Tedine Sanss Mathildes Geschenk

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Inhaltsangabe zu „Mathildes Geschenk“ von Tedine Sanss

Mathilde interessiert sich weder für den Haushalt noch für's Heiraten. Lieber würde sie mit dem Taufgeschenk ihrer Patin arbeiten - einem Schraubendreher. Aber in einer Zeit, in der die Autos gerade erst erfunden werden, ist das für eine Frau aus gutem Hause undenkbar. Als Mann verkleidet, flieht Mathilde mit Hilfe ihrer Patin aus dem Elternhaus und sucht Arbeit in einer Autogarage, ausgerechnet bei Herrn von Schwabeck, der dafür bekannt ist, dass er die Frauen verachtet. Ein Märchen-Kurzroman aus dem Machandel Verlag.

Wer Steampunk mag, der ist hier genau richtig

— storyteller
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  • Eine Steampunkgeschichte

    Mathildes Geschenk
    storyteller

    storyteller

    26. October 2015 um 17:42

    Eine Steampunk Geschichte Tedine Sanss versteht es meisterhaft uns in die Steampunk-Ära zu entführten. Es geht um Mathilde, eine junge Frau, die aus der ihr zugedachten Rolle ausbricht und sich lieber mit Motoren und Generatoren als mit Stickseide und Wolle beschäftigt. Ihre Mutter starb im Kindbett und weder Groß- noch Stiefmutter konnte den Verlust ausgleichen. Für sie ist das Kind hässlich und ungehorsam. Nur gut, dass Mathilde per Zufall von ihrer Patin, Isabeau Harden, erfährt. Die beiden lernen sich am Grab der Mutter kennen und Isabeau hilft Mathilde dabei, zu einer selbstbewussten Frau heranzuwachsen. Als die Großmutter jedoch droht, sie zu verheiraten, nimmt sie Reißaus und landet im Fuhrpark des Herren Konrad von Schwabeck, der die meiste Zeit auf Reisen ist. Die bärbeißige Haushälterin, die gar nichts von Frauen hält, die meinen ausgetretene Pfade verlassen zu müssen, gibt ihr die ausgeschriebene Anstellung als Fuhrparkleiter, Chauffeur und Mechaniker gegen Kost und Logis. Als Mathilde, von der Haushälterin als Mann ausgegeben, Herrn von Schwabeck persönlich kennenlernt, sind die beiden sich gleich sympathisch. Mehr möchte ich vom Inhalt nicht verraten. Nur, dass die Geschichte grob an dem Märchen ›Die Nymphe des Brunnens‹ von Johann Karl August Musäus angelehnt ist. Allerdings ohne jegliche Zauberei und gute Geister. Die Autorin findet exakt den richtigen Ton, uns in eine fiktive Vergangenheit zu versetzen. So wie sie die Steampunk-Epoche zeichnet, findet man sich sofort in ihr zurecht. Einige Frauen weigern sich, die ihr zugedachten Rollen zu bekleiden und wir Leser, männliche wie weibliche, bringen ihnen nicht nur Verständnis, sondern auch Sympathie entgegen. Böse Hexen besitzen spitze Zungen statt der üblichen Zauberstäbe. Stiefschwestern zeichnen sich durch Dummheit aus und von Schwiegermüttern will ich lieber erst gar nicht sprechen. Mir gefällt der Stil, die Geschichte und das Ende, obwohl, und das ist mein einziger Kritikpunkt, ich persönlich mich frage, ob Mathilde mit dem konfliktscheuen Mann (meine ganz persönliche Sicht, die sicher nicht jeder teilt) die richtige Wahl trifft. Aber um den Männergeschmack geht es nicht, und solange Mathilde und Konrad miteinander glücklich sind, will ich nicht unken. Ich vergebe die volle Punktzahl. Das Cover gefällt mir übrigens auch sehr gut.

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