Terézia Mora Die Liebe unter Aliens

(6)

Lovelybooks Bewertung

  • 7 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(5)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Liebe unter Aliens“ von Terézia Mora

Das neue Buch von SPIEGELBestseller-Autorin Terézia MoraEin Ausflug ans Meer soll ein junges Paar zusammenführen. Ein Nachtportier fühlt sich heimlich zu seiner Halbschwester hingezogen. Eine Unidozentin flieht vor einer gescheiterten Beziehung und vor der Auseinandersetzung mit sich selbst. Ein japanischer Professor verliebt sich in eine Göttin.Kunstvoll erzählt Terézia Mora in »Die Liebe unter Aliens« von Menschen, die sich verlieren, aber nicht aufgeben, die verloren sind, aber weiter hoffen. Wir begegnen Frauen und Männern, die sich merkwürdig fremd sind und zueinander finden wollen. Einzelgängern, die sich ihre wahren Gefühle nicht eingestehen. Träumern, die sich ihren Idealismus auf eigensinnige Weise bewahren. Mit präziser Nüchternheit spürt Mora in diesen zehn Erzählungen Empfindungen nach, für die es keinen Auslass zu geben scheint, und erforscht die bisweilen tragikomische Sehnsucht nach Freundschaft, Liebe und Glück.

Diese Erzählungen haben mich aufgewühlt. So treffend und genau beschreibt T.M. das Leben im Hier und Jetzt.

— FrauGoldmann_Buecher
FrauGoldmann_Buecher

Stöbern in Romane

Ein Haus voller Träume

Ein sehr atmosphärischer und leiser Familienroman mit kleinen Längen in der Mitte, der noch ein bisschen Potential hätte.

tinstamp

Sonntags in Trondheim

Blut dicker als Wasser!?!

classique

Der Frauenchor von Chilbury

Im Vordergrund: das Leben vieler Frauen zur Kriegszeit! Ein selbstbewusster Roman mit Emotionen und Spannung.

Bambisusuu

Dann schlaf auch du

Dieses Buch habe ich verschlungen. Packendes Drama, literarisch erzählt.

ulrikerabe

Die goldene Stadt

Ein echtes Sommerbuch! Ein tolles Abenteuer vor schöner Kulisse und sympathischen Figuren. Bücher machen glücklich.

ELSHA

Töte mich

Opereske Geschichte mit viel Witz und Charme

jewi

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • DIE LIEBE UNTER ALIENS. TERÉZIA MORA.

    Die Liebe unter Aliens
    buecherkompass

    buecherkompass

    30. April 2017 um 17:34

    ZUR AUTORINTerézia Mora wurde 1971 in Sopron, Ungarn, geboren. Sie lebt seit 1990 in Berlin und gehört zu den wichtigsten deutschsprachigen Autoren. Für ihren Roman „Das Ungeheuer“ erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Bereits 1999 sorgte sie mit ihrem literarischen Debüt, dem Erzählungsband „Seltsame Materie“, für Furore. Für diese Erzählungen wurde sie u.a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschien bei Luchterhand der Band „Nicht sterben“ mit ihren Frankfurter Poetikvorlesungen. Terézia Mora zählt außerdem zu den renommiertesten Übersetzern aus dem Ungarischen.Quelle: LuchterhandINHALTSie fühlen sich verloren. Sie fühlen sich einsam. Sie geben die Hoffnung nicht auf.In Die Liebe unter Aliens erzählt Terézia Mora von zehn Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die doch eines verbindet: die Suche nach dem Zweck ihres Daseins, nach dem Halt in ihrem Leben.Es sind die unterschiedlichsten Motive die die Protagonisten antreiben. Und so gehen sie ihrer Wege – fröhlich, strauchelnd, am Rande der Verzweiflung.MEINUNGEs ist schwer zu sagen, was ich von Terézia Moras Erzählband erwartete. Eines erwartete ich jedenfalls nicht: dass er mich mit einer solchen Wucht treffen und fortreißen würde [direkten Weges hinein in die Schicksale anderer].Entscheidend für die Tragweite der Erzählungen war hierbei vor allem der sprachliche Stil der Autorin. Die Sprache tritt hier als besonders kraftvoll auf und schöpft in ihrer Eigentümlichkeit die Charaktere bis auf ihren tiefsten Grund aus.Die Erzählungen sind ebenso kurz wie eindrucksvoll, kein Leben gleicht dem anderen und so ist jede Geschichte unvorhersehbar und einzigartig. Die Schicksale der Protagonisten berühren, weil man ihnen so nahe kommt, dass man sich letztlich in einen jeden [so zumindest in meinem Fall] hineinzuversetzen vermag. Oftmals scheint die Lage aussichtslos und so wird man zu Ende der Erzählungen sich selbst und seinen Gedanken überlassen – Terézia Mora bewegt und regt zum Nachdenken an.Die Einsamkeit eines jeden einzelnen Charakters ist beim Lesen deutlich spürbar und eben dies bewirkt, dass man selbst sich ein bisschen weniger einsam fühlt, sich in der Einsamkeit mit den Protagonisten verbunden fühlt.Letztlich gab es Geschichten, die mir mehr oder weniger gefielen. Geschichten, die mich mehr oder weniger berührten. Und Geschichten, die mich mehr oder weniger ins Grübeln brachten.Terézia Mora ist hier ein absolut überzeugendes Gesamtwerk gelungen, das ich auch in Zukunft gerne wieder in die Hand nehmen werde.

    Mehr
  • Gemeinsam einsam

    Die Liebe unter Aliens
    YukBook

    YukBook

    04. February 2017 um 12:51

    Schon das Cover macht neugierig auf die neue Kurzgeschichtensammlung von Terézia Mora. Winzige Menschen bewegen sich voneinander weg und mitten drin prangt der Titel „Die Liebe unter Aliens". Handelt es sich etwa um einen Science-Fiction? Keineswegs, denn mit Aliens sind Menschen gemeint, die sich jedoch so fremd bleiben, als wären sie Bewohner verschiedener Planeten. In der gleichnamigen Kurzgeschichte zum Beispiel geht es um den jungen Koch Tim und seine Freundin Sandy, die eines Tages einen Ausflug ans Meer unternehmen. Tims Chefin Ewa hegt mütterliche Gefühle für Tim. Doch das Verhalten des zu spontanen Aktionen neigenden Paares ist für sie unverständlich. Ewas geregeltes Leben mit ihrem Ehemann, der auf Alltagsroutine wert legt, macht ihr den krassen Gegensatz der Lebensweisen nur noch deutlicher.  Oft fällt der Satz „Was es für Leute gibt!“, zum Beispiel in einer Geschichte, die auf einem Friedhof spielt. Ein Mann erfährt, dass sein Schulfreund verstorben ist und trifft sich mit dessen Schwester an seinem Grab. Sie bleibt seltsam verschlossen und es kommt kein Gespräch zustande. Obwohl sie sich kennen, stehen sie sich wie Fremde gegenüber. Auch ein Hotelmitarbeiter und seine Halbschwester hatten einmal eine enge Beziehung, merken jedoch, dass sie sich auseinander gelebt haben.  Die Figuren suchen entweder Anschluss und Nähe oder haben sich mit ihrem isolierten Dasein abgefunden. Halt oder gar Glücksmomente finden sie oftmals in der Natur – zum Beispiel am Meer, dass immer „großartig“ ist, ganz gleich, was in der Welt oder im Inneren der Menschen vor sich geht, vor einer Lärche, die ihre goldenen Nadeln fallen lässt oder auf einer Autofahrt durch den Wald bei Sonnenauf- und -untergang. Auffällig ist auch, dass die Figuren gern und ständig in Bewegung sind. Sie rennen wie die Verrückten während einer Verfolgungsjagd quer durch die Stadt, radeln vergnügt durch die Gegend oder legen an einem Kanal mehrere Kilometer zu Fuß zurück. Manchmal werden sie auch aus ihrem gewohnten Umfeld gestoßen und sind gezwungen, sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden, zum Beispiel ein Marathonläufer, der einen Dieb bis in ein angrenzendes Stadtviertel verfolgt oder ein japanischer Rentner, der sich seine neu gewonnene Zeit mit Spaziergängen durch sein Wohnviertel vertreibt und dabei ungewöhnliche Entdeckungen macht. Wenn auch rar, so gibt es sie doch – die kurzen Momente der Glückseligkeit und menschlichen Nähe, zum Beispiel als eine einsame Studentin, die aus Budapest nach London gezogen ist, unerwartet von deutschen Touristen zu einer Runde Fish & Chips eingeladen wird.   Mora erzählt sehr unkonventionell. Die ungewöhnlichen Satzkonstruktionen vermitteln stellenweise den Eindruck, sie schreibe ihre Gedanken so nieder wie sie kommen. Manchmal wechselt die Erzählperspektive abrupt von der dritten in die erste Person. Obwohl die Autorin eher nüchtern, kühl und zynisch schreibt – da fallen auch mal so grausame Sätze wie „Die Menschen sind überflüssig“ oder „Menschen sind dumm und böse“ – nimmt man als Leser doch großen Anteil am Schicksal und Gefühlsleben der Figuren. Man taucht mit ihnen in eine sehnsuchtsvolle Entrücktheit ein. Nach der Lektüre war ich ganz hin und weg, wie erfinderisch Terézia Mora die großen Fragen menschlichen Daseins in kleine literarische Kostbarkeiten verpackt hat. 

    Mehr
  • "Die Liebe unter Aliens" - Terézia Mora

    Die Liebe unter Aliens
    halloundaufwiedersehen_

    halloundaufwiedersehen_

    15. January 2017 um 14:40

    Manchmal liegt ein Buch aus unbestimmten Gründen länger als beabsichtigt auf dem „Noch-zu-lesen-Stapel“, dann schlägt man die erste Seite auf, liest ein paar Zeilen und fragt sich: „Verdammt, wieso habe ich so lange gewartet?“ - So geschehen mit „Die Liebe unter Aliens“ von Terézia Mora. „Die Liebe unter Aliens“, das ist ein Buchtitel, der mich sofort anspricht. Ein wenig schräg, eher unkonventionell und irgendwie magisch anziehend. Doch nicht nur das, Terézia Mora ist eine Autorin, die mich mit so ziemlich allem begeistern kann, was sie veröffentlicht – und für „Das Ungeheuer“ erhielt sie 2013 sogar den Deutschen Buchpreis. Nicht immer ein Gütesiegel, aber in diesem Fall schon. Auch für ihren Erzählband „Seltsame Materie“ ist Mora bekannt und mit „Die Liebe unter Aliens“ legt sie einen weiteren, soghaft wirkenden Band voller Erzählungen über Einsamkeit und Hoffnung vor. Insgesamt enthält das Buch zehn Erzählungen mit eindrucksvollen Titeln wie „Fisch schwimmt, Vogel fliegt“, „Perpetuum mobile“, „Ella Lamb in Mulligar“ oder „Selbstbildnis mit Geschirrtuch“. Alle Figuren in Moras Erzählungen sind irgendwie, irgendwo durch irgendwas auf der Suche. Sie sind noch längst nicht angekommen in ihrem Leben, in dem, was sie erreichen wollen oder bei der Person, die sie lieben und wirken zum Teil verloren, aber doch voll Hoffnung. Das ist das schöne an diesen Erzählungen, so traurig und einsam die Personen auch wirken, am Ende winkt doch allen ein Hoffnungsschimmer, mag er auch noch so klein sein. Da gibt es zum Beispiel die junge Mutter Ella, die nach etlichen beruflichen Fehltritten als Fotografin in Berlin lebt und sich dort gerade so durchkämpft. Sie hat Stress mit ihrem Chef, weil sie oft völlig übermüdet und verkatert am Arbeitsplatz auftaucht, Stress mit sich selbst, weil sie ihren eigenen und den von außen an sie herangetragenen Ansprüchen nicht genügt und Stress mit ihrer Mutter, die zu Hause, ein paar Stunden Zugfahrt entfernt, auf ihren kleinen Sohn aufpasst – und eigentlich möchte Ella doch nur alles richtig machen. Nicht nur für sich, sondern vor allem für ihr Kind. - In einer anderen Erzählung kämpft ein Nachtportier mit sich und seinen Gefühlen seiner Halbschwester gegenüber, die diesen Kampf nicht einmal ahnt. - Und dann gibt es da noch den Vater, der einzig für seinen Sohn lebt, welcher er nur an Besuchswochenenden sehen darf. - Oder das Künstlerpaar, das am Abgrund, am Rande der Gesellschaft lebt und letztlich durch ihre Liebe an Zuversicht gewinnt. All diese Figuren scheinen verloren zu sein, aber doch geben sie ihre Suche nach Freundschaft, Liebe und Glück nicht auf - und das sollten wir alle nicht tun. Es ist wunderbar, wie Mora ihre Figuren zugleich hart und weich zu zeichnen vermag und erstaunlich, wie viel Ausdruckskraft in ihren Worten liegt, selbst wenn diese noch so leise zu sein scheinen. Auch wenn mich nicht alle Erzählungen restlos begeistern konnten, so haben es dafür andere doppelt getan. Ich bin mir sicher, dass „Die Liebe unter Aliens“ zu so einem Buch wird, welches ich immer mal wieder aus dem Regal nehmen werde, um mir die ein oder andere Geschichte durchzulesen. Einfach so. Für mich. Zum Durchatmen. Um Hoffnung zu schöpfen und den Figuren erneut ganz nah zu sein.

    Mehr