Tanya Herig

 3.4 Sterne bei 8 Bewertungen

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Ihr ergebener Jack the Ripper

Ihr ergebener Jack the Ripper

 (8)
Erschienen am 14.05.2014

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Rezension zu "Ihr ergebener Jack the Ripper" von Tanya Herig

Passabler Roman zu einer Legende, die aber mehr hatte erwarten lassen...
Marjuvinvor 4 Jahren

Klappentext:

Ich kenne die wahre Identität von Jack the Ripper.“ Das gesteht Kate Rosewood am Ende ihres Lebens. Nach Jahren des Schweigens schildert sie in ihrem Tagebuch, was ihr in jenem schicksalhaften Herbst des Jahres 1888 in Londoner East End widerfahren ist. Hautnah erlebt sie das Grauen mit, das der Serienmörder Jack the Ripper auslöst. Was mit einer seltsamen Faszination beginnt, wird bald zu einem Albtraum. Ihr kommt der schreckliche Verdacht, dass eine ihr nahestehende Person der Täter sein könnte. Von Angst und Zweifeln geplagt, beschließt sie selbst dem Täter auf die Schliche zu kommen. Aber wird es ihr gelingen diese Bestie aufhalten?

Rezension:

Man muss ja dazu sagen, wenn man sich an ein Thema wagt, das im Grund jedes Kind seit Generationen kennt und das fasziniert passiert es mitunter, dass die Erwartungen zu hoch angesetzt werden.

Die Protagonistin Kate ist zwar keine Antiromanheldin, aber ein Charakter mit Schwächen, was ja an sich kein Problem ist, aber hier hatte ich Schwierigkeiten mich in sie hineinzuversetzen. Sie handelte egoistisch und naiv und für mich auch nicht nachvollziehbar impulsiv. Eine alleinstehende Frau entwickelt eine morbide Faszination am Fall Jack the Ripper, die durch teils ein wenig an den Haaren herbeigezogenen Zufällen immer wieder über die Opfer oder den Täter selbst stolpert, um ihn am Ende sogar eigenhändig zur Strecke zu bringen.

Im Kapitel eins geht es auch sehr chaotisch zu, was die Erzählblickwinkel angeht und trägt eigentlich wenig zur Geschichte bei, ausser dass man mit der Erwartungshaltung weiterliest zu erfahren, was mit dem Mann geschieht, der Mary Janes Bett erwerben möchte. Was aber nicht aufgelöst wird. Auch werden Handlungspersonen aufgegriffen, die ohne zur Handlung beizutragen, wieder verschwinden... wie der mysteriöse Mann in der Kutsche. Frustrierend war für mich auch das Ende von Kent, er erobert Kate, zieht mit ihr zusammen und verschwindet aus Angst vor einer Verhaftung und wird nicht mehr weiter erwähnt.

Eingebettet ist die Geschichte in einen Prolog-Epilog mit Kates Tochter, die in Form eines Tagesbuches die Geschichte ihrer Mutter erfährt, was ich gar nicht so schlecht gewählt fand. Offen bleibt jedoch, ob Edith, die Tochter denn aus der Beziehung mit Kent entspringt (der ja in der Geschichte verloren geht und auch nicht wieder aufgegriffen wird?).

Der Schreibstil ist lesbar, aber nicht überragend.

Fazit:

Ganz in Ordnung für Zwischendurch, aber nicht das, was ich mir erhofft hatte.

 

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Rezension zu "Ihr ergebener Jack the Ripper" von Tanya Herig

Der Ripper geht um...
Aglayavor 4 Jahren

London, 1888. Jack the Ripper ermordet mehrere Prostituierte. Kate fühlt sich mit den getöteten Frauen verbunden und versucht, den Mörder zu finden.

 

Jack the Ripper hat mich schon seit Jahren fasziniert und ich habe auch einige Bücher über ihn gelesen. Daher war ich sehr gespannt, wie Tanya Herig die Geschichte umsetzen würde.

Der Roman ist in Form von Briefen der Protagonistin Kate an ihre Tochter geschrieben, viele Jahre nach Jack the Ripper. Kate kommt als doch recht verwöhntes Mädel (eigentlich ist sie eine Frau von 24 Jahren, was zu dieser Zeit schon nicht mehr sooo jung war, sie benimmt sich aber oft wie ein Teenager) vom Lande nach London und ist entsetzt über die Armut und den Dreck. Dass sich ihre Cousine, bei der sie unterkommt, prostituiert, um die Miete zu bezahlen, findet sie entsetzlich, hat aber trotzdem keine Probleme damit, sich von ihr aushalten zu lassen, ohne gross einen eigenen Beitrag an den Lebensunterhalt zu leisten. Lieber rennt sie ziemlich kopflos in der Stadt herum und wartet auf Zufälle, die ihr bei der Suche nach dem Ripper helfen. Wie man merkt, mag ich Kate nicht besonders. Sie ist egozentrisch, verwöhnt, arrogant und ziemlich empathielos.

Positiv anmerken möchte ich die Recherche, die Tanya Herig getätigt hat. Die Taten werden präzise beschrieben und stimmen mit den bekannten Tatsachen überein. Für mich waren die genauen Beschreibungen eigentlich nicht nötig, da ich schon genügend über das wie, wann und wo der Ripper-Morde gelesen habe, aber wer sich mit dieser Mordserie nicht auskennt, wird durch die ausführlichen Beschreibungen alles erfahren, was es an gesicherten Daten über die Morde gibt (na ja, fast alles, das Goulston-Street-Graffito wird nicht erwähnt…). Die faktengetreue Beschreibung hat allerdings auch den Nachteil, dass es keine wirklichen Überraschungen gibt, da die Taten ja bekannt sind. Das ist jedoch ein allgemeines Problem von Romanen, die auf tatsächlichen historischen Begebenheiten basieren. 

Ich habe mich während des Lesens eigentlich gut unterhalten, vollends überzeugen konnte mich der Roman dennoch nicht. Hauptsächlich liegt es an der Protagonistin Kate, die ich einfach nicht mag. Es fällt mir immer schwer, von einem Buch begeistert zu sein, wenn mir die Protagonisten unsympathisch sind. Zudem hätte ich mir gewünscht, noch mehr eigene Ideen der Autorin zu lesen, anstelle des Schwerpunkts auf den allgemein bekannten Fakten. Grundsätzlich interessierten empfehle ich einen Blick in die Leseprobe.

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Rezension zu "Ihr ergebener Jack the Ripper" von Tanya Herig

An sich selbst gescheitert
anellvor 4 Jahren

Ich habe das Buch im Zuge einer Leserunde gelesen, nochmal danke an die Autorin für dieses Exemplar.

Lange habe ich mit mir gerungen und mich gefragt, gibst du dem Buch 2 oder 3 Sterne. Ich hätte wirklich gerne mehr vergeben, aber ich muss ehrlich zu mir selbst und zu dem Buch sein. Mehr als zwei Sterne waren nicht drin, dafür waren es einfach zu viele Defizite.

Da ich nur ungern grundlos ** gebe enthält diese Rezi Teile des Inhalts und ich nicht spoilerfrei

Die Geschichte:

Ein Großteil der Geschichte ist eine Art langer Brief/innerer Monolog der Protagonistin Kate an ihre Tochter Edith. Es ist kein Tagebuchstil, weil es keine Daten/Tage gibt, Kate erzählt ihre Geschichte Jahre nach den brutalen Rippermorden.

Kate kommt vom Land in die große Stadt und schlüpft bei ihrer Cousine unter. Diese verdingt sich als Straßenverkäuferin/Teilzeitprostituirte auf den Straßen Whitechapels.
Die Rippermorde passieren und Kate packt die Neugierde.

Das Problem:

Jack the Ripper ist eine Steilvorlage. Er bietet unendlich viel Interpretationsspielraum.

Wir haben London, die viktorianische Zeit, eins der größten Mysterien der Kriminalgeschichte und eine junge Frau. Da kann man doch wirklich was drauß machen. Oder?

Leider gelingt es der Autorin nicht mich zu überzeugen. Kate ist nicht die Hobbydedektivin die ich erwartet hatte. Sie recherchiert nicht und wenn sie es mal versucht sind ihre Versuche unfassbar diletantisch, dass man ganz Kapitel einfach komplett streichen könnte, ohne dass es für die Geschichte einen Unterschied machen würde z.B. der Besuch im Working House, oder die Episode beim Fleischer.

Für mich war Kates einzige Motiv Sensationsgier. Sie wollte sich mal so richtig dran aufgeilen, und war neugierig. Ihre Rolle ist zu 99,5% passiv. Sie recherchiert nicht aktiv, sondern rennt passiv dem Ripper hinterher, was auf die Dauer betrachtet einfach nur frustrierend für mich als Leserin war.

Die Visionen:

Erschwerend kommt hinzu, dass Kate immer mal wieder Visionen von den Morden des Rippers hat. Ich bin ehrlich. Solche Plotteile in "historischen Romanen" sind mir einfach zuwider. (Das mochte ich schon bei Sabine Eberts Hebammen-Büchern nicht und werde es auch nicht mögen) Kate sieht die Morde durch die Augen des Rippers. Das große WARUM, also ob diese Visionen auf einer übersinnlichen Fähigkeit, einer Art-Shining-Beziehung oder auf der Gabe der totalen Empathie (vgl. Hannibal) fußen, wird am Ende (wie vieles andere auch) nicht aufgeklärt. Was wieder ein großer Frustherd für mich war.

Die Problemprotagonistin:

Mein allergrößtes Problem, neben der stagnierenden Handlung war Kate selbst.

Um es kurz zu machen: ich konnte sie nicht ausstehen.

Sie ist egoistisch, ich-bezogen, leichtsinnig, unbesonnen, hochnäsig, öfter mal mehr als schwer von Begriff, faul,  sensationsgeil und allen voran verflucht undankbar.

Nach fast 300 Seiten kann ich keine einzige positive Eigenschaft, und nicht einen liebenswerten Wesenzug an ihr entdecken.

>> Sie kriecht unangekündigt bei ihrer Cousine unter und hat nix besseres zu tun, als sie gleich mal ob ihrer Lebensweise zu verurteilen. "WAS du prostituirst dich ... shame on you"

>>Anstatt zu arbeiten verbringt sie lieber ihre Tage damit in Bars rumzuhocken, zu Anhörungen im Ripperfall zu gehen, sich ihren "Recherchen" zu widmen oder zu tagträumen. Liegt dabei ihrer Cousine auf der Tasche, wohnt mietfrei, profitiert von deren Verdienst und zwingt sie (als Extraesser) indirekt noch mehr zu Prostitution die sie dann im Umkehrschluss wieder verurteilt ... aaaaaaaaaaaaaaaarghhh!

>>Draußen geht der Ripper um. Aber Kate rennt trotzdem Mitten in der Nacht durch Whitechapel, einfach weil ihr mal danach ist.  Und bekommt so zufällig den nächsten Mord mit. aaaaaaaaaaaaaaarghhh!

Gevatter Zufall:

Ein weiterer großer Minuspunkt sind die vielen Zufälle.
Fast alles baut auf Zufällen auf.

Kate rennt zufällig genau dahin, wo zufällig der nächste Mord passiert. Dann zieht sie bei ihrer Cousine aus und praktischer/zufälliger Weise stirbt genau an dem Tag die Mutter von ihrem Lover und die Zwei können zusammenziehen. Aber sie haben kein Geld, zum Glück hält zufällig ein  komplett Fremder und schenkt Kate zufällig und aus heiterem Himmel eine große Summe Geld.

Am Anfang das Buches habe ich nichts gegen Zufälle, aber hier häufen sie sich, bis zum Ende hin, was wieder unfassbar frustrierend war. Viele der Zufälle sind Deus-ex-Machina Lösungen der Autorin.

Schreibstil:

Der Schreibstil der Autorin war zu Anfang okay. Nicht überragend, aber lesbar.

Kate ist die Ich-Erzählerin und ihre Schilderungen sind von Anfang an einfach grässlich wertend. Ich mag keine wertenden Adjektive  in Büchern und dieser Armutstourismus im Bezug auf Slums, ist etwas das ich (genau wie Visionen auch) nicht ausstehen kann.

Kate ist eine Person die von außen in den Mikrokosmos Whitechapel kommt, deshalb sind ihre Schilderungen, ihre Beschreibung und ihre Meinung von oben herab. Dieses Gefälle mag ich nicht, weil es nur Mitleid und entsetztes Kopfschütteln abzielt.

Im Laufe der Handlung, so hatte ich das Gefühl, wurde der Ton  immer flapsiger (Leseprobeneffekt?) und Kates Erzählstimme veränderte sich.

Recherche vs. Infodump:

Ich halte der Autorin zu gute eine ordentliche Recherche durchgeführt zu haben.

Die Episoden in denen Kate ihre Tochter (und somit uns Leser) über die Rippermorde, die Opfer und den Tathergang aufklärt waren da Beste am ganzen Buch für mich.

Die sehr detailierten Beschreibungen sind auch vom Stil her besser (weil Kate selten wertet und eine annehmbare Erzählstimme hat.)

Dem gegenüber steht, dass diese Abschnitte im Grunde genommen nichts weiter als Infodump und de facto für die eigentliche Kernhandlung vollkommen unerheblich sind. Selbst ihn ihnen findet man noch ein Echo der Sensationsgier von Kate, wenn sie ihrer Tochter fast schon mit chirurgischem Feingefühl jedes noch so grausige Detail vorbetet.

Auch einige Episoden (ich führe mal wieder Kates Besuch im "Workinghouse" an.) waren IMO nur im Text, wegen dem "Flair". Für die Geschichte sind diese 10 Seiten absolut unerheblich, aber wir haben mal ein Workinghouse von innen "gesehen" und über die Zustände den Kopf geschüttelt. ;)

Fazit:

Unterm Strich betrachtet ist "ihr ergebener Jack the Ripper" genau so frustrierend wie die Rippermorde selbst.

Eine Geschichte  einer passiven Heldin für die ich keine Empathie aufbauen konnte. Eine Geschichte gespickt von Zufällen und Wendungen und zu vielen Fragen die am Ende offen bleiben.

Ihr ergebener Jack the Ripper hat mich frustriert zurück gelassen und ich kann einfach nicht mehr als ** geben.

Schade
:(

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„Ich habe die Hölle gesehen.“ Das gesteht Kate Rosewood, die im Jahre 1888 grauenhafte Morde im Londoner East End miterlebt. Sie muss sich ihrer größten Angst stellen, um den wohl bekanntesten Serienmörder aller Zeiten zu entlarven: Jack the Ripper.

„Ich kenne die wahre Identität von Jack the Ripper." Das gesteht Kate Rosewood am Ende ihres Lebens. Nach Jahren des Schweigens schildert sie in ihrem Tagebuch, was ihr in jenem schicksalhaften Herbst des Jahres 1888 in Londoner East End widerfahren ist. Hautnah erlebt sie das Grauen mit, das der Serienmörder Jack the Ripper auslöst. Was mit einer seltsamen Faszination beginnt, wird bald zu einem Albtraum. Ihr kommt der schreckliche Verdacht, dass eine ihr nahestehende Person der Täter sein könnte. Von Angst und Zweifeln geplagt, beschließt sie selbst dem Täter auf die Schliche zu kommen. Aber gelingt es ihr, diese Bestie aufhalten?
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