Der einzige Mann auf dem Kontinent

von Terézia Mora 
3,5 Sterne bei36 Bewertungen
Der einzige Mann auf dem Kontinent
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Interessantes Thema, eigenartige Umsetzung

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Blendend beobachtet, brilliant geschrieben und oft auch noch witzig.

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Inhaltsangabe zu "Der einzige Mann auf dem Kontinent"

Das Leben eines Mannes im globalisierten Nirgendwo

Umgeben von globalen Wirtschaftskatastrophen macht sich ein Mann daran, sein Lebensidyll zu verteidigen, auch wenn er schon längst zugeben müsste, dass die Firma, für die er arbeitet, zusammengebrochen ist und seine Ehe vor dem Aus steht …

„Der einzige Mann auf dem Kontinent“ erzählt eine Woche im Leben von Darius Kopp. Er ist Anfang vierzig, verheiratet und einziger Vertreter einer US-amerikanischen Firma für drahtlose Netzwerke.

Darius sieht sich als Gewinner der neuen Zeit. Er stammt aus der DDR, war als Informatiker nach deren Zusammenbruch ein gefragter Mann und legt Wert darauf, ein zufriedener Mensch zu sein. In letzter Zeit laufen die Geschäfte allerdings mehr schlecht als recht. Eines Tages lässt ein säumiger Kunde eine Pappschachtel mit Geld in seinem Büro liegen. In der Folge versucht Darius Kopp vergeblich, einen seiner Chefs in London oder Los Angeles zu erreichen, um zu beraten, was mit dem Geld geschehen soll. Fast scheint es, als gebe es die Firma überhaupt nicht mehr.

Darius Kopp leidet zunehmend unter dem Verlust seiner Sicherheiten, doch er kann dies weder sich gegenüber zugeben, noch will er Flora, seine hypersensible Frau, damit belasten. Denn Flora findet sich in ihrem Leben nur schwer zurecht. Nicht nur in seinem Beruf, muss Darius schließlich erkennen, kämpft er um das nackte Überleben, auch seine Ehe, die Liebe seines Lebens, droht vor dem Aus zu stehen.

Nach „Alle Tage“ hat Terézia Mora erneut einen hochaktuellen und überaus wachen und sensiblen Roman eines Mannes geschrieben, der glaubt, in der besten aller Welten zu leben, auch wenn sein Leben genauso wie die Welt um ihn herum längst in Stücke zerbricht. Krisen von noch so globaler und intim-verworrener Natur sollen ihm nichts anhaben können. In der umspannenden vernetzten Welt mag zerbrechen, was will, sein Lebensidyll nicht.

Das neue Buch der Autorin des preisgekrönten Romans „Alle Tage“.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783630872711
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Luchterhand
Erscheinungsdatum:17.08.2009

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Rezensionen und Bewertungen

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    SteffiKyvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Interessantes Thema, eigenartige Umsetzung
    Buchstäblich der einzige Mann auf dem Kontinent

    Inhalt:
    „Der einzige Mann auf dem Kontinent“ erzählt eine Woche im Leben des übergewichtigen, unproduktiven Informatikers Darius Kopp. Er arbeitet für ein amerikanisches Unternehmen mit recht undurchschaubarer Firmenstruktur; nach verschiedenen Zusammenschlüssen und Übernahmen wurde er irgendwann zum „einzigen Mann auf dem Kontinent“. Kopp sieht sich selbst als wichtigen und hart arbeitenden Menschen, in Wahrheit aber ist er alles andere als produktiv: er spricht zwar ständig von den vielen Aufgaben, die er zu erledigen hat, aber im Endeffekt macht er absolut nichts. Viel lieber verbringt er seine Zeit mit Essen, Schlafen, Trinken und Internetsurfen. Er versucht alles, was ihm nicht angenehm sein könnte, zu vermeiden und verdrängt damit auch naiv die Probleme in seinem Umfeld (und von denen gibt es einige, angefangen bei seiner Frau Flora über seine Familie bis hin zu seinem Job, in dem er mit voller Geschwindigkeit auf die globale Wirtschaftskrise 2008 zuschlittert).

    Stil:
    Moras Stil finde ich sehr gewöhnungsbedürftig, vor allem die ständigen Perspektivsprünge: Es wird aus allen möglichen Perspektiven erzählt, manchmal personal in der 3. Person, dann aus der Ich-Perspektive, gefolgt von inneren Monologen und einem auktorialen Erzähler, der ganz gerne kommentiert. Oft wechselt die Perspektive sogar mitten im Satz, was es mir schwer machte, die Gedanken einer bestimmten Person zuzuordnen. Es kam mir oft so vor, als würden mehrere Personen gleichzeitig reden und einander ständig unterbrechen. Dazu kommt noch, dass vieles nur in der Fantasie von Kopp passiert, und gegen Ende fällt es immer schwerer, zu unterscheiden, was tatsächlich geschehen ist und was nicht.

    Fazit:
    Die Idee, die Weltwirtschaftskrise aus der Sicht eines Individuums zu erzählen, finde ich grundsätzlich interessant, doch leider komme ich mit Moras Erzählstil einfach nicht klar. Zudem kommt noch, dass sie dem Leser einige Antworten schuldig bleibt, die Geschichte mit dem verschwundenen Geld z.B. wurde überhaupt nicht mehr aufgegriffen.

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    walli007s avatar
    walli007vor 4 Jahren
    Heißer Sommer

    Nach der Wende hat Darius Kopp viel Glück gehabt wie er selbst meint. Er hat gleich einen Job bekommen, lebt inzwischen in Berlin, ist verheiratet und sogar als seine Firma aufgekauft wurde, wurde er als einziger übernommen. Und für seine Arbeit reißt er sich wirklich kein Bein aus, es geht nur ums Verkaufen und das kriegt man immer irgendwie hin. Seine Frau Flora arbeitet als Kellnerin und die Beiden versuchen ein Kind zu bekommen. Doch während dieser Hitzewelle wird irgendwie alles zu viel besonders die Arbeit. Da geht man doch lieber mal ins Café oder trifft sich mit Freunden. Wenn nur dieser Stinkstiefel von Gebietsleiter in London nicht wäre. Der fängt doch auf einmal an, zu verlangen, Darius solle nicht nur verkaufen, sondern auch die fälligen Rechnungen anmahnen. Das ist doch Sache der Buchhaltung und nun ist es seine Sache. 


    Ein wenig nervt er schon, dieser Darius. Drückt sich vor der Arbeit, für die er wohl nicht ganz schlecht bezahlt wird. Doch alles andere geht vor, wobei auch seine Frau manchmal ins Hintertreffen gerät, was der Ehe nicht wirklich gut tut. Natürlich hat auch Darius mit Problemen zu kämpfen, seine kranke Mutter braucht Unterstützung und ist schon etwas fordernd. Doch im großen und ganzen findet Darius sich und sein Leben toll. Ein Gewinner der Wende, der aus dem Osten kommt. Obwohl er merkt, dass er und dieser Gebietsleiter in London sich nicht abkönnen, missachtet er die Anzeichen. In seiner Selbstüberschätzung meint er, es müsse alles so weitergehen. Doch die Welt ist härter geworden und das Schicksal macht auch vor Darius nicht halt.


    Nicht wirklich sympathisch aber auch nicht wirklich unsympathisch ist dieser Darius Kopp. Seine Traumwelt liegt schon in Scherben bevor er es bemerkt. Als Leser möchte man ihn manchmal schütteln, damit er wach wird und sich den Wahrheiten stellt. Doch vielleicht muss man manchmal in sein Unglück rennen, um geläutert zu werden. Ein lehrreicher Einblick in ein Nachwende-Leben, das eigentlich vom Glück bevorzugt scheint, aber dennoch zeigt, dass Glück nicht immer von Dauer ist.

    3,5 Sterne

    Kommentare: 4
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    Skruttens avatar
    Skruttenvor 6 Jahren
    Rezension zu "Der einzige Mann auf dem Kontinent" von Terézia Mora

    Mit durchaus gewöhnungsbedürftiger Sprache schildert Mora einige Tage aus dem Leben eines nicht selten einsamen Vertrieblers. Mir gefielen die vielen Brüche, Mißgeschicke und Unsicherheiten, die sich der Protagonist mal mehr, mal weniger "freiwillig" eingesteht. Terezia Mora macht Lust auf mehr - ihr Buch "Alle Tage" habe ich denn auch schon bestellt ...

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    Daywalkers avatar
    Daywalkervor 9 Jahren
    Rezension zu "Der einzige Mann auf dem Kontinent" von Terézia Mora

    Inhalt:
    “Der einzige Mann auf dem Kontinent“ erzählt die Geschichte von Darius Kopp, einem Fachmann für drahtlose Internetnetzwerke, der sich und seine Beziehungen allmählich im Arbeitsstrudel zu verlieren droht. Denn der arme Darius ist ein Mensch, der wie so viele andere auch, schwer mit den Tücken der heutigen Zeit zu kämpfen hat und mit ganz alltäglichen Dingen überhaupt nicht mehr zurecht kommt. Was zum Beispiel soll er mit den 40‘000 Dollar Cash machen, welche eines Tages plötzlich auf seinem Schreibtisch landen? Schliesslich zahlt er doch sonst nur immer mit Plastikgeld. Das jedoch ist nur eines von vielen Problemen in Darius Leben…

    Meine Meinung:
    Das Buch gewährt einem genau eine Woche Einblick in Darius Kopps Leben, welches im Grunde genommen gar nicht so spektakulär ist. Trotzdem bin ich bis zur letzten Seite förmlich an dem Buch geklebt. Ein Grund dafür ist sicherlich der sympathische Antiheld Darius, mit dem man sich extrem gut identifizieren kann. Denn irgendwie steckt in jedem von uns ein kleiner Darius Kopp. Ein grosses Lob gebührt in meinen Augen jedoch auch dem einzigartigen Schreibstil von Terézia Mora, der perfekt zu diesem Buch passt, das im Übrigen nicht ganz so ernst ist, wie es den Anschein haben mag. Ganz im Gegenteil. Oft kann man sich ein Schmunzeln einfach nicht verkneifen, selbst wenn die Thematik noch so ernst ist.
    Was mich an dem Buch aber am meisten gefreut hat ist, dass es mich immer wieder zum Nachdenken gebracht hat. Ist das digitale Zeitalter nun Fluch oder Segen? War früher wirklich alles besser? Wären wir ohne Facebook, MySpace, etc. glücklicher? Diese Fragen muss jeder für sich selbst beantworten. Sicher ist, dass immer mehr Menschen, genau wie Darius, den Draht zur “realen Welt“ verlieren und ihre Zeit im Internet vergeuden, anstatt sich um die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu kümmern. In diesem Sinne ist “Der einzige Mann auf dem Kontinent“ ein Roman, wie er zeitgenössischer nicht sein könnte.

    Fazit:
    “Der einzige Mann auf dem Kontinent“ ist ein Buch, das uns mit den Problemen des unglaublich schnellen digitalen Zeitalters (mit denen wir zweifelsohne alle zu kämpfen haben) konfrontiert. Ein Roman der zum Nachdenken anregt und uns den Spiegel vorhält. Getreu dem Motto: Nosce te ipsum! Erkenne dich selbst!

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    O
    Ode1234vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Blendend beobachtet, brilliant geschrieben und oft auch noch witzig.
    L
    LauraLiebevor 3 Jahren
    M
    manicvor 4 Jahren
    Piranhapudels avatar
    Piranhapudelvor 4 Jahren
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    parolesvor 4 Jahren
    darkchyldes avatar
    darkchyldevor 4 Jahren

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