Als Ella mit dem Zug nach London fährt, beobachtet sie, wie zwei jugendliche Mädchen mit zwei Männern ins Gespräch kommen. Während der Fahrt bekommt sie mit, dass die Männer erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen wurden. Obwohl sie ein ungutes Gefühl hat, greift sie nicht ein. Am nächsten Tag ist eines der Mädchen spurlos verschwunden.
Die Ausgangslage dieses Thrillers hat mich sofort neugierig gemacht. Allein die Vorstellung, Zeugin einer Situation zu werden, die einem seltsam vorkommt, und sich später zu fragen, ob man hätte eingreifen sollen, sorgt direkt für Spannung. Gut gefallen haben mir die verschiedenen Perspektiven. Wir begleiten nicht nur Ella, sondern auch die Freundin des verschwundenen Mädchens, ihren Vater sowie einen Privatdetektiv. Dadurch erhält man unterschiedliche Blickwinkel auf die Ereignisse, was die Geschichte abwechslungsreich hält und immer wieder neue Informationen liefert.
Allerdings hätte ich mir stellenweise etwas mehr Spannung gewünscht. Für mich war das Buch interessant, aber nicht unbedingt fesselnd. Es gab immer wieder Passagen, in denen die Handlung etwas auf der Stelle trat oder kleinere Abschweifungen eingebaut wurden, die für mich nicht besonders viel zur eigentlichen Geschichte beigetragen haben. Dadurch verlor die Handlung zwischendurch etwas an Zugkraft.
Insgesamt ist es aber ein solider Thriller mit einer spannenden Grundidee und gelungenen Perspektivwechseln.






















