Ted Chiang Das wahre Wesen der Dinge

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Inhaltsangabe zu „Das wahre Wesen der Dinge“ von Ted Chiang

Der Grafiker Leon erwacht nach einem Unfall, und nichts ist, wie es vorher war: Von Albträumen geplagt, muss er erkennen, dass die Ärzte ein neuartiges Medikament erprobt haben, um sein beschädigtes Gehirn zu retten - für Leon beginnt eine Reise über alle Grenzen menschlicher Erfahrung hinaus. Die Tierpflegerin Ana erhält einen ungewöhnlichen Auftrag: Sie soll digitale Wesen, die über Bewusstsein und Empfindungen verfügen, als Erzieherin betreuen. Zunächst sind die Menschen entzückt von den süßen 'Digis', doch dann stellt ihre Existenz die Menschen vor immer komplexere Fragen. Ein Knopf und ein Lämpchen - aus nicht viel mehr besteht das neue technische Spielzeug. Doch wer den Knopf drückt, für den gerät die Welt aus den Fugen. Denn nichts ist so tödlich wie ein Gedanke, den es eigentlich nicht geben dürfte. Mit seinen Geschichten eröffnet uns Ted Chiang Welten, die in ihrer Konsequenz verblüffend neu und zutiefst beunruhigend sind. Was passiert, wenn die Logik uns im Stich lässt? Wenn Schönheit nichts mehr bedeutet? Sind nichtmenschliche Gefühle weniger wert als menschliche? Nach Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes macht der zweite Storyband des vielfach preisgekrönten US-amerikanischen Autors weitere Kostbarkeiten der SF endlich auch deutschen Lesern zugänglich.

Als würde man wissenschaftliche Abhandlungen lesen

— Soeren
Soeren

Noch besser als "Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes". Chiang schreibt SF für Hirn und Herz!

— NiklasPeinecke
NiklasPeinecke

Furiose SF-Geschichten.

— ralf_boldt
ralf_boldt

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  • Als würde man wissenschaftliche Abhandlungen lesen

    Das wahre Wesen der Dinge
    Soeren

    Soeren

    08. March 2017 um 19:46

    Denis Scheck bezeichnete den Autor in der ARD-Sendung „Druckfrisch“ als den „derzeit besten Verfasser von Science-Fiction und Fantasy-Erzählungen“ und schätzt ihn zum „erzählerisch Erstaunlichsten, intellektuell Aufregendsten und ästhetisch Innovativsten“, was er in den letzten zehn Jahren gelesen habe. Was mich natürlich neugierig machte. Die erste Geschichte im Band („Verstehen“) las sich auch noch halbwegs interessant. Es ging um einen Mann, dessen Intelligenz nach einem Experiment stetig ansteigt, bis er glaubt, allem und jedem überlegen zu sein. Abgesehen vom etwas komischen Ende hat da schon alles gepasst. Bei den Storys danach hingegen ... viele waren vom Grundthema her interessant, andere wirr. Alles hatten sie allerdings gemeinsam: Sie waren viel zu trocken und ohne Leben erzählt. Als würde man wissenschaftliche Abhandlungen lesen. Da macht das Lesen nicht wirklich Spaß. Dass die Buchseiten in Schriftgröße 9 bedruckt sind, trug ebenfalls nicht unbedingt zum Vergnügen bei. Deshalb kann ich diese neue Hoffnung am SF-Himmel nicht wirklich weiterempfehlen.

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  • Furiose SF-Geschichten.

    Das wahre Wesen der Dinge
    ralf_boldt

    ralf_boldt

    12. October 2014 um 10:11

    Nach dem vielgelobten Band „Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes“ legt nun der Golkonda-Verlag die zweite Collection mir Geschichten von Ted Chiang vor. Der Autor ist ein Meister der kürzeren Texte, aber das Buch enthält auch eine Novelle. In „Verstehen“ bekommt der Protagonist ein neues Medikament gespritzt, dass seine Hirnstruktur erst wenig, dann immer mehr verändert. In „Geteilt durch Null“ wird die Frage gestellt, ob Mathematik wirklich so logisch ist wie sie sich immer gibt, oder ob es doch ganz anders ist. In „Zweiundsiebzig Buchstaben“ werden tote Objekte durch Buchstabenkombinationen zum Leben erweckt. „Die Evolution menschlicher Wissenschaft“ ist eine ultrakurze Story. Die Wissenschaft wird von Metamenschen dominiert und der Mensch selbst kann nie wieder eine bahnbrechende Entdeckung machen. „Die Wahrheit vor Augen“ handelt von der Calliagnosie. Man kann Menschen zwar erkennen und unterscheiden, aber es findet keine automatische Einordnung in schön und hässlich mehr statt. Dies kann künstlich hervorgerufen werden und so soll sich die Gesellschaft zum Besseren wenden. „Was von uns erwartet wird“ behandelt die Frage, ob es einen freien Willen gibt und was geschieht, wenn alle der Ansicht sind, dass ihre Handlungen doch nichts verändern. „Der Lebenszyklus von Software-Objekten“ ist die schon angesprochene Novelle im Buch. Die Geschichte handelt aber vordergründig nicht von Software-Entwicklung, sondern von künstlichen Bewusstseinen, die nicht nur in virtuellen Welten leben, sondern auch in die reale Welt geholt werden können. Welchen Status haben solche Wesen und wie sind sie zu behandeln? Und wie reagieren die „echten“ Menschen auf diese? Die letzte Story „Daceys vollautomatisches Kindermädchen“ handelt von Robotern, die nicht so funktionieren, wie sie sollen. Ted Chiang hat die Gabe, in nur wenigen Sätzen eine uns fremde Welt so überzeugend darzustellen, dass wir sie als Realität akzeptieren können. In diesen Welten läßt er wunderbar komplexe Geschichten spielen. Da der Leser die Fremdhaftigkeit sofort akzeptiert hat, bieten diese Gedankenexperimente dann richtigen Lese-Spaß. Der Leser akzeptiert, dass es eine Welt gibt, in der tönerne Geschöpfe durch einen Buchstabencode zum Leben erweckt werden und eine einfache Intelligenz erlangen. Er akzeptiert eine Gesellschaft, deren Mitglieder durch einen simplen ambulanten Eingriff den Gegenüber nicht in die Kategorien „schön“ oder „hässlich“ einstufen. Der Leser akzeptiert, dass es im 19. Jahrhundert mechanische aufziehbare Kindermädchen gab, die sich um die Nachkommenschaft kümmerten. Dem Autor gelingt es, in wenigen Sätzen, auf wenigen Seiten, Geschichten zu schreiben, die schnell auf den Punkt kommen. Manchmal sind die Stories so schnell zu Ende, dass sie noch lange Zeit im Hirn des Lesers nachhallen. Jede einzelne Geschichte macht nachdenklich und beeinflusst dadurch den Leser. Die Stories sind bei alle Absurdität immer logisch einwandfrei aufgebaut und dazu noch gut erzählt. Man möchte deswegen Ted Chiang den Rat geben, bei der Kurzform zu bleiben und sich bitte nie an einen längeren Roman zu versuchen… Großes Lob an die Macher des Golkonda-Verlages, dass sie auch den zweiten Band in einem schön gemachten Buch verlegt haben. Absolut empfehlenswert für alle die Science Fiction lieben oder die in das Genre hineinschnuppern möchten und gleicht etwas richtig Gutes lesen wollen.

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