Mein Herz ist ein wilder Tiger

von Tanja Weber 
4,5 Sterne bei11 Bewertungen
Mein Herz ist ein wilder Tiger
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Monika58097s avatar

Eine Geschichte, die man unbedingt lesen sollte!

Inge78s avatar

aus dem Zirkus mitten ins Herz ... dieses Buch und die Geschichten der Menschen haben mich tief berührt

Alle 11 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Mein Herz ist ein wilder Tiger"

Die schillernde Welt des Zirkus inspirierte Tanja Weber zu einem facettenreichen Roman über das Leben auf der Flucht – das große Thema unserer Zeit

Als Elly Simon 1916 geboren wird, ist ihr zukünftiger Berufsweg vorgezeichnet: Sie ist die Tochter eines Zauberers und einer Hochseilakrobatin. Als sogenannte Schlangenfrau lässt sie die Zuschauer begeistert staunen. Als sie den waghalsigen Tigerdompteur Hans kennenlernt, scheint ihr Glück vollkommen, doch das Jahr 1936 bricht an, und ihr Mann ist Jude: Die beiden müssen fliehen.
Ihre Flucht führt sie um die halbe Welt, ein Schicksal, das sie mit John Mbete teilt, der Elly viele Jahrzehnte später in einem Berliner Heim pflegt und der vor Krieg und Verfolgung aus Somalia geflohen ist. John und Elly, zwei Menschen, die auf ganz unterschiedliche Art ihre Heimat und ihre Familie verloren haben, nähern sich vorsichtig an – und werden für einen kurzen Moment einander Familie. Bis das Schicksal sie wieder auseinanderreißt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426304624
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Droemer Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.02.2017

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    Monika58097s avatar
    Monika58097vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Geschichte, die man unbedingt lesen sollte!
    Eine Geschichte, die man unbedingt lesen sollte!

    Elly wird 1916 in einen Zirkus hinein geboren, doch ihre Eltern, Hochseilartisten auf dem Rennrad, sterben bei einer waghalsigen Zirkusnummer. Liebevoll zieht die Zirkusdirektorin das kleine Mädchen groß und lässt sie zur Schlangenfrau ausbilden.

    Elly lernt den Tigerdompteur Hans kennen und verliebt sich in ihn. Die beiden beschließen zu heiraten, doch es ist keine gute Zeit einen jüdischen Mann zu ehelichen. Inzwischen schreiben wir das Jahr 1936. Die Nazis sind an die Macht gekommen. Das junge Paar beschließt, Deutschland zu verlassen und wagt mit vielen anderen Zirkusleuten die Überfahrt nach Südamerika.

    Statt Glanz und Gloria müssen sie jedoch erleben, dass die Überfahrt vielen Tieren das Leben gekostet hat und man in Südamerika nicht gerade auf den eher kleinen Zirkus gewartet hat. 


    Viele Jahrzehnte später, Elly ist inzwischen über 100 und lebt in einem Heim, lernt sie den Pfleger John Mbete näher kennen, der aus seiner Heimat Somalia geflohen ist, um in Deutschland ein besseres Leben zu beginnen. 

    "Mein Herz ist ein wilder Tiger" - ich habe das Buch bei den Delia-Tagen in Iserlohn im Literaturhotel liegen sehen und schon war es um mich geschehen. Ein Roman über einen  Zirkus? Muss ich haben! Am Abend der Delia-Preisverleihung im Parkhotel in Iserlohn, habe ich das Buch direkt gekauft.

    Tanja Weber war übrigens eine von fünf Nominierten. Den Preis hat sie leider nicht gewonnen, aber eine begeisterte Leserin. Ich durfte Tanja Weber an dem Abend kennenlernen - eine äußerst natürliche und sympathische Frau! Doch nun zurück zum Buch.

    Ellys Geschichte ist faszinierend. Der Autorin gelingt es hervorragend, dem Leser das Zirkus-Feeling zu vermitteln. Die Gemeinschaft der Zirkusleute, das tägliche Überleben. Und schließlich im Heim das nähere Kennenlernen ihres Pflegers John, der wie Elly, aus der Heimat flüchten musste.

    Zwei völlig unterschiedliche Geschichten, die dennoch viele Parallelen aufweisen. Elly, die den traumatisierten John dazu bringt, ihr seine Geschichte von Tod und Verfolgung zu erzählen. John, der nachts immer wieder von Albträumen heimgesucht wird, der schreiend aufwacht, er, der junge Mann, der sich mit zwei anderen Flüchtlingen eine kleine Wohnung teilt. Jeder hat seine eigene Geschichte. Jeder muss damit fertig werden. 

    "Mein Herz ist ein wilder Tiger" - eine spannende und authentische Geschichte, mitreißend und atmosphärisch! Tanja Weber setzt sich einfühlsam mit dem Thema Tod und Verfolgung auseinander. Voller Wärme erzählt sie die Geschichte zweier unterschiedlicher Menschen, die doch so viel gemeinsam haben. Eine Geschichte, die man unbedingt lesen sollte!

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    gsts avatar
    gstvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Mein Herz schlägt für dieses Buch, das sehr gelungen mehrere Problemkreise der heutigen Zeit vereint.
    Auch verwundete Seelen wollen leben

    "Schau nicht zurück, John Mbete, schau nach vorne! Die Sonne scheint.“ (Seite 185)

    Elly ist 100 und lebt im Pflegeheim. Ihre Kräfte lassen nach, aber ihre Erinnerung ist lebendig. Sie hat im, mit und für den Zirkus gelebt. Aufgewachsen im Zirkus Busch erhielt sie Engagements im Berliner Wintergarten, im Circus Sarrassani, mit dem sie bis nach Amerika reiste und bei Ringling Brothers eine neue Heimat fand. Die Autorin hat sauber recherchiert und so die Geschichte der Zirkuswelt aufgerollt.

    Ellys Lieblingspfleger im Heim ist John. Der Schwarzafrikaner versucht nach seiner Flucht übers Meer im heutigen Berlin Fuß zu fassen. Er wohnt mit dem jungen Eritreer Tesfai und dem Afghanen Ajmal in einer Wohngemeinschaft. Nachts zerreißen Schreie der Traumatisierten die Stille. Durch gegenseitige Unterstützung versuchen die Gestrandeten sich das Leben erträglich zu gestalten.

    Der Autorin ist es wunderbar geglückt, diese so unterschiedlichen Schicksale in ihrem Roman zu verbinden. Die Brüche, die sich beim Wechsel einer Lebensgeschichte zur nächsten nicht vermeiden lassen, fielen mir beim Lesen kaum auf. Das Buch ist spannend geschrieben und ließ mich als Leser tief in die Problematik der einzelnen Figuren eintauchen.

    Dies war das dritte Buch, das ich von Tanja Weber las, doch für mich mit Abstand das beste, da es reale Vergangenheit und Gegenwart in nachvollziehbaren Bildern verknüpft. 

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein wunderbares Buch, das nicht nur in die Welt des Zirkus entführt, sondern auch die Menschen jenseits des Rampenlichts beleuchtet.
    Hereinspaziert, hereinspaziert ...

    Es war der Titel, der mich aufmerksam werden ließ. So einen wilden Tiger in der Brust zu haben, stellte ich mir aufregend vor. Als ich dann noch "Zirkus" las, musste ich das Buch unbedingt kaufen.

    Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, bereits auf den ersten Seiten rollten die Tränen, so berührt war ich von den Schicksalen der Hauptdarsteller.

    "Es war die Minute, in der Elly Pignot, zwei Jahre alt und in das Spiel mit einem kleinen Pudel vertieft, zur Waise wurde." (S. 14)

    Allen voran Elly, die hundertjährig in ein Altenheim kommt und dem Pfleger John von ihrem aufregenden Zirkusleben, insbesondere ihrer großen Liebe zu dem Tiger-Dompteur Hans erzählt.

    Wunderbar versteht es die Autorin Tanja Weber, die Schicksale völlig verschiedener Menschen miteinander zu verknüpfen. Am Ende geht es um viel mehr als nur Zirkus und Rampenlicht. Es sind die Begebenheiten am Rande, welche den Roman so facettenreich und berührend machen. Ich jedenfalls konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen und freute mich wieder einmal eine Geschichte entdeckt zu haben, die mein Herz bewegte.      

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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor 2 Jahren
    Wild und gefährlich

    ist das Leben der Zirkusartistin Elly Simon. Beziehungsweise war es das für lange Zeit, denn inzwischen lebt sie fast hundertjährig in einem Pflegeheim in Berlin und wartet auf ihren Tod, im Gepäck schillernde und abenteuerliche Erlebnisse vergangener Zeiten.

    Wild und gefährlich ist auch das Leben von John Mbete, einem Flüchtling aus Somalia, schillernd allerdings würde es niemand nennen - voller unglücklicher Erlebnisse und Traumata ist es. Er trifft im Heim auf Elly - als ihr Pfleger, sie erzählt ihm aus ihrem Leben und findet bei ihm Gehör, Verständnis und auch Zuneigung.

    Weit herumgekommen ist die alte Dame, viel gesehen hat sie, auch in ihrem Leben gab es viel Trauer, es war von Verlusten geprägt, ebenso wie das noch recht Kurze von John. Für eine kurze Zeit sind sie einander Halt und Zuflucht, doch droht John bereits der nächste Verlust, denn es ist klar, dass Elly nicht mehr lange leben wird.

    Eine Geschichte voller Liebe, Achtung und Zuversicht, die mich dennoch nicht in ihrer Gänze erreicht hat. Ich bin ein großer Fan von Tanja Weber, habe viele ihrer Bücher gelesen und mich für fast alle begeistern können, hier allerdings scheint mir die Geschichte nicht ganz rund zu sein. Mit ihren Schilderungen um die Suche nach einer Zuflucht, einem Zuhause hat sie mich nicht ganz erreichen können.

    Auch wenn es auf jeden Fall der richtige Schritt war, gerade in diesen Zeiten den Themen Flucht und Vertreibung gerade auch ein Format, eine Präsenz auf literarischer Ebene zu verleihen. Und wie man es von der Autorin nicht anders kennt, nähert sie sich dem Thema behutsam und voller Achtung, wobei sie mutig die unterschiedlichsten Aspekte anspricht. Schwarz und weiß gibt es bei ihr definitiv nicht, auch nicht als Hautfarben, alles verbindet sich, alles ist vielschichtig und nicht so, wie es zunächst scheint. Ach, wie gerne hätte ich mich völlig begeistert in dieses Buch "geworfen", doch irgendwie hat es mich nicht ganz gepackt. Anderen mag es anders ergehen und ich möchte interessierte auf jeden Fall dazu ermutigen, sich an dieses Buch zu wagen.

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    Sternenstaubfees avatar
    Sternenstaubfeevor 2 Jahren
    Um die ganze Welt

    Elly ist ein echtes Zirkuskind. 1916 geboren, wächst sie im Zirkus auf und fühlt sich dort geborgen. Zwar wird Elly mit nur zwei Jahren schon eine Waise, aber sie wird von den anderen Zirkusleuten liebevoll aufgenommen und großgezogen. Auch lernt sie ihren Mann Hans im Zirkus kennen. Er ist Dompteur. Mit ihm und seinen Tigern reist Elly schließlich um die ganze Welt.

    Im Buch "Mein Herz ist ein wilder Tiger" geht es aber nicht nur um Elly, die inzwischen über 100 Jahre zählt und im Pflegeheim lebt. Es geht auch um John, ihren Pfleger. Er ist ein Flüchtling aus Somalia und hat seine Frau und seinen Sohn verloren. Er hat in Somalia und auf seiner Flucht nach Deutschland schlimme Dinge erlebt. Mit den Erinnerungen kämpft er jeden Tag.

    Und dann ist da noch Kirsten. Kirsten ist Ärztin, Ehefrau und Mutter zweier Söhne. Sie ist über 40 und unzufrieden mit ihrem Leben. Und sie hat eine demente Mutter, die sie ins Pflegeheim bringen muss.

    Diese drei Protagonisten - Elly, John und Kirsten - könnten kaum unterschiedlicher sein. Dennoch tun sie sich gut.

    Mir hat es sehr gefallen, diese ganz besondere Verbindung, die sich zwischen diesen drei Menschen auftut, mitzuerleben. Als Leser hat man teil an allen drei Lebensgeschichten, wobei Ellys Geschichte sicherlich im Fokus steht.

    Für mich war es spannend, Ellys Lebensgeschichte zu lesen, aber auch Johns Schicksal hat mich sehr berührt. Kirsten war für mich die schwächste Protagonistin, wobei sie aber in gewisser Weise die größte Entwicklung durchgemacht hat im Buch.

    Die Kapitel erzählen immer abwechselnd aus einer anderen Perspektive - die von Elly, von John und von Kirsten. Diese Abwechslung hat mir sehr gefallen; die Geschichte bleibt so immer spannend.

    Auch der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm. Sie erzählt die Geschichte warmherzig und gleichzeitig leicht. Das Buch lässt sich flüssig lesen und hat mich gut unterhalten können.

    Ich empfehle es sehr gerne weiter!

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    gaby2707s avatar
    gaby2707vor 2 Jahren
    Zirkuserinnerungen

    1916 in Berlin geboren, im Zirkus Busch aufgewachsen, verliert die zweijährige Lotta Pignot ihre Eltern bei einem Rad-Akrobatikunfall. Die Zirkusdirektorin und die italienischen Pausenclowns Luigi und Zagarollo nehmen sich der kleinen Lotta an. Als sich für sie ein Engagement in einem Berliner Varieté anbietet, muss sie ihren Namen ändern. Ab sofort heißt die Kleine Elisabeth Lanz. Später lernt sie ihren Mann kennen und lieben und reist als die Schlangenfrau Elly Simon mit ihm und seinen Tigern rund um die Welt. Jetzt, mit über 100 Jahren lebt sie im Berliner Seniorenstift an der Bergstraße.

    Hier arbeitet der aus Somalia geflohene John Mbete seit drei Jahren als Betreuer. Die Beiden freunden sich an, Elly erzählt ihre Geschichte und die Beiden geben sich für kurze Zeit Halt und Geborgenheit.


    Als Kind habe ich die Besuche im Zirkus geliebt und auch heute noch gehe ich hier und da in den Festbau des Circus Krone und lasse mich durch Menschen, Tiere, Sensationen überraschen.

    Ich kann mir Elly sehr gut in ihrer Rolle als Kontorsionistin vorstellen. Die Autorin bringt Ellys Angst,als sie von einem der Tiger verletzt wird und sich im KKH fragt, ob sie je wieder auftreten kann, sehr gut rüber. Ich spüre ihre Anspannung, als sie in Rio de Janeiro ankommen und alles so ganz anders ist als in Berlin. Ihr Mann Hans, der mit seinen Tigern umgeht wie mit den eigenen Kindern, die er nie gehabt hat, hat die Gabe, ihr sämtliche Ängste zu nehmen. Ich war in dieser Geschichte beim Lesen die Dritte im Bunde und bin mit den Beiden um die halbe Welt gereist. Ich bin auch noch an Ellys Bett gesessen, als sie John ihre Geschichte erzählt. Auch seine Geschichte finde ich hochspannend und hoch brisant. Genau so, wie es gerade in unseren Breiten zugeht.

    Das einzige, was für mich nicht so in die Geschichte von Elly, Hans und John passt, ist Kirsten Landmann mit ihren privaten Problemen und ihre Mutter Franziska Schlemmer, die ein Bett im Zimmer von Elly Simon bekommt. Sie hat mich aus der Zirkusmanege und aus Somalia immer wieder „rausgezogen“.

    Ich habe mich in die faszinierende Welt des Zirkus entführen lassen mit starken Männern, waghalsigen Kunststücken, liebenswerten Clowns und vielen Tieren. Und ich bekam einen Einblick in die trostlose Zukunft eines Landes wie Somalia, aus der die jungen Menschen fliehen um nicht in den Kriegswirren zugrunde zu gehen.

    Ein wunderbares Buch, nicht nur für Zirkusliebhaber.

    Kommentare: 1
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    Inge78s avatar
    Inge78vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: aus dem Zirkus mitten ins Herz ... dieses Buch und die Geschichten der Menschen haben mich tief berührt
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    Nachtfalter89s avatar
    Nachtfalter89vor 10 Monaten
    AntjeDomenics avatar
    AntjeDomenicvor einem Jahr
    Nanys avatar
    Nanyvor einem Jahr

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