nebenbei einiges über das Kassel zur Zeit der Brüder Grimm und das Leben der Schwestern Droste-Hülshoff. Für Geschichtsinteressierte ist das wahrscheinlich nichts Neues, ich fand es sehr spannend! Die Kriminalgeschichte gerät hinter der Beschreibung der Welt und der Charaktere mit der Zeit fast etwas in den Hintergrund, was ich aber nicht schlimm fand. Die Auflösung kam mir relativ schlüssig vor, nur im letzten Drittel fand ich es etwas sehr offensichtlich, auf wen als Verdächtigen denn nun hingedeutet wird. Fast am interessantesten fand ich die Beziehung der Protagonisten untereinander. Nur so viel: Eine Wendung gegen Ende hat mich dann doch sehr überrascht. Manchmal sind Personen und Situationen eben doch nicht so klar, wie sie auf den ersten Blick scheinen! Insgesamt hat mich das Buch sehr positiv überrascht, es war mein erstes Buch der Autorin und ich kann mir gut vorstellen, mehr von ihr zu lesen.

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  • Historischer Roman oder Krimi

    Grimms Morde

    HEIDIZ

    26. December 2017 um 20:05

    „Grimms Morde“ ist der aktuelle historische Roman von Tanja Kinkel.   Wir befinden uns im neunzehnten Jahrhundert und erleben historisches Spektakel, märchenhafte Stimmung und eine grausame Mordserie … Die Grimms sind ja unbedingt mit Kassel in Verbindung zu bringen, wir tauchen ab in das Jahr 1821. Die ehemalige Mätresse des Landesfürsten Freiin von Bachros wird auf fürchterliche Art ermordet. Die Gebrüder Grimm werden aufgrund der Indizienlage verdächtigt. Die Polizei ermittelt nicht in Adelskreisen, die Schwestern Jenny und Annette von Droste-Hülshoff kommen schließlich den Grimmbrüdern zur Hilfe. Ein Zitat wurde bei der Leiche entdeckt, wir tauchen in die Vergangenheit ein.  Das Theater Kassel ist mit einem Beifallsverbot erlegt, damit die Stücke nicht politisch missbraucht werden können, Zensur und Überwachung herrschen in den deutschen Fürstentümern. Klug schreibt Tanja Kinkel die Geschichte, die ihre Idee ist – verbunden mit privaten Verwicklungen der zwei berühmtesten Geschwisterpaare der deutschen Literaturhistorie mit einem fiktiven Verbrechen …   Extrem gelungen !!!   Ich gebe zu, ich konnte mir erst einmal so wirklich vorstellen, was diese Geschichte mir bieten wird. Während des Lesens kam mir dann die Erleuchtung. Das Buch ist mit einem Lesebändchen versehen.   Man könnte sich fragen, ist es nun ein Krimi oder ein historischer Roman? Beides würde ich sagen, wobei der Krimi lediglich fiktiv ist, die historischen Fakten hinter diesem allerdings topp recherchiert. Leseprobe: ========== „Mir ist das Gefühl auch nicht ganz unbekannt“, sagte Jakob und überging, was sie da gerade gestanden hatte, „aber sich deswegen gleich umzubringen, und noch dazu auf eine so elaborierte Weise?“ … Was man über das Kassel der Grimm-Zeit erfährt ist wirklich sehr spannend und interessant und das alles verbunden mit einem Mord, in dem Die Grimms und die Drost-Hülshoffs ermitteln, die Idee und Umsetzung sind einfach perfekt. Super Sache !!!!

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  • leider nicht so, wie gedacht

    Grimms Morde

    kleeblatt2012

    23. December 2017 um 19:06

    Jakob und Wilhelm Grimm, Herausgeber der "Kinder- und Hausmärchen", leben zusammen mit ihren Geschwistern in Kassel. Als ein Mord die Stadtbewohner aufwühlt, werden die Gebrüder Grimm unweigerlich hineingezogen. Denn die Tote starb wie in einem von ihnen verlegten Märchen. Dies kommt den Schwestern von Droste zu Hülshoff zu Ohren, die das Märchen beigesteuert hatten. Zusammen mit den Brüdern versuchen Annette und Jenny den Mord aufzuklären, bis ein zweiter Toter auftaucht, vergiftet durch einem Apfel. Auch Annette entgeht nur knapp einem Anschlag. Wer hat es auf die Gebrüder Grimm und die Schwestern von Droste nur abgesehen?Die Autorin hat es mir mit der Geschichte nicht einfach gemacht. Verschachtelte Sätze, Abschweifungen in Religions- und Glaubensfragen, Rückblicke auf die Vergangenheit aller Beteiligten und immer wieder die Verbundenheit der Geschwister untereinander lassen den eigentlichen Fall, die Aufklärung der Morde, in den Hintergrund rücken.Manche Sätze musste ich mehrfach lesen, weil die Schreibweise dem Stil des 19. Jahrhunderts angepasst wurde. Viele Namen werden genannt und so einige sind tiefer in der Geschichte involviert, als andere. Hier habe ich dann ab und zu etwas den Überblick verloren, gerade wenn es um die adligen Charaktere ging, Mätressen, Konkubinen, Grafen und weitere hochwohlgeborene Personen, die allesamt Dreck am Stecken haben. Jakob Grimm konnte mich nicht wirklich überzeugen, da es ihm offensichtlich an Taktgefühl und sozialer Kompetenz fehlt. Mit Mitmenschen kann er nicht so, muss nun aber unweigerlich mit anderen zusammenarbeiten, da er in den Mittelpunkt der Ermittlungen rückt. Als Verdächtigter muss er nun natürlich dafür sorgen, dass er den wahren Mörder findet. Doch seine verletzende Art sowie der respektlose Umgang mit anderen, führt nicht gerade dazu, dass er sich Freunde macht. Nur sein Bruder Wilhelm bedeutet ihm viel. Ihm gegenüber kann er sich öffnen und zusammen versuchen sie, den Mord aufzuklären. Als dann noch die Schwestern von Droste nach Kassel kommen, scheint das Chaos perfekt. Alle haben eine gemeinsame Vergangenheit. Jenny und Wilhelm fühlen sich zueinander hingezogen, doch erlaubt es ihr unterschiedlicher Stand nicht, dass sie zusammenfinden. Wilhelm ist warmherzig und auch seinen Geschwistern über viel offener und freundlicher als Jakob. Trotzdem hält er mehr zu ihm und stößt damit auch manchmal andere vor den Kopf.Annette hat mir sehr gut gefallen. Ihre forsche Art führt dazu, dass sie täglich Diskussionen ausfechten muss, doch öffnen sich hier auch Türen, die man anders nie zu sehen bekommen hätte. Ihre Sichtweise als Frau in der damaligen Zeit war fast revolutionär, nur wird sie nicht ernst genommen. Sie sagt, was sie denkt, sie versucht, zu tun, was sie will, doch wird sie immer wieder ausgebremst. Ihre schlagfertige Art lässt so manchen Mann blass aussehen, doch bekommt sie auch oft genug über den Mund gefahren.Zu Anfang war ich noch begeistert von der Geschichte, doch dann verzettelt sich alles. Die vielen Abschweifungen haben mich teilweise so sehr aus der Story gerissen, dass ich Mühe hatte, wieder zurückzufinden. Die Suche nach dem Mörder hat sich auch nicht spannender gestaltet. Kleine Bruchstücke helfen zwar den Protagonisten, voranzukommen, doch bleiben diese wirklich klein. Und so zieht sich die Aufklärung dann auch in die Länge. Manche Passagen fand ich auch unnötig.Außerdem dachte ich, dass mehr Morde passieren, als nur zwei, d. h. dass mehr Märchen zum Anlass genommen werden. Insoweit konnte mich das ganze Buch nicht so recht überzeugen.Fazit:Leider nicht so wie gedacht. 

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  • Droste-Hülshoff und Grimm sind ein tolles Ermittler-Team!

    Grimms Morde

    Bücherfüllhorn-Blog

    13. December 2017 um 21:12

    Ein schöner Schmöker mit kriminalistischem Hintergrund. Als ich die Inhaltsangabe zu der Hauptprotagonisten-Konstellation der Brüder Grimm und zu Annette Droste-Hülshoff las, war ich so gar nicht überzeugt, wie man aus diesem „Stoff“ ein unterhaltsames Buch machen sollte, dass zudem noch im historischen und kriminalistischen Gewand daher kommen sollte. Aber es gelang, sogar so, dass ich das Buch am liebsten in einem Rutsch gelesen hätte. Das Setting spielt in Kassel und ein Mord basierend auf eines der Grimms Märchen geschieht. Eine interessante These oder Tatsache hat mich im Buch überrascht, dass einige Märchen nicht nur nicht von den Brüdern Grimm sind, sondern auch französischen Ursprungs sind. Das war mir neu, bzw. ich habe noch nie so genau darüber nachgedacht. Die Märchen wurden lediglich von den Brüdern Grimm gesammelt und zusammengetragen. Da Gebiet damals zur französischen Besatzungszone von Napoleon Bonarparte gehört hatte, lassen sich so vielleicht auch die französischen Ursprünge erklären. In Kassel verwirrte mich als geschichtlicher Laie die Kurfürsten und deren verschiedenen Mätressen, aber das war nicht so wichtig für mich. Für den Mord aber schon! Denn die gesamte Geschichte hat sich unterhaltsam und spannend lesen gelassen. Und ich bekam zudem Leselust, mich demnächst mal mit der Dichterin Annette Droste-Hülshoff zu befassen. Auch ein unerwartetes, zartes Love-Interest wird leicht angedeutet, aber offen gelassen. Also, ich hätte nach dem Schluss noch gerne weitergelesen und mir noch einen Band von diesem “Ermittler-Team“ gewünscht !!   Alles in allem: Ein ruhiger und spannender Schmöker mit kriminalistischem Hintergrund im alten Kassel von 1822. Droste-Hülshoff und Grimm sind ein tolles Ermittler-Team!

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  • Brüderliches und schwesterliches Ermittlungsgeschick

    Grimms Morde

    Tine13

    07. December 2017 um 21:28

    Im hessischen Kassel kommt im Jahre 1821 die ehemalige Mätresse des verstorbenen Kurfürsten zu Tode. Die grausame Ausführung des Mordes an Freifrau von Bachros erinnert an eine plattdeutsche Erzählung aus der Märchensammlung der Gebrüder Grimm. Oberwachtmeister Blaubart, hat den am Tatort auftauchenden Hofbibliothekar Jacob Grimm natürlich sogleich in Verdacht etwas mit dem Morden zu tun zu haben. Auf seine Unschuld plädierend, beginnen die Gebrüder auf eigene Faust zu ermitteln! Die mit den Grimms befreundeten Schwestern Jenny und Annette von Droste-Hülshoff eilen den Brüdern zu Hilfe, stammt doch das besagte Märchen aus ihrer Feder….. In ihren historischen Krimi „Grimms Morde“ steigt die Autorin Tanja Kinkel schon im Prolog mit dem märchenhaft grausigen Mordfall mitten ins Geschehen ein. Daraus entwickelt sich so langsam eine Geschichte, in der die Hauptrolle auf die Gebrüder Grimm und als Gegenpart die Schwestern Droste Hülshoff stehen. Daraus entwickelt sich neben der spannenden Verbrechensrecherche auch ein Sittenportrait der damaligen Zustände, Rechte und Sitten werden aufgezeigt und auch die damalige Politik und ihre Auswirkungen kommen zur Sprache. Ein besonders Augenmerk wird auch auf die Stellung von Mann und Frau, sowie auf die Standesdünkel der damaligen Zeit gelegt. Der ein wenig altmodisch anmutende Schreibstil der Autorin passt hervorragend zu dieser unterhaltsamen kriminellen Romangeschichte. Es ist kein Buch das sich mal so schnell nebenbei lesen lässt, man muss  schon Aufmerksamkeit und ein wenig Muße in die Zeilen stecken um das Buch zu genießen;) Besonders gelungen fand ich die Dialoge der Protagonisten, die sehr charakteristisch angelegt waren. Das Hintergrundwissen von Tanja Kinkel ist enorm und ihre Sprachgewandtheit einfach bewundernswert! Eine hervorragende und interessante Lektüre, die mir wirklich großen Spaß bereitet hat und einen ganz anderen, neuen Blickwinkel auf die beschriebenen berühmten Persönlichkeiten gegeben hat. Die fiktive Handlung wurde in deren Leben und um ihre Persönlichkeit gewoben, was ich unglaublich spannend fand. Sehr empfehlenswert für historisch Interessierte und Liebhaber guter Erzählkunst!

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  • Interessant und unterhaltsam

    Grimms Morde

    vielleser18

    06. December 2017 um 18:46

    Jakob und Wilhelm Grimm leben in Kassel, ihre Märchensammlung ist vor kurzer Zeit erschienen. Da wird die ehemalige Mätresse des gerade verstorbenen Kurfürsten tot im Bergpark Wilhelmshöhe gefunden - grausam mit Kerzenwachs ermordet und bei ihr liegt ein Zettet mit einem Zitat aus einem eher unbekannten Märchen. Die Grimms sind entsetzt und versuchen herauszufinden, wer hinter dem Mord steht, auch deshalb, weil sie selber unter Verdacht stehen. Im fernen Münster leben die Schwestern Annette und Jenny von Droste-Hülshoff. Die beiden haben das Märchen, aus dem das Zitat stammte, und auch ein paar andere, einst den Grimm-Brüdern für die Märchensammlung übersandt. Daher sind auch sie schockiert und neugierig, was es damit auf sich hat. Annette, die gerade erst langsam aus ihrer Lethargie und ihrer depressiven Zeit erwacht, nachdem ihr im letzten Jahr übel mitgespielt worden ist, und Jenny reisen nach Kassel um Jakob und Wilhelm zu helfen. Doch sind sie dort willkommen ? Begeben sie sich nicht selbst in Gefahr ? Tanja Kinkels neuer Roman dreht sich um Morde, die in Kassel stattfinden. Doch auch wenn die Toten im Mittelpunkt stehen und Dreh- und Angelpunkt sind, sind es vor allem die Randgeschichten, die Informationen über die Grimm-Brüder und die Droste-Schwestern, das historische Stadtbild und die Lebensweise, die politischen Verhältnisse und die zurückliegende Napolonische Zeit, die den Roman so interessant und unterhaltsam machen. Die Autorin lässt durch wechselnde Sichtweisen Einblicke in das Leben ihrer Protagonisten zu.  In ihre Gemütslagen, Beweggründe, ihr Alltagsleben. Mal Jakob, mal Wilhelm, mal Annette, mal Jenny. Für mich war das alles sehr authentisch erzählt und ich konnte mir die Figuren sehr gut dabei vorstellen. Auch wenn die eigentliche Handlung natürlich reine Fiktion ist, ist vieles von dem "Drumherum" von der Autorin sehr gut recherchiert worden. Mein Fazit:Die Dialoge, die Geschehnisse, die Rahmenhandlung, die Begebenheiten, die Atmospähre und das Umfeld in Kassel - es war alles stimmig und einfach rund. Die Geschwisterpaare habe ich fast bildlich vor Augen gehabt und der Roman hat mich noch neugieriger auf die beiden gemacht. Die Ermittlungen und der Mord haben Spannung in die Geschichte hineingebracht, aber ich empfand gerade die vielen Randgeschichten als sehr unterhaltsam.

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  • Wirklich gut geworden

    Grimms Morde

    tigerbea

    03. December 2017 um 15:42

    Als in Kassel eine ehemalige Mätresse des damaligen Kurfürsten brutal ermordet aufgefunden wird, gerät Jacob Grimm unter Verdacht. Denn die Tat erinnert an eines seiner Märchen. Doch die Gebrüder Grimm bekommen starke Hilfe durch die Schwestern von Droste-Hülshoff. Ob es gelingt, Jacobs Unschuld zu beweisen? Dies Buch ist etwas ganz besondetes. Man begegnet historischen Persönlichkeiten von denen man denkt, man kennt sie. Und erfährt doch viele Neuigkeiten über sie und lernt eine völlig neue Seite an ihnen kennen. Tanja Kinkel vermittelt dabei auch noch einen guten Einblick in die damalige Politik und die Umgangsgepflogenheiten, so daß man zum Beispiel über das Bild der damaligen Frau heute lächeln muß. Dies macht das Buch unheimlich interessant. Man merkt deutlich, wie akribisch genau die Autorin recherchiert hat. Dadurch hat man beim Lesen nebenbei auch noch einen Lerneffekt. Auch der Schreibstil paßt zur Zeit, was ich persönlich sehr wichtig finde. Die Spannung hält hier wirklich gut bis zum Ende. Dadurch, daß man für die Gebrüder Grimm ohnehin schon Sympathien hat, fällt es nicht schwer, mit ihnen zu zittern. Eine absolute Leseempfehlung!

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  • Der LovelyBooks Advent - Buchverlosung bis zum 24.12.2017 zu euren Wunschbüchern

    LovelyBooks Spezial

    Marina_Nordbreze

    Süßer die Bücher nie klingen! Die Plätzchen stehen neben dem liebsten Heißgetränk, im Kerzenschein erstrahlt die Leseecke – Und während wir unsere Wohnung winterlich einrichten, sollte das Bücherregal nicht leer ausgehen. Das ruft nach neuen Büchern, oder?Deswegen freuen wir uns, euch beim LovelyBooks Advent buchige Geschenke machen zu können!Vom 01.12. bis zum 24.12. öffnen wir jeden Tag unser Bücherregal für euch und ihr habt die Chance euch selbst zu beschenken.Am 24.12. entscheidet ihr, welches Buch wir verlosen! Und damit ihr genügend Zeit für die Entscheidung habt, könnt ihr euch bereits jetzt dafür bewerben!Ihr habt ein Buch, welches schon viel zu lange auf eurer Wunschliste steht? Dann verratet uns, welches Buch ihr euch wünscht und mit etwas Glück schenken wir euch genau dieses Buch!Ihr braucht Inspiration? Dann guckt doch bei unserem Geschenkefinder vorbei!Bewerbt euch bis einschließlich 24.12.2017 direkt über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und verratet uns euer Wunschbuch! Fünf glückliche Gewinner dürfen sich dann schon bald über Buchpost freuen! Habt ihr eure Wunschbuch über den Geschenkefinder gefunden? Dann freuen wir uns über einen Hinweis dazu in eurem Bewerbungsbeitrag!Mitmachen lohnt sich! Wer an mindestens 10 Verlosungen im LovelyBooks Advent teilnimmt, hat die Chance auf ein riesiges Buchpaket mit allen 24 Büchern aus dem LovelyBooks Advent! Auf der Suche nach Geschenken? Dann guckt direkt bei unserem Geschenkefinder vorbei, um das richtige Geschenk für eure Liebsten zu finden! Bitte beachte vor deine Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen!

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    • 1557

    PMelittaM

    03. December 2017 um 13:34
  • Sittengemälde des 19. Jahrhunderts

    Grimms Morde

    nirak03

    03. December 2017 um 11:42

    Es war einmal alte Mätresse, diegewaltsam zu Tode kam. Dies trug sich zu, im Jahre 1821 in der StadtKassel. So oder so ähnlich könnte eines der Märchen der BrüderGrimm auch beginnen. Aber hier wird kein Märchen erzählt, sonderdie Geschichte einer Frau, die ermordet wurde und mit diesem MordWilhelm und Jacob Grimm in Verdacht bringt. Die Art und Weise, wiesie starb, haben diese zwei nämlich gerade ausführlich in ihrer soeben erschienen Märchensammlung veröffentlicht. Die Polizei istauch nicht gerade hilfreich bei der Lösung des Falles. Dann abertreten die Schwestern Droste-Hülshoff auf den Plan. Jenny undAnnette haben einige Geschichten zu der Sammlung beigetragen.Ausgerechnet ein Zitat aus ihrem Märchen wurde bei der Leichegefunden. Die Schwestern sehen sich genötigt den Grimms zur Hilfe zueilen. Der neue Roman von Tanja Kinkel istalles andere als ein Märchen der Brüder Grimm, auch wenn eszunächst den Anschein hat. Die Geschichte beginnt mit einem Mord,der natürlich aufgeklärt werden will, aber im Vordergrund stehtmehr das Leben von Jacob und Wilhelm Grimm und ihrer Familie. Kinkel hat hier nicht einfach nur einenKrimi geschrieben, sondern erzählt viel mehr aus dem Leben dieserZeit. Aus der Zeit als die Besatzer, nämlich Napoleon, Kasselverlassen haben. Wie die Menschen sich damals fühlten, was siebewegte und antrieb. Ihr ist hier gelungen, die Zeit von 1821einzufangen. Lebhaft und authentisch hat sie Bilder in meinem Kopfentstehen lassen. Ich fühlte mich regelrecht in die Zeitzurückversetzt. Sicherlich war der Einstieg in diesen Roman nichtganz einfach. Tanja Kinkel hat sich für einen etwas sperrig lesendenErzählstil entschieden, aber nachdem die ersten ca. 50 Seitengelesen waren, konnte ich kaum noch aufhören, das Buch einfach nichtzur Seite legen. Aber nicht weil der Fall so spannend war (der Krimiist auch spannend aber eben nicht nur), sondern weil dieLebensgeschichte der Brüder Grimm und das Aufeinandertreffen mit denSchwestern so gelungen erzählt wurde. Für mich war der Mord undalles, was damit zusammenhing, irgendwie nur Beiwerk für einentollen historischen Roman, über eine Epoche, zu der ich noch nichtso viel gelesen habe. Ein Personenregister zu Beginn sorgtdirekt dafür, dass man den Überblick über die Protagonisten nichtverliert. In einem Nachwort zum Schluss, klärt die Autorin Fiktionund Wahrheit, es war aufschlussreich. Eine Bibliografie verräteiniges darüber, wo der Leser Wissenswertes zu der Geschichte derBrüder Grimm oder den Droste-Hülshoff-Schwestern nachlesen kann. „Grimms Morde“ war für mich einerder besten historischen Romane, die ich dieses Jahr gelesen habe. DerErzählstil zeugt von hoher Erzählkunst und hat einfach nur Spaßgemacht. Die Geschichte selbst war facettenreich und bildhaft und hatmich nicht mehr losgelassen.  

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  • Facettenreicher Histokrimi

    Grimms Morde

    Bella5

    01. December 2017 um 10:09

    Tanja Kinkel hat mit „Grimms Morde“ einen lesenswerten historischen Roman vorgelegt, oder sollte man von einem historischen Krimi sprechen? Handwerklich ist das Buch klasse gemacht, ein ausführliches Nachwort rundet das Ganze ab. Die Autorin verwebt geschickt Historisches und Fiktionales. Sie schickt die Gebrüder Grimm als Ermittler ins Rennen, und auch die  Schwestern von Droste sind mit von der Partie. Dem Leser werden also bekannte und populäre Figuren der deutschen Geschichte präsentiert, die Gebrüder Grimm stehen nicht zuletzt durch ihre Märchensammlung für gute Unterhaltung, wieso sie also nicht als Detektive agieren lassen? Tanja Kinkel gelingt es, ihren Figuren Tiefe und Glaubwürdigkeit zu verleihen. Sie hat gut recherchiert, denn ihre Charaktere sind Personen mit Licht – und Schattenseiten. Das macht die Figuren richtig rund. Geschickt vermischt sie dabei Dichtung und Wahrheit. Eine spannende Rahmenhandlung ist ebenfalls gegeben: „ Kassel, 1821: Die ehemalige Mätresse des Landesfürsten wird nach Märchenart bestialisch ermordet. Die einzigen Indizien weisen ausgerechnet auf die Gebrüder Grimm. Weil die Polizei nicht in Adelskreisen ermitteln kann, die sich lieber Bericht erstatten lassen, anstatt Fragen zu beantworten, kommen den Grimms Jenny und Annette von Droste-Hülshoff zur Hilfe. Ein Zitat aus einer der Geschichten, welche die Schwestern zur Märchensammlung der Grimms beigetragen hatten, war bei der Leiche gefunden worden. Bei ihrer Suche müssen sich die vier aber auch ihrer Vergangenheit stellen: Vorurteilen, Zuneigung, Liebe – und Hass, und diese Aufgabe ist nicht weniger schwierig. In einer Zeit, wo am Theater in Kassel ein Beifallsverbot erteilt wird, damit Stücke nicht politisch missbraucht werden können, Zensur und Überwachung in deutschen Fürstentümern wieder Einzug halten und von Frauen nur Unterordnung erwartet wird, sind Herz und Verstand gefragt…“   Geschichtslektion und spannende Unterhaltung: „Grimms Morde“ ist beides. Die Autorin versteht ihr Handwerk wirklich, ich konnte mir alles lebhaft vorstellen. Auch gefiel mir die Sprache: Sie ist nicht zu modern. „Grimms Morde“ ist ein Muss für alle, die gerne historische Romane lesen. Etwas Sitzfleisch muss der Leser aber mitbringen, denn es ist kein Buch, das man en passant konsumieren kann. Bei dem Roman handelt es sich mitnichten um literarisches Fastfood. Man erhält als Leser einen historisch korrekten Einblick in das neunzehnte Jahrhundert, einen sozial – und gesellschaftsgeschichtlichen Überblick. Mir hat der Roman ein paar schöne Lesestunden beschert. Auch auf dem weihnachtlichen Gabentisch würde sich das Buch sicher gut machen. :-)

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    • 5
  • Mord und Märchen

    Grimms Morde

    Bibliomarie

    28. November 2017 um 12:19

    Kassel 1821: Die napoleonische Besetzung ist vorbei, der alte Kurfürst verstorben, sein Sohn hat die Regentschaft über das Fürstentum übernommen und die alte Ordnung wieder hergestellt. Da wird die langjährige Mätresse des alten Kurfürsten tot aufgefunden. Ermordet, wie in einem Märchen der Brüder Grimm. Jacob Grimm, Bibliothekar und Zensor im Kurfürstentum gerät in das Blickfeld des Polizisten Blauberg. Grimm ist nicht sonderlich gut angesehen im Beamtenstaat, war er doch auch während der Napoleonszeit Beamter und daher schon per se verdächtig.Die Schwestern Anette und Jenny von Droste haben dieses Märchen zur Sammlung beigesteuert und namentlich Anette fühlt sich mitschuldig, denn es ist kein altes Märchen, die sie den Grimms übermittelt haben, sondern eine von ihr ausgedachte Geschichte. Tanja Kinkel, die wie immer in ihren Romanen das Umfeld hervorragend recherchiert, lässt eine unruhige Zeit lebendig werden. Auch ihren Hauptprotagonisten, den Brüdern Grimm und den Schwestern Droste, gibt sie viel Raum. Sie werden lebendig, so sehr, dass man sehr gern mehr über sie erfahren möchte und das ist ein Mehrwert, den ich an diesem Buch gleich von Beginn an schätzte. Die restrektive Ständepolitik und die fest gemauerte Vorherrschaft des Adels machen es der bürgerlichen Polizei schwer in diesen Kreisen zu ermitteln. Umso einfacher ist es, sich an den bürgerlichen Jacob Grimm zu halten. Trotz allerlei Bedenken gegen weibliche Einmischung – damals hatte die Frau den gottgewollten Platz einzunehmen – ist Jacob zunehmend von der klugen und scharfzüngigen Anette angetan und nimmt ihre Hilfe an. Mir gefiel ausnehmend gut, wie die Autorin historisch Belegtes mit romanhaften Elementen mischt und sie damit die Figuren lebendig und interessant gestaltet. Eine Nebenfigur, Lotte Grimm, die dem Haushalt der Brüder vorsteht und sich weder von den finanziellen Einschränkungen, noch von den männlichen Vorstellungen vom rechten Platz der Frau, einschränken lässt, hat mir besonders gut gefallen. Kinkel wählt einen Sprachstil, der der Zeit angepasst ist. Vielleicht einige Seiten lang ungewohnt für heutige Leser, aber man ist sehr schnell vertraut damit. „Grimms Morde“ ist eine lebendige und unterhaltsame Mischung aus Kriminalroman, Literatur- und Zeitgeschichte. Es war spannend und weckte den Wunsch mehr über die Zeit und die Personen zu erfahren. Das machte das Buch zu einem richtigen Lese – Highlight für mich. Eine Biographie der Droste steht nun gleich als nächstes Buch auf meiner Wunschliste.

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  • "Von Märchensammlern und Mordgesellen"

    Grimms Morde

    Giselle74

    27. November 2017 um 11:18

    Ein neues Buch von Tanja Kinkel, Meisterin des historischen Romans, die seit ca 1990 alle ein bis zwei Jahre, mit wenigen Ausnahmen, ein Buch hervor bringt. Eine unglaubliche Produktivität, die, das sei gleich zu Anfang gesagt, in diesem Falle nicht zu Lasten des Romans geht. Der ist nämlich ausgezeichnet konzipiert und liest sich durchgehend vergnüglich. Um die Brüder Grimm geht es, Jakob und Wilhelm, allseits bekannt durch ihre Sammlung von Märchen, und um die Schwestern von Droste zu Hülshoff, Annette und Jenny, wobei nur erstere durch ihre Novelle „Die Judenbuche“ den meisten Lesern bekannt sein dürfte. Die ungleichen Geschwisterpaare, das eine bürgerlich und abhängig von der Gunst des Landesfürsten, das andere adelig und abhängig von der Gunst ihrer männlichen Verwandten, geraten in einen Mordfall. Eine ehemalige Mätresse des Vaters des jetzigen Fürsten wird auf ungewöhnliche Weise ums Leben gebracht. Ein Zettel mit einem Märchenzitat aus der Sammlung der Grimms, ursprünglich geschrieben von Annette, liegt anbei. So beginnen die Geschwisterpaare zu ermitteln, im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Und für die Beschreibung dieses Rahmens nimmt sich Tanja Kinkel erfreulicherweise viel Zeit. Der Roman spielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts, hauptsächlich im protestantischen Kassel, aber auch im katholischen Münster. Die Franzosen sind gerade abgezogen, das von Napoleons Bruder regierte Königreich Westphalen wurde wieder in die vorherigen Fürstentümer unterteilt. Die alten Adelsfamilien sind erneut an der Macht und jeder, der mit den Franzosen zusammengearbeitet hat, fällt nun in Ungnade – so auch Jakob Grimm, der um seinen Bibliothekarsposten bangen muss. Als Reaktion auf das französische Savoir-vivre folgt eine Zeit der Sittenstrenge, der Rückbesinnung auf das Häusliche und die „weiblichen Tugenden“ – die Biedermeierzeit. Darunter haben besonders die Droste-Schwestern zu leiden, wird Frauen doch jeglicher Intellekt abgesprochen, gilt die Schreibkunst als männliche Domäne, sind Frauen unter die willkürliche Oberaufsicht ihrer männlichen Verwandten gestellt. Der Roman passt sich dem Tempo dieser Zeit an: lange Spazierwege und Kutschfahrten führen zu intensiven Gesprächen, der Satzbau ist bisweilen umständlich und verschnörkelt. Keine Ermittlung kann auf direktem Wege erfolgen, es muss immer auf die Befindlichkeiten der involvierten Obrigkeiten geachtet werden.Wer einen schnellen, actionreichen Krimi erwartet, wird mit diesem Buch arg enttäuscht werden. Weite Teile beschäftigen sich mit der Situation der Geschwisterpaare, so entspricht das Verhalten Annettes und Jennys natürlich nicht den Erwartungen der männlichen Grimms, andere Teile vermitteln Landesgeschichte oder entflechten die komplizierten Verbindungen in den Adelshäusern. Überhaupt ist das Buch eher ein Sittengemälde des Biedermeier als ein Kriminalroman. Wer sich darauf einlässt, erfährt viel über das Leben der Grimms und Droste-Hülshoffs, und bekommt Einblick in eine Zeit, über die es ansonsten recht wenig Literatur gibt. Und trotzdem ist der Mordfall durchaus spannend aufgebaut und der Roman besteht keineswegs nur aus zeitgeschichtlichem Geplauder. Tanja Kinkel ist es hervorragend gelungen, beides zu verbinden. Ein vergnügliches Leseabenteuer und, dank der liebevollen Ausstattung von Droemer, auch ein Schmuckstück für die Buchsammlung.

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