Tanja Weber Oberland

(25)

Lovelybooks Bewertung

  • 25 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 23 Rezensionen
(8)
(15)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Oberland“ von Tanja Weber

Die Rache der Rentner Das gute Essen, die schöne Natur, die zufriedenen Menschen - Johannes Stifter fühlt sich wohl in seiner neuen Heimat. Als Postbote zieht er seine Kreise. Doch allmählich schwant ihm, dass hier etwas nicht stimmt. Hinter den hohen Hecken verwildern die Gärten, und der Putz bröckelt von den Villen. Die Bewohner meiden Stifter, allen voran Gudrun von Rechlin. Würde man es einer Dame von Welt zutrauen, eine Geisel in ihrem Keller gefangen zu halten? Würde man von einem Zahnarzt erwarten, dass er einen betrügerischen Finanzberater kidnappt? Würde man denken, dass der Tod mit scharfer Sense durchs Oberland geht? - Ein packender Krimi, der erzählt, wie Menschen nicht nur ihr Geld, sondern ihre Werte verlieren. Und ein Fall, den Stifter nur mit Hilfe des alten Kommissars Thalmeier lösen kann. "Mit psychologischem Geschick nimmt Weber ihre Leser an die Hand und führt sie in die Tiefen der oberflächlichen Dorfidylle." Süddeutsche Zeitung

Ein ruhiger Krimi mit guten Charakteren. Leider konnte er mich nicht wirklich fesseln.

— gst
gst

Stöbern in Krimi & Thriller

Der Totensucher

Wahnsinnig spannender Thriller

Vampir989

Die sieben Farben des Blutes

Ein spannender Thriller, der mit einem wahnsinnigen Mörder und interessanten Motiven glänzt. Zum Ende leider etwas lahm.

Svenjas_BookChallenges

Oxen. Das erste Opfer

Sehr spannend und aufregend; macht neugierig auf die folgenden zwei Bände

Leserin3

Kreuzschnitt

Bogart Bull ist ein Kommissar, den ich gerne weiter begleiten möchte und auf dessen nächstes Abenteuer irgendwo in Europa ich gespannt bin.

misery3103

Durst

NEsbo knüpft mit diesem Thriller wieder an alte Stärke an. Mehr oder weniger die Fortsetzung von "Koma"

hundertwasser

In ewiger Schuld

Ich bin mega begeistert. Habe das Buch innerhalb von einer Nacht durchgelesen, weil es so spannend war.

elohweih

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Was tun, wenn das mühsam ersparte Geld weg ist?

    Oberland
    gst

    gst

    11. June 2016 um 14:56

    Oberland ist der zweite Krimi von Tanja Weber. Der erste („Sommersaat“) machte mich schon mit Johannes Stifter bekannt, dem ewigen Doktoranden, der sich als Briefträger sein Geld verdient. Damals lebte er noch in der Nähe von Berlin und lernte den urbayerischen Kommissar Georg Thalmeier kennen, der auch in der größten Sommerhitze seinen Walkjanker nicht auszog. Der Krimi hat mir vor wenigen Jahren so gut gefallen, dass ich mir auch „Oberland“ anschaffte. Inzwischen waren Johannes Stifter und Georg Thalmeier unabhängig voneinander in den Süden Deutschlands verzogen. Der Postbote, um den Erinnerungen zu entfliehen und der Kommissar, um seine Pensionierung in der Heimat zu genießen. Das Treffen der beiden, das eigentlich nur auf freundschaftlicher Ebene stattfinden sollte, führte natürlich zu einer neuerlichen gesetzeswidrigen Verwicklung: sie werden – ohne es gleich zu bemerken - Zeugen in einem Entführungsfall. Auch in diesem Buch ist es der Autorin gelungen, die Charaktere gut herauszuarbeiten. Der naturverbundene Stifter rettet wandernde Kröten und der Ruheständler Thalmeier sucht neue Freunde. Gut beobachtet sind Jugendliche in ihrer pubertären Unbeholfenheit, die schlechte Beziehung zwischen einer alternden Mutter und einer dem Alkohol verfallenen Tochter, sowie die panische Angst, die Menschen, die durch die Lehmanpleite alles verloren hatten, auch noch den Lebensmut raubte. Leider konnte mich dieser Krimi aber nicht mehr so fesseln wie der erste. Zum Beispiel gefiel mir nicht, wie die Autorin von einem Schauplatz zum nächsten wechselte. Da schreibt sie von „ihm“ oder „ihr“ und der Leser merkt erst nach einigen Zeilen, von wem genau die Rede ist. Obwohl das bayerische Lebensgefühl gut herausgearbeitet ist, bleibt das Buch für meinen Geschmack etwas zu diffus. 

    Mehr
  • Leserunde zu "Oberland" von Tanja Weber

    Oberland
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Hallo liebe LovelyBooker! Ich möchte Euch herzlich zu einer Leserunde meines neuen Krimis "Oberland: Postbote Stifter ermittelt" einladen. Nach seinen belastenden Erlebnissen in Brandenburg (siehe "Sommersaat"), zieht der Briefträger Johannes Stifter nach Bayern, ins beschauliche Voralpenland. Zunächst genießt er die Idylle - er lebt dort, wo andere Ferien machen. Aber schnell zeigen sich erste Risse in der Fassade. Was verbergen Mutter und Tochter von Rechlin hintern den Mauern ihrer verwahrlosten Villa? Was bedeutet der Besuch des Greises aus Ungarn? Wohin ist der verrentete Zahnarzt verschwunden, den seine Ehefrau verzweifelt sucht? Stifter merkt, dass auch hier, inmitten des Wohlstands, ein Dämon herrscht: er heißt Mammon und treibt die Menschen zu Verzweiflungstaten. Mit dem alternden Ermittler Georg Thalmeier an seiner Seite, versucht der Briefträger, das Geflecht aus Gewalt und Hilflosigkeit zu entwirren. Es ist ein eher psychologischer Kriminalroman, der davon erzählt was passiert, wenn alte Menschen nicht nur ihr Geld sondern auch ihre Werte verlieren. Eine Leseprobe findet Ihr hier: http://www.aufbau-verlag.de/media/Upload/leseproben/9783351035211.pdf Der Aufbau Verlag unterstützt die Leserunde mit 25 Exemplaren, bewerben könnt Ihr Euch bis zum 12.2.13!

    Mehr
    • 271
  • Rezension zu Oberland

    Oberland
    bookloving

    bookloving

    10. April 2013 um 14:21

    „Oberland“ ist der zweite Kriminalroman der Autorin Tanja Weber, in dem der Postbote Johannes Stifter eine tragende Rolle hat. Stifter hat sich nach seiner Versetzung gut in der oberbayerischen Kleinstadt Lohdorf eingelebt und genießt das beschauliche Leben. Tag für Tag trägt er die Post aus in der alten wohlhabenden Villengegend des Orts, in der sich viele Rentner und Pensionäre zur Ruhe gesetzt haben. Nach und nach fallen ihm er Dinge auf, die ihn eigentlich nichts angehen, und die ihn doch nicht mehr zur Ruhe kommen lassen. Denn auch hier in der vermeintlichen Idylle lauern hinter den bröckelnden Villenfassaden das Böse und ungeahnte menschliche Abgründe – Neid, Hass, Verfall, Existenznöte, ja sogar Geldgier prägen den Alltag einiger Bewohner. In dieser unheilvollen Stimmung lässt auch ein skurriles Verbrechen nicht lange auf sich warten, das bald außer Kontrolle gerät, und unabsehbare Verwicklungen und Folgen für alle Beteiligten hat! Die alte Adlige Gudrun von Rechlin und das bedrückende Schicksal ihrer alkoholkranken, tablettensüchtigen Tochter Annette erregen Stifters Aufmerksamkeit.  Rund um das Anwesen der Rechlin häufen sich merkwürdige Ereignisse, die von den Anwohnern zunächst unbemerkt bleiben. Allmählich beschäftigen die Geschehnisse Postbote Stifter jedoch immer mehr und er weiht seinen alten Freund, den pensionierten Kommissar Thalmeier in seine Beobachtungen ein. Bei dem vorliegenden Kriminalroman handelt es sich weniger um einen witzigen, unterhaltsamen Regionalkrimi zum Miträseln. In seinem Mittelpunkt stehen eher eine psychologisch geschickt angelegte Studie eines Verbrechens und die Analyse der unterschiedlichen Beweggründe, der am Verbrechen beteiligten Personen. Sehr gelungen ist die eindringliche Schilderung der Ausgangssituation aus den verschiedenen Perspektiven. Es wird eine spannende Atmosphäre heraufbeschworen, die uns Leser immer mehr in den Fall hineinzieht und erst langsam die ganzen Ausmaße der Katastrophe für die einzelnen Figuren erahnen lässt. Die kaltherzige, skrupellose Gudrun von Rechlin als egozentrische, geldgierige Adlige kurz vor dem finanziellen Ruin, die einen grenzenlosen Hass auf ihre unfähige Tochter und auf das ungerechte Leben im allgemeinen entwickelt hat. Ein Hass, der sie dazu angetrieben hat, einen betrügerischen Finanzberater mit Hilfe eines ebenfalls Geschädigten zu entführen und im Keller unter unwürdigen Bedingungen festzuhalten, um das verlorene Vermögen zurückzubekommen. Sehr fesselnd werden die unheilvollen, teilweise überraschenden Entwicklungen des Falles erzählt bis hin zur seiner Auflösung am Ende, bei dem auch einige Fragen offen bleiben. Sehr überzeugend ist die detailreiche und einfühlsame Charakterisierung der verschiedenen Figuren. Erschütternd authentisch ist das gezeichnete Bild der vereinsamten, alkoholkranken Tochter Annette gezeichnet. Auch Stifter als rundum sympathischer Protagonist ist ein ansprechender vielschichtiger Charakter – ein gescheiterter Akademiker, der als Postbote seinen Lebensunterhalt bestreitet und zufrieden ist mit seinem neuen Leben. Als einfühlsamer Menschenfreund und aufmerksamer Beobachter ist er an der Auflösung des Falls eher passiv beteiligt, was ihn umso liebenswerter macht. Ich freue mich schon auf einen neuen Fall mit ihm! Fazit Oberland ist ein toll geschriebener, fesselnder Kriminalroman, der zum Nachdenken anregt! Sehr lesenswert!

    Mehr
  • Nichts scheint wie es ist!

    Oberland
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. April 2013 um 16:52

    Nachdem Briefträger Johannes Stifter in seiner Heimat Brandenburg mit schrecklichen Ereignissen konfrontiert wurde, versucht er im idyllischen oberbayerischen Städtchen Lohdorf, einen Neuanfang. Aber der Schein dieser Postkartenidylle trügt ungemein. Denn hinter den Fassaden der schmucken Häuser und Villen gibt es Geheimnisse, von denen Stifter nicht zu träumen gewagt hätte. Als Briefträger, der die schmucken Villen beliefert, wird er Zeuge eines mysteriösen Zwischenfalls. Stifter stellt einen Einschreibebrief an Annette von Rechlin zu und wird dadurch unfreiwillig in die Geheimnisse der Familie Rechlin gezogen. Seine Neugierde ist geweckt und was er zusammen mit seinem Freund Georg Thalmann an´s Tageslicht befördert, verschlägt einem die Sprache. Zu was Geld jemanden im hohen Alter treiben kann, ist schon beängstigend.  Ich finde diesen Krimi sehr gut geschrieben. Tanja Weber gelingt es, den Leser von Anfang an in den Bann dieser Geschichte zu ziehen und ich konnte nicht aufhören zu lesen, bis in hinter all den Abgründen geblickt habe. Der Schreibstil ist flüssig und die Spannung steigert sich bis zum Finale.  Die Haupt- und Nebendarsteller des Krimis sind alle lebendig und glaubwürdig beschrieben. Ich konnte mir während des lesen alles bildlich vorstellen. Ob nun Gut oder Böse, Tanja Weber schafft es, das man sich mitten im Geschehen wiederfindet und durch die Charakterbeschreibung eigentliche Opfer von mir nicht wirklich gemocht wurden. Auch der Ort des Geschehens, die alte Villa der Familie von Rechlin, wurde so Detailgetreu beschrieben, das ich diese immer vor meinem geistigen Auge hatte. Ich hatte rundum tolle spannende Stunden mit diesem Krimi und werde mir aufjedenfall den Vorgänger Sommersaat besorgen. Und ich hoffe auf noch viele weitere Abenteuer vom Briefträger Stifter. 

    Mehr
  • Kein typischer Krimi - aber eine wirklich spannende Geschichte über Menschen und ihre Handlungsweise

    Oberland
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    07. April 2013 um 17:35

    Postbote Stifter lebt mehr oder weniger mit Familienschluss in einem oberbayrischen Städtchen und erlebt dort auf seinem Dienstweg so einiges. Hinter all den schmucken und auch weniger schmucken Fassaden geht es nicht immer beschaulich zu. Und grade bei einem älteren Mutter-Tochter-Gespann den von Rechlins, geht mit Sicherheit nicht alles korrekt zu. Da sollte er doch wohl ein Auge drauf werfen.... "Oberland - Postbote Stifter" ermittelt ist mein erstes Buch von Tanja Weber. Es ist der zweite Teil einer Reihe um den Postboten Johannes Stifter. Der Untertitel "Postbote Stifter ermittelt" könnte den Leser etwas fehl leiten, denn eigentlich hat Johannes Stifter gar nicht so viel Lust aufs Ermitteln und will lieber das süße Leben genießen. Man kann den zweiten Band wunderbar ohne Vorkenntnisse lesen, da Tanja Weber an den wichtigen Stellen kleine Rückblicke eingebaut hat. Ich muss sagen, dass ich am Anfang ein paar Probleme mit dem Buch hatte, wieso kann ich gar nicht genau in Worte fassen, dennoch hat es einfach einige Seiten in Anspruch genommen bis ich in "Oberland" angekommen war.   Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Sie versteht es Atmosphäre aufzubauen und auch eine geheimnisvoll und böse Stimmung zu verbreiten. Detailliert beschreibt sie uns die Handlungen und Situationen, in die sich die Protagonisten begeben. Auch Hintergründe und Lebensumstände der Charaktere werden genaustens unter die Lupe genommen und dem Leser verständlich dargestellt. So, dass es wirklich Spaß macht die Personen zu ergründen und die Tragweite der Handlungen nachzuvollziehen und verstehen zu können. Obwohl viele Dinge, einfach so unmenschlich sind, dass man sie nicht verstehen will.  Ich glaube einige Leser haben "Oberland" nicht als Krimi sondern ausgeprägte Charakterstudie beschrieben, was ich auch sehr treffend finde. Dennoch gibt es auch genügen Aspekte unter denen man das Buch als Krimi lesen kann.  "Oberland" ist einfach eine gelungene, wenn auch etwas andere Mischung. Es ist ein wenig Familiendrama, ein wenig Geschichte der Neuzeit kommt auch vor - und genauso ist es in meinen Augen Gegenwartsliteratur wie Krimi. Wenn man sich erst einmal auf die Geschichte und ihre Protagonisten eingelassen hat, erlebt man in "Oberland" wirklich eine gut ausgearbeitete Story, die viele Menschen - zumindest, was die Schicksalsschläge angeht - so erlebt haben könnten.   Wer Spaß an einem nicht typischen, aber sehr gut geschriebenem Krimi hat, sollte sich Tanja Webers Reihe um den Postboten Johannes Stifter einmal genauer ansehen!

    Mehr
  • Oberland

    Oberland
    Themistokeles

    Themistokeles

    29. March 2013 um 20:23

    Für mich ein eher ungewöhnlicher Krimi, da man schon relativ von Beginn an weiß, wer die Täter sind und zudem auch, von allen Seiten her diese Personen ein wenig argwöhnischer betrachtet werden. Irgendwie ist es aber gleichzeitig auch so, dass diese Art der Betrachtung eher weniger auf solchen Belangen liegt, sondern daran, wie sich diese Leute verhalten. Insgesamt ist das Setting für diesen Krimi einfach interessant gewählt, da man in einer eher reicher wirkenden Villengegend solches Verhalten, solche Menschen und vor allen Dingen den Krimi in diesem Sinn, wie man ihn hier erlebt einfach nicht erwarten würde. Das Ganze ist dadurch zwar von einer sehr ruhigen Stimmung geprägt, die man vielleicht nicht zwingend bei einem Krimi erwartet und daher auch für so manchen wohl nicht ganz das wahre sein könnte, da sie einfach so ganz anders ist. Ich selbst mochte es aber auch mal einen eher außergewöhnlichen Krimi zu lesen, der allein durch seine Stimmung so ganz anders war. Zudem fand ich es irgendwie auch interessant, wie die Ermittelnden gewählt wurden, da sie auch einfach nicht so waren, wie man es aus anderen Krimis kennt. Sie waren für meine Empfinden sogar so ganz anders, aber irgendwie auch wieder sehr sympathisch, besonders den etwas kauzigen, aber irgendwie auch sehr netten und menschenbezogenen Postboten Stifter mochte ich sehr, sehr gern. Und auch den pensionierten Kommissar fand ich toll und würde gern noch mehr über die beiden erfahren. Der Krimi lebt auf jeden Fall sehr von seiner Stimmung, als auch den unterschiedlichen Charakteren und ihren Besonderheiten, denn ohne dies beides würde der ganze Krimi gar nicht wirken, weil dann der Aufbau alles kaputt machen würde. Ein mal anderer Krimi, den ich aber sehr lesenswert finde!

    Mehr
  • Postbote Stifter entdeckt nichts Gutes

    Oberland
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. March 2013 um 19:02

    Johannes Stifter, Postbote, zieht nach Lohdorf . Es ist ein kleines, idyllisches Städtchen in Bayern. Er findet Unterkunft im Gartenhäuschen seines ehemaligen Studienkollegens. Während eines ganz normalen Arbeitstages , er soll einen Brief in der verwahrlosten Villa der Familie von Rechlin abgeben,  merkt er , das hinter den Mauern des ehemals herrschaftlichen Hauses Böses vor sich geht. Die Tochter des Hauses wird von der Mutter unterdrückt, ist tabletten -  und alkoholabhängig. Und was hat es mit der Gruppe von Rentnern auf sich? Dieser Krimi lässt sich flüssig lesen, Der Postbote und alle anderen Charaktere sind gut ausgearbeitet und beschrieben. Der Spannungsbogen hält sich gut und die wechselnde Erzählweise machen Freude beim lesen. der Krimi wirkt auf mich authentisch und nicht überladen "Oberland" ist ein Krimi, den ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann und werde.      

    Mehr
  • Postbote Stifter ermittelt

    Oberland
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. March 2013 um 23:12

    Zum Inhalt: Postbote Johannes Stifter lebt seit kurzem in Lohdorf, einer kleinen Gemeinde in Oberbayern. Noch ist die Welt in Ordnung, er hat sich gut integriert und ist beliebt. Diese Idylle beginnt zu bröckeln, als Stifter ein Schreiben an Annette von Rechlin , eine adelige Tochter,  austrägt und merkt, das hinter den Mauern der alten Villa nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Nach und nach gerät der gutmutige Postbote immer tiefer in den Strudel der Ereignisse und merkt, das er dort alleine nicht mehr herauskommt. Hilfe muß her! Sein früherer Kollege kommt Johannes zu Hife. Mein Fazit: Das Buch konnte mich gut fesseln , der Schreibstil war flüssig und durchweg spannend. Die Beschreibung der verschiedenen Charaktere hat Spaß gemacht zu lesen, man sieht sie fast vor  sich , ebenso wie die alte, modrige Villa. Von Anfang an  ist man direkt im Geschehen drin und begleite den Postbosten auf seinem täglichen Weg. Ein toller Krimi, der riesen Spaß gemacht hat, zu lesen!!      

    Mehr
  • Oberland

    Oberland
    dorli

    dorli

    27. March 2013 um 17:32

    Postbote Johannes Stifter fühlt sich wohl in Oberbayern, er hat sich in der beschaulichen Kreisstadt Lohdorf gut eingelebt. Doch dann wird die Idylle eines Tages gestört, als Stifter ein Einschreiben an Annette von Rechlin zustellen möchte. Er kann einen Blick hinter die Fassade der scheinbar wohlhabenden Villenbesitzer werfen und hat das Gefühl, dass hier etwas nicht stimmt. Stifters Neugierde ist geweckt, er hält Augen und Ohren offen und versucht, gemeinsam mit seinem Freund, dem pensionierten Kommissar Georg Thalmeier, Licht in das Dunkel zu bringen… „Oberland“ ist kein Krimi zum Miträtseln und Mitgrübeln im üblichen Sinn, denn der bzw. die Täter stehen schon ziemlich früh fest und auch der Grund für die Entführung wird schnell präsentiert. Durchgehend spannend bleibt die Geschichte durch die Frage, ob die Rentner mit dem Kidnapping ihr Ziel erreichen oder ob es dem betrügerischen Finanzberater gelingt, aus seinem Gefängnis zu entkommen. Entgegen der Aussage auf dem Cover ist es nicht der Postbote Johannes Stifter, der in diesem Fall ermittelt. Stifter übernimmt in diesem Krimi eher die Aufgabe des Beobachters und wird dadurch zu einer Art Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Handlungssträngen. Ganz hervorragend gelungen sind Tanja Weber die Beschreibungen, sowohl die Umgebung wie auch die einzelnen Personen konnte ich mir sehr gut vorstellen. Die ist Atmosphäre rundum stimmig. Am meisten begeistert hat mich die fantastische Charakterisierung der verschiedenen Personen. Alle Haupt- und Nebencharaktere sind lebendig und mit Tiefe gezeichnet und haben mich durch ihre nachvollziehbaren und glaubwürdigen Eigenschaften überzeugt. Johannes Stifter ist umsichtig und hilfsbereit, ein durch und durch liebenswürdiger Mensch und vor allen Dingen ein guter Beobachter. Das Böse in diesem Buch heißt Gudrun von Rechlin. Auch wenn sie gänzlich unsympathisch ist, hat mich gerade die Darstellung dieser Dame mit ihrem Hass und ihrer ganzen Unzufriedenheit und Bösartigkeit beeindruckt. Beate Klinger möchte sich eigentlich in Ruhe um ihren behinderten Sohn Klaus kümmern, sie wirkt hilflos, als ihr Mann Julius verschwindet, bemüht sich dennoch, ihn zu finden, kann sich aber im entscheidenden Moment gegen die herrische Gudrun nicht durchsetzen. Und der gefangene Investmentbanker Hans Günther Heims ist trotz seiner misslichen Lage zuversichtlich, dass er den Rentnern entkommen kann. Er zeigt keine Angst und beginnt sofort Gudruns Tochter Annette zu manipulieren, als er die Gelegenheit dazu bekommt. Diese und noch zahlreiche weitere Personen tragen zu dem spannenden Geschehen bei, das Zusammenspiel aller Mitwirkenden ist gut durchdacht und klappt ausgezeichnet. Ein toller Kriminalroman, der mich mit seinen interessanten Charakteren durchweg gefesselt hat.

    Mehr
  • Blick hinter die idyllischen Dorfkulissen

    Oberland
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. March 2013 um 15:56

    Nach einer aufwühlenden Zeit in Germerow bei Berlin ließ sich Postbote Stifter nach Bayern versetzen. Im kleinen Lohdorf will er zur Ruhe kommen und nicht mehr daran denken, dass man ihn erst vor kurzem noch einen Mord anhängen wollte. Doch ganz so ruhig ist es auch auf dem bayrischen Land nicht. Der in Germerow ermittelnde Kommissar Thalmeier wohnt inzwischen ganz in der Nähe und hält verblüffenderweise gerne Kontakt zu Stifter. Außerdem gibt es merkwürdige Leute dort, ausgerechnet im friedlich erscheinenden Villenviertel, in dem Stifter seine täglichen Touren beginnt. Auf seinen Posttouren beobachtet Stifter unter anderem, was im Haus von Gudrun von Rechlin vor sich geht. Stifter spürt instinktiv, dass die alte Frau eine sehr garstige ist, aber was im Haus passiert, ahnt er nicht einmal ansatzweise. Was ihn überkommt, ist ein immer unbehaglicheres Gefühl, als sich komische Beobachtungen häufen: Wie die alte Frau mit ihrer Tochter umgeht, wie sie mit ihm umspringt, wie schlecht es Gudruns Tochter Annette geht, wie Besucher an der Türe behandelt werden oder wie andere seltsame Besucher eingelassen werden. Thalmeier und vor allem Noah, einer der Söhne von Stifters Vermieter Andreas Lanz, sind da viel neugieriger auf Frau von Rechlin als Stifter selbst. "Oberland" ist schon ein Krimi, aber keiner, in dem Stifter ermittelt. Der hält sich aus allem nach Möglichkeit raus und will eigentlich seine Ruhe haben. Er wird zwar zur zentralen Figur, als es auf das Finale zugeht, aber eigentlich zeichnet ihn das aus, was vielleicht öfter gebraucht würde: Instinkt und Nachbarschaftshilfe. Dieser Instinkt sorgt letztendlich dafür, dass Hilfe zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Die große, negative Figur ist Gudrun von Rechlin, die zu Beginn "nur" wegen eines fehlgeschlagenen Bankgeschäfts verzweifelt erscheint, von der aber bald klar wird, dass sie eigentlich eine zutiefst verbitterte und stets mit allem und allen unzufriedene Egoistin ist. Sie treibt keifend und kalt alles in den Abgrund, was ihr nicht genügt. Damit unterscheidet sie sich maßgeblich von allen anderen Bank-Geschädigten, von denen es im Buch fast schon wimmelt. Es gibt Anspielungen auf die Vergangenheit von Gudrun von Rechlin und ihrem Helfershelfer, der sich irgendwann bei ihr einfindet. Was genau während des zweiten Weltkriegs passiert ist, wird nie eindeutig erläutert; es bleibt Platz für Ahnungen, die vom Leser selbst mit den heutigen Ereignissen kombiniert werden müssen. Es ist ein vergleichsweise ruhiges Buch, wobei ich allerdings die Bankenkritik nicht gut umgesetzt finde. Von Rechlins Aktion passt nicht zu einer so berechnenden Person. Auch ihr Mitstreiter scheint mir fehlbesetzt. Würde er tatsächlich jemals so etwas tun? Trotz der bevorstehenden Pleite wirkt der avisierte Lösungsansatz viel zu übertrieben. Aus der Realität klinkt sich auch Petrus Markaris mit seinen Krisen-Krimis aus, aber er betreibt es spürbar als Symbolik und damit wieder ohne Bauchgrimmen lesbar.

    Mehr
  • Alter schützt vor Torheit nicht

    Oberland
    siebenundsiebzig

    siebenundsiebzig

    22. March 2013 um 15:27

    Den intellektuellen Postboten Johannes Stifter verschlägt es, nach einem vermutlich schicksalshaften und traumatischen Erlebnis in Brandenburg, nach Lohdorf ins tiefste Oberbayern. Bei einem ehemaligen Studienkollegen, welcher dort mit seiner Frau und vier Kindern einen alten Bauernhof bewohnt, findet er auch gleich eine Unterkunft im dazugehörigen Gartenhaus. Beim Zustellen der Postsendungen in seinem Bezirk, merkt er aber schnell, daß auch im schönsten Oberbayern so manches im Argen liegt. Wenn es auch nicht direkt nach Außen dringt, so ist bei manchen Familien richtig der Wurm drinn. Dabei spielen Geld, Alkohol, Gier usw. eine grosse Rolle bei den Beteiligten und so haben manche Menschen überhaupt keine Skrupel mehr in das Leben von Anderen brutal einzudringen. Wobei Lebensalter, Personlichkeit und sozialer Standpunkt keine Rolle mehr spielen und oft in gesetzeswidrigen Maßnahmen, ja sogar in verbrecherischen Tätigkeiten enden. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es zeigt einen tiefen Einblick in die Psychologie der Protagonisten und lässt, durch die hervorragende Schreibweise der Autorin, das Lesen zu einem besonderen Erlebnis werden. Wenn ich mir auch so manches mal das Schmunzeln nicht verkneifen konnte, so wurde ich des öfteren doch zum Nachdenken gezwungen. Dabei drängte sich bei mir die Frage auf, wie tief kann ein Mensch fallen, auch wenn er auf eine lange Lebenserfahrung zurückblicken kann? Ein ruhiger, aber doch sehr spannender Krimi, mit hervorragen beschriebenen Protagonisten, welchen ich nur weiterempfehlen kann.

    Mehr
  • Bayerischer Krimiabend mit Musik

    Oberland
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. March 2013 um 10:19

    Für kurzentschlossene Berliner:  Morgen gibt es beim Aufbau Verlag eine Lesung von "Oberland", in Begleitung eines Zithermusikers, Brez'n und Obatz'dem!

  • Blick hinter die Fassaden

    Oberland
    claudia_seidel

    claudia_seidel

    18. March 2013 um 19:19

    Bei „Oberland“ handelt es sich nach „Sommersaat“ um den zweiten Kriminalroman von Tanja Weber, in dem der Briefträger Johannes Stifter im Mittelpunkt steht. Vorkenntnisse dahingehend, dass man den Vorgänger unbedingt gelesen haben sollte, sind aber nicht notwendig, der Einstieg in die Handlung gelingt auf jeden Fall auch so. Johannes Stifter arbeitet nach Jahren im Großraum Berlin nun in einem kleinen Ort im Umland von München als Zusteller. Er wohnt dort im Gartenhaus einer netten Familie mit mehreren Kindern im Teenager-Alter und fühlt sich in der beschaulichen Gegend, die einen großen Kontrast zu seiner vorherigen Wirkungsstätte darstellt, sehr wohl. Doch schon bald erhält er eher zufällig Einblicke hinter die Fassaden der vormals prächtigen Villen in seinem Zustellbezirk und es tun sich menschliche Abgründe auf. Alkoholismus, raue Umgangsformen und verarmte Rentner sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Nach und nach stößt er immer wieder auf neue Dinge, die nicht so recht in diese Gegend passen wollen und die schließlich auch die Neugier seines alten Bekannten, dem Kommissar im Ruhestand, Thalmeier wecken. Der Leser weiß währenddessen schon mehr als die beiden Männer. Nämlich, dass Gudrun von Rechlin, die mit ihrer alkoholkranken Tochter Gudrun in einem der baufälligen Anwesen lebt, in ihrem Keller einen Mann gefangen hält. *~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Meiner Meinung nach handelt es sich hier nicht unbedingt um einen Heimatkrimi, der von viel Dialekt und humorvollen Passagen lebt. Dieses Buch ist tiefgründiger und wirft einen Blick hinter die Fassaden. Während man als Leser schon recht bald viel von dem weiß, was passiert ist, und wer die Täter sind, sodass in dieser Hinsicht wenig Spannung bleibt, klärt sich dann nach und nach auf, wie es so weit kommen konnte, welche Verzweiflung nötig ist, dass aus normalen Menschen im doch recht hohen Alter, plötzlich Täter werden, die bereit sind, alle Grenzen zu überschreiten und wenn es sein muss, sogar zu töten. Das ist auf eine andere Art als bei einem klassischen Krimi interessant und spannend zu lesen, da Tanja Weber sehr genau beobachtet und gut gezeichnete, trotz mancher extremen Verhaltensweise glaubwürdige und vielschichtige Charaktere geschaffen hat. Perspektivwechsel tragen zusätzlich dazu bei, dass man als Leser deren Handeln nachvollziehen kann. Die Gründe, die sie so weit gebracht haben, sind in unserer heutigen Zeit sehr aktuell. Sympathisch ist vor allem die Hauptperson, Johannes Stifter, die sich in keine Schublade pressen lässt. Alleinstehend, aber einer neuen Beziehung nicht ganz abgeneigt, arbeitet er zugleich als Briefträger und an seiner Promotion, liebt Jazz und hat einen guten Draht zu den Kindern seiner Vermieter. Was man allerdings nicht von ihm sagen kann, ist, dass er hier als „Ermittler“ im klassischen Sinn auftritt. Er drängt sich nicht auf und stellt großartige Nachforschungen an, sondern er gerät immer eher zufällig in Situationen, die ihn zum Nachdenken bringen, ob alles in Ordnung ist. Auch unabhängig von den von ihr erschaffenen Figuren ist Tanja Webers Schreibstil sehr anschaulich und sie schreibt gut lesbar. Ich empfehle dieses Buch gerne allen, die einen Kriminalroman mit Tiefgang und überzeugend gestalteten Figuren suchen, in dem die Beweggründe mehr im Mittelpunkt stehen, als die Suche nach einem Täter.  

    Mehr
  • Rezension zu "Oberland" von Tanja Weber

    Oberland
    Marakkaram

    Marakkaram

    17. March 2013 um 20:05

    Sie schienen in einer Verzweiflung aneinandergekettet, die jeden Menschen und alles Leben ausserhalb ausschloss. Er war versehentlich eingedrungen und hatte etwas Verbotenes gesehen. ~ ~ ~ Wie weit würdest Du gehen? ~ Postbote Stifter hat sich ins beschauliche Oberbayern versetzen lassen und genießt das Leben, die Nähe zur Familie seines Freundes, die Landschaft und Natur und ab zu ein Gläschen Wein. Aber die Fassade der idyllischen Kreisstadt bekommt erste Risse, als er sich bei dem Versuch ein Einschreiben an Annette von Rechlin zuzustellen, Einlass in die Villa der dort lebenden Mutter-Tochter-Gemeinschaft erkämpft und live einen Absturz der Alkoholikerin miterlebt. Was er da aber noch längst nicht ahnt, ist, dass Gudrun von Rechlin im Keller einen Mann gefangen hält... ~ ~ ~ Ich habe dieses Buch nach dem ersten Drittel erst einmal zur Seite gelegt, denn meine Erwartungshaltung aufgrund der Vermarktung, Klappentext etc. war eine vollkommen andere. Das habe ich sacken lassen, um dann unvoreingenommen weiterlesen zu können. Zum Glück, denn das hat das Buch von Tanja Weber wirklich verdient! Dennoch eines vorweg, man kann über Postbote Stifter vieles sagen, nur nicht, dass er in irgendeiner Art und Weise ermittelt, ganz im Gegenteil. Und deswegen finde ich den vom Verlag mit Sicherheit sehr werbewirksamen Untertitel "Postbote Stifter ermittelt" nicht angebracht. Erwartet habe ich dadurch einen naturverbundenden Postboten, der seine Nase in viele Dinge hineinsteckt, durch seinen Beruf sowieso viele zwischenmenschliche Geschichten mitbekommt und dann immer weiter an der bröckelnden Fassade kratzt. Aber weit gefehlt, man erfährt schon auf den ersten Seiten, dass die alte Gudrun von Rechlin einen Mann im Keller gefangenhält und auf den Folgenden auch noch ziemlich rasch wieso, weshalb, warum. Das hat mich zuerst sehr irritiert, denn aus Krimi-Sicht war die Sache für mich durch, was sollte da noch groß kommen. Mir war auch gar kein Spannungsbogen ersichtlich. ~ Und trotzdem hat es mich nicht losgelassen.... ~ Irgendwann hab ich Krimi, Krimi sein lassen und mit einer neutralen Sicht weitergelesen. Was soll ich sagen: Es hat sich gelohnt. Dieses Buch ist kein typischer Krimi und es jetzt eine Sozialstudie zu nennen, wäre mit Sicherheit zu hoch gegriffen, aber es geht schon eher in diese Richtung. Wer ist in der heutigen Zeit Opfer und warum? Wie weit wärst Du bereit zu gehen um Deine Existenz zu sichern? ~ Tanja Weber wirft einen Blick auf unsere Gesellschaft, einen Blick hinter die schönen Kleinstadtfassaden. Sie hat einen fesselnden, sehr starken Schreibstil und auch die Naturbeobachtungen Stifters fliessen mit ein ohne zu unterbrechen und sind beinahe so etwas wie das schöne Gegenstück zur sehr harten Geschichte. Ansonsten ist der Postbote fast schon eine der schwächeren Figuren, denn Tanja Weber hat in der Kerngeschichte unheimlich starke, lebendige und authentische Charaktere erschaffen und so unsympathisch sie auch oftmals sein mögen, man hat sie ganz klar vor Augen, fast hört man Ihre Stimmen, und dadurch überzeugen sie auf ganzer Linie. ~ ~ ~ Fazit: Ein gelungener Blick in die menschlichen Tiefen!

    Mehr
  • Rezension zu "Oberland" von Tanja Weber

    Oberland
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. March 2013 um 22:35

    INHALT Postbote Johannes Stifter hat sich vor nicht allzu langer Zeit nach Lohdorf in Oberbayern versetzen lassen und er genießt die Idylle sehr. Er versteht sich gut mit der Familie, in deren Gartenhaus er gezogen ist und auch die Verkäuferin der Bäckerei kennt ihn schon mit Vornamen. Bis er eines morgens ein Anschreiben an Annette von Rechlin austrägt und das harmonische Bild Risse bekommt. Noch ahnt er nicht, was im Keller der Villa vor sich geht, doch ihm fallen immer mehr Ungereimtheiten auf und so merkt er bald, dass dort nicht alles mit rechten Dingen vor sich gehen kann... MEINE MEINUNG "Oberland" ist bereits der zweite Krimi mit Postbote Stifter, doch man muss den ersten, "Sommersaat", nicht gelesen haben, um sich in der Story zurecht zu finden. Ich habe nicht lange gebraucht, um in den Schreibstil hinein zu finden und finde ihn sehr gut. Die Autorin beschreibt die Szenerie sehr liebevoll und detailliert, ohne sich darin zu verlieren und schafft so sehr schnell eine authentische Atmosphäre. Auch hie und da eingestreuter Dialekt stützt diesen Eindruck. Es handelt sich hier jedoch nicht um einen lustigen Regional-Krimi, sondern um eine langsam erzählte Geschichte mit Tiefgang und Hintergrund. Der Protagonist ist sehr sympathisch; das Buch beginnt mit einer Szene, in der er sich zweier Kröten erbarmt und sie zum Tümpel trägt, um ihnen das Leben zu retten. Allein das hat mich sehr für diesen Charakter eingekommen. Er erteilt beispielsweise auch den Kindern seiner Vermieter Nachhilfeunterricht und pflegt mit dem jugendlichen Sohn ein (fast) freundschaftliches Verhältnis. Auch die Nebenfiguren sind sehr schön ausgearbeitet - sie wirken echt und agieren realistisch, und gerade die zwischenmenschlichen Szenen haben mir sehr gut gefallen. Diese kommen nicht zu kurz, weil die Autorin die Geschichte aus wechselnden Blickwinkeln erzählt und so die Beweggründe und Eigenheiten der Charaktere einzeln beleuchtet und ausarbeitet. Ein weiterer Pluspunkt ist für mich, dass sich die Autorin auch einem sehr ernsten und aktuellen Thema gewidmet hat und treffend darstellt, wie schnell es gehen kann, dass aus Opfern Täter werden und zu welch verzweifelten Taten Menschen bereit sind, wenn sie sich ihrer Lebensgrundlage beraubt sehen. Alles in allem ein hervorragender Krimi, der mich sehr begeistert hat. Lediglich ein Punkt Abzug, weil ich das "Postbote Stifter ermittelt" auf dem Cover nicht treffend finde und das bei mir eine Erwartungshaltung geweckt hat, die das Buch nicht erfüllt hat. Er schlittert unabsichtlich in die Geschichte hinein, und obwohl ihm Einiges auffällt, kann man das meiner Meinung nach nicht wirklich als Ermittlung bezeichnen, weil er sich zu wenig damit auseinander setzt und die Dinge mehr zufällig aufschnappt und beobachtet.

    Mehr
  • weitere