Tara-Louise Wittwer

 4,5 Sterne bei 266 Bewertungen
Autorin von NEMESIS' TÖCHTER, Sorry, aber ... und weiteren Büchern.
Autorenbild von Tara-Louise Wittwer (©Robert Paul Kothe)

Lebenslauf

Tara-Louise Wittwer, geboren 1990, ist studierte Kulturwissenschaftlerin und lebt in Berlin. Hier arbeitet sie als Autorin und Content Creatorin. 2019 gründete sie ihr Unternehmen wastarasagt mit dem gleichnamigen, schnell wachsenden Instagram-Account. Auf ihren Social-Media-Kanälen spricht sie über Feminismus sowie den Einfluss von Popkultur und Medien auf die eigene Identität, internalisierte Misogynie und darüber, wie alte Rollenbilder stetig reproduziert werden. Ihre Bücher „Sorry, aber...“ und „Nemesis´Töchter“ waren SPIEGEL-Bestseller.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Tara-Louise Wittwer

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Neue Rezensionen zu Tara-Louise Wittwer

Cover des Buches Sorry, aber ... (ISBN: 9783426446829)
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Rezension zu "Sorry, aber ..." von Tara-Louise Wittwer

Sophelliest
Autobiografie mit guten Impulsen

Als ich die Rückseite des Buches gelesen hatte, hatte ich richtig Lust, das Buch zu lesen. Leider konnte es mich nicht so richtig überzeugen. 

Was mir gut gefallen hat, waren die allgemeinen Erklärungen zu Entschuldigungen, die Studien und historischen Fakten, die immer mal wieder eingestreut wurden und die persönlichen Erlebnisse von Tara unterstrichen haben. Auch einzelne Szenen, die sie aus ihrem Leben beschrieben hat, haben mit mir resoniert und mich gehört fühlen lassen. Allerdings wurde es mir gegen Ende hin ein wenig zu autobiografisch und ich konnte auch den Umschwung von "ich entschuldige mich zu viel" zu "ich entschuldige mich jetzt weniger" nicht so wirklich überzeugen. Natürlich schreibt sie selbst, dass sie noch immer damit hadert und sich immer noch zu viel entschuldigt, aber dass sie schon besser damit geworden ist. Wie sie das gemacht hat und was ihr dabei geholfen hat (außer Therapie) wurde aber nicht wirklich erläutert.

Zusätzlich fand ich es schade, dass nicht auch ein Ausblick für das System gegeben wurde, da das ganze Buch ja darauf aufbaut, dass das Entschuldigen Frauen quasi anerzogen wird. Was wir dagegen machen können oder könnten bleibt aber unberührt. 

Mir persönlich war es gegen Ende einfach ein bisschen zu autobiografisch, was mich nicht so wirklich abholen konnte. Dennoch waren gute Denkanstöße im Buch zu finden. 

Gut, aber nicht perfekt

Schon länger schleiche ich um Nemesis‘ Töchter herum, wenn ich bei der Arbeit in der Buchhandlung am Sachbuchtisch stehe. Die Autorin scheint auf Instagram mit ihrem Kanal Was Tara Sagt ein großes Publikum zu haben, mir war ihr Name bisher nicht geläufig – aber allein der Titel und der Klappentext machten mich neugierig. In der Bibliothek habe ich nun das Hörbuch gefunden und hatte keine Ausrede mehr, diese Lektüre aufzuschieben. 

Wie der Untertitel 3000 Jahre zwischen Female Rage und Zusammenhang andeutet, trieft dieses Buch vor female rage. Was das ist, wird direkt zum Einstieg erklärt. Das ist eine Eigenschaft von Nemesis‘ Töchter, die ich sehr schätze: Alle verwendeten Begriffe werden erklärt. Man muss nicht mit allen Interpretationen übereinstimmen – nur mit den faktisch korrekten Definitionen -, aber die Autorin ermöglicht es ihren Lesenden auf sehr umfangreiche Weise, ihr Verständnis einer Sache und ihren Standpunkt zu verstehen. Meiner Meinung nach ist das sehr wichtig, wenn es um solche emotionsgeladenen Themen geht wie die in diesem Buch behandelten. Zu leicht kommt es zu Missverständnissen, wenn man sich doch eigentlich einig ist.

Die historischen Personen und die fiktiven – oder fiktionalisierten – Frauen, von denen Tara-Louise Wittwer erzählt, waren mir zum Teil bekannt, zum Teil neu – und sie alle haben gemeinsam, dass ihre Geschichten von Männern erzählt wurden. Kein Wunder also, dass ich bisher nichts bis wenig über die eigentlichen Leben dieser Frauen wusste.

An manchen Stellen war für mich nicht ganz nachzuvollziehen, warum wir von einem Abschnitt zum nächsten einen so großen thematischen Sprung machten. Das kann aber daran liegen, dass ich das Hörbuch beim Pendeln zur Arbeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln gehört habe, anstatt mich daheim mit dem physischen Buch komplett auf den Inhalt zu konzentrieren.

Durch Kombinieren von historischem Wissen, der Einordnung aktueller politischer und gesellschaftlicher Trends und eigenen Erfahrungen und Ideen bietet Nemesis‘ Töchter jede Menge Stoff, um selbst wütend zu werden und sich der generationenübergreifenden female rage zu bedienen, um im eigenen Leben Veränderungen anzustreben. Er kribbelte mir geradezu unter den Fingernägeln, der Tatendrang. Ich habe damit angefangen, indem das Hörbuch zu Witches, Bitches, It-Girls von Rebekka Endler als nächstes auf meiner Liste steht und ich mein Wissen mit diesem zweiten, etwas tiefer in die Geschichte einsteigenden Buch über historische Frauenfiguren und ihre „gesellschaftlichen Hürden“ erweitere. Es kämpft sich leichter, wenn man frau ihr Schlachtfeld kennt, meint ihr nicht auch?

Das Hörbuch wurde von der Autorin selbst gesprochen. Sie macht ihre Sache gut, würde ich sagen, und verdeutlicht die richtige Menge Wut, Trauer und Freude an den richtigen Stellen. An einigen wenigen Stellen scheint die Technik nicht ganz mitgespielt zu haben, sodass der Ton vorübergehend den Hall des Raumes oder das Umblättern des Skripts aufnahm, anstatt nur die Stimme aufzuzeichnen, und an einer oder zwei Stellen hat sich die Autorin versprochen oder einen Satz wiederholt. Das Hörbuch ist also nicht perfekt, aber sowohl inhaltlich als auch technisch insgesamt sehr gut gemacht.

Cover des Buches NEMESIS' TÖCHTER (ISBN: 9783426562468)
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Rezension zu "NEMESIS' TÖCHTER" von Tara-Louise Wittwer

BejeweledCat
Furien, Hexen, Nemesis

Nemesis, die Göttin der ausgleichenden Gerechtigkeit und Konsequenzen wurde von Männern umgeframed in die rachsüchtige schwertschwingende Furie. Furie? Achja, die drei Schwestern, die Gerechtigkeit eingefordert haben und Konsequenzen gefordert haben für verwerfliche Aktionen wie Femizid. Nee halt, das waren die hysterischen Geifer spuckenden, hässlichen Wesen mit Schlangen als Haare und Fledermausköpfen, die völlig unverhältnismäßig verrückt rumschreien und die ja keiner mag. 

Merkste was? Taras Buch über all die falsch geframeten Frauenfiguren in der Geschichte (s.o.), über die Frauenverbrennung (aka Hexenverbrennung), die nie aufgearbeitet wurde, sondern als lustig-gruseliges Halloweenspektakel vermarktet wird, Magdalenenheime, versteckte Apotheken, Schwesterlichkeit, der "male skill gap epidemic" (so nenn ich es mal) u.v.m. war eine große Bereicherung. 

Wieder mal viel Neues gelernt, wieder mal wütend gewesen, wieder mal viel genickt, reflektiert und rausgeschrieben. 

Einzig der Schreibstil war streckenweise nicht meins (viele Anglizismen, sehr lange, verschachtelte Sätze, viele Aufzählungssätze), aber das sollte ja eigentlich nebensächlich sein. Es geht ja schließlich darum, WAS sie sagt und nicht WIE sie es sagt -Stichwort Tone Policing. Deshalb trotzdem gute 3.5 Sterne. 

Danke Tara. Was Tara sagt. 

Gespräche aus der Community

Cover des Buches Dramaqueen: Frauen zwischen Beurteilung und Verurteilung
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Eden_Books_Berlin

Wir verlosen 20 Exemplare von »Dramaqueen« an alle, die uns verraten, warum sie dieses Buch unbedingt lesen möchten. Wir wünschen allen Teilnehmer*innen viel Spaß beim Lesen.

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Cover des Buches Himbeerbrause und Melancholie: Gedichte und Texte
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MuenchnerVerlagsgruppe

Die Welt ist voller Fragezeichen. Wer bin ich? Was will ich vom Leben? oder Wo gehöre ich hin? Tara Louise Wittwer stellt sich dem und drückt ihre Meinung mit gefühlvollen Gedichten aus. Die Sinnfluencerin begeistert auf Instagram Tausende von Menschen und in ihrem neuen Buch versammelt sie alle Texte und Gedichte, die einem das Gefühl geben, nicht alleine mit all den Fragezeichen zu sein.

56 BeiträgeVerlosung beendet

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