Temple Grandin hat eine ungewöhnliche Lebensgeschichte. Nach einer Kindheit, in der sie wegen Verhaltensauffälligkeiten und Schwierigkeiten beim Spracherwerb beinahe in der Sonderschule gelandet wäre, gelang es ihr langsam, ihre Probleme immer besser in den Griff zu bekommen - einerseits mit der richtigen Medikation, aber vor allem auch durch einen kreativen Umgang mit ihrer eigenen "Besonderheit". Sie schaffte nicht nur den Schulabschluss, sondern auch ein Studium, und konnte sich - nicht trotz, sondern sogar wegen ihrer Behinderung - ihre eigene berufliche Nische schaffen.
In diesem Buch erzählt sie ihre Lebensgeschichte.
Mein Leseerlebnis:
Während der ersten Kapitel kam mir öfter der Gedanke: die Frau schreibt zu "normal", das kann keine Autistin sein. Aber mit dem Fortschreiten der Geschichte tauchte ich immer tiefer in Temples bizarre Gedankenwelt ein, und es wird immer klarer, dass sie - trotz aller Selbstreflexion und Reife - weit weg von "normal" ist. Auch im Buch nehmen die "Fixierungen", die sie ihr Leben lang begleitet haben, einen zentralen Stellenwert ein. Diese Begeisterung für ihre "Festhaltemaschinen" ist für ein normales Gehirn einfach nicht nachzuvollziehen - aber gerade deswegen natürlich umso interessanter.
Leider ist das auch der Nachteil des Buches: Verständnis für die Gedankenwelt der Autisten zu entwickeln fällt mir schwer - dieses Denken ist mir so fremd, dass ich mich nicht "einfühlen" kann. (wahrscheinlich genauso wenig, wie umgekehrt sich Autisten in die anderen einfühlen könnnen). Das macht das Lesen leider ein bisschen mühsam.
Fazit: interessant, aber mühsam zu lesen.










