Ted Adams

 4.2 Sterne bei 6 Bewertungen

Lebenslauf von Ted Adams

TED ADAMS begann seine Karriere bei Jim Lees Verlag WildStorm Productions. 1990 gehörte er dann zu den Mitbegründern von IDW Publishing, das er als Geschäftsführer innerhalb von fünfzehn Jahren zu einem der größten Comic-Verlage der Welt ausbaute. 2019 gründete Adams den unabhängig von IDW operierenden Verlag Clover Press für Graphic Novels, Artbooks, Romane, Sonderausgaben, Variantcover-Editionen, Merchandise, Original-Artwork und vieles mehr. Als Autor inszenierte Adams u. a. eine Comic-Adaption von Richard Mathesons Science-Fiction-Roman Die unglaubliche Geschichte des Mister C. und seinen eigenen Comic Diablo House. Darüber hinaus produzierte Adams die Comic-Adaptionen LOCKE & KEY, V-Wars, DIRK GENTLYS HOLISTISCHE DETEKTEI, Wynonna Earp, October Fraction und 30 Days of Night für Film und Fernsehen mit.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Die Insel des Dr. Moreau

 (6)
Neu erschienen am 07.07.2020 als Hardcover bei Panini Verlags GmbH.

Alle Bücher von Ted Adams

Cover des Buches Die Insel des Dr. Moreau (ISBN: 9783741617522)

Die Insel des Dr. Moreau

 (6)
Erschienen am 07.07.2020

Neue Rezensionen zu Ted Adams

Neu

Rezension zu "Die Insel des Dr. Moreau" von Ted Adams

Comicadaption mit zeitgemäßen Änderungen
Salzstaengelvor einem Monat

„Man spricht bei Klassikern gerne von zeitlosen Werken, dabei scheint Wells‘ kritischer Roman von heute sogar relevanter als bei Erscheinen: Das Buch wurde letztlich mit jedem wissenschaftlichen Durchbruch immer aktueller, was faszinierend und alarmierend zugleich ist. Denn aufgrund unserer Errungenschaften haben wir mehr Verantwortung als jemals zuvor, sind unsere Selbstüberschätzung und unser Hochmut – unsere Hybris – größer denn je. Wenn die Erschaffung oder die Gestalt von Leben bloß noch Gesetzen der Gentechnik obliegt, braucht es Prinzipien und Grenzen. Und was könnte dies eindrucksvoller veranschaulichen als Wells‘ Klassiker?“


Mit diesen einleitenden Worten von Christian Endres (betreut seit über zehn Jahren als Redakteur für Panini die deutschsprachigen Abenteuer von Spider-Man, Batman, Wonder Women, Harley Quinn u.v.m.) beginnt für mich erneut eine Reise zur Insel des Dr. Moreau. Diesmal widme ich mich der Comicadaption von Ted Adams und Gabriel Rodriguez, die ein paar Änderungen am Original vorgenommen haben, auf die ich bei meiner Rezension eingehen werde ohne zu Spoilern. 


 


Während bei der Originalgeschichte der schiffbrüchige Edward Prendick nach mehreren, allein verbrachten Tagen auf dem offenen Meer halbtot von einem Schoner aufgegriffen und dort von Montgomery, einem Passagier der sich auch auf die medizinische Versorgung zu verstehen glaubt, aufgepäppelt wird, konzentriert sich der Comic gleich auf die Gegebenheiten der Insel. Hier wird Ellie Prendick nach dem Schiffsunglück in ihrem Rettungsboot auf die Insel gespült.


Diese Änderung finde ich persönlich sehr schade, weil gerade der Anfang der Originalgeschichte mir sehr gut gefällt. Hier wird schon auf den ersten Seiten eine beunruhigende Stimmung aufbaut, deren ständiger Begleiter ein Schauer der feinsten Art ist. Man merkt, das mit dem Begleiter Montgomerys und Montgomery selbst, etwas nicht stimmt und das Gefühl verdichtet sich noch mehr, sobald man mit Ihnen auf der Insel ankommt.


 


Dagegen habe ich mich über andere Umgestaltungen der Originalgeschichte, wie zum Beispiel das aus der Hauptfigur Edward Prendick Ellie Prendick wird, sehr gefreut. 


Man muss bedenken: Das Original wurde 1896 veröffentlicht. Damals hatten Frauen noch einen anderen Stellenwert und kommen kaum bis selten (gar nicht?) in Abenteuergeschichten vor – schon gar nicht als Hauptfigur. 


Das Ted Adams und Gabriel Rodriguez das in ihrer Adaption ändern, zeigt für mich den modernen Zeitgeist, der veraltete Geschlechterrollen übergeht und zeitgleich junge Leser*innen bestärkt. So tut es auch gut, dass Ellie die Ereignisse auf der Insel deutlich taffer angeht als der dünnhäutige Edward es getan hat. Die Anpassung des Geschlechts der Hauptfigur macht das, wieder vom Original abweichende Ende, zwar kitschiger, aber bis auf diesen Eindruck, finde ich auch dieses Ende gut gewählt. 


 


Zeiten ändern sich – und so bevorzuge und befürworte ich es auch, wenn diskriminierende oder rassistische Bezeichnungen in Neuübersetzungen nicht mitübernommen werden. Im Original wird die Bezeichnung „Kanaken“ verwendet – im Comic spricht man von Menschen. An diese Herangehensweise dürften sich viel mehr Neuübersetzungen von Klassikern wagen!


 


Nachdem ich mich nun ausführlich über die Unterschiede zwischen dem Original und dem Comic ausgelassen habe, kommen wir zu etwas, was uns nur der Comic bieten kann. Und zwar die überaus gelungenen Zeichnungen von Gabriel Rodriguez. Seinen Zeichenstil kenne ich schon aus der lesenswerten Comicreihe „Locke & Key“ von Joe Hill, dem Sohn von Stephen King. Wer Rodriguez Zeichnungen mag, kommt in „Die Insel des Dr. Moreau“ gleich doppelt auf seine Kosten, da der Comic ebenfalls die blauen Bleistiftzeichnungen von Rodriguez enthält. Von denen bin ich nach wie vor stark beeindruckt und schaue Sie mir richtig gerne an. Sie heben Rodriguez besonderes Talent nochmal hervor.


Die Inselbewohner wurden realistisch in Bild gesetzt und ähneln auch meinen im Kopf entstandenen Vorstellungen. In gewohnter Comicmanier werden besonders brutale Abschnitte ausschließlich in rot gehalten. Und die haben es wirklich in sich!


 


Alles in allem, sehe ich den Comic als hervorragende Ergänzung zum Original und habe mich gut unterhalten gefühlt; bekomme ich doch visuell so einiges geboten. Wer die beiden Medien getrennt voneinander betrachten kann (oder das Original nicht kennt), wird sich an den genannten Änderungen sicherlich nicht stören. 

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Rezension zu "Die Insel des Dr. Moreau" von Ted Adams

ein Klassiker im neuen Gewand
meggies_fussnotenvor 2 Monaten

Wir treffen auf Ellie Pendrick, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Durch eine unglückliche Verkettung von Zufällen landet sie auf einer einsamen Insel mitten im Südpazifik. Montgomery, ein Biologe, nimmt sie auf, aus Mitleid und um sie vor dem Tod auf hoher See zu bewahren. Je länger Ellie auf der Insel bleibt, umso seltsamer wird alles. Plötzlich trifft sie auf eine merkwürdige Kreatur, halb Mensch, halb Tier. Und auf Dr. Moreau, der mit diesen Kreaturen experimentiert.

 

Das Buch, welches 1896 erschien, ist an sich schon eine spannende Geschichte. Diese nun als Graphic Novel vorliegen zu haben, war für mich etwas Besonderes. 

 

Besonders ist auch, dass - anders wie im Buch - nicht Edward Pendrick die Hauptrolle spielt, sondern Ellie Pendrick. Bei einem Schiffbruch landet Ellie auf eine Insel und wird von dem Biologen Montgomery empfangen und versorgt. Schon kurz darauf fallen Ellie komische Dinge auf.  

 

Den Protagonisten weiblich zu machen, soll ein Zeichen für die Gleichberechtigung setzen, für die Frauen in der Realität sowie in der Fiktion kämpfen. 

 

Kurz darauf drängt sich nun ein neuer Protagonist ins Bild. Dr. Moreau, seines Zeichens ebenfalls Arzt und Biologe, lädt dann aber nach anfänglichem Zögern Pendrick ein, sich so lange auf der Insel aufzuhalten, bis ein Schiff vorbeikommt und sie wieder mit nach Hause nimmt.

 

Und ab da wird es unheimlich. Denn Ellie erfährt Dinge, die eigentlich nicht für ihre Augen und Ohren bestimmt sind - und dies alles ausgelöst von einem unheimlichen Wesen, halb Mensch, halb Tier.

 

Die Graphic Novel wird rasant dargestellt, ganz anders wie im Buch, wo alles etwas gemächlicher von statten geht. Auf wenigen Seiten wird die Story voran getrieben und es bleibt kaum Zeit, ihr richtig zu folgen.

 

Ungewöhnlich war auch die Aufteilung der Panels. Diese reihen sich nämlich über zwei Seiten aneinander. Man liest quasi von links über die Seite hinaus nach rechts. Dies hat mich am Anfang etwas Zeit gekostet, weil ich so manche Seiten mehrmals lesen musste. 

 

Auch wenn die Geschichte schon über 100 Jahre alt ist, scheint sie sehr zeitlos.

Die Protagonisten hatten Tiefe, obwohl man nur wenig über sie erfährt. Und doch hatte man am Ende des Buches das Gefühl, alles über alle zu wissen.

 

Der Charakter Pendrick hat mit vielen schwerwiegenden Entscheidungen zu kämpfen. Und doch meistert sie fast sämtliche Probleme mit Bravour und versucht, aus der ihr gegebenen Lage das bestmögliche herauszuholen. Und doch merkt man an ihr eine große Veränderung, die ihr Leben derart beeinflusst, dass sie bis zu ihrem Tod nicht vergessen kann, was ihr geschehen ist.

 

 

Etwa die Hälfte der Graphic Novel besteht aus der eigentlichen Geschichte. Die zweite Hälfte zeigt die Blaupausen, die der Illustrator vorgezeichnet hat. Ein interessanter Einblick in die Arbeit eines Zeichners. 

 

Am Ende erwartet einem noch ein Interview zwischen Ted Adams und Gabriel Rodriguez mit sehr interessantem Inhalt. 

 

 

Meggies Fussnote:

Ein Klassiker der Weltliteratur in neuem Gewand.

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Rezension zu "Die Insel des Dr. Moreau" von Ted Adams

Eindrucksvolle Umsetzung
Flaventusvor 2 Monaten

Die Insel des Dr. Moreau wurde von H.G. Wells anno 1896 veröffentlicht und war maßgeblich von der damaligen Stimmung in der Gesellschaft geprägt. Die Industrialisierung, die aufkommenden Wissenschaften und natürlich die Thesen von Charles Darwin sorgten für zahlreichen Diskussionsstoff. Ted Adams und Gabriel Rodriguez (bekannt von den Locke-und-Key-Umsetzungen) wagten sich an eine Graphic-Novel-Adaption, bei der sie sich ein paar Freiheiten nahmen.

Eindrucksvolle Umsetzung

Zuerst ein paar Worte zum Aufbau dieses Sonderbandes. Nach einem Vorwort von Christian Endres folgt die eigentliche Graphic Novel. Anschließend wird die komplette Geschichte eins zu eins als blaue Bleistiftzeichnungen gezeigt. Eine sehr untypische Veröffentlichung, die einen tiefen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Werks bietet. Es folgen zwei alternative Covervorschläge, anhand dessen der Leser erkennt, wie eine Colorierung durchgeführt wird. Zum Ende gibt es eine sechsseitige Unterhaltung zwischen den beiden Machern des Buchs, die Aufschluss über die Hintergründe liefert. Auch wenn die eigentliche Graphic Novel nur die ersten 50 Seiten des Buchs füllt, finde ich die Zusatzinhalte sehr interessant.

Bei der eigentlichen Umsetzung haben sich die Macher ein paar Freiheiten herausgenommen, die die Erzählung von der Romanvorlage abweichen lassen. Ich finde, dass diese künstlerische Freiheit recht gut gewählt wurde und die Geschichte dennoch ausreichend genug wiederzuerkennen ist. Allen voran die bizarr skurrile Welt auf der Insel und der mannigfaltige Einfluss der gestrandeten Hauptfigur, die für diese Adaption als Frau gezeichnet ist.

Die Darstellung der Chimären ist durchweg gelungen. Hier merke ich als Leser sehr deutlich die Klasse von Rodriguez. Gleichzeitig wurde ein Erzählformat gewählt, bei dem die Comic-Stripes sich je über eine Doppelseite ziehen. So gibt es sehr viele großformatige stimmungsvolle Zeichnungen, die die Geschichte eindrucksvoll schildern.

Fazit

Diese Adaption wurde dezent von der Romanvorlage entkoppelt und bleibt dem Grundgedanken dennoch treu. Ich finde diese Umsetzung sehr gelungen und es war sehr interessant zu sehen, die die Autoren die Welt zum Leben erweckt haben. Auch wenn dem ein oder anderen die Zugaben in diesem Comic nicht gefallen werden, so finde ich diese sehr aufschlussreich und interessant. Für mich mehr eine Bereicherung als Ballast. Auf jeden Fall ist diese Graphic Novel eine Empfehlung wert.

 

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