Tatjana Stöckler Die Hexe muss brennen. Historischer Roman.

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Inhaltsangabe zu „Die Hexe muss brennen. Historischer Roman.“ von Tatjana Stöckler

Walpurgisnacht 1606: Die Schatten der Inquisition reichen bis in das verschlafene Städtchen Amorbach. Auf dem Scheiterhaufen wird eine angesehene Bürgerin als Hexe verbrannt, drei weitere warten im Kerker auf ihre Hinrichtung. Luzia, eine geschickte Diebin auf der Durchreise, hat wenig übrig für das Schicksal dieser Frauen, deren öffentliche Bestrafung großen Aufruhr verursacht – bis sie auf der Flucht vor dem Gesetz in die Fänge des brutalen Inquisitors Balthasar Noß aus Fulda gerät, der schon fast dreihundert Hexen dem Feuertod überantwortet hat. Ihm kommen Luzias Fähigkeiten gerade recht. Aus zwielichtigen Gründen hat er es auf die unscheinbare Jungfer Magdalene Wegener abgesehen, die dank ihres einflussreichen Bruders Lukas schon einmal einer Verurteilung als Hexe entgehen konnte. Doch dem grausamsten Inquisitor des Reiches bietet man nicht ungestraft die Stirn. Um sich zu rächen, schreckt er vor keinem Mittel zurück ...

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  • Die Hexe muss brennen

    Die Hexe muss brennen. Historischer Roman.
    quatspreche

    quatspreche

    27. September 2016 um 13:52

    Die Hexen und Hexenprozesse werden sehr oft, völlig ungerechtfertigter Weise, ins Mittelalter transferiert. In diesem Roman von Tatjana Stöckler, erschienen beim Burgenweltverlag, spürte ich deutlich, dass die Autorin diesem Irrtum nicht unterliegt. Luzia, eine junge Frau mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, gerät ins Visier der Inquisition. Diese Rechtsform des 16. und 17. Jahrhundert ist dafür bekannt, ganz besonders grausam Frauen und Männer zu foltern, weil diese angeblich Schadenszauber gewirkt haben sollen. Doch Luzia ist keine Hexe! Der Auftakt der Serie um die Diebin Luzia von Tatjana Stöckler ist …… diesmal fällt es mir wirklich schwer die passenden Worte zu finden. Der Roman ist ganz nett. Erfreulich finde ich den historischen Kontext, der wirklich (endlich mal) gut gelungen ist. Das Wesen einer Stadt der Frühen Neuzeit ist gut eingefangen und auch die Hinweise auf alle umliegenden Personen, Städte und Geschehnisse sind nicht zu präsent, aber vorhanden. Und trotzdem gibt es einiges, was mich irritierte. Ich habe mich über die Länge der Geschichte sehr mit Luzia angefreundet. Sie ist ein süßes Mädchen, welches durch die Lebensumstände dazu gezwungen wurde nachts auf Raubzüge zu gehen. Was mich am späteren Verlauf der Geschichte so irritiert ist die Beziehung, die sie zu den anderen Charakteren aufbaut. Vor allem die Geschwindigkeit in der dies alles geschieht. Auch der Wechsel zwischen ihrer kriminellen Vergangenheit zu der rechtschaffenen Jungfrau, die ihre langen Finger nur noch für gute Zwecke einsetzt, ist mir nicht ganz klar. Liegt es daran, dass sie (kurz nach ihrer schrecklichen Folter) sich gleich in einen fremden Mann verliebt? Oder das dieser Fremde (der einen sehr guten Ruf genießt) sich in eine kriminelle, Unzucht treibende Frau verliebt? Dazu kommen die, mir persönlich sehr unangenehmen, Folterungsszenen. Tatjana Stöckler schaffte es mit sehr plastischen Beschreibungen meine Vorstellungskraft anzukurbeln. Und das etwas zu genau. Vielleicht liegt es auch an meiner generellen Empathie zu den unschuldig verurteilten Frauen in den Hexenprozessen, dass sich mir sofort der Magen umdreht, wenn Inquisitionsverfahren detaillierter beschrieben werden. Wer also wissen will, wie Frauen bei Verhören gefoltert wurden, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen. Abgesehen von den noch detaillierteren Liebesszenen (die vom Erzählstil nicht meinem Geschmack entsprechen) ist die Geschichte spannend, mit Wirrungen und Windungen, mit Höhen und Tiefen, mit Witz und voller Leben und Liebe. Sie ist für meinen Geschmack etwas zu kitschig, und trotzdem bin ich gespannt darauf was Luzia im Verlauf der weiteren Romane passieren wird.

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