„...Ihr neues Haus war nicht das einzige, das hier in den letzten Wochen gebaut worden war, doch mit Sicherheit wurde es eines der schönsten. Vater ließ sich nicht lumpen…“
Diese Gedanken gehen Hedwig im Oktober 1884 in Finschhafen in Neuguinea durch den Kopf. Die Ankunft in der neuen Welt war nicht einfach.
Die Autorin hat eine spannende Fortsetzung ihrer Saga geschrieben. Der neue Band schließt relativ zeitnah an den Vorgänger an. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Das zeigt sich in der Beschreibung von Land und Leuten, aber auch n der Wiedergabe der Konflikte.
Clara hat eine Krankenstation aufgebaut. Sie findet ihre Berufung darin, den Menschen zu helfen und gewinnt das Vertrauen der Einheimischen. Sie zeigt sich aufgeschlossen gegenüber deren Heilmethoden. Ihr Mann Ludwig versucht, mit Musik die Menschen von Jesus zu begeistern. Doch das Ehepaar lebt mehr nebeneinander als miteinander.
Anna erweist sich auch unter fremden Himmel als geschäftstüchtig. Es gelingt ihr, Land zu erwerben. Ob aber ihre Liebe zu Raba eine Chance hat?
Hedwig ist von Max schwanger. Sie hat Angst, wie er reagiert und schweigt deshalb.
Deutlich wird, wie das Leben von der Natur bestimmt wird. Die Ankömmlinge lernen, mit den Widrigkeiten fertig zu werden. Kontakte zu Einheimischen funktionieren gut. Daran hat nicht zuletzt Raba, der älteste Sohn des Häuptlings, einen entscheidenden Anteil.
Dann erscheint Oberst Theodor Frohnhof mit Soldaten. Das Land erhält durch ihn Schutzstatus. Aber der Herr Oberst legt sich zuerst mit den Siedlern an. Sie müssen ihr Land erneut registrieren und vermessen lassen.
„...Die bisherigen kartografischen Erfassungen sind ungenau. Eine neue Ordnung ist daher unabdinglich...“
Das ist allerdings nicht der letzte Konflikt. Die Überheblichkeit der Soldaten sorgt dafür, dass sich die Einheimischen nicht mehr blicken lassen. Die Siedler beobachten das Geschehen und denken sich ihren Teil.
„...Vor ihr, auf der zum Dschungelrand freien Fläche, rangen die Soldaten erneut mit dem Pfahlbau, den sie schon seit zwei Tagen zu errichten versuchten. Es war ein Schauspiel aus Ungeschicklichkeit und falschen Stolz…“
Es ist Clara, die das von der Krankenstation aus beobachtet. Es sollte noch viel passieren, bis wieder Ruhe in der Siedlung einkehrt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.


























