Tanja Maljartschuk

 4.4 Sterne bei 7 Bewertungen

Lebenslauf von Tanja Maljartschuk

Die Ukrainische Welle: Tanja Maljartschuk, geboren 1983 in Iwano-Frankiwsk, Ukraine, ist eine Ukrainische Schrifstellerin. Maljartschuk studierte Philologie an der Universität in Vorkarpaten in Iwano-Frankiwsk und arbeitete im Anschluss einige Jahre als Kultur- und investigative Journalistin in Kiew. 2011 zog sie nach Wien. Danach arbeitete einige Jahre als Journalistin bei den verschiedensten Fernsehsendern. 2009 erschien ihr erster Erzählband „Neunprozentiger Haushaltsessig“. Die Autorin schreibt regelmäßig Kolumnen für die Deutsche Welle und für Zeit Online. Außerdem ist sie die Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preises. Die Autorin lebt heute in Wien.

Alle Bücher von Tanja Maljartschuk

Cover des Buches Biografie eines zufälligen Wunders (ISBN:9783701743605)

Biografie eines zufälligen Wunders

 (4)
Erschienen am 27.08.2013
Cover des Buches Blauwal der Erinnerung (ISBN:9783462052206)

Blauwal der Erinnerung

 (2)
Erschienen am 14.02.2019
Cover des Buches Neunprozentiger Haushaltsessig (ISBN:9783701715121)

Neunprozentiger Haushaltsessig

 (1)
Erschienen am 03.03.2009
Cover des Buches VON HASEN UND ANDEREN EUROPÄERN (ISBN:9783940524430)

VON HASEN UND ANDEREN EUROPÄERN

 (0)
Erschienen am 04.12.2015
Cover des Buches Überflutet (ISBN:9783900986872)

Überflutet

 (0)
Erschienen am 28.12.2016
Cover des Buches Biografie eines zufälligen Wunders (ISBN:9783701716128)

Biografie eines zufälligen Wunders

 (0)
Erschienen am 01.08.2013

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Neue Rezensionen zu Tanja Maljartschuk

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Rezension zu "Blauwal der Erinnerung" von Tanja Maljartschuk

Wie Erinnerung vergeht, entsteht, geschaffen wird
nocheinbuchvor 6 Monaten

"Wjatscheslaw Lypynskyj ist tot" liest die namenlose Erzählerin, eine ukrainische Schriftstellerin, vor wenigen Jahren in einer Ausgabe ihrer im Exil erscheinenden Lieblingszeitung "Swoboda" von 1931. Doch wer ist dieser Mann und was hat sie mit ihm, der aus dem polnischen Adel stammte, zu schaffen?
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Tanja Maljartschuk skizziert mit der Autorin nicht nur eine psychisch äußerst instabile, da von existenzbedrohenden Panikattacken gebeutelte Figur, der "die Worte zerfielen, als hätte sie jemand gekocht und mit einem Holzlöffel umgerührt". Ihr Erzählstrang zieht auch den zweiten, um eben den vergessenen ukrainischen Volkshelden Lypynskyi, aus dem Maul des im Roman angeführten Blauwals, der alle Leben mit ihren Erinnerungen gleich Plankton verschlingt. Sich gegen das Vergessen stemmend, stürzt sie sich in die Geschichte, wälzt Zeitungen aus dem Archiv und geht letztlich einen strapaziösen Weg, um den nach 1900 entstandenen, immer wieder gekappten Wurzeln der Ukraine zu folgen ("Erinnern ist mein Luxus"). Bestmöglich kämpfte Lypynskyi für deren Unabhängigkeit und seine politische Ideologie. Umsonst: "Meine Ukraine ist tot."
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Wie er verspielt auch die Schriftstellerin Liebe und Gesundheit. Ihre Lebensnot ist gegründet im Schicksal der eigenen Großmutter, deren Trauma durch die von Stalin angeordnete große Hungersnot in Kleinkindtagen transgenerativ die Psyche ihrer Enkelin formt. Maljartschuk thematisiert beeindruckend, was eine durch Repression so gut wie ausgelöschte Geschichte bedeutet(e) und wie eine jonagleiche Befreiung aus dem alles einsaugenden Blauwal aussehen kann. Mit "Blauwal der Erinnerung" setzt sie auch ein Zeichen für ein Land, dessen Grenzen derzeit erneut ins Wanken geraten.
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Letztlich fehlte mir lediglich ein stringenter erzählerischer Schwung, während mich Maljartschuks stark poetisch-melancholische Sprache, gewürzt mit punktuellem Witz, sehr eingenommen hat - passagenweise habe ich unterstrichen und eingerahmt!
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Rezensionsexemplar
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Übersetzung: #mariaweissenböck
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"Die Wortverbindung 'ukrainische Geschichte' war [...] noch nie zu hören gewesen."

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Rezension zu "Biografie eines zufälligen Wunders" von Tanja Maljartschuk

Feuerwerk von Fantasie und Absurdität
Jujuluvor 4 Jahren

"Klugheit, sagte Lena, erfordert Mut sich einzugestehen, was und wie man denkt. Zunächst muss man eine eigene Meinung haben, und mit der Zeit kommt dann vielleicht auch die Klugheit."

Aberwitzige Biografie einer optimistischen, fantasievollen, nicht zu verbiegenden Frau in einer Ukraine voller Gescheiterter, Lebenskünstler und Korruption. Lena lebt nicht nach Schema F, will nicht bestechen und will die Benachteiligten beschützen und ein Wunder wirken, allerdings nach ihrer Art. 
Es macht Spaß, die Sprache zu lesen und noch dazu bekommt man einen unvermittelten Einblick in die Ukraine  zur Zeit des Umbruchs zwischen Russland und Europa, in Spannungen, die es immer noch gibt.

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