Tanja Weber Die Frauen meiner Familie

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Inhaltsangabe zu „Die Frauen meiner Familie“ von Tanja Weber

Die 38-jährige Elsa ist Kunsthistorikerin und soll einem Diebstahl nachgehen. Es ist ein ganz besonderer Auftrag, denn es handelt sich um ein Gemälde, das Elsas Familie seit Generationen gehörte und der Familienlegende nach ihre Urgroßmutter Anneli Gensheim darstellt. Elsas Vater hatte das Gemälde jedoch vor einigen Jahren an ein Auktionshaus veräußert. Auf der Suche nach dem verschwundenen Bild taucht die Kunsthistorikerin immer tiefer in ihre eigene geheimnisvolle Familiengeschichte ein und entdeckt so nicht nur die wahre Identität der Frau auf dem Gemälde, sondern auch, wer ihre Urgroßmutter Anneli wirklich war …

Stimmiges Setting, schöne Idee

— tination

Alles ist perfekt miteinander verbunden und ergibt ein stimmiges Ganzes, man ist gefesselt und nimmt der Autorin ihre Idee ab, die glaubwürd

— HEIDIZ

Ein wunderbares Buch!

— Sternenstaubfee

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  • Stimmiges Setting, schöne Idee

    Die Frauen meiner Familie

    tination

    18. January 2017 um 22:48

    Das Buch: Elsa, eine Kunstagentin, bemerkt, dass ein Bild aus einer Galerie gestohlen wurde. Und es ist doch tatsächlich das Bild, dass im Gästezimmer ihrer Großeltern hing. Und dieses für sie wunderschöne Bild steht für Elsa für viele tolle Kindheitserinnerungen. Doch wie kam das Bild überhaupt in die Galerie? Aber die größere Frage ist für sie, wie dieses Bild in ihre Familie gekommen ist. Denn auf dem Bild wird nicht wie die Großeltern behaupten die Uroma gezeigt…. Das Fazit: Toll!!! Und das Setting hatte mich glatt überrascht. Eigentlich dachte ich, dieses Buch würde in England spielen. Doch huch, München war der Schauplatz. Und das passte. Das Buch spielt zum Teil in der heutigen Zeit und begleitet Elsa auf ihrer Suche nach der Familiengeschichte. Doch auch das München 1912 wird durch Elsas Uroma Anneli dem Leser nähergebracht. Und hier passiert einiges: eine junge, noble Frau möchte unabhängig sein und fängt an, für die Presse zu arbeiten. Was das mit den Bildern auf sich hat? Tja, lest selbst. Sprachlich ist dieses Buch sehr angenehm geschrieben. Manchmal ist das Einfache die bessere Option. Trotzdem gewinnt man den Eindruck, dass man Anneli weitaus besser und tiefgründiger kennenlernt als Elsa. Denn die heimliche Hauptfigur in diesem Roman ist nun einmal Anneli. Aber das weiß auch Elsa. Leider gibt es eine kleine Lücke in diesem Buch: Erzählt wird es aus den Sichten von Elsa und von Anneli. Dabei erfährt Elsa ihre Familiengeschichte mit Anneli über Dokumente in einer Kiste. Aber das was der Leser über die Familiengeschichte erfährt, wird durch Anneli vorgetragen. Und man weiß bis zum Ende nicht, was nun Elsa tatsächlich über ihre Familie weiß. Denn eine Verbindung zwischen den zwei Erzählebenen ergeben sich bis zum Schluss nicht. Für den Leser ist das nun nicht ganz so dramatisch, da man ja doch gut alles aus den zwei Strängen erschließen kann. Aber für die Hauptcharaktere doch ein wenig schade. Zusammenfassend bietet dieses Buch eine schöne Abwechslung mit stimmigen Setting, vor allem in München 1912. Wer also kleine Familiengeheimnisse, ein wenig deutsche Geschichte und ein wenig Kunst mag, kann ruhig zu diesem Buch greifen. https://booksoftination.wordpress.com/2017/01/18/tanja-weber-die-frauen-meiner-familie/

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  • Interessanter und spannender Roman um ein Familiengeheimnis

    Die Frauen meiner Familie

    yari

    Elsa, eine Kunsthistorikerin aus München, erhält den ungewöhnlichen Auftrag, dem Diebstahl eines Gemäldes nachzugehen, dass seit Generationen im Besitz ihrer Familie war, und angeblich ihre Urgroßmutter Anneli darstellt. Leider hat Elsas Vater das Gemälde vor einigen Jahren veräußert. Elsa macht sich auf die Suche nach dem Gemälde, das den Namen "Mon Amour" trägt. Ihre Suche führt sie in die Kreise der Schwabinger Bohème und der Künstlergruppe "Der Blaue Reiter". Elsa stößt auf dunkle Familiengeheimnisse, und deckt auf, dass die wahre Identität der Frau auf dem Gemälde nicht die ihrer Urgroßmutter Anneli ist, und dass Anneli ein nicht ungefährliches Leben geführt hat. "Die Frauen meiner Familie" ist ein spannender Roman, der in zwei Zeitebenen erzählt wird. In der Gegenwart wird von der Kunsthistorikerin Elsa erzählt, die sich auf die Suche nach "Mon Amour" macht, und dabei tief in die Vergangenheit ihrer eigenen Familie eintaucht. Die Vergangenheit spielt sich in München im Zeitraum von 1912 bis 1945 ab, und erzählt von Anneli, der Urgroßmutter Elsas, die sehr liberal aufwächst, und sogar einem Beruf nachgehen darf. Die Charaktere sind gut und authentisch geschildert. Elsa war mir etwas unsympathisch, mir fehlte auch die Verbindung zu ihr, obwohl sie eine starke Frau ist. Annelis Handeln konnte ich wohl nicht immer verstehen, aber nachvollziehen. Schade finde ich, dass sie teilweise eine Persönlichkeit voller Vorurteile ist, und die Einsicht zu spät kommt. Atmospärisch dicht schildert Tanja Weber die Bohème Schwabings und den Dunstkreis der Gruppe "Der Blaue Reiter". Man kann sich gut in die Lokale und Cafés hineinversetzen, und auch die München selbst ist sehr gut beschrieben. Außerdem erfährt man sehr viel über die Kunst und die Künstler der damaligen Zeit. "Die Frauen meiner Familie" hat mich gut und mit einer interessanten Thematik unterhalten. Wer Kunst mag, und mehr über die Bohème in München zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfahren möchte, wird dieses Buch mögen. Ich vergebe eine Leseempfehlung und vier Sterne.

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    • 2
  • Das Gemälde

    Die Frauen meiner Familie

    Dreamworx

    Die Kunsthistorikerin Elsa ist Ende 30, arbeitet in München für eine Versicherung und führt eine Fernbeziehung mit einem Universitätsprofessor, der in Potsdam lebt. Als ein Gemälde namens „Mon Amour“ von einem Mandanten als gestohlen angezeigt wird, weckt dies Erinnerungen in Elsa. Sie übernimmt den Versicherungsfall, denn sie kennt das Gemälde seit ihrer Kindheit, hat es doch vor langer Zeit in der Wohnung ihrer Großeltern gehangen. Bei ihren Nachforschungen stößt Elsa auf Widersprüchlichkeiten, was die Besitzverhältnisse betrifft. Aber auch die Informationen über die Darstellung des Gemäldes sind ganz andere, als Elsas Großmutter ihr erzählt hat. Immer tiefer gräbt Elsa in ihrer eigenen Familiengeschichte, in alten Fotos und Archiven, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Dabei erfährt Elsa viel über ihre eigene Verwandtschaft, aber auch die Sichtweise auf ihr eigenes Leben verändert sich. Tanja Weber hat mit ihrem Buch „Die Frauen meiner Familie“ einen sehr spannenden und unterhaltsamen Roman über ein Familiengeheimnis vorgelegt, der durchaus auch ins historische Genre eingeordnet werden könnte. Der Schreibstil ist schön flüssig und vermag den Leser von Beginn an zu fesseln. Die Geschichte teilt sich in zwei Handlungsstränge, der eine erzählt von Elsa, ihrer Arbeit und ihrem Leben in der Gegenwart. Der andere behandelt die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ab 1912 bis ins Jahr 1943 und lässt den Leser am Leben von Elsas Urgroßmutter Anneli und ihrer Familie und deren Weggefährten teilhaben. Auch die damalige Künstlerszene um den „Blauen Reiter“ wird sehr schön in die Geschichte mit eingefügt. Die beiden Handlungsstränge wechseln sich gegenseitig ab, Informationen die man in der Gegenwart erhält, bekommen teilweise ihre Erklärung durch die Vergangenheit. Der Spannungsbogen wird gemächlich aufgebaut, doch schraubt er sich während der Geschichte immer mehr in die Höhe. Man kann als Leser gar nicht anders, als immer weiter durch die Kapitel zu laufen, um endlich der Lösung näher zu kommen. Die Autorin hat besonderen Wert in die Ausgestaltung ihrer Charaktere gelegt und um sie herum eine sehr fesselnde Geschichte gesponnen. Die Protagonisten sind sehr detailliert und authentisch dargestellt und wirken mit ihrem Verhalten, ihren Sorgen und Nöten wie Menschen, die jeder von uns kennt. Elsa ist kein einfacher Charakter, wirkt auch nicht sehr sympathisch, dabei ist sie sehr komplex und vor allem vorbelastet durch ihre eigenen Eltern und das Verhältnis zu ihnen. Elsa hat ihre eigenen Wünsche nie wirklich definiert, gibt sich mit dem zufrieden, was sie hat, bis dieser Auftrag sie vor eine besondere Herausforderung stellt. Sie forscht innerhalb ihrer eigenen Familiengeschichte und entdeckt dabei viele Ungereimtheiten. Erinnerungen jagen durch ihren Kopf, dabei werden auch Wünsche entdeckt, die völlig verschüttet waren, aber die in Elsa eine Entwicklung bewirken, die den Leser erstaunt zurück lässt. Urgroßmutter Anneli wuchs in einer behüteten Familie auf, die allerdings schon zur damaligen Zeit recht fortschrittlich wirkte. Anneli hatte einigen Freiraum, aber auch einen eigenen Kopf, sie ist oftmals stur und eingefahren in ihrer Sichtweise. Obwohl sie sich für so fortschrittlich hält, ist sie doch von Vorurteilen geprägt. Auch die Nebenprotagonisten fügen sich mit ihren eigenen Geschichten und ihren Verwicklungen und Beziehungen untereinander wunderbar in die Handlung ein und bereichern das Gesamtbild des Romans. „Die Frauen meiner Familie“ ist ein sehr fesselnder Roman um Familiengeheimnisse und die Kunstszene einer vergangenen Zeit. Alle Liebhaber von gut ausgedachten Geschichten, die auch historische Aspekte in sich vereinen, werden an der Lektüre dieses Buches ihre Freude haben. Eine ausdrückliche Leseempfehlung!  

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    • 2
  • Verschieden Frauen - ein Gemälde in den Zeiten

    Die Frauen meiner Familie

    HEIDIZ

    10. February 2016 um 12:04

    Die Frauen meiner Familie ist ein wirklich tolles Buch – rundherum gelungen – und mit einem Hintergrund, der mich wieder einmal nachdenklich zurück gelassen hat – geht in die Zeit des 1. und 2. Weltkrieges zurück und spielt auch in unserer Zeit – Frauen einer Familie, die in so unterschiedlichen Zeiten lebten, aber die gleiche Passion  hatten: ein Gemälde von Newtajew, einem Mitglied der Künstlergruppe „Blaue Reiter“.   Angelehnt an den Fall Cornelius Gurlitt – ist dieses Geschichte wohl fiktiv, aber dennoch kann ich mir vorstellen, dass sie vom Hintergrund so oder ähnlich passiert ist.   Daten zum Buch: =============   ·  Taschenbuch: 384 Seiten ·  Verlag: Droemer TB (11. Januar 2016) ·  Sprache: Deutsch ·  ISBN-10: 3426304619 ·  ISBN-13: 978-3426304617 ·  Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 3,2 x 21,1 cm   PREIS: 14,99 Euro   Das Buch erzählt die Geschichte verschiedener Frauen zu verschiedenen Zeiten, sie gehören zu einer Familie und Elsa ist es, von der man liest, dass sie ein Gemälde vor Augen sieht, das wohl ihre Urgroßmutter zeigen soll, das ist aber nicht so, es ist Rosa, die abgebildet ist. Dieses Bild ist aber im Heute verschwunden und die Nachfahrin Elsa geht auf dessen Suche – sie ist für eine Versicherung als Kunsthistorikerin tätig.   Man liest verschiedene Zeitstränge – kommt der Sache immer näher, liest vom Prozess gegen Newtajew – der dann wohl doch nicht Schuld gewesen sein soll am Tod Rosas, sich aber aus dem Fenster stürzt nach dem Krieg – Jude war er …  Aber auch zum privaten Leben und der Liebe Elsas zu Hajo liest man ….   Es spielt so viel zusammen, als dass es ein extrem spannender Roman ist, dessen Inhalt und Umsetzung der Idee man der Autorin zu 100 Prozent abnimmt. Dieses Buch erzählt eine ganz besondere Familiengeschichte vor dem Hintergrund zweier Kriege und in Hinblick auf die Zusammenhänge zwischen Kunst und Geschichte …  

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  • Spannend und atmosphärisch dicht

    Die Frauen meiner Familie

    dubh

    07. February 2016 um 20:43

    Elsa Hannapel ist Ende 30 und Kunsthistorikerin. Als solche arbeitet sie bei einer Münchner Versicherung und prüft Fälle, in denen aufgrund von gestohlenen Kunstwerken Ansprüche geltend gemacht werden. Doch ihr neuester Auftrag berührt sie persönlich, denn das Gemälde kennt sie aus ihrer Kindheit. Mon Amour hing in der Wohnung ihrer Großeltern Julius und Regine - und zwar in dem Zimmer, in dem Elsa immer übernachtet hat. Laut ihrer Großmutter zeigte es Elsas Urgroßmutter Anneli Gensheim, die in eben diesem Zimmer gelebt hat. Während Elsa nun versucht, der Spur des Bildes in die Vergangenheit zu folgen, erfährt sie immer mehr über ihre Familie... Die Autorin Tanja Weber hat für ihren Roman zwei Zeitebenen gewählt: einerseits erzählt sie und von einer anfangs noch sehr jungen Anneli Gensheim, die in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg eine Anstellung als Reporterin bei einer Zeitung anstrebt. Zur damaligen Zeit ein sehr ungewöhnlicher Wunsch, den ihre sehr progressiven Eltern jedoch unterstützen. So fängt sie bei der Münchener Post an, einer Tageszeitung mit rund 30.000 Exemplaren in diesen Jahren, die sich an die sozialdemokratischen LeserInnen richtet. In der zweiten Zeitebene verfolgen wir Elsa, die Nachkommin von Anneli, die sich um die Geschichte des Gemäldes bemüht und dabei unter anderem erfährt, dass ihr Vater das Bild an einen Sammler verkauft hat. Doch wie hängt Mon Amour, das dem deutschen Expressionismus zugeordnet wird, mit ihrer Urgroßmutter zusammen? Die beiden Erzählstränge fügen sich perfekt ineinander - als Leser ist man Elsa immer ein klein wenig voraus, da man eben auch von Anneli einiges erfährt. Trotz gewisser Vorahnungen, die durch die Geschichte der folgenden Jahrzehnte geprägt sind, ist das Buch spannend. Zum einen weil die Nachforschungen Elsas die Geschehnisse nur stückweise zu Tage fördern, zum anderen aber auch, weil Annelis Werdegang sehr interessant ist. Besonders gelungen hat die Autorin die Atmosphäre der damaligen Zeit eingefangen: Anneli wächst wohlbehalten und privilegiert in einem sozialdemokratischen Haushalt auf. Vor allem der liebevolle Vater, ein angesehener Arzt, der nicht nur den Sohn fördert, sondern die Tochter gleichermaßen, und die kunstbeflissene, gebildete und engagierte Mutter haben mir sehr gefallen. So geht die junge Frau völlig normal mit den Angestellten des Haushaltes um und lernt auch andere Menschen, die nach dem üblichen Sittenbild dieser Zeit nicht ihrem Stand entsprechen, kennen. Mit ihren Freundinnen besucht sie zudem die Münchener Cafés, die auch von der künstlerischen Avantgarde aufgesucht wird... Elsa führt rund hundert Jahre ein vergleichsweise unaufregendes Leben. Sie arbeitet sehr gerne, lebt alleine und pflegt seit einigen Jahren eine Fernbeziehung mit einem Professor aus Potsdam. Doch kann sie eigentlich mehr vom Leben erwarten? Tanja Weber zeichnet ihre Figuren sehr realistisch, denn sie haben allesamt eine dunkle oder auch gewöhnliche Seite. Damit haben sie vielleicht nicht sofort mein Herz erobert, sondern sich eher eingeschlichen. Aber die besondere Stärke dieses Buches ist definitiv die Stimmung der bayrischen Hauptstadt vor und zwischen den großen Kriegen. Man merkt, dass die Autorin Kunstgeschichte studiert hat - schlicht und ergreifend, weil sie ein gutes Gefühl für Künstler, ihre Musen und ihre Werke hat. Mit ihrem Roman rückt die Autorin zudem ein sehr, sehr düsteres Kapitel der deutschen Kunstgeschichte in den Fokus: die sogenannte "Entartete Kunst" ist auch heute noch ein wichtiges Thema. Vor etlichen Jahren habe ich einmal eine Ausstellung dazu in Berlin gesehen und ich muss heute noch schlucken, wenn ich daran denke, dass diese Werke, die mir teilweise außerordentlich gut gefallen haben, so übel verhöhnt wurden. Noch schlimmer finde ich jedoch die Tatsache, dass viele der rechtmäßigen Besitzer der Kunstwerke die Zeit des Dritten Reiches nicht überlebt haben und so auch eine Rückübertragung bis heute teilweise sehr schwierig bis unmöglich ist. Fazit: Ein sehr schöner Roman, der sich einem - in meinen Augen - äußerst wichtigen Thema widmet und das dazu noch mit gelungenen Figuren und einer tollen Atmosphäre. Eine klare Leseempfehlung!

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  • Das Geheimnis um "Mon Amour"

    Die Frauen meiner Familie

    Sternenstaubfee

    Die 39-jährige Elsa ist Kunsthistorikerin. Als das Gemälde "Mon Amour" gestohlen und sie mit dem Versicherungsfall beauftragt wird, erinnert sich Elsa plötzlich wieder an das Bild. Es hing damals vor 30 Jahren im Gästezimmer ihrer Großeltern. Angeblich stellt das Gemälde ihre Urgroßmutter Anneli dar, doch bei der Recherche stößt Elsa auf immer mehr Widersprüchlichkeiten. Mein Leseeindruck: "Die Frauen meiner Familie" erzählt die Geschichten von Elsa und Anneli. Es gibt zwei Zeitebenen. Mit Elsa sind wir in der Gegenwart und begleiten sie bei ihrer Recherche nach dem gestohlenen Gemälde und seiner Geschichte. Mit Anneli begeben wir uns zurück in die Vergangenheit ins Jahr 1912. So baut sich nach und nach die Geschichte des Gemäldes auf. Wir lesen über die Entstehung des Bildes, über den Maler und seine Muse. Natürlich erfahren wir auch viel über Annelis Leben. Mir hat der Erzählstrang um Anneli etwas besser gefallen als der um Elsa. Elsa war mir nicht unbedingt sympathisch, aber eine interessante Figur ist sie auf jeden Fall! Sowieso sind die Charaktere sehr gut gezeichnet. Ich hatte von jedem ein gutes Bild vor Augen und konnte sie mir lebhaft vorstellen. Auch den Schreibstil kann ich positiv erwähnen. Das Buch lässt sich sehr angenehm leicht lesen. Man kann wunderbar bei der Lektüre den Alltag vergessen und in die Leben von Elsa und Anneli eintauchen. Ich habe es sehr genossen, dieses schöne Buch zu lesen!  

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    • 2
  • Mon amour

    Die Frauen meiner Familie

    Spatzi79

    28. January 2016 um 13:58

    Elsa ist Ende 30, arbeitet als Kunsthistorikerin für eine Versicherung und führt ein relativ unspektakuläres Leben. Eines Tages landet ein Fall auf ihrem Schreibtisch, der sie persönlich betrifft. Ein Bild namens „Mon amour“ wurde als gestohlen gemeldet und nach einem Blick darauf erinnert sich Elsa daran, dass genau dieses Gemälde in der Wohnung ihrer Großeltern hing, als sie ein kleines Kind war. Sie dachte immer, dass die Frau auf dem expressionistischen Gemälde ihre eigene Urgroßmutter Anneli gewesen ist und dass es deswegen im Besitz ihrer Familie war. Doch was geschah mit dem Bild, als ihre Großeltern gestorben sind? Wie kam es zu dem Sammler und in die Galerie, wo es jetzt gestohlen wurde? Elsa nimmt diesen Auftrag sehr persönlich und macht sich auf die Suche, nicht nur nach dem Bild, sondern nach der Geschichte ihrer Familie. Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen geht es um Elsa in der Gegenwart, wir begleiten sie bei ihren Nachforschungen, aber auch bei den privaten Veränderungen, die sich in ihrem Leben ergeben, als sie zum einen die eingefahrene Fernbeziehung zu ihrem Langzeit-Lover Hajo zu überdenken beginnt und sich zum anderen intensiv mit ihrer Familie, vor allem ihren Eltern auseinandersetzt. Zum anderen spielt die Handlung in München vor dem Ersten Weltkrieg. Dort lernen wir die junge Anneli kennen, die in einem wohlhabenden und liberalen Elternhaus aufwächst. Wunderbar wird die Atmosphäre der Stadt damals dargestellt, man fühlt sich als Leser regelrecht ins damalige München hineinversetzt, geht mit Anneli und ihren Freundinnen in die Cafés und Lokale der damaligen Zeit, begegnet den Künstlern des „Blauen Reiters“ und erlebt diese spannende Zeit vor dem großen Krieg. Doch wo ist die Verbindung zwischen Anneli und dem Gemälde „Mon amour“? Wie ist es entstanden und was ist dann damit geschehen? In Anbetracht dessen, was man als heutiger Leser über den Umgang der Nazis mit expressionistischer und somit „entarteter“ Kunst weiß, kommen einem bald unheilvolle Gedanken. Elsa muss sich damit auseinandersetzen, dass es in ihrer Familie so einige Lügen und dunkle Flecken gibt und gegeben hat. Mir haben beide Handlungsstränge gut gefallen, obwohl mir beide Frauen nicht wirklich ans Herz gewachsen sind. Meist mag ich in solchen Romanen die Vergangenheitshandlung mehr. Auch hier gefiel mir, wie schon geschrieben, die Darstellung des historischen Münchens besonders gut, aber dennoch empfand ich Elsa als interessanter und vielschichtiger als Anneli. Insgesamt ergibt sich aber eine runde und in sich stimmige Geschichte, die mich sehr gefesselt hat. Am Ende geht es fast ein bisschen schnell und es wird auch nicht alles bis ins letzte Detail erklärt, ich mag das aber, so kann man sich als Leser selbst noch ein paar Gedanken machen und die Geschichte nach eigenem Belieben weiterspinnen oder enden lassen.

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