Tatiana de Rosnay Drei Tage in der Sonne

(7)

Lovelybooks Bewertung

  • 9 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(3)
(1)
(1)
(1)
(1)

Inhaltsangabe zu „Drei Tage in der Sonne“ von Tatiana de Rosnay

Nicolas Kolt ist ein Bestsellerautor. Seine Leser warten sehnsüchtig auf den neuen Roman. Doch er hat die Arbeit daran nicht einmal begonnen. Mit seiner Freundin Malvina flieht Nicolas auf eine abgeschiedene italienische Insel, in eines der exklusivsten Hotels der Welt. Hier will er die Inspiration finden, um endlich die ersten Seiten zu Papier zu bringen. Doch die Ruhe ist trügerisch. Völlig unerwartet holen ihn hier, in der Idylle der italienischen Ferieninsel, die Schatten seiner Vergangenheit ein.

Stöbern in Romane

Und es schmilzt

unglaubliches Buch, sehr heftige Geschichte, habe geweint, gelacht, mich geeckelt und nur den Kopf geschüttelt

juli.buecher

Palast der Finsternis

Eine gelungene Überraschung!

Fantasia08

Durch alle Zeiten

Lebensbeschreibung einer Frau, die trotz vieler Widerstände ihren Weg geht. Konnte mich nicht restlos überzeugen.

Bibliomarie

Der Sandmaler

Leider viel weniger, als erhofft.

moni-K

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Eine Reise bei der Michele sein eigenes "Ich" wiederfindet. Ein sehr schönes Hörbuch

Kuhni77

Dann schlaf auch du

Spannend, schockierend und furchtbar traurig. Ein sprachgewaltiges Buch, dass sich so richtig keinem Genre zuordnen lässt. Lesenswert!

Seehase1977

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Beeindruckend und berührend

    Drei Tage in der Sonne
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    07. May 2014 um 12:02

      Nicolas Kolt ist ein in der ganzen Welt berühmter Schriftsteller auf dem Gipfel seines Ruhms. Sein erster Roman, beim kleinen Verlag einer engagierten Verlegerin erschienen, die von Anfang an an ihn glaubte, hat sich zu einem Riesenerfolg entwickelt. Dutzende von Übersetzungen überall auf der Welt, Millionenauflagen und einen Oskar für die nach kurzer Zeit entstandene Filmversion des Romans haben Nicolas Kolt zu einem reichen Mann gemacht.   Aber auch zu einem, dem der Erfolg zu Kopf gestiegen ist, der sich in seinem Ruhm suhlt und in Geld badet. An die Arbeit an einem neuen Roman ist da natürlich nicht zu denken. Immer wieder probiert er es, hat von seiner Verlegerin auch schon einen unverschämt hohen Vorschuss erhalten und verbrannt, doch er lügt sich und anderen in die Tasche.   Aus dem ehemals sympathischen und bescheidenen Newcomer ist ein fauler, ausgebrannter Hedonist geworden. Nun will er endlich mit dem Buch beginnen, und zieht sich dazu auf eine einsame Insel zurück vor der italienischen Küste in ein Hotel, das nur Superreichen einen Platz bietet.   Zusammen mit seiner neuen Freundin Malvina, die eifersüchtig seine zeitraubenden Internetaktiviäten beäugt, will er dort die Inspiration sich holen für einen neuen Roman. Doch es kommt ganz anders. Während dieser „drei Tage in der Sonne“ erlebt er nicht nur eine schmerzhafte Konfrontation mit seiner Vergangenheit und mit sich selbst und seinem Abrutschen in eine Kultur, die ihm zwar gefällt, von der er aber auch spürt, dass sie ihn krank und phantasielos macht. Er sieht sich auch mehrmals täglich aktuellen Bildern gegenüber, die ein unbekannter Fotograf im Hotel von ihm macht und sie auf Kolts Facebookseite einstellt.   Als ein Kreuzfahrtschiff vor der Insel kentert (Costa Concordia und Giglio lassen grüßen) sieht sich Nicolas Kolt plötzlich mit dem wirklichen Leben konfrontiert und er handelt – endlich.   Tatiana de Rosnay ist mit diesem neuen Roman nicht nur ein eindrucksvolles Porträt einer aus den Fugen geratenen Spaßgesellschaft gelungen, die in den angeblich „sozialen“ Netzwerken sich selbst und ihren Kult feiert, sondern sie hat auch den schnellen Erfolg und die darauf folgende Leere im Literaturbetrieb zum Thema gemacht.   Wie sie Nicolas Kolt mit seiner Familiengeschichte, die sie ihn rekonstruieren lässt, mit immer mehr Konturen versieht, die den Leser die Innenwelt eines zunächst total unsympathischen Gecks immer besser verstehen lässt, ist beeindruckend und berührend.   Ihre Sprache ist anspruchsvoll und vermag dennoch den Leser von der ersten bis zur letzten Seite gut zu unterhalten.

    Mehr
  • drei Tage, die alles verändern

    Drei Tage in der Sonne
    robbylesegern

    robbylesegern

    23. April 2014 um 19:16

    Eigentlich sollte das Wochenende in einem Luxushotel in Italien der Entspannung dienen, seiner Schreibblockade entgegen wirken und ihn wieder erden, doch die Tage, die der Bestsellerautor Nikolas Kolt im Gallo- Nero Hotel verbringt, konfrontieren ihn überraschend mit seiner Vergangenheit und führen ihm sein Leben wie mit einem Spiegel vor. Mit" Drei Tage in der Sonne", dem neuen Roman von Tatiana De Rosnay, lernt der Leser einen Buchautor kennen, der sich in seinem Ruhm sonnt, mehr Wert auf seine virtuellen Freunde bei Facebook und Twitter legt, als den Kontakt zur Familie und zu wahren Freunden zu pflegen. Seine große Liebe Delphine, hat ihn auf Grund seines veränderten Verhaltens verlassen, doch Nicolas gefangen in seinem Leben, kriegt nicht die Kurve. In Rückblenden erfährt der Leser, wie es zu Nicolas Ruhm gekommen ist, der einem Zufall geschuldet war. Nicolas musste einen neuen Pass beantragen und da eine Gesetzesänderung verlangt nachzuweisen , dass man Franzose ist, erfährt Nicolas, das er russischer Abstammung ist. Er begibt sich auf Spurensuche und findet damit den Stoff für sein Buch " Der Brief ", das zu einem Bestseller wird, der verfilmt und Oscar prämiert wird. Nicolas verliert sich im Strudel des Erfolges , nimmt eine horrende Anzahlung auf sein neues Buch entgegen, das noch nicht mal in Ansätzen in seinem Kopf existiert. Ohne sein I -phone und seinen Blackberry kann er nicht leben, auf dem er unter anderem virtuellen Sex mit einer Berlinerin pflegt, die er auf einer Signierstunde in Berlin kennengelernt hat. Alles natürlich verborgen vor seiner Freundin Malvina, die ein eifersüchtiges Auge auf ihn hat. Wird er den Absprung schaffen, der ihn zurückführt zu den wahren Freunden und der Inspiration zu einem neuen Buch ? Tatjana De Rosnay zeigt dem Leser in diesem Buch die gefährlichen Versuchungen unserer heutigen Medienlandschaft auf. Hochgepuscht durch Intensivpromotion wird aus einem einfachen Menschen , der sich berufen fühlt seine Familiengeschichte in einem Buch zu verarbeiten, ein inspirationsloser, netzsüchtiger Egomane, der sich mit Instant-Message- Sex den besondere Kick verschafft und am Ende schon merkt, wie einsam er doch eigentlich ist. Mir hat dieses Buch von Tatiana De Rosnay ausnehmend gut gefallen, ihre Beschreibung der dekadenten Gesellschaft, die sich in einem Luxushotel an der toskanischen Küste trifft, um unter sich zu bleiben und durch den Mopp nicht gestört werden möchte. Da machen auch Katastrophen keine Ausnahme, die Menschenleben fordern, wenn die gehobene Gesellschaft Roms eine Hochzeit zu feiern hat. Die Autorin legt die Finger in die Wunde unserer heutigen Spaßgesellschaft, die nur an Erfolg, Geld und Selbstdarstellung interessiert ist, die sich auf sozialen Netzwerken gut praktizieren lässt und eine gewisse Anonymität garantiert. Der Schreibstil der Autorin ist spannend und flüssig. Sie trifft die richtigen Worte , lässt ihr Figuren nachvollziehbar agieren und den Leser mit seinen angeregten Gedanken zurück, was meiner Meinung nach ein gutes Buch ausmacht.

    Mehr
  • Kammerspiel und Entwicklungsroman

    Drei Tage in der Sonne
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    22. April 2014 um 15:35

    Kammerspiel und Entwicklungsroman Ein Luxushotel an der Küste der Toskana. Hier und da „besucht“ durch Kreuzfahrtschiffe, die eng an die Küste fahren für einen „Gruß zum Hotel“ (da ahnt der Leser schon, dass das ziemlich daneben kann….) Gäste lassen hier die Seele baumeln, diskret treffen Reiche aus allen Himmelsrichtungen und mit vielerlei Hintergrund aufeinander. Figuren und Nebenfiguren, an denen de Rosnay leger und in stets wunderbar treffender und bildkräftiger Sprache all jene „Typen“ am Auge des Lesers vorbeigehen lässt, die nicht wohin wissen mit all dem Geld, aber wenig an fassbarer, menschlicher Substanz zu bieten haben. Denen der Zynismus (der alternde Schriftsteller) aus den Poren quillt oder die Marke von Uhr und Badehose Religionsersatz bietet. Eine Welt, der Nicolas sich (leider) sehr angenähert hat. Der perfekte Ort für den aktuellen Stern am Bestsellerhimmel, Nicolas Kolt und seine junge Freundin Malvina. Cocktailpartys, Blogs, Twitter, Menschen in der Metro, er genießt aus vollen Zügen, dass er, der Schulversager und ehemalige „Hausmann“, diesen einen Coup gelandet hat. Dieses Buch geschrieben hat. Verfilmt. Oskar prämiert, ein Volltreffer. Durchgereicht durch Talkshows und Lesungen, im Bad der Menge und der Medien. Reicht doch als Leben, oder? Teil der Vertriebsmaschinerie, die aus allem, was Kunst sein könnte oder mehr ist als Müll umgehend versucht, den letzten Heller noch heraus zu holen. Doch, je näher man Nikolas kennenlernt und je näher Tatiana de Rosnay den Leser auf diesen Mann und sein Umfeld, seine eigentlich engsten Freunde, sein Inneres schauen lässt, desto mehr erst feine, dann immer stärkere Bruchlinien finden sich, die sprachlich überzeugend und wie selbstverständlich sich einstellen. Der neue Roman, mit riesigem Vorschuss versehen? Keine Zeile geschrieben, keine Idee im Kopf, oder, wie es Francoise, sein engster Freund sagen würde: „Du bist kein Schriftsteller, es wird kein Buch geben“. Ein Freund übrigens, der sich ebenso wie alle aus Nicolas „altem Leben“ abgewendet hat. Die ihn nicht wiedererkennen in diesem „Parvenü“. Seine neue Liebe? Verseucht von Eifersucht. Mehr sucht Nikolas heimliche Momente und stille Orte auf, um auf seinem geschützten Handy vor allem erotische Nachrichten zu teilen, als dass er Malvina wirklich nahe kommt. Einer, der seine Mutter seit Monaten nicht angerufen hat, der das einfach vergisst und wegschiebt, der aber auch nicht die Kraft besitzt, einfach alles sein zu lassen und von diesem einen Erfolg jetzt den Rest seines Lebens zu zehren. Der beobachtete, überlegt, denkt, aber, wenn es drauf ankommt, sich nur reaktiv im Moment treiben lässt. Vor allem, was die Erotik angeht. Gelegenheiten mangeln ja nicht, attraktiv und reich und berühmt, wie er nun ist. Die Schilderung eines Hotelzimmers im Buch führt den Leser symbolisch zum Kern des Problems du zu dem, was Nicolas an Entwicklung anzugehen hätte, um zu sich und einem neuen Buch finden zu können. Verspiegelte Wände waren damals zu viel für ihn. Sich selbst in den Blick nehmen, das ist das Problem, das der Mann scheut und nicht erträgt. Doch in Ruhe gelassen werden wird er darin nicht. Innerlich nicht, von den Veränderungen in seiner Familie und bei seinen Freunden nicht und auch nicht hier, im Hotel. Und so wird er sich dem Zerfall seiner Illusionen und seines Wegtauchens unter der Wirklichkeit stellen müssen, die Lügen beenden müssen. Ein rasanter, dennoch sehr ruhig und tief erzählter Roman, der mit leichter Hand die Protagonisten tief zu zeichnen versteht und in der äußeren Geschichte ebenso zu überzeugen versteht, wie in der innere n Entwicklung des Mannes hin zu einem neuen Buch und, vielleicht, wieder zu sich selbst in dieser reinen „Bilderwelt“, in der er gestrandet ist.

    Mehr