Tatjana Stöckler Die Hexe muss brennen

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Inhaltsangabe zu „Die Hexe muss brennen“ von Tatjana Stöckler

Walpurgisnacht 1606: Die Schatten der Inquisition reichen bis in das verschlafene Städtchen Amorbach. Auf dem Scheiterhaufen wird eine angesehene Bürgerin als Hexe verbrannt, drei weitere warten im Kerker auf ihre Hinrichtung. Luzia, eine geschickte Diebin auf der Durchreise, hat wenig übrig für das Schicksal dieser Frauen, deren öffentliche Bestrafung großen Aufruhr verursacht – bis sie auf der Flucht vor dem Gesetz in die Fänge des brutalen Inquisitors Balthasar Noß aus Fulda gerät, der schon fast dreihundert Hexen dem Feuertod überantwortet hat. Ihm kommen Luzias Fähigkeiten gerade recht. Aus zwielichtigen Gründen hat er es auf die unscheinbare Jungfer Magdalene Wegener abgesehen, die dank ihres einflussreichen Bruders Lukas schon einmal einer Verurteilung als Hexe entgehen konnte. Doch dem grausamsten Inquisitor des Reiches bietet man nicht ungestraft die Stirn. Um sich zu rächen, schreckt er vor keinem Mittel zurück.

In plastischer Sprache schildert Tatjana Stöckler die Grausamkeiten, die junge Frauen durch die Inquisition erleiden mussten.

— isabella_benz
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    Die Hexe muss brennen
    isabella_benz

    isabella_benz

    02. August 2014 um 23:01

    Bewertung: In plastischer Sprache schildert Tatjana Stöckler die Grausamkeiten, die junge Frauen durch die Inquisition erleiden mussten, wobei sie die Charaktere liebevoll und ihre Beweggründe verständlich zeichnet. Luzie ist seit eine Diebin, die nun seit einigen Wochen in „Amorbach“ ihr Unwesen treibt, der Stadt, in der Freiherr Lukas von Wegener lebt. Ihre Leben könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie geächtet und stets in der Gefahr, von der Stadtwache entdeckt zu werden, er ein angesehener Astrologe, der sogar vom Erzbischof von Mainz persönlich beauftragt wurde, den Grund für sein Herzleiden herauszufinden. Doch ihrer beider Leben werden unweigerlich durcheinandergebracht als der Inquisitor Zentgraf Balthasar Noß nach Amorbach kommt. Vor Jahren hat der Zentgraf bereits versucht, Lukas‘ Schwester Magdalene zu verurteilen und nun versucht er erneut, ihrer habhaft zu werden. Da kommt es ihm gerade Recht als Luzia ihm in die Hände fällt. Inwiefern Noß Luzia benutzt, wie sie Lukas kennen lernt und warum genau Noß ausgerechnet hinter Magdalene her ist – das alles wird nach und nach im Roman aufgedeckt. Mit Hexenverbrennung und Inquisition hat sich Tatjana Stöckler in zweierlei Hinsicht an ein schwieriges Thema gewagt. Zum einen, weil es ein sehr dunkles Kapitel der europäischen Geschichte betrifft. Zum andere, weil es bereits vielfach literarisch bearbeiten wurde. Doch Tatjana Stöckler gelingt es, beide Hürden mit Bravour zu meistern. Im Vergleich mit anderen Werken über die neuzeitliche Hexenverbrennung braucht sich „Die Hexe muss brennen“ definitiv nicht verstecken und die Schilderungen der Folter gelingt Tatjana Stöckler so gut, dass mir regelmäßig „übel“ wurde. Sie nimmt dabei wahrlich kein Blatt vor den Mund. Wer – gerade als Frau – keine Scheu davor hat, in diese dunkle Zeit abzutauchen, der sollte das Buch unbedingt lesen! Mir ist noch nie plastischer vor Augen geführt worden, was als Hexe verschriene Frauen alles zu erleiden hatten. Das Buch bleibt aber nicht an dieser Stelle stehen – ganz so düster ist es zum Glück nicht. Auch die Liebesgeschichte kommt nicht zu kurz, wenn es meiner Meinung nach auch nicht das „besonders zu erwähnende“ in dem Roman ist. Mehr hervorzuheben ist meines Erachtens das scharfe Bild, das Tatjana Stöckler vom Inquisitor Balthasar Noß zeichnet. Mit jeder Szene gewinnt sein Charakter weitere Konturen. Er verliert nichts von seiner „Boshaftigkeit“ und doch wird er immer tragischer. Ich will nicht zu viel verraten, aber diese faszinierende Charakterdarstellung war für mich der Hauptgrund für die sehr gute Bewertung. Ein wenig Abzug gibt es für die teilweise etwas moderne Sprache und dass es zwischendurch einige zusammenfassende Passagen gibt, bei denen ich leider das Gefühl hatte, etwas von Luzia und Lukas zu verpassen. Dennoch – die vier Sterne vergebe ich gerne und voll und ganz verdient!

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