Tara Westover

 4.8 Sterne bei 52 Bewertungen
Autorin von Befreit und Educated: A Memoir.

Lebenslauf von Tara Westover

Die Bedeutung einer guten Schulbildung: Die US-amerikanische Autorin Tara Westover wurde 1986 im ländlichen Idaho als eines von sieben Kindern einer Mormonen-Familie geboren. Ihre Eltern unterrichten die Kinder daheim selbst und konzentrierten sich dabei vor allem auf religiöse Texte und handwerkliche Fähigkeiten. Dennoch gelang es Tara Westover durch intensives unabhängiges Lesen, ein Studium an der Brigham University aufzunehmen. Später erlangte sie einen Doktortitel in Geschichte an der Cambridge University. Der steinige Weg zu einem besseren Leben: Die Erfahrungen ihrer Kindheit verarbeitete sie in ihrer Autobiografie „Educated: A Memoir“, die Anfang 2018 große Aufmerksamkeit in den USA erregte und in Deutschland unter dem Titel „Befreit: Wie Bildung mir die Welt erschloss“ erschien. Ex-Präsident Barack Obama führte „Educated“ als eines der Bücher auf, die er im Sommerurlaub gelesen hatte. In ihrer Autobiografie beschreibt Tara Westover nicht nur die fehlende Bildung zu Hause, sondern widmet sich auch der Familiendynamik und der Frage, wie weit Loyalität zur eigenen Familie gehen darf. Derzeit arbeitet sie an weiteren Büchern. Zu ihren Eltern hat sie keinen Kontakt mehr.

Neue Bücher

Befreit

 (48)
Neu erschienen am 07.09.2018 als Hardcover bei Kiepenheuer & Witsch.

Alle Bücher von Tara Westover

Befreit

Befreit

 (48)
Erschienen am 07.09.2018
Educated: A Memoir

Educated: A Memoir

 (4)
Erschienen am 20.02.2018

Neue Rezensionen zu Tara Westover

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BookfantasyXYs avatar

Rezension zu "Befreit" von Tara Westover

Befreit von Unfreiheit
BookfantasyXYvor 7 Tagen

Diese autobiographische Erzählung der Anfang dreißigjährigen Tara Westover öffnet die Türen einer  Familienwelt in einer ländlichen Idylle von Idaho in Amerika. Tara ist eines der jüngeren Kinder der Familie. Sie hat noch mehrere Brüder und Schwestern. Das Familienoberhaupt - der Vater – verschließt sich der Welt eines typischen Familienmenschen, indem er weder einer Arbeit in einem Unternehmen oder einer Institution nachgeht, der den zivilen Rechten und Pflichten beiwohnt sowie der restlichen Familie den Zugang zu Bildung und Aktivitäten versagt. Der Vater baut sein Leben und das seiner Familie auf einen Grundstein auf, so dass sie Jahrzehnte als Selbstversorger, Selbstheiler und Selfmade Erzeuger leben. Diese Familie gehört der religiösen Religionsgemeinschaft der Mormonen an. Vater und Mutter leben im tiefen Glauben an Gott und seine Offenbarungen, und lehren diese Lebensphilosophie ihren Kindern. Die Kinder genießen nicht das Privileg, eine öffentliche Schule oder Universität zu besuchen; erst später schaffen es neben Tara und zwei ihrer Brüder, sich weiterbilden zu können, und schließen höhere Bildungsabschlüsse ab.

Tara Westover erzählt ihre Lebensgeschichte von ihrem fünften Lebensjahr an. Ihre Kindheit und Jugend ist dadurch geprägt, dass sie zu Hause gemeinsam mit ihren Geschwistern von ihren Eltern unterrichtet wurde. Später half sie mit ihren Brüdern auf dem väterlichen Schrottplatz. Ihre Eltern konnten ihr viel Wissen dadurch beibringen, indem sie das praktische und alltägliche Wissen weitergaben. Bestimmte Bücher durften gelesen, darunter auch die biblische Texte. Bücher und andere soziale Artefakte wie Kleidung, Schminke und Musik galten als das Böse. Diese Dinge sollten nach Ansicht der Eltern den Menschen zu einem bösen Menschen verändern. Tara litt besonders darunter, denn sie war die einzige Tochter, die versuchte, sich neue Bildungsoptionen anzueignen und andere Lebensdinge kennenzulernen. Ihr Leben war zu Hause in Idaho wurde zu einem Spagat zwischen Unterwürfigkeit in der Familie und dem eigenem Durchsetzungsvermögen außerhalb der Familie, später auch bei ihren Eltern. Für Tara waren diese Jahre bis zum Ende ihrer zwanziger Jahre ein Lernprozess. Ein Prozess zur Selbstständigkeit,  ihren Selbstwert sowie Selbstbewusstsein zu finden.

Diese (Lebens-)Geschichte in dem Buch zeigt auf, wie wichtig es ist, sich nicht manipulieren zu lassen und unterdrückt zu werden, sondern seinen eigenen Weg findet, wenn auch dieser manchmal kleine, manchmal große Steine im Weg liegen hat. Das Leben von Tara ist nicht insoweit nicht bedauernswert wie sie aufgewachsen ist, umso großartiger ist es, was sie aus ihrem Leben gemacht hat. Eine lesenswerte Lektüre, um sein eigenes Leben wertzuschätzen.

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AnjaScs avatar

Rezension zu "Befreit" von Tara Westover

Bildung verändert das Leben
AnjaScvor 10 Tagen

Tara Westover schreibt in diesem autobiografischem Roman ihr Leben und Dinge, die sie in den Jahren erlebt hat und ertragen musste. Als siebtes Kind wurde sie hineingeboren in eine streng gläubige Mormonen Familie. Eine Familie, die von dem tyrannischen Vater geleitet, gelenkt und versklavt wurde. Ein Mann, der staatliche Bildung für Gehirnwäsche hält, Ärzte sind Teufelshandlanger und die Meinung vertritt, dass Frauen sittlich zu sein haben, zu tun haben was man ihnen sagt und keinerlei Widerworte duldet. Eine Mutter, die ihrer Tochter unter vier Augen Hoffnung macht, aber dann doch alles abstreitet und bedingslos zum Vater hält. Als Tara ausbricht und zum College geht öffnet sich ihr eine völlig neue Welt und erst da wird richtig offensichtlich wie wenig sie weiß. Ich bin noch fassungslos, wenn ich an die Szene denke, in der sie fragt, was Holocaust bedeutet... Ein junger Mensch gefangen zwischen Glauben, Treue der Familie gegenüber und der freien Welt, ihrem Wissen und der ganzen Welt, die ihr jetzt offen steht. Ich bewundere diese junge Frau, dass sie es aus diesem Leben heraus geschafft hat. Für ihren Mut, ihrem Kämpfergeist. Ich glaube ich habe lange nicht mehr so ungläubig gestaunt während der Lektüre eines Buches und war gleichzeitig so wütend und enttäuscht. Es war nicht nur die Familie von unserer Protagonistin, die diese Gefühle in mir ausgelöst hat, auch sie selber. Als normal großgezogener Mensch mit einer mehr oder minder normalen Familie konnte ich ihr Verhalten oft nicht nachvollziehen und hätte sie gerne geschüttelt. Allerdings habe ich in meinem Leben auch noch nie eine derartige „Gehirnwäsche“ bekommen und an solche verdrehten und verqueren Wahrheiten geglaubt. Was ich persönlich mitnehme aus diesem Buch ist, dass Bildung einen Menschen verändert und Bildung einem die Welt öffnet. Eine unglaubliche Lebensgeschichte, die viel Aufmerksamkeit verdient.

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Kristall86s avatar

Rezension zu "Befreit" von Tara Westover

Tara´s einzigartige Geschichte
Kristall86vor 11 Tagen

In „Befreit“ beschreibt Tara Westover ihr bisheriges junges Leben. Klingt erstmal nicht weiter interessant. Wird es aber wenn man Tara erzählen lässt. Denn Tara ist in den Bergen Idahos aufgewachsen und hat mit erst 17 Jahren das erste Mal eine Schulklasse besucht. Spätestens jetzt wird man als Leser hellhörig und will mehr über sie wissen. An sich ist Tara sehr behütet aufgewachsen und beschreibt dies ebenso eindringlich. Sie lässt uns dabei sehr tief in ihre Seele blicken. Tara durfte im zarten Einklang mit der Natur aufwachsen und hat sie dadurch sehr schätzen gelernt. Doch es gibt etwas das alles kippt. Ihr Vater ist ein fundamentalistischer Mormone und vom absoluten Ende der Welt überzeugt. Sie beschreibt auch diese Lebenszeit äußerst detailliert und stark. Spätestens hier, beginnt man vor Tara Westover sich innerlich zu Verneigen und ihr Respekt gegenüber zu bringen. Denn all das was sie in ihrer Kindheit erlebt, prägte ihr gesamtes Leben ganz entschieden. Beispielsweise eben das sie und ihre Geschwister nie eine schule besucht haben, sie haben nie einen Arzt aufsuchen können oder geschweige denn eine Geburtsurkunde. Spätestens nach diesen Informationen war ich als Leser völlig geschockt und überwältigt. Wie kann so etwas in der heutigen zivilisierten Welt noch geschehen? Aber Tara hat so extrem viel Mut und Kraft das sie sich für eine Aufnahme bei dem hiesigen College bewirbt und schließlich sogar angenommen wird. Taras Weg ist so extrem steinig, dass man meinen könnte das es sowieso kein Happy End geben wird. Ihre eindrucksvollen Beschreibungen ziehen sich komplett durch dieses Buch und lassen einen als Leser nur staunen. Genau so habe ich gestaunt das Tara nach 10 Jahren Schule sogar einen akademischen Titel erreicht. Das ein Mensch andere Menschen so offen und intensiv an seinem Leben teilhaben lässt, hat viele Ursachen. Für Tara war es ein Schrei vollerSelbstbewusstsein und eine „Klatsche“ an ihren Vater und dessen Glauben. Zu sehen wie sie sich abgenabelt hat und ihr eigenes Leben leben wollte und das nach ihren Vorstellungen, ist eigentlich nicht in Worte zu fassen. Dieses Buch muss unbedingt gelesen werden! Es hätte mehr als 5 Sterne verdient!

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