Mein Fazit:
Die Serie war aus psychologischer Perspektive zweifellos faszinierend, zugleich jedoch auch zutiefst verstörend. Im Zentrum steht eine schwer traumatisierte Figur, die als moralisch grauer Charakter inszeniert wird. Diese Vielschichtigkeit erzeugt beim Lesen eine gewisse emotionale Zerrissenheit: Einerseits empfindet man unweigerlich Mitgefühl angesichts des erlebten Leids des Charakters, andererseits stößt einen die Grausamkeit und moralische Kälte ihrer Handlungen regelrecht ab. Die Beweggründe für ihre Taten wirken, zumindest aus psychologisch-ethischer Sicht, nur bedingt nachvollziehbar und lassen sich nicht allein mit dem erlittenen Trauma rechtfertigen.
Auch das Ende dieser Figur wirft moralische Konflikte auf: Hat sie es verdient? Diese Ungewissheit bleibt fortwährend.
Wer sich für die psychologischen Hintergründe von Täter*innen interessiert, insbesondere für die Dynamiken von Trauma, Identitätskonflikten und moralischem Verfall, wird hier zweifellos fündig. Es ist jedoch keine Reihe für Zwischendurch. Sie konfrontiert einen mit unbequemen Fragen und zwingt dazu, sich mit den Abgründen der menschlichen Psyche auseinanderzusetzen. Gerade deshalb bleibt es noch lange im Gedächtnis.
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Eckdaten zum Manga:
Titel: Arata & Shinju [ 1 – 12]
Autor: Taro Nogizaka
Verlag: Altraverse
Erscheinungsjahr: Dezember 2024
Seitenzahl: 256
Genre: Crime, Psychologie, Slice of Life, Manga
Sprache: Deutsch
Meine Bewertung: 3/5 Sterne
Preis: 18,00 €










