Tara Westover

 4.7 Sterne bei 100 Bewertungen
Autorin von Befreit, Educated: A Memoir und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Tara Westover

Die Bedeutung einer guten Schulbildung: Die US-amerikanische Autorin Tara Westover wurde 1986 im ländlichen Idaho als eines von sieben Kindern einer Mormonen-Familie geboren. Ihre Eltern unterrichten die Kinder daheim selbst und konzentrierten sich dabei vor allem auf religiöse Texte und handwerkliche Fähigkeiten. Dennoch gelang es Tara Westover durch intensives unabhängiges Lesen, ein Studium an der Brigham University aufzunehmen. Später erlangte sie einen Doktortitel in Geschichte an der Cambridge University. Der steinige Weg zu einem besseren Leben: Die Erfahrungen ihrer Kindheit verarbeitete sie in ihrer Autobiografie „Educated: A Memoir“, die Anfang 2018 große Aufmerksamkeit in den USA erregte und in Deutschland unter dem Titel „Befreit: Wie Bildung mir die Welt erschloss“ erschien. Ex-Präsident Barack Obama führte „Educated“ als eines der Bücher auf, die er im Sommerurlaub gelesen hatte. In ihrer Autobiografie beschreibt Tara Westover nicht nur die fehlende Bildung zu Hause, sondern widmet sich auch der Familiendynamik und der Frage, wie weit Loyalität zur eigenen Familie gehen darf. Derzeit arbeitet sie an weiteren Büchern. Zu ihren Eltern hat sie keinen Kontakt mehr.

Alle Bücher von Tara Westover

Cover des Buches Befreit (ISBN: 9783462054002)

Befreit

 (85)
Erschienen am 12.09.2019
Cover des Buches Educated: A Memoir (ISBN: 9780399590504)

Educated: A Memoir

 (14)
Erschienen am 20.02.2018

Neue Rezensionen zu Tara Westover

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Rezension zu "Befreit" von Tara Westover

Bildung
Himmelfarbvor 11 Tagen

Der deutsche Titel von Tara Westovers Biografie trifft es nicht ganz. „Educated“, also „gebildet“, vermittelt den Inhalt dieser Memoiren deutlich besser.

Tara Westover, 1986 als jüngstes von sieben Kindern in eine tief religiöse, ja religiös- fundamentalistische Mormonen- Familie hineingeboren, die ihre Kinder von öffentlichen Schulen und anderen Bildungseinrichtungen fernhielt und einer Art patriarchalisch geprägter Gehirnwäsche unterzog, erinnert sich an ihren langen Kampf um Selbstbestimmung.

Alles wird in dieser Familie im tiefsten Idaho dem fanatischen Glauben untergeordnet. Arztbesuche sind tabu, eher übersteht man beinahe tödliche Unfälle oder Krankheiten mittels Gebeten und Kräutertinkturen. Aber auch in dieser abgeschotteten Welt bahnt sich der Wunsch nach Teilnahme am Leben, nach Lernen und Bildung seinen Weg.

Tara macht, ohne je die vorbereitenden Schulen besucht zu haben, ihren College - Abschluss  und promoviert schließlich sogar an der Harvard Universität. Ihren Weg dahin beschreibt sie eindrucksvoll und berührend in ihrem Buch.

Schockierend die Details über ihre religiös- fanatischen Eltern, ihren gewalttätigen Bruder, die unfassbare Unterdrückung der Frauen im Namen des Mormonentums.

Leider ist das Buch besonders gegen Ende oft redundant und arg spröde. Es ist, als fiele es Tara Westover bis heute schwer, Lebensfreude zu empfinden.

Wie irregeleitet Angehörige sektiererischen Glaubens sind, konnte man gerade beim Sturm auf das Kapitol in Washington sehen. Wer wissen will, auf welchem Geist der TrumpIsmus oder der Glaube der Querdenker basiert, der sollte dieses Buch lesen!

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Rezension zu "Befreit" von Tara Westover

Die Welt endecken
Cordula_Gartmannvor 17 Tagen

In der Biografie von Tara Westover beschreibt die Autorin ihre Kindheit in den Bergen Idahos, in einer Mormonen Familie, abgeschottet von der Welt.  Ein Leben im Einklang mit der Natur ,aber auch mit den Gesetzen des Vaters, der psychisch krank und paranoid ist. Immer wieder bereitet er die Familie auf den nahenden Weltuntergang vor. Von ihm lernt Tara, dass die Welt bedrohlich ist und sie ohne ihre Familie nicht überleben kann. 

Tara muss hart arbeiten, darf nicht zur Schule gehen oder zu einem Arzt und ist der Gewalt ihres älteren Bruders ausgesetzt. Trotzdem bewahrt sie sich den Wunsch, zu lernen, Neues zu erfahren. Und schafft es schließlich mit viel Disziplin, die Bildung, die ihr verwehrt wurde, nachzuholen und sogar zur Universität zu gehen.

Gleichzeitig entfremdet sie dies von ihrer Familie. Und sie muss eine Entscheidung fällen, der sie lange ausweicht: Soll sie ihr Leben leben, das Leben einer freien Frau und Akademikerin oder in den Schoss ihrer Familie zurück kehren. Denn beides, so muss sie schmerzlich feststellen, geht nicht.

 Fazit

Das Buch ist unheimlich spannend  und hat mich Nächte lang wach gehalten. Man fühlt mit dem kleinen Mädchen mit, dass so hart wie ein Erwachsener auf dem Schrottplatz arbeiten muss. Gleichzeitig bewundert man ihre Naturverbundenheit und ihren Mut. Ganz selbstverständlich hilft sie dem Vater beim Dachdecken, fährt Gabelstabler und hilft beim Schrott verwerten. 

Hinzu kommt der Bruder, der zu Gewaltausbrüchen neigt und vor dem Tara sich ständig in Acht nehmen muss. Er hat zwei Gesichter und schwankt ständig zwischen dem liebevollen, beschützenden Bruder und einem übergriffigen, brutalen Psychopathen. Wen sie gerade vor sich hat, weiß Tara nicht und lebt in ständiger Anspannung. 

Als sie sich dann befreit und anfängt, aufs College zu gehen, kann man hautnah mit erleben, wie Tara die Welt neu entdeckt. Wie sie begierig lernt, was ihr so lange vorenthalten wurde. Über ihr eigenes Land, fremde Kontinente und Kulturen, Frauenrechte. Und dabei immer mehr erkennt, dass ihre Familie ihre eigene Weltsicht hat, die nicht mit der Realität übereinstimmt. 

Ein großartiges, fesselndes Buch. Über Taras Weg und ihre Entwicklung. Was ich mir gewünscht hätte, ist dass die Autorin auch die Beziehung zu ihrem Freund Drew stärker aufgreift. Denn für eine junge Frau, die als Mormonin aufwächst, ist es sicher nicht einfach, unverheiratet mit einem Mann zusammen zu leben. Und eine gleichberechtigte Beziehung zwischen Mann und Frau hat sie in ihrer Mormonischen Gemeinde und der Familie nie erlebt. Mormoninnen heiraten üblicherweise mit 18,19 Jahren. Ihre Aufgabe ist dann nur noch, wie am Fließband Kinder zu gebären und ihrem Mann zu gehorchen. 

Das wäre das I-Tüpfelchen gewesen. Aber davon abgesehen ist "Befreit" für mich mein Buch des Jahres 2020. 

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Rezension zu "Befreit" von Tara Westover

Blick in eine Parallelwelt
sursulapitschivor 2 Monaten

Schlimmer kann man es wohl nicht erwischen. Tara Westover ist im tiefsten Idaho in einer extrem gläubigen Mormonenfamilie aufgewachsen, die ihre Glaubensgrundsätze über jede Vernunft stellten und mit aller Brutalität durchsetzten. Sie durfte keine Schule und keine Ärzte besuchen und war den Launen ihres verrückten Vaters und Bruders hilflos ausgesetzt. Schlimme körperliche Verletzungen waren gottgegeben und wurden von ihrer Mutter mit Kräutern behandelt.

Sehr nachvollziehbar erzählt sie, wie es sich in so einer Familie lebt und wie sie sich daraus befreit hat. Es dauert lange, bis sie überhaupt merkt, dass etwas nicht in Ordnung ist und noch länger dauert es, bis sie daran etwas ändern kann. Diese Gehirnwäsche ist nachhaltig.

Dieses Buch ist schonungslos, erklärt aber auch Unerklärliches, erzählt von einem bewegenden Schicksal und schafft es dabei, objektiv zu bleiben. Tara musste viel erleiden, liebte aber auch ihre Familie. Ein Zwiespalt, der es noch einmal schwerer machte, sich zu emanzipieren.

Ein erschütterndes und erhellendes Buch, ein verstörender Blick in eine Parallelwelt und die Geschichte einer bewundernswerten Frau.

 

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